"Gigaliner" versus "En trave till"

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glada

"Gigaliner" versus "En trave till"

Beitragvon glada » 9. März 2009 20:58

In Deutschland wird ja offenbar seit längerem eine hitzige Debatte über die Zulassung von so genannten Gigaliner LKW diskutiert ( 25 m lang, bis zu 60t). Die Beführter meinen, dass die Umweltbelastung reduziert würde und weniger LKW unterwegs wären. Gegner halten entgegen, dass die Bahn dadurch benachteiligt und das Risiko schwerer Unfälle steigen würde.

In Schweden läuft gerade eine Studie "en trave till" oder kurz "ett". 30 Meter lange und bis zu 90t schwere LKW werden vor allem für den Langholztransport eingesetzt, um Auswirkung auf Umwelt und Verkehr zu testen. Auch andere Branchen haben schon ihr Interesse an der Studie angemeldet.

Interessant finde ich diesem Zusammenhang, wie unterschiedlich die Argumentationen sind. Wo die einen ein deutlichen Vorteil beim Schadstoffausstoß und Verkehrssicherheit sehen, stellen die anderen genau das Gegenteil fest...


Links zum Thema:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,478071,00.html
http://www.adac.de/Tests/Mobilitaet_und ... efault.asp

http://www.alltommotor.se/artiklar/nyhe ... are-1.9740
http://www.skogforsk.se/templates/sf_Ne ... 21134.aspx

Stig Vox
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Re: "Gigaliner" versus "En trave till"

Beitragvon Stig Vox » 9. März 2009 21:12

Auch hier gilt:

Schweden und D sind nicht zu vergleichen.....

In D (Beispiel Kamener Kreuz) heizen schon die normalen LKW in Baustellen auf die entstehenden Baustellen.
Was passiert wohl mit den Gigas, wenn die mit Ihren Megatonnen auf ein Stauende rauschen....
Wer soetwas wirklich in D durchsetzen will, hat nicht alle auf der Latte....

rollohraale

Re: "Gigaliner" versus "En trave till"

Beitragvon rollohraale » 9. März 2009 21:25

Hej Stigfox,ich muss dir vollkommen recht geben,nicht nur das, wer muss dann die ganzen Umbauten im Bereich der Strassen bezahlen??? :motz:
Die neu angelegten Kreisverkehre, die Politiker muessen sich dann fragen lassen. Ihr habt genehmigt, das Volk soll bezahlen??
Zu recht sagt die Industrie dann, ihr habt die Gigaliner zugelassen, nun baut die z.B Kreisverkehre wieder um,
Kreuzungen muessen verändert werden usw.
Die meisten Kreisverkehre sind schon fuer die normalen Sattelzuege zu eng. :prayer:
gruss rollohraale

Tommy3

Re: "Gigaliner" versus "En trave till"

Beitragvon Tommy3 » 9. März 2009 21:30

Hej,

für Schweden halte ich das für den totalen Wahnsinn. Auch hier wird inzwischen alles voller sinnloser Kreise gepflastert, die dann sicher wieder umgebaut werden müssten. Minderverbrauch würde nur dann eintreten, wenn die Brummis mit konstanter Geschwindigkeit dahinzögen, was sie aber nicht können. Das ewige Abbremsen und Beschleunigen treibt den Sprit proportional zur Masse in die Höhe, also Umweltgewinn nahe null.
Solange die Waldbarone und Spediteure ihre Brummifahrer nicht effektiv am Rasen und Telefonieren hindern, sage ich: NEIN!

rollohraale

Re: "Gigaliner" versus "En trave till"

Beitragvon rollohraale » 9. März 2009 21:34

Hej, und es wuerde wieder arbeitslose LKW -fahrer geben.
gruss rollohraale

glada

Re: "Gigaliner" versus "En trave till"

Beitragvon glada » 10. März 2009 20:33

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob die Bedingungen in Schweden und Deutschland wirklich so unterschiedlich sind. Die meiste Zeit verbringen LKW bekanntlich auf der Autobahn und drehen nicht Kreise in Rondellen. In Holland läuft offenbar erfolgreich ein Projekt mit Gigalinern.

