Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

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Strandläufer
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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Strandläufer » 16. Juni 2008 18:41

Das Lohnniveau gerade fuer einen Softwareentwickler kann in S schon erschreckend niedrig sein, verglichen mit dem in D. Ihr könntet aber u.U. auch preiswerter wohnen/die Ansprueche senken oder eben beide Teilzeit arbeiten. Kosten fuer Musikunterricht etc. sind den niedrigeren Löhnen angepasst. Unsere Kinder haben von 8-14 Uhr Schule, das wären ja schon fast eine 75% Stelle, ohne dass die Kinder was von eurer Abwesenheit mitbekommen wuerden. Oder wollt ihr sie von der Schulpflicht befreien und zu Hause unterrichten? Wenn die Kinder älter sind, geht die Schule dann auch bis 16 Uhr.
Und was wenn das Kind erstmal 15 ist? Also ich bin froh, dass ich auch Teile des Tages was anderes mache, als sie vom Ballett zum Fussball kutschieren zu duerfen, bei aller Liebe, Fuersorge und Aufopferung fuer meine Kinder.
Den Erziehungweg, den ihr eingeschlagen habt, denn könnt ihr fortfuehren, egal wo ihr seid, ihr seid doch die Eltern, nur muesst ihr selbst entscheiden unter welchen Rahmenbedingungen und wo ihr das tun wollt.

Aurora

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Aurora » 16. Juni 2008 19:44

Aelve hat geschrieben:Hallo,

wir persönlich sind auch in Deutschland als Ehepaar gezwungen, beide zu arbeiten, da wir mit einem Gehalt auf keinen Fall auskommen würden. Abgesehen davon arbeite ich auch gerne, könnte mir ein Leben nur zuhause nicht vorstellen.
Während die Kinder klein waren, konnte ich weniger Stunden arbeiten, das war ideal für uns. Wir haben es insofern gut gehabt, dass wir meine Mutter in eine Einliegerwohnung bei uns aufnehmen konnten, so dass die Kinder nicht gezwungen waren, früh zu einer Betreuung gebracht zu werden. Aber ich kenne sehr viele Eltern, die müssen sich vierteilen, wenn sie Kinder haben und wechselnde Tagesmütter, verschiedene Kindergärten oder Schulen vor und nach der Arbeit anlaufen müssen und dann abends noch Essen kochen müssen, weil die Kinder keine warme Mahlzeit bekamen. Für die meisten berufstätigen Eltern ist Kinderbetreuung in Schweden vorbildlich geregelt, wie ich von jungen übergesiedelten Familien mehrfach erfahren habe.
Dass die Eltern dann entspannter sind, wenn sie nicht tagtäglich einen Balanceakt vollziehen müssen, ist mir deshalb erklärlich.

Grüße Aelve :wink:

Alles gesagt, was zu sagen ist, kann nichts ergänzen.Es ist einfach so!

helden

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon helden » 17. Juni 2008 08:06

Strandläufer hat geschrieben:Das Lohnniveau gerade fuer einen Softwareentwickler kann in S schon erschreckend niedrig sein, verglichen mit dem in D.


Ja, wenn man wie ich 5 Jahre studiert, mit Kind auch immer sehr anstrengend, möchte man auch diese Zeit und Investition ein bischen anerkannt haben und nicht die gleiche Einstufung wie ein angelernter Job.

Strandläufer hat geschrieben:Ihr könntet aber u.U. auch preiswerter wohnen/die Ansprueche senken oder eben beide Teilzeit arbeiten. Kosten fuer Musikunterricht etc. sind den niedrigeren Löhnen angepasst.


Das machen wir eh schon, um von einem Gehalt leben zu können, kein Haus sondern Mietwohnung im Dorf neben der Stadt.
Geld ist nicht das wichtigste für uns, aber wir sollten davon leben können und was fürs Alter zurücklegen können. Haus oder so wollen wir eh nicht, da wir uns nicht auf eine Gegend festlegen wollen in D oder S.

