Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

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vibackup
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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon vibackup » 6. Juni 2014 11:03

Petergillarsverige hat geschrieben:Jetzt möchte ich aber doch mal konkret in die Runde nachfragen:
Man kann in Schweden den Betrag für Zinsen auf das Haus von dem Einkommen voll absetzten?

Zu 30%, nicht voll.
Petergillarsverige hat geschrieben:Die Besteuerung ist progressiv?

Wenn die beden Faktoren stimmen, dann ist es sinnvoll Schulden auf dem Haus zu haben, denn man spart dadurch. Es gibt keinen Grund das Haus abzubezahlen. Ist das so?

Das haben viele Schweden lange so gesehen.
Jetzt scheint sich das ein wenig zu ändern, vor allem weil auch die Banken eine andere Linie fahren, die früher auch eher nicht gewollt haben, dass man amortisiert. Die stetigen Zinsen waren ja eine sichere und dauerhafte Einkommensquelle; aber die Erfahrungen aus der Finanzkrise, vor allem das Platzen der amerikanischen Bostadsbubbla scheinen jetzt auch hier verstanden zu werden, denn diese Blase ist hier ja noch nicht geplatzt.

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon stavre » 6. Juni 2014 13:10

denn diese Blase ist hier ja noch nicht geplatzt.


uijuijui ,wenn die platzt

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon vibackup » 6. Juni 2014 18:53

stavre hat geschrieben:denn diese Blase ist hier ja noch nicht geplatzt.


uijuijui ,wenn die platzt

Muss sie ja nicht, es kann ja auch sein, dass die Hauspreise langsam wieder sinken und irgendwann wieder ein normales Niveau erreichen.
Nehmen wir mal an, die Finanzkrise dauert noch etwas, was zu verminderter Kaufkraft führt, dann, wenn die Kaufkraft wieder steigt, steigen auch die Zinsen, so dass der Markt ruhig bleibt... das wäre ja die wünschenswerte Entwicklung.

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon Krümel7 » 6. Juni 2014 21:28

Nun,
hier wo ich lebe-in Berlin- sind die Grundstückspreise Ende der neunziger Jahre mächtig in den Keller gegangen. Sie haben sich in meinem Bezirk mehr als halbiert, fast gedrittelt! Das geschah innerhalb eines kurzen Zeitraums. Für gebrauchte Häuser gab es kaum Geld. Alle Nachbarn, die Mitte der neunziger Jahre zu hohen ! Grundstückspreisen gekauft hatten, konnten den Wertverlust bis heute nicht aufholen. Für die Betroffenen kann das unter Umständen (z.B. Notverkauf bei Scheidung oder Jobverlust) dazu führen, dass Sie mit dem Verkaufserlös nicht einmal die Restschuld bedienen können und noch auf einem Schuldenberg sitzen bleiben.
Das betrifft ausschließlich die reinen Bodenpreise. Das Blatt hat sich innerhalb der letzten zwei Jahre wieder gewendet. Die Bodenpreise sind jetzt bei ca. 50 % des damaligen Wertes. Aufgrund der extrem stark steigenden Mieten, steigen jedoch auch ältere Gebäude wieder enorm im Wert. Die hierfür gebotenen Preise wären selbst vor 2 Jahren noch undenkbar gewesen.
Eine total verrückte Welt.
Das Platzen der Immobilienblase wurde in D also schon um die Jahrtausendwende vorweggenommen. Inwieweit das Schweden betrifft, vermag ich nicht zu beurteilen.
Es könnte als auch für Schweden problematisch werden, wenn die Darlehen nicht mehr bedient werden können. Und da ich das bereits selbst erlebt habe (das starke Schwanken und eigentlich damit verbundene Handlungsunfähigkeit-da man zum Halten der Immobilie fast regelrecht gezwungen ist, wenn man sich nicht noch weiter verschulden möchte), steht für mich auch an oberster Stelle die Tilgung eines Darlehens.
Ich finde, dass ich sonst zu sehr in meinem Handlungsspielraum eingeengt bin und die Bank mich in der Hand hat. Mittlerweile ich es hier üblich, Kredite die z.B. wegen Arbeitslosigkeit nicht mehr laufend bedient werden können, sehr schnell an Inkassobüros o.a. professionelle Anbieter zu verkaufen, die die Forderung sofort fällig stellen und dann die Zwangsversteigerung betreiben.
Ich wünsche allen, nicht in solche, oben von mir geschilderte Situation zu kommen.
Grüße krümel7

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon EuraGerhard » 7. Juni 2014 07:00

Hallo!

