Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

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Zschirli

Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon Zschirli » 5. April 2008 11:48

@Jana: habe auch meinen Hausputz beendet und noch unsere Schlafgäste verabschiedet, daher die späte Meldung.

Was ich mit Auslandsauffenthalt meinte war ja auch kein Urlaub. Sondern mehr so etwas wie "Sozialbildung", also ein Lernen, wie man vernuenftig miteinander und mit Konflikten umgeht und natuerlich möglicherweise eine Ausbildung oder zumindest der Grundstein dafuer. Das wiederum muss ja auch nicht zwangsläufig im Ausland sein, sondern einfach irgendwo, nur nicht in DEM Zuhause.
Es wuerde wahrscheinlich schon reichen, wenn man der Mutter helfen wuerden, aus dieser Situation zu entkommen - z.B. auch mit staatlicher Förderung oder einer Möglichkeit, Geld zu verdienen. Denn arbeiten will sie gern, nur lässt man sie nicht. Bzw. keiner will sie haben mit der Erkrankung und dann noch Kindern im Haus (meisstenteils alleinerziehend).
Erschreckend: sie war sogar im Frauenhaus - aber man konnte ihr da nicht helfen, ihr keine Möglichkeit aufzeigen, wie sie sich selbst und ihre Kinder versorgen kann. Man hat sie wieder zurueckgeschickt!!!
Das lässt mich arg am deutschen System zweifeln und ich bin mir sicher, dass das kein Einzelfall ist.

Wir haben versucht, ihr zu helfen - ihr Mann hat uns das Leben zur Hölle gemacht, er hat getobt und gewuetet vor unserem Haus. Bis hin zu Anzeigen und dem Geruecht, wir wären eine Sekte. (Und das mir als kirchlichem Mitarbeiter - das Theater mit meinen Chefs kannst du dir ja vorstellen.) Da waren zerschlagene Fenster und durchstochene Reifen noch das kleinste Uebel.
Ich meine ja nur, wenn jeder Einzelne in Deutschland ein bisschen so auf seine Mitmenschen achten wuerde und sich ein wenig mehr kuemmern wuerde - dann wuerde es "solchen Kindern" wahrscheinlich besser gehen und es wuerden wesentlich weniger "Dummheiten" passieren. Das auf jeden Fall bringt mehr (finde ich), als die bösen bösen Jugendlichen zu verurteilen und einzusperren. Wenn sie nachher vorbestraft sind, kriegen sie sowieso nie eine Arbeit ...

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Daniel89
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Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon Daniel89 » 21. Dezember 2018 16:40

Hallo,
ich hoffe, es ist okay, dass ich einfach in diesen Thread reinplatze. Kann mir jemand von euch vielleicht weiterhelfen. Mich würde interessieren, ob und wo man in Örebro oder in der Nähe Epokondylopathier behandeln lassen kann??
Mir wurde ein Tennisellenbogen diagnostiziert und meine Behandlung habe ich hier https://www.orthopaedikum-neuer-wall.de/epikondylopathie/ in Hamburg angefangen, muss sie aber in Schweden fortführen. Kennt sich jemand von euch was besser mit dem Bereich Orthopädie dort aus? An wen kann ich mich wenden?
Vielen Danke. LG

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Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon Engelefeu » 28. April 2019 10:12

Hej, das würde mich auch interessieren, von Deutschland aus organisiert , oder von und in Schweden?
Wer sollte Träger der Massnahmen sein? An welche Kinder, Jugendlichen wäre gedacht wegen der Indikationsstellung. Bootcamp für traumatisierte Kinder und Jugendliche eignet sich nicht.
Wie wäre ein Ansatz mit Bindungstraining für Eltern und Kinder.
Ich bin dabei nach und nach nach Schweden umzusiedeln, bin Traumaexpertin, eigentlich schon eine Weile in Rente und kann mir nicht wirklich vorstellen nichts mehr zu tun. Zwar pendle ich noch ein paar Jahre, um meine Praxis abzuwickeln, aber Konzeptentwicklung für Projektarbeit wäre eine echte Herausforderung zumal dann Netwerkarbeit in Schweden notwendig wird.
Hälsningar Gaby