Strandläufer hat geschrieben:Unsere Kinder haben von 8-14 Uhr Schule, das wären ja schon fast eine 75% Stelle, ohne dass die Kinder was von eurer Abwesenheit mitbekommen wuerden. Oder wollt ihr sie von der Schulpflicht befreien und zu Hause unterrichten?


Es war eine Überlegung, aber ich denke wir können es nicht leisten...
Eine bekannte Familie in S mit 9 Kindern macht es, aber da ist auch der Vater Pastor und somit zuhause. Bei 9 Kinder lohnt es sich denke ich schon, wenn man es fachlich leisten kann.


Strandläufer hat geschrieben: Wenn die Kinder älter sind, geht die Schule dann auch bis 16 Uhr.


Wir wollen dann auch Zeit für uns, mein Mann möchte gerne seine Künstlerkarriere weiterverfolgen, die er jetzt mal für die Familie zur Seite gelegt hat.
Es fing gerade so an, als er mich kennenlernte, wo er die ersten Bilder verkaufen konnte.

Wenn dann ab 16 Uhr Familienleben beginnt, ist ja auch ok, aber nicht, dass dann wieder Hausaufgaben und lernen dran ist ;-( Dann ist es wie in D.

Strandläufer hat geschrieben:Und was wenn das Kind erstmal 15 ist?

Dann wird er selber seine Termine wahrnehmen und schon große Teile seines Lebens selbstständig gestalten...

Strandläufer hat geschrieben:Den Erziehungweg, den ihr eingeschlagen habt, denn könnt ihr fortfuehren, egal wo ihr seid, ihr seid doch die Eltern, nur muesst ihr selbst entscheiden unter welchen Rahmenbedingungen und wo ihr das tun wollt.


Ja, gerade die Rahmenbedingungen sind es, die wir gerade erforschen.

Danke für die lieben Beiträge!

helden

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon helden » 17. Juni 2008 08:17

Aelve hat geschrieben:Für die meisten berufstätigen Eltern ist Kinderbetreuung in Schweden vorbildlich geregelt, wie ich von jungen übergesiedelten Familien mehrfach erfahren habe.
Dass die Eltern dann entspannter sind, wenn sie nicht tagtäglich einen Balanceakt vollziehen müssen, ist mir deshalb erklärlich.

Grüße Aelve :wink:


Kann ich verstehen Aelve, aber uns geht es nicht um die langen Betreuungszeiten, in Linköping hätten wir zur Wahl von 06:00 - 18:00 Uhr.

Das tut unserem Sohn nicht gut, der Mix ist uns wichtig.

Wir wollen die Zeit mit unserem Sohn bzw. später Kindern mehr geniesen und nicht nur Abendessen und dann kurz spielen und ins Bett. Dann hätten wir auch auf Kinder verzichten können, wenn wir sie täglich bis 18:00 Uhr wo hingeben.

Weiter wollen wir die Kinder auch selber erziehen und da jede Betreuung auch mit erzieht, möchten wir den größten Einfluß haben.

Danke für Deine Erfahrungswerte, die sind ganz wertvoll für uns und unsere Entscheidungen. Ein echt tolles Forum!

:schwedentor2:

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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon blueII » 17. Juni 2008 08:35

helden hat geschrieben:
Wir wollen dann auch Zeit für uns, mein Mann möchte gerne seine Künstlerkarriere weiterverfolgen, die er jetzt mal für die Familie zur Seite gelegt hat.
Es fing gerade so an, als er mich kennenlernte, wo er die ersten Bilder verkaufen konnte.


Da fällt mir ganz spontan eine Geschichte einer Bekannten ein. Sie ist Künstlerin und sie wollte nnur ein 1/2 Jahr nach Schweden, um die Zeit hier zu überbrücken die der Ehemann, durch eine Versetzung einer deutschen Firma, hier verbringen mußte.
Sie sind geblieben...die Inspiration durch die Landschaft und der Absatzmarkt / Auststellungsmöglichkeiten war es ihnen wert.(sind aus Berlin)
Ich weiß natürlich nicht wieviel sie dem Familieneinkommen beisteuert, aber in unserer Region gibt es viele "Künstler" und ob es sich durch die Konstellation Uralubsregion/Nähe Göteborg ein guter Markt darstellt entzieht sich meiner Kenntnis. aber irgendwie scheinen diejenigen die hier Leben ja davon Leben zu können.

