Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

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svenska-nyheter
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Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

Beitragvon svenska-nyheter » 18. November 2008 13:08

Die Sozialbehörde hat gemeinsam mit dem schwedischen Epidemiologischen Institut und einem freiwilligen Experten-Netzwerk gegen die Überanwendung von Antibiotika den resistenten Bakterien den Kampf angesagt. Anlässlich einer europäischen Forscherkonferenz in Stockholm legten die drei Organisationen einen gemeinsamen Katalog mit Vorschlägen zur Drosselung der Anwendung von Antibiotika in Schweden vor.


>>ganzer Artikel

(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)

blueII
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Re: Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

Beitragvon blueII » 18. November 2008 16:43

Zitat aus dem Artikel:
________________________________________________________________________________________________________

"Zugleich fordern die Experten Ärzte auch auf, mehr Laboruntersuchungen als bisher durchführen zu lassen, um wirklich festzustellen, welche Erreger am Werke sind. Heute werden in Schweden häufig Telefondiagnosen gestellt, bei denen Breitbandantibiotika vorbeugend zum Einsatz kommen. Dies muss nach Expertenmeinung abgestellt werden, so Johan Struwe."

________________________________________________________________________________________________________

Das finde ich ja mal einen guten Ansatz!!

Wenn ich so sehe was in der Nachbarschaft von Klein und Groß so konsumiert wird...... :roll:

glada

Re: Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

Beitragvon glada » 18. November 2008 16:58

Ein Bekannter hat sich in den Finger geschnitten und die Wunde hat sich entzündet. Meine Mutter würde jetzt sagen:"bade deinen Finger in Lauge". Nicht so der Bekannte; der ging zur vårdcentral, ließ sich den Finger bis zum Halsansatz einwickeln und bekam ein Antibiotikum verschrieben...

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Re: Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

Beitragvon Aelve » 18. November 2008 18:35

Hallo,

mein Mann lag letzte Woche wegen einer Kathederuntersuchung im Krankenhaus in D. Dort geben sie vorsorglich wegen evtl. Tablettenunverträglichkeit ein Medikament für den Magen. Bei Einpflanzung eines Implantats mußte ich vorsorglich Antibiotika nehmen, um einer Entzündung vorzubeugen.

Es ist also in D genauso, dass aus Vorsichtsgründen schwere Medikamente verordnet werden. Ob das nun immer gut ist oder nicht, da fehlt einem als Laien das Wissen, man verläßt sich auf den Arzt. Als ich vor Jahren eine Verkalkung im Gelenk hatte, wollte mir der Orthopäde auf Biegen und Brechen Cortisonspritzen verpassen, obwohl die Verkalkung damit nicht weggegangen wäre. Damals lehnte ich es ab, was der Arzt später als Weigerung einer Heilungsmöglichkeit auslegte.

Grüße Aelve
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Re: Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

Beitragvon blueII » 18. November 2008 19:12

Nun der Umgang mit Medikamenten habe ich vor 7 Monaten in D aber noch ein wenig verantwortungsbewußter erlebt.

Es mag darin liegen, dass hier Homöopathie und "alte Hausmittelchen" fast glänzlich unbekannt sind.

Gerade hat mit der Nachbar erzählt, dass sein 3 Monate alter Sohn die erste Impfung erhalten hat, mit einer gleichzeitigen Gabe von Paracetamol...rein prohylaktisch.

Unser Nachbarskindern 4+7 nehmen gerade das 2. Mal, seit dem ich hier wohne (6 Monate), Penicillin ein, sie haben eine Erkältung....

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Re: Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

Beitragvon Aelve » 18. November 2008 19:21

Liebe Heike,

teilweise liegt es daran, dass die Eltern mit dem Wunsch zum Arzt kommen, das Kind sofort wieder gesund zu machen. Da er nicht zaubern kann, verschreibt er dann evtl. gleich diese Medikamente. Eltern wollen wahrscheinlich nicht, dass sie sich ein paar Tage mit einem erkälteten Kind rumplagen müssen. Früher habe ich beim Roten Kreuz gearbeitet, die Oberschwester hatte immer folgenden Satz parat: eine Grippe dauert ohne Medikamente 2 Wochen, mit Einnahme von Medikamenten 14 Tage.
Einige Krankheiten müssen eben auskuriert werden und oft sind alte Hausmittel die beste Medizin,

Grüße Aelve
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Re: Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

Beitragvon Jens » 19. November 2008 10:34

Aelve hat geschrieben:Hallo,

mein Mann lag letzte Woche wegen einer Kathederuntersuchung im Krankenhaus in D. Dort geben sie vorsorglich wegen evtl. Tablettenunverträglichkeit ein Medikament für den Magen. Bei Einpflanzung eines Implantats mußte ich vorsorglich Antibiotika nehmen, um einer Entzündung vorzubeugen.

