Hallo Tommy,
Tommy3 hat geschrieben:
wir waren insgesamt 8 auf der Janneau. Die Reise war sehr abenteuerlich, was aber nicht an der Janneau lag, sondern eher an den charakterlichen Entgleisungen des deutschen Skippers.
Das ist ja gerade das Interessante an Segeltouren mit einer Gruppe.
Man lernt Leute kennen. So richtig intensiv.

Selbst Leute, von denen man geglaubt hat, dass man sie schon Jahre kennt.
Eine Woche geht meist noch. Da reißen sich die meisten am Riemen.
Ab zwei Wochen wird's übel. Da stellt sich nämlich dann heraus, dass Schweigen keine Strategie zur Konfliktvermeidung ist sondern ein "Eskalationsbeschleuniger".
Tommy3 hat geschrieben:
Soweit meine bescheidenen Kenntisse das zulassen, fand ich das Schiff ganz in Ordnung.
Wie Stig schon schrieb. Eine Jeaneau (wahlweise zu ersetzen durch Bavaria, Elan, Dufour) ist nicht schlecht.
Aber in erster Linie Massenproduktion für den Chartermarkt und damit billig.
Gut, der Preis kommt zu einem großen Teil auch durch wesentlich effizientere Arbeitsabläufe (also soweit noch ohne Qualitätsverlust), aber daneben gibt es eben auch ärgerliche "short-cuts" und Design-Fehler. Da gibt's z.B. eine Jeanneau, bei der kann man den Spiegel in der Naßzelle nicht öffnen, wenn der Hahn nicht ganz am rechten Anschlag steht. Sonst zerschlägt man den Spiegel.
Dazu kommt, dass die oben genannten Schifftypen modular gebaut sind. Die Module werden außerhalb des Rumpfes zusammengebaut und dann in den Rumpf gestellt, bevor das Deck drauf kommt. Da kann es dann passiren, dass z.B. der Anschluss eines Wasserhahns nach dem Zusammenbau nicht mehr erreichbar ist, oder ein Wassertank bei Defekt nicht ausgetauscht werden kann - es sei denn man hebt das Deck wieder 'runter.
Aber die neuen HR oder Najad sind auch nicht mehr das, was sie mal waren... Seufz. Die gute alte Zeit...
Tommy3 hat geschrieben:
für gut 2000 Euronen würde ich auch mein Schiff verchartern. Man muss nur sehen, dass die Versicherung da mitzieht.
Auch wenn es 300K gekostet hat?
Und wenn dann jemand meint, auf dem Salontisch Zwiebeln schneiden zu müssen?
Ohne Brettchen darunter - nach dem Motto: der Tisch ist ja auch aus Holz?
Oder versucht, den Spibaumbeschlag, der in zwei Dimensionen beweglich ist, mit viel Kraft in der dritten Dimension zu bewegen?
Viele Grüße
Samweis