Strandläufer hat geschrieben:Den Erziehungweg, den ihr eingeschlagen habt, denn könnt ihr fortfuehren, egal wo ihr seid, ihr seid doch die Eltern, nur muesst ihr selbst entscheiden unter welchen Rahmenbedingungen und wo ihr das tun wollt.


So hatte ich mir auch versucht Mut zuzureden..."werde unsere gewählte Familienkonstellation ja nicht zwingend aufgeben müssen"...gestaltet sich hier nur ein wenig schwer, mangels Spielkameraden am Nachmittag.

LG
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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Aelve » 17. Juni 2008 08:58

Hallo Ihr alle,

ich finde es auch nicht ideal, wenn die Kinder von morgens früh bis abends 18 Uhr im Kindergarten weilen. Das hatten wir auch nicht nötig, weil wir meine Mutter bei uns im Haus hatten und ich weniger Stunden arbeiten konnte, als die Kinder klein waren. Unsere Kinder wären sicherlich nicht gerne den ganzen Tag in einer Betreuungseinrichtung gegangen, sie mochten lieber zuhause sein, hatten aber dort auch Garten und Betreuung durch Oma und mein Mann hatte auch geregelte Arbeitszeiten und war bereits gegen 16 Uhr zuhause. Trotzdem empfanden wir es schon schwer mit doppelter Berufstätigkeit, Haushalt und den Kindern gerecht zu werden.

Deshalb ich finde es wichtig und richtig, dass man die Möglichkeiten der Betreuung hat, wenn es sein muß. Ich kenne viele alleinerziehende Mütter, die ganztags arbeiten mußten, die Kinder waren Schlüsselkinder, das fand ich sehr schwer für die Familie.
Der Druck für die Mutter ist dann ja auch enorm, in Schweden besteht aber die Möglichkeit je nach Arbeitszeit die Kinder gut versorgt zu wissen, das würde ich mir für Deutschland auch so wünschen.
Ich denke auch, dass man in Schweden mit dem Geld auskommt, wenn beide Ehepartner evtl. nur 3/4 Zeit arbeiten oder einer 3/4 und der andere 1/2.
Wenn Ihr, liebe Helden, dann durch Eure künstlerische Tätigkeit ein zusätzliches kleines Einkommen habt, dann bin ich fest davon überzeugt, dass es klappt.
Es gibt in Schweden oft Märkte, auf denen man etwas verkaufen kann wie z.b. selbstgebackenes Brot, Kunstartikel oder andere, nette Gebrauchsartikel. Auch ich habe in Mölndal bei Göteborg einen Handwerkermarkt erlebt, dort boten Künstler, Handwerker oder einfache andere Leute ihre selbsterstellten Dinge zum Kauf aus und man könnte ja auch übers Internet einiges verkaufen, wenn man sich damit beschäftigt.
Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon blueII » 17. Juni 2008 09:14

Aelve hat geschrieben:
Deshalb ich finde es wichtig und richtig, dass man die Möglichkeiten der Betreuung hat, wenn es sein muß. Ich kenne viele alleinerziehende Mütter, die ganztags arbeiten mußten, die Kinder waren Schlüsselkinder, das fand ich sehr schwer für die Familie.
Grüße Aelve


Das stimmt Aelve, gebe Dir vollkommen recht.
Ich möche nur daraufhin weisen, dass 90% der Schweden auf eine lange Betreuung zurück greifen, die Gründe will ich gar nicht kommentieren.
Jedenfalls ensteht dadurch ein sehr anderes "Straßenbild" in Schweden.
Spielende Kinder am Nachmittag im Garten snd da eher die Ausnahme.
Natürlich kann man gemäß seiner Lebensvorstellung die Kinder gegen Mittag aus dem kiga abholen, es fehlen dann nur die Spielkameraden. Da ich ein Einzelkind habe - im Kindergartenalter - ist dies nicht unerheblich.
LG
Heike

