Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

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Nyckelpiga
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Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon Nyckelpiga » 3. April 2008 20:57

ich hoffe das war jetzt nicht off-t...

Anja :smt006
Mit einem Lächeln im Gesicht geht alles gleich viel leichter ... !

nobse

Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon nobse » 3. April 2008 21:10

Gegegen diese Arbeit hat ja keiner etwas einzuwenden,im Gegenteil! Nur eine Auslandreise daraus zu machen finde ich den falschen Weg. Viele fleissige Kinder können nicht in Urlaub fahren ,weil ihre Eltern einfach das Geld nicht aufbringen können. Dies würde ich als realitätsfremd bezeichnen.
Danke Nickelpiga , dann teilen wir uns eben die Haue.

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Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon Lapplandinfiziert » 3. April 2008 21:16

Nobse hat geschrieben

Das einzige was in an dieser Idee gut finde ,das diese jugendlichen endlich arbeiten müssen!

Aber es geht hier ja um Therapien von gestörten Jugendlichen und Jugendliche mit krimineller Vergangenheit Bis auf geringste Ausnahmen wird in den Einrichtungen ja den Jugendlichen geholfen hinsichtlich Sozialverhalten, Suchtentzug, Resozialisierung usw. Das ist kein Urlaub sondern es gibt hier feste Regelungen und Aufgaben mit dem Ziel die Jugendlichen lebensfähig für die Gemeinschaft zu machen. Wir wollen doch diese Gruppen nicht allein sich selbst überlassen, sondern helfen.


Warum haben wir den heute so viele beim Phsychator zu liegen. Weil sie sich einfach um den Nahrungserwerb nicht mehr kümmern müssen und in dieser Zeit anfangen zu grübeln.


Zum Psychiater gehen eigentlich nur psychisch Kranke. Was das mit Nahrungserwerb zu tun hat kann ich nicht nachvollziehen.


Unsere Kinder brauchen aber keine Kühe und Bauern mehr, weil Milch gibt es ja bei Aldi und das Brot holen sie vom Bäcker , welches bei ihm auf dem Brotfeld wächst. Das ist jetzt ungelogen.

Wenn es wirklich solche Kinder gibt muss diesen auch geholfen werden, sei es durch Eltern, Kita oder Lehrer.


In der Schule kommen sie schon besser weg als die Kinder die sich Mühe geben, bekommen dann noch ein Auslandaufenthalt und weil sie so schlechte Zensuren haben , bekommen sie noch staatlich gestützte Ausbildungsplätze. Ein Kind aus der Arbeiterfamilie , das sich immer abmüht ,ist dagegen schlecht dran.


Auslandsaufenthalt wegen schlechter Zensuren? Staatlich geförderte Ausbildungsplätze gibt es doch nur für Jugendliche ohne Schulabschluss bzw. für Jugendliche die kein Ausbildungsplatz gefunden haben – ist doch nicht zu kritisieren. Warum ist ein Kind das sich müht schlechter dran?
Einmal Lappland - immer Lappland

nobse

Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon nobse » 3. April 2008 21:22

Sieh das mal alles in Zusammenhang...

tilmann

Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon tilmann » 4. April 2008 07:35

Welcher Zusammenhang?

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amarok
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Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon amarok » 4. April 2008 08:10

Mit diesem Thema kann man gegenwärtig Bücherregale füllen und bietet Diskussionstoff ohne Ende. Aber es ist so, dass ich mich in den wesentlichen Aussagen nobse und Nykelpiga einfach anschliessen muss. Ja, leider!!!
Seit Anfang der 90- er Jahre bin ich in der Ausbildung von Jugendlichen in der grünen Branche tätig. Ich weiß also wo von ich spreche. Einen Tag pro Woche arbeite ich als Lehrer in einer ... möchte es mal so ausdrücken "sicheren Verwahranstalt für Jugendliche". Da bekommen ich auch mit "wie der Hase so läuft" was z.B. Projekte von irgendwelchen Bildungs- oder Sozialenträgern betrifft. Die "Jungs" haben im Verlaufe ihres Lebens auf alle Fälle eins gelernt, sie besitzen echte "Nehmerqualitäten". Nur leider sind dabei die "Geberqualitäten" weder entstanden noch gewachsen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Übrigens die Rückfallquote ist enorm.
Der Wald lebt, er kann atmen und sprechen und erzählt die Sage von der Urmutter allen Lebens. (jakutisch)

nobse

Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon nobse » 4. April 2008 08:31

