Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

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svenska-nyheter
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Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon svenska-nyheter » 3. Juni 2014 13:37

Die EU-Kommission hat für die Schuldensanierung der schwedischen Privathaushalte stärkere Disziplin angemahnt.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

Petergillarsverige
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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon Petergillarsverige » 3. Juni 2014 14:42

Mir sagte mal jemand die Schweden würden ihre Darlehen nicht zurück zahlen, weil man die Schuldzinsen bei der Steuer voll abschreiben kann. Wenn progressiv besteuert wird, lohnt es sich Schulden zu haben.
Ist das richtig?
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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon HeikeBlekinge » 3. Juni 2014 15:55

Korrekt!
Man lebt zur "Bankmiete" bis man dann mal wieder umziehen will, evtl. sogar erst im Alter in die Stadt, und dann wird das Haus halt verkauft. Egal, wenn kein Gewinn bei rausspringt und nur die Schulden aufs Haus rauskommen um bei der Bank alles zureuckzahlen zu können.
So verrueckt es klingt: Das kann sogar monatlich guenstiger sein als zur Miete zu wohnen oder als Bostattsrätt - vorausgesetzt, man hat einen passenden Zinssatz.
Ohne Amortering natuerlich ;-)
Bedenke: Ein Haus ohne Schulden kostet Steuern! Und die sind gewichtig!

Doch so läuft es seit Jahrzehnten. Staatliche gefördertes Wohneigentum sozusagen.

Weshalb soll das laut EU eigentlich ein Risiko sein?

lg
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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon Petergillarsverige » 3. Juni 2014 20:11

Bring das mal einem Schwaben bei. Erst Haus abzahlen, dann darfst du evtl. mal in den Urlaub fahren. Falls du genug gespart hast für Notfälle.
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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon EuraGerhard » 3. Juni 2014 20:12

HeikeBlekinge hat geschrieben:Weshalb soll das laut EU eigentlich ein Risiko sein?

Weil der Wert der Immobilie, der ja als Sicherheit für den Kredit dient, schwanken kann und auch mal nach unten geht. Wenn dann auf einmal - z.B. aufgrund steigender Arbeitslosigkeit - eine größere Zahl von Leuten gleichzeitig die Zinsen nicht mehr bezahlen kann, müssen viele Immobilien unter Wert zwangsversteigert werden. Damit sinken die Preise, es gehen noch mehr Leute pleite, es müssen noch mehr Immobilien zwangsversteigert werden, und schon rutschen wir in die nächste Wirtschaftskrise.

Die Pleite von Lehman Brothers und anderer US-Banken, die die jetzt gerade langsam zu Ende gehende Krise ausgelöst hat, ist hauptsächlich auf ein Übermaß an "faulen" Immobilienkrediten zurückzuführen.

MfG
Gerhard

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon knut245 » 4. Juni 2014 08:32

Dazu sollte man allerdings ergänzend sagen, dass es in den USA keine Zinsbindung gibt. Die Zinsen und damit die monatliche Belastung können fröhlich schwanken, wie die Banken es halt gerade brauchen. Dafür kann man auch jederzeit umschulden - sofern man einen günstigeren Kredit bekommt...

Deshalb haben wir trotz unter Schröder eingeführter Kreditverbriefung in Deutschland diese Probeme kaum: weil man hier mit 5-, 10 oder langjährigerer Zinsfestschreibung abschließt, das gibt einfach erheblich mehr Sicherheit und Ruhe. Wenn es in S ähnliche Zinsfestschreibung oder andere Schwankungsbremsen gibt, dürfte sich das Risiko auch dort in Grenzen halten - und es hat über die Jahrzehnte ja wohl auch gut funktioniert. Wenn es jetzt Probleme geben sollte, dürfte das nicht an dieser "Tradition" liegen, sondern an anderen Einflüssen.
Hier könnte auch etwas sinnvolles stehen, zum Beispiel ein Bier.

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon Petergillarsverige » 4. Juni 2014 09:37

Nun, es ist ein Unterschied ob ich ein Darlehn aufnehme für einen Urlaub, kein Gegenwert, oder ein Haus.
Ich zahle deutlich weniger Zins und Tilgung für mein Haus als ich Miete zahlen müsste. Also auch eine gewisse Sicherheit.
Wenn mal mal sieht was in Schweden die Häuser auf dem Land kosten....
In Stockholm ist das natürlich was anderes.
Insgesamt aber halte ich diese Nachricht mit der Haushaltsverschuldung der privaten in Schweden fast für so wichtig wie der berühmte Sack Reis der in China umfällt.
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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon meckpommbi » 4. Juni 2014 18:57

"Insgesamt aber halte ich diese Nachricht mit der Haushaltsverschuldung der privaten in Schweden fast für so wichtig wie der berühmte Sack Reis der in China umfällt."
erstens wird china immer wichtiger also koennte auch der reissack sehr gewichtig werden
zweitens sind es nicht nur die häuser die fuer die privatverschuldung verantwortlich sind
drittens halte ich die steuerabschreibungen wirklich nicht fuer so relevant wie dargestellt dazu sind sie einfach zu niedrig
gruss Birgit

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon Petergillarsverige » 6. Juni 2014 08:54

Jetzt möchte ich aber doch mal konkret in die Runde nachfragen:
Man kann in Schweden den Betrag für Zinsen auf das Haus von dem Einkommen voll absetzten?
Die Besteuerung ist progressiv?

Wenn die beden Faktoren stimmen, dann ist es sinnvoll Schulden auf dem Haus zu haben, denn man spart dadurch. Es gibt keinen Grund das Haus abzubezahlen. Ist das so?
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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon HeikeBlekinge » 6. Juni 2014 09:36

Ja, so ist es.
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