Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

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helden

Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon helden » 13. Juni 2008 11:22

Gibt es sowas auch in Schweden?

§ 1626
Elterliche Sorge, Grundsätze

(1) Die Eltern haben die Pflicht und das Recht, für das minderjährige Kind zu sorgen (elterliche Sorge). Die elterliche Sorge umfasst die Sorge für die Person des Kindes (Personensorge) und das Vermögen des Kindes (Vermögenssorge).

(2) Bei der Pflege und Erziehung berücksichtigen die Eltern die wachsende Fähigkeit und das wachsende Bedürfnis des Kindes zu selbständigem verantwortungsbewusstem Handeln. Sie besprechen mit dem Kind, soweit es nach dessen Entwicklungsstand angezeigt ist, Fragen der elterlichen Sorge und streben Einvernehmen an.

(3) Zum Wohl des Kindes gehört in der Regel der Umgang mit beiden Elternteilen. Gleiches gilt für den Umgang mit anderen Personen, zu denen das Kind Bindungen besitzt, wenn ihre Aufrechterhaltung für seine Entwicklung förderlich ist.

usw.

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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon janaquinn » 13. Juni 2008 11:59

Ich weiss nicht, ob es sowas auch in Schweden gibt. Aber dieses Gesetz zeigt mir, wie verd....geduldig doch Papier sein kann.
Traurig ist allein die Tatsache, dass es ein solches Gesetzt überhaupt geben muss, denn eigentlich sind die angesprochenen Dinge nur Teil einer ganz normalen Erziehung und der Beziehung zwischen Eltern und Kindern.

LG JANA
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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Strandläufer » 13. Juni 2008 12:33

Logisch gibt es sowas auch in Schweden, muss es mal raussuchen, wird in Schweden in Teilen auch strenger gehandhabt, ein z.B. Kind anzuschreien, ihm anderweitig psychisch oder physisch Schaden anzutun, kann ganz schnell beim "Jugendamt" aktuell werden. Da reicht ein Hinweis von z.B. der Kindergärtnerin, der Schule oder dem Arzt ohne Wissen der Eltern. Schneller und einfacher, als in Deutschland. Muss oft daran denken, wenn deutsche Touristenfamilien hier ihre Kinder in den Supermärkten lauthals zusammenschimpfen.

helden

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon helden » 14. Juni 2008 09:22

Strandläufer hat geschrieben:Logisch gibt es sowas auch in Schweden, muss es mal raussuchen, wird in Schweden in Teilen auch strenger gehandhabt, ein z.B. Kind anzuschreien, ihm anderweitig psychisch oder physisch Schaden anzutun, kann ganz schnell beim "Jugendamt" aktuell werden. Da reicht ein Hinweis von z.B. der Kindergärtnerin, der Schule oder dem Arzt ohne Wissen der Eltern. Schneller und einfacher, als in Deutschland. Muss oft daran denken, wenn deutsche Touristenfamilien hier ihre Kinder in den Supermärkten lauthals zusammenschimpfen.


Das ist ja interessant, wäre cool, wenn Du was findest, schön wäre auch auf Deutsch, aber ich kann auch selber suchen.

Ja, ist manchmal, zum Glück selten, schwierig aus der Schreifalle rauszukommen. Es gibt gefährliche Momente, wie auf die Straße laufen, wo auch mir die Nerven durchgehen, aber das kennen sicher alle Eltern.

Aber Supermarkt muss nicht sein, die sind ja versichert, auch wenn man es nicht komplett zerlegen muss.

Aber auch wir sind schon genervt ohne Einkauf rausgegangen, weil sich unser kleiner Held wegen Spielzeug aufgeführt hat ;-)

Ja, es hilft nur den Streßfaktor zu vermindern, obwohl es in D damit schwierig ist.

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Kinder im Supermarkt

Beitragvon Strandläufer » 14. Juni 2008 11:23

Hej Helden,
der Sressfaktor im Umgang mit den Kindern ist subjektiv in Schweden geringer als in D, weil man einfach weniger "angemacht" wird, wenn/obwohl/trotz dass man Kinder mit dabei hat. Und ist man selber entspannter ueberträgt man die Anspannung nicht auf die Kleinen und die und die Eltern "flippen" erst gar nicht aus.

Aurora

Re: Kinder im Supermarkt

Beitragvon Aurora » 14. Juni 2008 11:51

Strandläufer hat geschrieben: Und ist man selber entspannter ueberträgt man die Anspannung nicht auf die Kleinen und die und die Eltern "flippen" erst gar nicht aus.