Es ist also in D genauso, dass aus Vorsichtsgründen schwere Medikamente verordnet werden. Ob das nun immer gut ist oder nicht, da fehlt einem als Laien das Wissen, man verläßt sich auf den Arzt. Als ich vor Jahren eine Verkalkung im Gelenk hatte, wollte mir der Orthopäde auf Biegen und Brechen Cortisonspritzen verpassen, obwohl die Verkalkung damit nicht weggegangen wäre. Damals lehnte ich es ab, was der Arzt später als Weigerung einer Heilungsmöglichkeit auslegte.

Grüße Aelve



Liebe Aelve,
wie Du ganz richtig sagst muß und ich (aus Medizinersicht) denke sollte sich auf den Rat des Arztes verlassen.
Nicht immer ergründet sich dem Patienten die Notwendigkeit einer Behandlung. Dies liegt natürlich auch an der fehlenden Aufklärung (oft, aber nicht immer ein Zeitproblem).
Vielleicht ein klein wenig Aufklärung:
Die Tablette zum Magenschutz bei einer Katheteruntersuchung ist in der Regel im Krhs. Nexium (Esomeprazol). Win sog. Protonenpumpeninhibitor. Dieser wird Angewand, da eine "Blutverdünnung" durch ASS notwendig sein kann. Dieses kann zu Geschwühren im Magen führen, was Blutungen nach sich ziehen kann. Nexium ist sicher kein Hammermedikament. Im Gegenteil. Ich kenne kaum ein Medikament mit so guter Wirksamkeit und so wenig Nebenwirkungen.
Auch eine Antibiotikaabdeckung bei Implantaten ist die Regel und auch sicher Sinnvoll. Hier liegt das Problem darin, daß es fast unmöglich ist eine bakterielle Besiedlung von einem Implantat wieder zu entfernen. So ewas endet häufig in der Entfernung des Implantates. NIcht schön z.B. bei einer neuen Hüfte etc.

Aber in der Grundsache ist es natürlich so, daß Antibiotike viel und oft nicht zielgerichtet gegeben werden.

LG Jens

S_nina

Re: Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

Beitragvon S_nina » 19. November 2008 11:43

Der großzügige und recht sorglose Einsatz von Schmerzmitteln, Antibiotika usw. in Schweden begründet sich vor allem, wenn es um Kinder geht, darin, dass die Eltern keinen einzigen Tag zu Hause bleiben möchten, wenn die Kinder mal krank sind.

In jedem Dagis findet man einen Zettel - Das Kind muss einen Tag fieberfrei sein, bevor es nach einer Krankheit wieder in den Dagis gebracht wird.

Das spricht für sich!

Und fieberfrei wird man notfalls auch mit Paracetamol.

S-nina

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Re: Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

Beitragvon Aelve » 19. November 2008 12:05

Hallo Jens,

herzlichen Dank für die Aufklärung. So, wie Du es schreibst, hat es Sinn gemacht mit den verordneten Medikamenten bei der Kathederuntersuchung sowie beim Einpflanzen des Implantats. Es stimmt, mein Mann mußte ASS nehmen und während der Kathederuntersuchung wurden 3 Gerinnsel um die Herzkammer herum festgestellt, wo dann bei einem ein Stent gesetzt wurde und anschließend das Blut sehr verdünnt wurde. Da wäre dann eine Magensache obendrauf wirklich unschön gewesen, insofern wurde also von den Ärzten alles zum Besten getan. Leider konnte bei einem Gerinnsel der Arzt keinen Stent setzen, jetzt muß mein Mann nächste Woche nochmals in ein besser ausgerüstetes Krankenhaus gehen, wo sie umfangreichere Maßnahmen machen können, dort soll zunächst versucht werden, einen weiteren Stent zu setzen. Man kann wirklich froh und dankbar sein, dass es diese Methode gibt, denn ein Herzinfarkt ohne Kenntnis über die Tatsache, dass man gefährdet ist, hätte ja sehr schlimm ausgehen können.

Vielleicht sollten Kinderärzte den Eltern doch mehr Erklärungen liefern, sei es dass das Kind Antibiotika benötigt, unsere Tochter mußte lt. HNO-Arzt weg. häufiger Mittelohrentzündungen dann gleich diese starken Medikamente nehmen, ich war auch etwas ängstlich zu oft Penicillin oder Antibiotika zu geben, oder sei es, dass der Arzt abrät, wenn es nicht wirklich angebracht ist.

Grüße Aelve
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Re: Großeinsatz gegen resistente Bakterien nötig

Beitragvon Jens » 19. November 2008 18:35

@Aelve
bin ich froh, daß Du es nicht als Belehrung aufgefaßt hast! Hatte schon meine Bedenken. Ich schreibe Dir nochmal eine PN. Mich würde da was interessieren. Wir wohnen ja quasi um die Ecke.

@S_nina
das kennen wir hier in D in unserer Kita aber auch nicht anders. Grenze ist 38,4 (Literaturwert Fieber) und dann im Anschluß einen Tag fieberfrei. Aber Du hast sicher Recht. Ich denke auch, daß der ein oder andere da zu Paracetamol greift, so krank wie die kleinen manchmal aussehen. Aber fieberfrei sind sie dann ja :evil: . In D hat man als Elternteil ja auch noch weniger Fehltage!


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