Ich finde nur bemerkenswert, wie Schweden und Deutsche unterschiedlich diskutieren. Ich glaube, die breite Mehrheit in Schweden weiß gar nichts vom ett Projekt und selbst wenn, dann ist es ihnen ziemlich egal.

Wir Deutschen sehen gleich das Ende des Abendlandes nahen, mit gigantischen Unfällen, zerschlissenen Straßen, einer Heerschar arbeitsloser LKW Fahrer usw. Ist das wirklich begründet? In der schwedische Studie heißt es zum Beispiel, dass die Belastung für die Straße durch geringere Achslasten sinken würde. Der Bremsweg verlängere durch den Anstieg von 60 auf 90 Tonnen nicht nennenswert. Auch besagen alle Studien nach wie vor (trotz momentaner Krise), dass der Schwerlastverkehr in Deutschland in den nächsten Jahren um 50% steigen wird. Selbst, wenn man flächendeckend auf Gigaliner umsteigen würde, wären dadurch nicht weniger LKW Fahrer notwendig.

rollohraale

Re: "Gigaliner" versus "En trave till"

Beitragvon rollohraale » 10. März 2009 20:42

Hej Glada, hast du dir bewusst einmal die neuen Kreisverkehre angeschaut?Wenn du dir ueberlegst das soetwas zwischen 150 und 500 Tsd kostet, und ewig repariert werden muss, dann muessen die Länder, meisten sind es Länderstrassen dafuer bezahlen.Und wer bezahlt, das es der Steuerzahler ist ist doch klar.Und da soll man sich keine Gedanken machen?
gruss rollohraale

rollohraale

Re: "Gigaliner" versus "En trave till"

Beitragvon rollohraale » 10. März 2009 20:50

Hej,
ich bin der Meinung das die Industrie in die Verantwortung genommen werden sollte.Denn die hat doch durch die Abschaffung Ihrer Lagerhaltung (Ware gleich auf die Strasse und damit unkontrolierbaren Verkehr)dafuer gesorgt, das es diese Engpässe giebt.
Ein Meschenleben ist es wert um ueber ein Fuer oder Wider zu streiten, Ich bin gegen Gigaliner.
gruss rollohraale

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Re: "Gigaliner" versus "En trave till"

Beitragvon DomDom » 10. März 2009 20:53

Sollte das wirklich zur Wirklichkeit werden, dann werden sich
die Strassenschilderhersteller ne goldene Nase verdienen.
Es wird genehmigt und dann werden die Strassen für die
LKW´s gesperrt wo es nicht geht.
Und ich denke nicht das die Dinger in einer stadt wie zb Berlin
fahren können dürfen wollen-----denke da mal an die Umweltzone-----
jlaube nicht das die bei volllast die werte einhalten können.

Gedanken eines exbrummifahrers

:smt006
Lycka till

glada

Re: "Gigaliner" versus "En trave till"

Beitragvon glada » 10. März 2009 20:57

Ich als Steuerzahler habe ja sowieso keinen Einfluss darauf, was mit den Steuergeldern gemacht wird. Letztendlich ist aber in erster Linie eine Frage der Ausbildung der LKW Fahrer und nicht, wie lang der LKW ist. Fahrern von Schwertransportern gelingt es offenbar ja auch, ihre Fracht heile abzuliefern, ohne eine Spur der Verwüstung zu hinterlassen. :wink:

Die Zulassung von Gigalinern könnte aber mit bestimmten technischen Sicherheitssystemen verknüpft werden, die die Sicherheit auf der Straße deutlich erhöhen würden, wie z.B. Abstandsradar. Das System gibt es schon, ist aber nicht Pflicht. Es könnte verhindern, dass LKW wie an der Perlenkette gezogen mit 2-3 Meter Abstand hintereinander herdonnern, worin wohl die Hauptursache für Auffahrunfälle liegt.
Zuletzt geändert von glada am 10. März 2009 21:01, insgesamt 1-mal geändert.


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