Haus/Grundstück kaufen an der Westküste

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Flomi
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Haus/Grundstück kaufen an der Westküste

Beitragvon Flomi » 22. Februar 2018 15:00

Moin oder besser gesagt "hej",

mein Name ist Flo, ich fahre schon seit meiner Kindheit in Urlaub nach Schweden und nun möchten wir in den kommenden 1-2 Jahren unseren Lebensmittelpunkt nach dort verlagern - "dort" heißt in unserem Fall Bohuslän, denn obwohl wir ganz Schweden kennen und es überall mögen, ist das die Region, in der wir leben möchten.

Ich habe mich gerade neu angemeldet, weil ich auf eine wichtige Frage keine Antwort finde: Irgendwann beim Stöbern im Netz habe ich einmal von einem Gesetz gelesen, das es Ausländern verbietet, Häuser/Grundstücke direkt an der Küste bzw. Küstennähe zu erwerben. Hat hier jemand aktuelle Informationen und kann mir auf die Sprünge helfen?

Und wo ich schonmal dabei bin, noch 2 weitere Fragen:
Die Radonproblematik ist ja auf jeden Fall relevant in Bohuslän. Muss hier in jedem Fall Boden/Land, aus dem Radon kommt, vermieden werden? Oder ist das auch mit eine Frage der Bauweise, also z.B. dass das Fundament zum Boden hin abgedichtet werden kann, damit im Haus keine Belastung auftritt?

"Positivt förhandsbesked för byggnation av enfamiljshus med garage" - das heißt wohl, es gäbe eine positiven Vorabbescheid für den Bau eines Einfamilienhauses mit Garage - aber wer erteilt diesen Bescheid und wie ist diese Aussage auf der Seite eines Maklers zu bewerten?

Danke schonmal und viele Grüße an alle
Flo

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Re: Haus/Grundstück kaufen an der Westküste

Beitragvon EuraGerhard » 22. Februar 2018 17:14

Hej Flo!

Flomi hat geschrieben:Irgendwann beim Stöbern im Netz habe ich einmal von einem Gesetz gelesen, das es Ausländern verbietet, Häuser/Grundstücke direkt an der Küste bzw. Küstennähe zu erwerben.

Wenn es Inländern erlaubt ist, dann muss es EU-Ausländern auch erlaubt sein, alles Andere wäre EU-rechtswidrig. Da hast Du also entweder veraltete Informationen gefunden oder bist einem Gerücht aufgesessen.
Es gibt allerdings inzwischen recht strenge Küstenschutzvorschriften in Schweden. Zwar sind bestehende Bauten, ausgenommen Schwarzbauten, davon normalerweise nicht betroffen, aber jede Veränderung oder Erweiterung eines bestehenden Hauses auf einem Küstengrundstück könnte schwierig werden.

Flomi hat geschrieben:Die Radonproblematik ist ja auf jeden Fall relevant in Bohuslän. Muss hier in jedem Fall Boden/Land, aus dem Radon kommt, vermieden werden? Oder ist das auch mit eine Frage der Bauweise, also z.B. dass das Fundament zum Boden hin abgedichtet werden kann, damit im Haus keine Belastung auftritt?

Radon kommt hier in Schweden so gut wie überall aus dem Boden. Natürlich darf man trotzdem bauen, aber es sind halt je nach Lage und Radonbelastung entsprechende Schutzmaßnahmen vorgeschrieben. Bei Neubauten ist das in der Regel kein großes Problem, weil man die Schutzmaßnahmen gleich mit einplanen kann. Häufig dürfen z.B. keine Keller gebaut werden, bzw. es müssen Entlüftungsrohre im Fundament verlegt werden. Und z.B. eine Entlüftungsanlage mit Wärmetauscher ist heutzutage bei Neubauten sowieso vorgeschrieben. Hinzu kommt in der Regel noch, dass man innerhalb von zwei Jahren ab der Fertigstellung eine Radonmessung machen muss.

Kritischer ist die Sanierung von radonbelasteten Altbauten, das kann ordentlich ins Geld gehen.

Flomi hat geschrieben:"Positivt förhandsbesked för byggnation av enfamiljshus med garage" - das heißt wohl, es gäbe eine positiven Vorabbescheid für den Bau eines Einfamilienhauses mit Garage - aber wer erteilt diesen Bescheid und wie ist diese Aussage auf der Seite eines Maklers zu bewerten?

