Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

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blueII
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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon blueII » 15. Juni 2008 20:47

Strandläufer hat geschrieben:@blueII:
ich werfe mal provokativ zurueck, dass man als Hausfrau, während die Kinder in der Schule sind, auch Entspannungsmomente kennt, und zwar mehr, als wenn man von der täglichen Arbeit direkt die Kinder abholt, sie durch den Supermarkt schleift und dann endlich nach Hause eilt um noch irgendwie ein Essen auf den Tisch zu bringen (Standardmodell in den meisten schwedischen Familien mit zwei Berufstätigen). Daran liegt´s glaube ich jedenfalls nicht, dass Kinder in S weniger "angepflaumt" werden und geduldiger mit ihnen umgegangen wird, als in D.



warum den so pieksig!!!??
es IST hier eine anderes "familienleben"!!
Nicht täglich 4-7 Nachbarkinder in der Wohnung, die mehrmals zwischen Garten und Wohnzimmer ihren Standort wechseln und abwechselnd Durst und Hunger haben.....,der Tag endete für mich in Deutschland nach diversen Bedienungen, Streitschlichtungen, Wunden versorgen mit einer allabendlichen Wohnungsrenovierung, aber hier in Schweden sind solche "gegenseitige" Kinderbesuche doch eher die Ausnahme, soweit ich das beurteilen kann.

und was wozu auf den Tisch bringen?...die Kinder werden wohl oder übelst Essenstechnisch versorgt!!!

und ich habe noch nie, NIE einen Schweden(in) durch den Supermarkt hetzen gesehen

oder galt das :smt064 der Hausfrau?

Was ich auch sehr kritsich empfinde...durch die Frühe und Lange Abwesenheit bzw. Fremdbehütung erfolgt Erziehung natürlich mehr woanders....
was jetzt ein wenig OFFtopic ist...da es nix mit Schreierei zu tun haben sollte, aber für manche(n) einen nicht unerheblichen Streßfaktor darstellen kann.

LG
Heike

Aurora

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Aurora » 15. Juni 2008 21:34

blueII hat geschrieben: es IST hier eine anderes "familienleben"!!
Nicht täglich 4-7 Nachbarkinder in der Wohnung, die mehrmals zwischen Garten und Wohnzimmer ihren Standort wechseln und abwechselnd Durst und Hunger haben.....,der Tag endete für mich in Deutschland nach diversen Bedienungen, Streitschlichtungen, Wunden versorgen mit einer allabendlichen Wohnungsrenovierung, aber hier in Schweden sind solche "gegenseitige" Kinderbesuche doch eher die Ausnahme, soweit ich das beurteilen kann....
und ich habe noch nie, NIE einen Schweden(in) durch den Supermarkt hetzen gesehen
Was ich auch sehr kritsich empfinde...durch die Frühe und Lange Abwesenheit bzw. Fremdbehütung erfolgt Erziehung natürlich mehr woanders....
was jetzt ein wenig OFFtopic ist...da es nix mit Schreierei zu tun haben sollte, aber für manche(n) einen nicht unerheblichen Streßfaktor darstellen kann.


Liebe Heike, versuchte das Zitat einzugrenzen, um auf einen bestimmten Punkt zu antworten. Ist mir aber nicht sehr gelungen.Alles, was du von dir gabst, ist richtig und wichtig. Alle drei angesprochenen Punkte sind so, wie du sie dargestellt hast. So würde ich es auch beurteilen. Sind auch meine Worte. Finde ich dies auch nicht ""Off-topic". :danke:

blueII
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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon blueII » 15. Juni 2008 22:22

hej Aurora,
tack

will jetzt auch keine Grundsatzdiskussoon vom Zaune brechen (hatten wir schon oft genug) :wink:

Denke nur "Die Helden" interessieren sich sehr für das Thema Kind und Schweden und wollte meine noch sehr "deutsch" gefärbte persönliche Sicht zu diesem Thema erzählen

LG
heike

Aurora

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Aurora » 15. Juni 2008 22:35

Tak, tak Heike.

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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Strandläufer » 16. Juni 2008 05:27

Hallo blue: mein Posting sollte nicht in geringster Weise "pieksig", sondern auch nur ein Denkanstoss wie das Deinige sein. :wink:

helden

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon helden » 16. Juni 2008 12:38

es IST hier eine anderes "familienleben"!!
Nicht täglich 4-7 Nachbarkinder in der Wohnung, die mehrmals zwischen Garten und Wohnzimmer ihren Standort wechseln und abwechselnd Durst und Hunger haben.....,der Tag endete für mich in Deutschland nach diversen Bedienungen, Streitschlichtungen, Wunden versorgen mit einer allabendlichen Wohnungsrenovierung, aber hier in Schweden sind solche "gegenseitige" Kinderbesuche doch eher die Ausnahme, soweit ich das beurteilen kann.

Was ich auch sehr kritsich empfinde...durch die Frühe und Lange Abwesenheit bzw. