Hauskauf

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tvättbjörn
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Hauskauf

Beitragvon tvättbjörn » 17. September 2011 23:00

Hallo liebe Freunde des Nordens!
Bitte nicht gleich über mich herfallen, sollte diese Frage doch schon irgendwo beantwortet sein, meine Suchanfragen haben keine Ergebnisse gebracht.
Worum geht`s? Ich denke ernsthaft über den Kauf eines Hauses in Schweden nach und habe dabei auf blocket.se bei vielen Anzeigen den Punkt "Trygg privataffär:möjligt" gefunden.Wenn man das anklickt landet man bei hemnet.se.Kann man den Kauf von Privat eventuell darüber abwickeln, was mir nicht unsymphatisch wäre, um der sicher auch in Schweden vorhandenen Bauernfängerei möglichst aus dem Weg zu gehen, bzw. was müssen Verkäufer
und Käufer machen, bzw. worauf sollte man dann achten.Vielleicht kann jemand für ein einfaches Gemüt die Problematik in leicht verständlichen Worten erklären?
Das Leben hat mich nä(h)mlich gelehrt jede Chance zu nutzen nicht mit der Fr.... im Schlamm zu landen, wenn`s irgend geht! :danke:

tommy3

Re: Hauskauf

Beitragvon tommy3 » 18. September 2011 07:06

Hej,
Hemnet ist ein Portal, wo Makler ihr Angebot vorstellen. Praktisch alle Häuser, die in S zu verkaufen sind, sind bei hemnet.
Schwedische Makler sind in der Regel keine Bauernfänger. Sie werden vom Verkäufer bezahlt, du als Käufer hast also keine Kosten an den Makler.
Hemnet ist eine ausgezeichnete Stelle, um sich einen Überblick über den Markt und Preise zu verschaffen.
Die angegebenen Preise sind immer Verhandlungssache. Interessiert dich ein Objekt, kannst du ein unvebindliches Angebot abgeben, und der Verkäufer nimmt dazu Stellung. Der tatsächliche Verkaufspreis kann unter oder über dem angegebenen Preis liegen. Bei guten Objekten kann ein regelrechter Bieterkrieg ausbrechen, und innerhalb weniger Tage oder gar Stunden kann der Preis enorm ansteigen.
Du solltest das Haus unbedingt technisch untersuchen(lassen). Der Verkäufer oder Makler kann für Mängel praktisch nicht haftbar gemacht werden.

knut245
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Re: Hauskauf

Beitragvon knut245 » 18. September 2011 10:26

Och, da gibts hier schon einiges:

http://www.schwedentor.de/forum/hauskauf,21426.html#p107719

http://www.schwedentor.de/forum/deutsche-immobilienmakler,21502.html#p107978

...und das ist in der Kategorie Auswandern nur bis März 2011 zurückgeschaut. Weiter hinten gibts noch viel mehr!
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.

EuraGerhard
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Re: Hauskauf

Beitragvon EuraGerhard » 18. September 2011 11:44

Hallo,

wir haben vor einiger Zeit ein Grundstück in Schweden gekauft und wollen da jetzt ein Haus drauf bauen. Da wir in der Auswahlphase auch bestehende Häuser besichtigt haben, konnten wir ein paar Erfahrungen sammeln:

Grundsätzlich: Vergiss alles, was Du über deutsche Immobilienmakler weißt und was Du für Erfahrungen gemacht hast! In Deutschland braucht man nur einen Gewerbeschein, um ein Maklerbüro aufzumachen. In Schweden hingegen muss jeder Makler eine Ausbildung machen, eine Prüfung absolvieren und eine staatliche Lizenz erwerben. Auch die Gebührensätze sind staatlich festgelegt. Zwar wird sich auch unter schwedischen Maklern das eine oder andere schwarze Schaf befinden, aber das sind die großen Ausnahmen. (In Deutschland hingegen ist es meiner Erfahrung nach genau andersrum...) Schließlich riskiert ein schwedischer Makler den Verlust der Lizenz, wenn er sich daneben benimmt, und dann kann er seinen Laden dicht machen.

Beim Immobilienkauf in Schweden ist übrigens - auch dies im Gegensatz zu Deutschland - kein Notar beteiligt. Der Makler übernimmt (auf Wunsch und gegen Gebühr) gerne die Eintragung beim Grundbuchamt, man kann das aber auch selber machen.