Das ist mir in Schweden auch aufgefallen. Die Eltern gehen meist viel ruhiger mit ihren Kindern um und diese erschienen mir auch viel ausgeglichener. Wenn ich die wirklich tägliche Brüllerei unserer Nachbarn mit ihren Kindern hören muss, bekomme ich schon manchmal eine Krise. Die Kinder übernehmen das und schreien sich auch nur noch an.Wenn sie keinen mehr finden, ist der Hund dran und bekommt sein "Fett" weg, der gar nicht weiß, warum und weshalb und nun auch schon verunsichert ist. An dem kann man ja am leichtesten seinen Frust ablassen.
Auch ein Hund merkt, ob sein Herrchen Angst hat und er ihn verteidigen muss oder er gelassen bleiben kann, wenn man z. B. andere Hundebesitzer auf der Wiese trifft ist sofort zu merken, wie der andere Besitzer `drauf ist. So reagiert dann auch der Hund. Somit braucht es da auch kein "Gekläffe" zu geben und die Hunde spielen zusammen.

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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon blueII » 14. Juni 2008 16:08

nun ich gebe Euch allen Recht...und Auroras Vergleich mit den Hundebesitzern trifft den Nagel auf den Kopf, ist man selbst nervös aggressiv und sonstwie überträgt sich es grundsätzlich auf Hund oder Kind.

aber darf ich mal ganz provokativ in die Runde werfen, dass die Schweden auch nur einen Bruchteil der Zeit mit Ihren Kindern verbringen, als es in Deutschland bei einer Durchschnittsfamilie üblich ist?

Die Kinder haben hier ab 1 1/2Jahren einen 5-7 Stunden Tag in der Kiga bevor sie auf ihre Eltern treffen und das setzt sch in der Schulzeit natürlich fort.
Ob sich es nun positiv auf die Streßbelastung der Eltern wirkt, kann man natürlich auch diskutieren.
Aus meiner eigenen Empfindung kann ich nur sagen, dass es so ist.
Wenn meine Mutter einnmal die Woche da war und die Kleine ein paar Stunden zum spielen "übernahm", war ich auf jedenfall gelassener in den restlichen Stunden den Tages.

Dies soll natürlich kein Entschuldigung für verbale Ausfälle sein, vielleicht aber eine Erklärung
LG
Heike

Aurora

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Aurora » 14. Juni 2008 16:49

blueII hat geschrieben:nun ich gebe Euch allen Recht...und Auroras Vergleich mit den Hundebesitzern trifft den Nagel auf den Kopf, ist man selbst nervös aggressiv und sonstwie überträgt sich es grundsätzlich auf Hund oder Kind.

Jetzt bin ich aber erleichtert, hatte schon Angst, ich treffe auf einen "Nichthundefreund" und meine Aussage geht nach hinten los. Nach dem Motto:"Wie kann man Kinder mit Hunden gleichsetzen" usw. Aber die Erziehung ist halt fast die gleiche. Danke Blue II . Kann jetzt beruhigt ins Bettchen. Hatte wirklich Angst,mich falsch ausgedrückt zu haben und in "Ungnaden" zu fallen. Seitdem ich die Hunde habe, arbeite ich sogar oft mit den Handzeichen und fast alle Kinder verstehen mich.

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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Strandläufer » 15. Juni 2008 15:53

@blueII:
ich werfe mal provokativ zurueck, dass man als Hausfrau, während die Kinder in der Schule sind, auch Entspannungsmomente kennt, und zwar mehr, als wenn man von der täglichen Arbeit direkt die Kinder abholt, sie durch den Supermarkt schleift und dann endlich nach Hause eilt um noch irgendwie ein Essen auf den Tisch zu bringen (Standardmodell in den meisten schwedischen Familien mit zwei Berufstätigen). Daran liegt´s glaube ich jedenfalls nicht, dass Kinder in S weniger "angepflaumt" werden und geduldiger mit ihnen umgegangen wird, als in D.

Aurora

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Aurora » 15. Juni 2008 17:36

Vielleicht spielt die Größe und vor allem die Weite Schwedens auch eine Rolle. Wenn ich sehe, wie weit viele Gehöfte voneinander entfernt liegen. Natürlich betrifft dies nur den ländlichen Raum. Da kann einem wirklich kein Nachbar "auf den Keks" gehen.


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