Ein Förhandsbesked wird vom örtlichen Bauamt erstellt und besagt, dass es grundsätzlich zulässig ist, auf dem jeweiligen Grundstück zu bauen. Man muss allerdings innerhalb von zwei Jahren ab Ausstellung des Bescheides eine reguläre Baugenehmigung beantragen, andernfalls verliert der Förhandsbesked seine Rechtskraft.

MfG
Gerhard

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Re: Haus/Grundstück kaufen an der Westküste

Beitragvon Flomi » 5. März 2018 09:06

Tack så mycket!

Noch 2 Fragen:

Wenn ich es richtig verstanden habe, müsste man bei dem Grundstück, das wir im Auge haben, zunächst eine Planung für den Zufahrtsweg von der öffentlichen Straße zum Haus genehmigen lassen, bevor die Baugenehmigung fürs Haus erteilt wird. Und auch Vatten/Avlopp müsste von der kommunalen Leitung zum Haus gelegt werden.

Wie kann ich überhaupt herausfinden, was das Anlegen von diesem Zufahrtsweg bzw. A/V kosten würde?

Und... wäre es erlaubt, auf dem Grundstück einen ausgebauten Bauwagen o.ä. (vorübergehend) aufzustellen und in diesem zu wohnen? ;)

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Re: Haus/Grundstück kaufen an der Westküste

Beitragvon EuraGerhard » 5. März 2018 11:33

Hallo!

Flomi hat geschrieben:Wenn ich es richtig verstanden habe, müsste man bei dem Grundstück, das wir im Auge haben, zunächst eine Planung für den Zufahrtsweg von der öffentlichen Straße zum Haus genehmigen lassen, bevor die Baugenehmigung fürs Haus erteilt wird.

Normalerweise geht das in einem Rutsch. Und so lange nicht irgendwelche Küsten- oder Denkmalschutzvorschriften greifen, ist es gerade im ländlichen Raum den Baubehörden meist reichlich egal, wo genau der Zufahrtsweg verläuft.

Flomi hat geschrieben:Und auch Vatten/Avlopp müsste von der kommunalen Leitung zum Haus gelegt werden.

Das setzt voraus, dass solche kommunalen Leitungen überhaupt existieren ...

Flomi hat geschrieben:Und... wäre es erlaubt, auf dem Grundstück einen ausgebauten Bauwagen o.ä. (vorübergehend) aufzustellen und in diesem zu wohnen? ;)

Natürlich kannst Du einen Bauwagen o.ä. auf dem Grundstück abstellen, sobald es Dir gehört. Und es kräht auch kein Hahn danach, wenn Du darin ab und zu übernachtest. (Wir haben auch mehrfach während der Bauarbeiten unser Wohnmobil auf unserem Grundstück abgestellt und darin übernachtet.) Aber richtig darin zu wohnen, mit Meldeadresse, Personnummer etc., das geht nicht.

MfG
Gerhard

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Re: Haus/Grundstück kaufen an der Westküste

Beitragvon Flomi » 16. Mai 2018 15:05

Ich hole nochmal meinen Thread vom Februar hoch (danke auch an Gerhard für die Antworten!).

Unterdessen waren wir 2x vor Ort und haben uns ein paar Häuser angesehen. Teils sind wir einfach so vorbeigefahren, haben aber auch einige Termine einer "Visning" wahrgenommen, um mal mitzubekommen, wie so etwas so abläuft.

Mit dem Englisch der Maklerinnen war es übrigens nicht weit her, ohne mein Schwedisch wären wir nicht gerade weit gekommen und hätten wohl auch keinen besonders guten Eindruck gemacht. Fast hatten wir den Eindruck, beim Englischen lag es mehr am "nicht wollen" als am "nicht können".

Fast immer gab es Gutachten, entweder schon vorab beim Exposé auf der Website oder dann beim Besichtigungstermin. Meist waren diese von "anticimex" und für meinen Geschmack recht knapp gehalten. Was meint ihr, reicht so ein Gutachten aus oder sollte man vorab noch jemand anders beauftragen? Häufig ist dazu ja auch die Zeit nicht vorhanden, wenn die anderen Bieter schon in den Startlöchern stehen.

Radon wurde nie erwähnt, ein-/zweimal haben wir nachgefragt und erhielten nichtssagende Antworten wie das sei ha hier wohl keine "riskområde". Ist den Schweden das egal? Man hätte ja als Interessent auch gar nicht die Möglichkeit, das zu prüfen, da, wenn ich es richtig verstanden habe, die Messung in den Wintermonaten stattfinden muss und sich über ein paar Wochen hinzieht.

Gruß Flomi


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