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Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon Engelefeu » 1. Mai 2019 05:43

Hej , Zschirli, ich kann Deine Dünnhäutigkeit nachvollziehen. Einer meiner Eingangssätze ist bei Fortbildungen im pädagogischen Bereich oft: die Kinder sind nicht verhaltensgestört, sondern sie wurden in der Entwicklung ihres Verhaltens gestört-von uns Erwachsenen.
Und allzu oft setzen wir aus Unkenntnis weiter iatrogen gesetzte Noxen.
Ich kann andererseits die Reaktionen mit dem "gesunden Menschenverstand" auch verstehen. Nicht jeder hat die Möglichkeit sich die wissenschaftlichen Informationen zu beschaffen, die notwendig wären, um die reflexhaften Emotionen der Abwehr aus dem Thema zu nehmen.
Da mischen sich dann so viele Sachverhalte.
Was sicherlich stimmt, ist, dass unsere Sozialsysteme so strukturiert sind, dass sie nicht wirklich effizient sind und Gelder verschwendet werden. Das stellt selbst der Bund fest.
Ein weiteres Problem sind unzureichende Ausbildungen in fast allen Bereichen: SozialarbeiterInnen, Erzieherinnen, HeilerziehungspflegerInnen, Ärzte (da kommt noch die Abhängigkeit zur Pharmaindustrie dazu) Psycho-und sonstige Therapeuten und, und, und.
Es gibt allerdings auch Menschen in dem Bereich, die merken, dass ihr Wissen nicht ausreicht und die dann die Weiterbildung selber finanzieren. Ich denke, da versagt das System ebenfalls.
Menschen die mit Menschen arbeiten sollte die beste Ausbildung bekommen und auch angemessen bezahlt werden.
Da erlaube ich mir jetzt einen emotionalen "Kurzschluss": so lange Finanzen für Bankenrettung vorhanden ist, aber nicht zur Verhinderung , dass Menschen gerettet werden müssen, so lange haben wir eine Schieflage. Wenn Menschenrettung notwendig wird, hat zuvor etwas im System versagt.Da ich z.B. dieses System repräsentiere, liegt das Versagen auch bei mir. Ich habe bewusst auf den Plural und damit auf Zuschreibung verzichtet.
In Norwegen sind viele Museen kostenfrei für einen Jeden und mein Mann meinte einmal, das seien nicht wirklich Museen , sondern Bildungseinrichtungen. Das heisst nicht, dass es in Norwegen keine sozialen Probleme oder Verwerfungen gibt, aber Teilhabe ist dort anders möglich.
Wer nimmt bei uns die Kinder und Jugendlichen an die Hand und zeigt ihnen den Weg ins Leben. Wer , auch im professionellen Bereich, macht sich auf den schweren Weg die an Körper und Seele verletzten Kinder in ein verantwortungsvolles und lebenswertes Leben zu begleiten? Und wie schwer ist es für die , die es sich auf die Fahnen geschrieben haben , es zu tun. Auch da ist unser System nicht sehr unterstützend.
Es ist oft so einfach, nur einen kleinen Ausschnitt zu nehmen, sich daraus seine Meinung zu bilden und heftig zu vertreten, aber wenn man die Perspektive verändert, mehr Informationen hat, verändert sich oft auch das Bild und das Verständnis.
Nicht alle insuffizienten Eltern sind per se "böse" viele sind krank, bekommen nicht die Begleitung , die sie benötigen, um sich mit sich und ihrer Familie im Leben zurecht zu finden. Es gibt so viele Baustellen....
So ganz werde ich auch die Kelle nicht aus der Hand legen, wenn ich jetzt nach Schweden gehe. Einige Träger und ich basteln an Kleinprojekten- allerdings kein Urlaub in der Wildnis. Mal sehen was wird.
Hälsningar Gaby

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Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon Engelefeu » 1. Mai 2019 05:46

@ Jana, hej, Du hast so recht. Hälsningar Gaby


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