Krümel7 hat geschrieben:Eine total verrückte Welt.

Daran ist nichts verrückt, dass ist normale Marktwirtschaft. Verrückt ist lediglich, wenn Leute glauben, Immobilien seien eine absolut sichere Kapitalanlage. Oder wenn Politiker glauben, dass solche Kreditsubventionen hauptsächlich den Bürgern zugute kommen und nicht in erster Linie die Banken davon profitieren.

Krümel7 hat geschrieben:Das Platzen der Immobilienblase wurde in D also schon um die Jahrtausendwende vorweggenommen.

Du kannst die Berliner Situation aber nicht auf das gesamte Bundesgebiet übertragen. In den "alten Bundesländern" sind größtenteils die Immobilienpreise bis zur Lehman-Pleite kontinuierlich gestiegen, in einigen Regionen (z.B. München) tun sie es bis heute noch. Womöglich platzt da noch die eine oder andere lokale Blase.

Auch z.B. in den Niederlanden gibt es eine großzügige staatliche Förderung von Immobilienkrediten, oder hat es zumindest gegeben: Man kann dort (pro Person) 30 Jahre lang die Hypothekenzinsen in voller Höhe von der Steuer absetzen. Tilgungsfreie Kredite waren - wie in Schweden auch - ebenfalls weit verbreitet, sind allerdings vor ein, zwei Jahren schließlich verboten worden. Auch als wir 2003 nach NL gezogen sind und dort ein Haus gekauft haben, wollte man uns so eine tilgungsfreie Hypothek andrehen. Zum Glück habe ich da abgewunken, denn auch in NL sind die - aufgrund der großzügigen Förderung lange Zeit deutlich überhöhten - Preise nach der Lehman-Pleite ins Rutschen geraten. Nach dem Umzug nach Schweden 2013 konnten wir daher unser niederländisches Haus nur mit Verlust verkaufen.

MfG
Gerhard

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon Krümel7 » 7. Juni 2014 09:47

@ EuraGerhard

Das ist mir doch klar, dass es normale Marktwirtschaft ist. Ich meinte, den sehr schnellen Verfall und den raschen Preisanstieg mit verrückt. Der war doch, wenn man die Zeit nach dem zweiten WK betrachtet, außergewöhnlich, denn die Immobilienpreise haben sich in D doch in der Regel stetig nach oben entwickelt. Insofern war dieser extreme Verfall hier für viele überraschend.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich der Immobilienmarkt sowohl in Schweden als auch in D in den nächsten 10 Jahren entwickelt. Stichwort: Sinken der Werte und evtl. deutlich höhere Zinsen nach Ablauf der Zinsbindungsfrist-das wäre für viele ein schlimmes Szenario, wenn die Einkommen sich nicht parallel dazu entwickeln, und damit rechne ich nicht.

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon meckpommbi » 7. Juni 2014 12:13

der artikel bezog sich nicht nur auf die immo verschuldung auch wenn die sicher ein grossteil ausmacht so ist doch die kaufmentalität kauf den neuesten fernseher zu weinachten (zahle ihn ab ab pfingsten) oder der mähroboter muss es jetzt sein natuerlich auch auf raten usw usw die zweite seite der medailie
gruss birgit

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon Petergillarsverige » 7. Juni 2014 20:25

Hier in Tyskland liegt der Bauzins bei unter 2% bei 10 Jahre Bindung. Wie sieht das denn in unser aller Traumland aus?
Schweden ist nicht nur ein schönes Land - das ist ein Virus!

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Re: Haushaltsverschuldung beunruhigt EU-Kommission

Beitragvon vibackup » 8. Juni 2014 13:29

Petergillarsverige hat geschrieben:Hier in Tyskland liegt der Bauzins bei unter 2% bei 10 Jahre Bindung. Wie sieht das denn in unser aller Traumland aus?

Traumland... es ist ein Land in dem es sich ok leben lässt, etwa wie in Deutschland. Falls du von Schweden redest. Die Zinsen bspw. bei der SBAB:
https://www.sbab.se/2/privat/vara_rantor.html
4,19 % bei 10 Jahren.
Hat man die Wahl, sollte man also derzeit in D leihen.

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