tilman@
Die Sache ist ein bisschen komplexer als viele denken, dass fängt an mit den Familien, geht über Schule ,Wirtschaft, Ethik usw.Ich denke darüber existieren Bücher genug , die wollen wir bloß nicht hier im Schwedenforum schreiben.Jahrhunderte brauchte der Mensch keine Therapeuten in dem Sinne wie wir sie heute z.B.an den Schulen haben. Und wenn ich es erleben muss , dass dann diese Therapeuten sich noch Kinder heraussuchen um mit allen Mitteln sie als "förderwürdig" hinstellen ,nur weil ihr Arbeitsplatz gefährdet ist. Na ich weiß nicht.
Da können ,wie im neusten Fall hier , die Kinder dem Hausmeister alles zerstören , nur weil sie wissen ,es passiert ihnen nichts und wenn er den Mistbengel dann an den Ohren zieht ,bekommt er dafür noch eine saftige Strafe aufgebrummt. Die Achtung vor dem Alter ist einfach nicht mehr da! Der Lehrer hat keine Handhabe. Die Eltern derer sind kaum 20 ,Oma ist 40 und haben die Einstellung der 68er.
Spätestens in der 7.Klasse bekommst du gesagt , warum lerne ich ? Ich bekomme doch sowieso keine Arbeit!Dies greift wieder in die Wirtschaft , doch die Wirtschaft in Deutschland liegt am Boden.Und so greift eins ins andere. Bloss irgenwie muss doch mal ein Anfang gemacht werden und den wirst du bei Oma nicht schaffen , die um 9.00Uhr die Lehrerin (wenn du Glück hast) anruft und mitteilt ,dass sie verschlafen haben weil sie bis eins gefeiert haben, " das Kind kommt heute nicht!". Wie soll ein Kind da wissen ,was Pflichbewusstsein ist?
Im übrigen kommen sehr viele dieser verhaltensauffälligen Schülern aus gut betuchtem Hause .Sie haben zu viel . Die wissen gar nicht ,dass die Nahrung die sie brauchen nicht vom Himmel fällt.
Damit mir nicht das Wort im Munde umgedreht wird , es geht hier nicht um geistig oder körperlich behinderte , auch nicht um die , wo die Mutter sich einfach nach Frankreich absetzt und drei kleine Kinder alleine lässt.Wochenlang waren die Mädchen allein , nur weil die grosse Schwester (6Klasse) sich so darum gekümmert hat ,dass es niemand merkte.Dann erst kamen die Lehrer dahinter , nicht die Nachbarn.Die weiß wie schwer es ist Nahrung zu bekommen.
Man ich könnte Dinger erzählen...
Und wieso muss diese Arbeitstherapie im Ausland stattfinden? Warum frage ich mich . Hier gibt es genug Möglichkeiten. Weil sie auch keine Achtung vor ihren Therapeuten haben und sich hier kurzerhand auf den Weg machen.Dann aber können wir gleich die Schwedischen Heime nach Deutschland und die Deutschen nach Schweden verlegen.Da fand ich den Beitrag im TV ganz gut , da haben die es so einfach gemacht, wie ich hier erzählt habe . Ab nach Sibirien, die waren echt geheilt und da brauchst du nicht mal einen teuren Therapeuten .Hunger ,Selbstversorgung und Frost haben das besorgt. Du siehst ,ich stehe da nicht alleine da. Das war übrigends die Frage. So ,jetzt habe ich wieder viel zu viel geschrieben.

nobse

Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon nobse » 4. April 2008 08:38

Danke Amarok für deine kompetente Unterstützung. Wir hatten zeitgleich geschrieben.

tilmann

Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon tilmann » 4. April 2008 09:13

Hej Nobse!

Die Sache ist ein bisschen komplexer als viele denken, dass fängt an mit den Familien, geht über Schule ,Wirtschaft, Ethik usw.Ich denke darüber existieren Bücher genug , die wollen wir bloß nicht hier im Schwedenforum schreiben.


Den Eindruck habe ich auch. Die Idee, dass jemand besser wird, weil er oder sie bis zum Umfallen arbeitet und keine Zeit und Kraft mehr hat nachzudenken, überzeugt mich allerdings auch nicht und wirkt auch nicht sonderlich komplex.

Jahrhunderte brauchte der Mensch keine Therapeuten in dem Sinne wie wir sie heute z.B.an den Schulen haben. Und wenn ich es erleben muss , dass dann diese Therapeuten sich noch Kinder heraussuchen um mit allen Mitteln sie als "förderwürdig" hinstellen ,nur weil ihr Arbeitsplatz gefährdet ist. Na ich weiß nicht.


Die Lebenserwartung war früher auch mal niedriger, die Technik nicht so weit wie heute, Kinofilme existierten nicht und vielleicht wäre es früher manchen besser gegangen, wenn TherapeutInnen da gewesen wären. Und jede/r versucht natürlich den eigenen Arbeitsplatz zu sichern.
Ich verstehe nicht genau, was Du mit "förderwürdig" meinst. Heisst das, dass die Jugendlichen eigentlich nicht mehr förderwürdig sind oder meinst Du, dass die Therapeuten ein Problem erst erschaffen, dass also eigentlich keine schwierigen Jugendlichen da sind?