Überdies zahlt in Schweden stets ausschließlich derjenige die Maklergebühr, der den Makler beauftragt. Gehst Du als Käufer auf das Angebot eines Maklers ein, so zahlt der Verkäufer die Maklergebühr, Du nicht! Nur wenn Du selbst einen Makler beauftragst, z.B. um für Dich etwas zu suchen, dann zahlst Du.

Von daher: Keine Scheu gegenüber schwedischen Maklern. Ohne Makler wirst Du sowieso so gut wie nichts finden, denn praktisch kein Hausverkäufer macht sich die Mühe, selbst auf Käufersuche zu gehen.

Warnen möchte ich Dich allerdings vor deutschen Maklern, die Objekte in Schweden vermitteln: Diese haben nämlich in aller Regel keine schwedische Maklerzulassung. Wenn es nicht ohnehin schlichte Betrüger sind. Also wenn Immobilienkauf in Schweden, dann über einen schwedischen Makler in Schweden.

MfG
Gerhard

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Re: Hauskauf

Beitragvon Briefmarkensammler » 19. September 2011 10:04

"Deutsche Makler brauchen nur einen Gewerbeschein...".
Irrtum!
Seit 1.1.2000 gibt es eine EU-Richtlinie, die inzwischen auch in der BRD umgesetzt wurde. Demnach ist es aus mit den Maklern, Versicherungsvertretern und Kapitalvermittlern.
Dieser Personenkreis muß nun zwingend eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abschließen und sich bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer anmelden und registrieren lassen. Dabei muß er seine Versicherung und Gewerbeanmeldung, Auszug aus dem Strafregister und dem Gewerberegister vorlegen. Dann muß er eine Zulassung zum Makler nach neuem EU-Recht beantragen. Voraussetzung zur Zulassung ist eine Sachkundeprüfung. "Alte Hasen", die mehr als 10 Jahre auf ihrem Gebiet tätig waren, für die entfällt die Sachkundeprüfung.
Nach Prüfung durch die IHK und Zahlung der entsprechenden Gebühren erhält er die Zulassung zur Gewerbeausübung und wird in die Vermittlerrolle eingetragen. Er erhält eine Registriernummer und Gebietszulassung (z.B. generell nur innerhalb der BRD) Die Vermittlerrolle ist öffentlich zugänglich.
Z.B. Versicherungsgesellschaften zahlen Provisionen nur noch aus, wenn der Vertreter/ Makler seine Registriernummer bekanntgegeben hat und die Gesellschaft sich von der Eintragung bei der IHK überzeugt hat. Immobilienmakler müssen jährlich ihren Jahresabschluß durch einen Wirtschaftsprüfer prüfen lassen ( das war auch vor der EU-Reglung schon so). Alle abgewickelten Geschäfte sind zur Prüfung vorzulegen. Der Abschlußbericht geht dann an die Gewerbegenehmigungsbehörde (Stadtverwaltung/ Kreisverwaltung). Von dort werden z.B. die in Zeitungen erscheinenden Anzeigen der Makler/ Vertreter/ Vermittler streng kontrolliert. Wird jemand erwischt, der makelt und keine Zulassung hat, so sind die Strafen drakonisch. Das Doppelte der voraussichtlichen Provision ist dann zur Zahlung an die Behörde fällig.
Der Briefmarkensammler


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Der Mensch ist nicht dort. wo seine Schuhe stehen, sondern dort, wo seine Träume sind.

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Re: Hauskauf

Beitragvon EuraGerhard » 19. September 2011 10:57

Hallo!

Briefmarkensammler hat geschrieben:Seit 1.1.2000 gibt es eine EU-Richtlinie, die inzwischen auch in der BRD umgesetzt wurde. Demnach ist es aus mit den Maklern, Versicherungsvertretern und Kapitalvermittlern.
Dieser Personenkreis muß nun zwingend eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abschließen und sich bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer anmelden und registrieren lassen. Dabei muß er seine Versicherung und Gewerbeanmeldung, Auszug aus dem Strafregister und dem Gewerberegister vorlegen. Dann muß er eine Zulassung zum Makler nach neuem EU-Recht beantragen. Voraussetzung zur Zulassung ist eine Sachkundeprüfung.

Danke, gut das zu wissen. Meine letzten Erfahrungen mit deutschen Maklern stammen halt von vor dieser Neuerung, und waren dementsprechend ... :x Seitdem wohne ich in den Niederlanden, und hier ist die Situation schon seit jeher ähnlich wie in Schweden.

MfG
Gerhard

jms

Re: Hauskauf

Beitragvon jms » 19. September 2011 20:33



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