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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon janaquinn » 17. Juni 2008 09:49

Hej Hej,
ich finde die Kinderbetreuung in Schweden optimal. Gerade bei unserer Familienkonstellation ist es wichtig, dass Taima für einige Stunden einfach nur Kind sein kann und nicht immer auf die Bedürfnisse des grossen Bruders rücksicht nehmen zu müssen.
Sie war von 8.00-15.30 Uhr bei ihrer Tagesmama, ich war mit Yannic in der Schule und meine Schwester konnte sich zuhause in Ruhe um den Haushalt kümmern.

Thema Schlüsselkinder: Ich war auch ein Schlüsselkind, beide Elternteile haben ganztags gearbeitet, geschadet hat es mir nicht. Ich war, wie alle meiner Generation, nur früher selbstständig und hatte meine häuslichen Pflichten.

Aber ich habe meinen Standpunkt bezgl. Ganztagsbetreuung schon oft dargelegt. Ich finde es gut und richtig, die Zeit, die ich mit meinen Kindern verbringe, ist nicht weniger und nicht weniger intensiv, wie als Hausfrau.

LG JANA
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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Strandläufer » 17. Juni 2008 12:40

Ja, wenn man wie ich 5 Jahre studiert, mit Kind auch immer sehr anstrengend, möchte man auch diese Zeit und Investition ein bischen anerkannt haben und nicht die gleiche...

Liebe Helden,
diese Einstellung ist allerdings in Schweden völlig unangebracht und ganz und gar unpopulär. Wir haben beide mit mehreren Kindern studiert, das entscheidet ja jeder selbst, und ich fand Kinder im Studium leichter, als Kinder im Berufsleben. In Schweden studieren die meisten mit Kind, insofern hier nichts Ungewöhnliches. Von der Vorstellung als Akademiker automatisch mehr zu verdienen muss man sich einfach verabschieden, wenn man nach Schweden geht, es sei denn Du wirst entsandt oder hast auch hier eine 70Stunden Woche in einem Topjob, aber das strebt ihr ja eher nicht an. Ihr hättet mit euren Ausbildungen trotzdem keinen Grund zum Klagen und ein vergleichsweise gutes Auskommen. Apropos, mit dem Kauf eines Hauses legen sich die wenigsten Schweden fest; nachdem es unueblicher ist zu mieten, wird halt wieder verkauft, wenn man den Job oder die Stadt wechselt, auch wenn´s nach einem Jahr ist. Keiner denkt hier daran sein Haus an die Kinder zu vererben. Das ist eher deutsches Denken.
Hej då

helden

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon helden » 17. Juni 2008 12:54

blueII hat geschrieben:
Jedenfalls ensteht dadurch ein sehr anderes "Straßenbild" in Schweden.
Spielende Kinder am Nachmittag im Garten snd da eher die Ausnahme.
Natürlich kann man gemäß seiner Lebensvorstellung die Kinder gegen Mittag aus dem kiga abholen, es fehlen dann nur die Spielkameraden. Da ich ein Einzelkind habe - im Kindergartenalter - ist dies nicht unerheblich.
LG
Heike


Ja, die Befürchtung haben wir dann auch, was hilft es wenn wir uns Zeit nehmen und er hat keine Freunde in seinem Alter die Zeit haben nur zu zweit zu spielen?

Unser Sohn hat momentan mit gerade 4 geworden zu 14 Kindern Beziehungen, viele gleichaltrig oder etwas älter, die wir regelmäßig im Kleinspiel (2-3 Kinder) fördern, was ihm echt gut tut.

Wird uns sowas in S auch gelingen?

Ansonsten, für die Ermutigungm für S:

:danke: :danke: :danke: :danke: :danke: :danke:


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