Da können ,wie im neusten Fall hier , die Kinder dem Hausmeister alles zerstören , nur weil sie wissen ,es passiert ihnen nichts und wenn er den Mistbengel dann an den Ohren zieht ,bekommt er dafür noch eine saftige Strafe aufgebrummt.


Der Hausmeister muss sich eben auch an Gesetze halten und kann es nicht nur von anderen erwarten.

Die Achtung vor dem Alter ist einfach nicht mehr da! Der Lehrer hat keine Handhabe. Die Eltern derer sind kaum 20 ,Oma ist 40 und haben die Einstellung der 68er.


Hm. Kann ich nicht beurteilen. Alt sein heisst nicht gut sein und die Einstellung der 68er kenne ich auch nicht.


Spätestens in der 7.Klasse bekommst du gesagt , warum lerne ich ? Ich bekomme doch sowieso keine Arbeit!Dies greift wieder in die Wirtschaft , doch die Wirtschaft in Deutschland liegt am Boden.Und so greift eins ins andere.


Naja, wenn die Wirtschaft am Boden liegt, macht es tatsächlich nicht soviel Sinn zu lernen, oder? Aber ich würde auch nicht sagen, dass die Wirtschaft am Boden liegt, natürlich ist es frustrierend für Jugendliche, wenn ihnen vermittelt wird, dass sie kaum Zukunftschancen haben. Da hilft es aber auch nicht, dass man sie auf's Rübenfeld schickt, wenn sie nachher keine Arbeit bekommen.

Bloss irgenwie muss doch mal ein Anfang gemacht werden und den wirst du bei Oma nicht schaffen , die um 9.00Uhr die Lehrerin (wenn du Glück hast) anruft und mitteilt ,dass sie verschlafen haben weil sie bis eins gefeiert haben, " das Kind kommt heute nicht!". Wie soll ein Kind da wissen ,was Pflichbewusstsein ist?


Warum soll man nicht mit der Oma sprechen? Ich würde erstmal sagen, dass man die Jugendlichen mit Respekt behandeln sollte. Und Pflichtbewusstsein, denke ich, kommt dadurch, dass man etwas einsieht, dass man überzeugt von einer Sache ist, das hat mehr mit Bewusstsein als mit Pflicht zu tun.

Im übrigen kommen sehr viele dieser verhaltensauffälligen Schülern aus gut betuchtem Hause .Sie haben zu viel . Die wissen gar nicht ,dass die Nahrung die sie brauchen nicht vom Himmel fällt.


Hast Du Zahlen?

Damit mir nicht das Wort im Munde umgedreht wird


Ich hoffe, ich habe alles richtig verstanden, ich breche hier keine Lanze für Wildnistherapien, ich weiss gar nicht, was das sein soll. Aber die Vorstellung, dass die Jugendlichen nur mal richtig arbeiten müssen, um mal den Ernst des Lebens zu erfahren ist mir noch mehr zuwieder. Ich will kein Leben eines verhaltensauffälligen Jugendlichen führen.

So, jetzt habe ich auch viel zu viel geschrieben und muss weiter Schwedisch lernen.

Tilmann

Zschirli

Re: Gibt es in Schweden Wildnis Therapie Programme?

Beitragvon Zschirli » 4. April 2008 09:14

nur so fuer mein Verständnis und meinen inneren Frieden:

die Unterscheidung zwischen "solchen und solchen" nehmt ihr aber schon noch vor, oder?
Ich meine solche, die tatsächlich nur ausnutzen - aus Gier und Bösartigkeit (wobei auch das schon wieder so ne Sache ist, weil kein Kind böse auf die Welt kommt).
Und solche, die derart hart vom Leben getroffen sind (und das oft schon in jungen Jahren), dass sie wahrlich Hilfe brauchen - es eben nur unterschiedlich zeigen (der eine bringt sich um, der andere bringt seinen Peiniger um).

Gut letztere haben in frueheren Jahren auch keine Hilfe gebraucht - und sind auch nicht so aufgefallen (obwohl es sie schon immer gab). Die einen haben sich eben beizeiten umgebracht (und sind dann nicht mehr unangenehm aufgefallen). Die anderen wurden am nächsten Baum aufgeknuepft und waren dann genauso tot.

Also - nichts fuer ungut und schlagt mich ruhig ob meiner Worte... nicht jeder jugendliche Uebeltäter ist ein Bösewicht. Oft, viel zu oft, steckt ein armes Wuerstchen dahinter, das bist zum Hals oder tiefer in der Scheisse steckt und jede nur erdenkliche Hilfe gut gebrauchen könnte. Vergesst die bitte nicht!


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