Hausfinanzierung über schwedische Bank?

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nysn

Re: Hausfinanzierung über schwedische Bank?

Beitragvon nysn » 16. April 2008 17:59

Da sind wir froh, dass wir wohl erst in 3 Jahren umziehen werden.


Vielleicht als Nachschub:
In den nächsten drei Jahren kann sich einiges ändern - und erfahrungsgemäß schlagen in Schweden wirtschafltliche Veränderungen ziemlich schnell durch.

Z. B. haben sich die Arbeitslosenzahlen innerhalb kurzer Zeit stark verbessert, inzwischen gibt es immer mal wieder Andeutungen, dass auch in Schweden wieder mit rückläufigen Zahlen zu rechnen ist. Offiziell geht man mit einer Wachstumsrate noch von 1,8 Prozent im nächsten Jahr aus - gleichzeitig veröffentlicht man aber auch eine "Sicherheitszahl" und die liegt bei 0,7 Prozent.

Brechen z. B. die Immo-preise ein, kann man die Folgen relativ schnell in der Baubranche ablesen. Andere Branchen ziehen dann auch rasch nach und in 3 Jahren kann sich das Bild völlig gewandelt haben.

Auch wenn ich jetzt wieder mit "Kritik" rechnen muss, doch ist es tatsächlich in Schweden so, dass es in größeren Unternehmen leichter ist, die Mitarbeiter zu kündigen, als z. B. in Deutschland. In Göteborg bangen zurzeit die Leute von Volvo Cars um ihre Arbeitsplätze, da man immer mal wieder eine Abwanderung der Personenwagenfertigung nach USA oder Belgien befürchtet. In Trollhättan bei Saab konkurrieren die Mitarbeiter dort mit ihren Kollegen in Rüsselsheim (Opel) um ihre Jobs - Kündigungen sind für General Motors in Schweden leichter/schneller und vor allem billiger zu bewerkstelligen als in Deutschland.

Die Folgen ließen sich dann leicht ausrechnen - die Automobilindustrie steht für einen sehr großen Teil der Arbeitsmöglichkeiten in Westschweden und daran hängen auch jede Menge anderer Berufszweige, wie z. B. Volvo IT, kleinere Konstruktionsfirmen usw.

In Södertälje herrschte/herrscht noch z. B. Unruhe wg. einer möglichen Übernahme durch MAN von SCANIA. Niemand weiß bisher so richtig, wie sich ein Zusammengehen von MAN/Scania/Volkswagen dann auf die schwedischen Arbeitsplätze auswirken wird.

Es wird also auf jeden Fall spannend, was in den nächsten Jahren so passiert - die Globalisierung
wird wohl auch vor "Bullerbü" nicht halt machen.

S-nina

helden

Re: Hausfinanzierung über schwedische Bank?

Beitragvon helden » 17. April 2008 07:57

Hallo S-nina,

80% Prozent werden nicht getilgt, weil man davon ausgeht diesen Preis mindestens zu erhalten?

Krasse Einstellung...

Und wenn man kein Geld / Job hat? Gibt es sowas wie Versteigerungen?

Schöne Grüße

Rita

nysn

Re: Hausfinanzierung über schwedische Bank?

Beitragvon nysn » 17. April 2008 08:05

Hej Rita,

ja gibt es - wir haben 1998 unser Haus auf einer solchen Versteigerung gekauft.

Das heißt in Schweden "exekutiv auktion".

Gruß,
S-nina

helden

Re: Hausfinanzierung über schwedische Bank?

Beitragvon helden » 17. April 2008 08:17

Hallo S-nina,

kann man das Haus vorher besichtigen?

Gibt es eine Internetseite hierzu?

Lohnt es sich finanziell? Bild

LG Rita

nysn

Re: Hausfinanzierung über schwedische Bank?

Beitragvon nysn » 17. April 2008 08:37

Zwangsversteigerungen führt das "Amt für Beitreibung" (Kronofogden) durch:

http://www.kronofogden.se

hier gibt es eine Liste über aktuelle Objekte.

http://www.kronofogden.se/auktionstorge ... 06680.html

Die Objekte werden auch immer in den lokalen Zeitungen ausgeschrieben. Dort wird auch ein Besichtigungstermin angegeben. Allerdings gibt es dann nur diese eine angesetzte Besichtigung und die Versteigerung kann auch noch im letzten Moment wieder eingestellt werden.

Kommt es aber dazu und man erhält den Zuschlag, muss man direkt vor Ort, also noch im Versteigerungssaal 10 % des "Verkaufspreises" hinterlegen.

Damit ist aber immer noch nicht sicher, dass man das Objekt auch tatsächlich gekauft hat, der frühere Eigentümer hat noch eine Zeit lang ein Einspruchsrecht, z. B. wenn das Haus unter Marktpreis versteigert wurde, kann es unter Umständen zu noch einem neuen Termin kommen.

Sicher hat man das Haus dann erst, wenn man von Kronofogden Bescheid bekommt, dass alles klar ist. Das kann dann schon einige Wochen dauern.

Auch trägt man das volle Risiko selbst - man kauft wie besichtigt, d. h. man hat keine Möglichkeit, wie bei einem normalen Verkauf, das Haus durch einen Gutachter besichtigen zu lassen.

Von Ausland aus dürfte es nicht so einfach sein auf diese Art ein Haus zu kaufen. Wir hatten schon 3 Jahre in Schweden gewohnt, bevor wir uns das getraut hatten.

Man kann durchaus ein "Schnäppchen" machen - hört sich zwar "hart und grausam an", doch so ist es ja meistens - "des einen Leid, des andern Freud".

Gruß,
Nina

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Re: Hausfinanzierung über schwedische Bank?

Beitragvon Aelve » 17. April 2008 09:31

Hallo S-Nina,

das ist ja mal ein interessanter Link :danke: .
Schön, dass Du den hier einstellst, vielleicht ist das für den einen oder anderen doch eine Möglichkeit, günstig an ein Haus zu kommen.

Grüße Dich Aelve :?
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zum Thema ueberteuerter Häusermarkt-leider auf schwedisch

Beitragvon vinbäre » 17. April 2008 09:47

http://www.dn.se/DNet/jsp/polopoly.jsp?d=1567&a=761689

da kann man dann rauf und runter lesen und letztendlich weiss man es nur in 10 Jahren rueckblickend was passierte......Die Häuser die wir 2006 angeschaut haben waren in den 90er Jahren fuer 800 000- 1 000 000 SEK veräussert worden, nun kosteten sie zwischen 2 und 3 Millionen (zentral, Unistadt). Unser Verkäufer erwarb unser Haus 1986 fuer 400 000 Kronen. Hier haben sich ganze Generationen "hochgewohnt". Das wird sich wohl nicht mehr wiederholen.
Die Banken sind inzwischen in Schweden vorsichtiger geworden mit der Vergabe und der Höhe der Hypotheken. Scheint des Wort amortisieren tritt erst langsam in das Vokabular von Käufern und Banken ein.

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Re: Hausfinanzierung über schwedische Bank?

Beitragvon Aelve » 17. April 2008 09:57

Hallo,

es ist ja in Deutschland nicht anders. Eine Zeitland stiegen die Grundstücks- und Hauspreise weiß wie hoch, in den letzten Jahren aber fielen die Preise, so dass einige Leute hohe finanzielle Einbussen hinnehmen mußten. Ich beobachte die Preis seit Jahren, bedingt auch dadurch, dass sich Bekannte von uns vor über 10 Jahren ein schönes Haus in Südschweden für 55.000 DM gekauft haben. Ich bin überzeugt, dass sie heute mehr als 55.000 Euro dafür bekommen würden, denn seitdem sind die Preise rasant gestiegen, viele Objekte werden von Dänen gekauft, denn für die sind die Preise in Schweden noch moderat. Auch Norweger sind an Häusern in Schweden interessiert, da Norwegen ja auch ein viel höheres Preisgefüge hat.
Ich denke, wenn man ein Haus nicht überteuert kauft und auch nicht zwangsverkaufen muß, der hält das Risiko Verlust zu erleiden in Schweden noch einigermaßen gering. Darüber hinaus gilt in Schweden wie in Deutschland, Häuser in guten Lagen behalten oftmals ihren Wert und steigen eher als das sie fallen. Und wenn man viele Arbeiten selber erledigen kann und sein Haus dadurch ständig verbessert, der wird sicherlich sein investiertes Geld bei einem evtl. Verkauf wieder bekommen.
Grüße Aelve
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Re: Hausfinanzierung über schwedische Bank?

Beitragvon janaquinn » 17. April 2008 10:01

Hej,
also, ganz ehrlich, ich würde in der jetzigen Situation kein Haus kaufen! Die Häuser, die man auf dem Markt findet, sind teilweise hoffnunglos überteuert und wie bereits angesprochen sind die schwedischen Banken nicht mehr soo grosszügig mit der Vergabe von Krediten, gerade als Ausländer kann es sehr sehr schwer werden. Das haben wir letztes Jahr am eigenen Leib erfahren.
Außerdem würde mich persönlich ein Kredit in Millionenhöhe abschrecken, auch wenn man ihn steuerlich geltend machen kann.
Es sind ja nicht nur die Raten bzw. die Zinsen, die man zahlt, sondern auch die Folgekosten, die auf einen zukommen: jährliche Grundsteuer, Erneuerungen am und im Haus ect.....
Wir habe, diesmal, wirklich gute Vermieter gefunden. Sie lassen uns in Ruhe, stehen nicht alle Naselang auf der Matte, melden sich 2-3 Tage vorher an, wenn sie kommen wollen und wir haben im Haus absolut freie Entscheidungsmöglichkeiten.
Wir haben zwar eine Kaufoption auf´s Haus, wir brauchen nur bescheid geben, wenn wir den Kredit beantragt und bewilligt bekommen haben, aber z.Z. steht das absolut noch nicht zur Disskussion.
Wir zahlen unsere monatliche Miete, wenn was kaputt ist, rufen wir unsere Vermieter an und teilen dann die Kosten 50:50, da ja alles auf den späteren Kaufpreis angerechnet wird.

Insofern kein Kauf, jedenfalls nicht in den nächsten 5-6 Jahren.

LG JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

helden

Re: Hausfinanzierung über schwedische Bank?

Beitragvon helden » 17. April 2008 10:27

Hallo janaquinn,

darf ich fragen, ob die Miete auch an den Hauspreis anrechnet wird oder nur die Reparaturen?

Welche Größenordnung hat den Euer Haus, wenn ich fragen darf? :smt064

Schöne Grüße

Rita


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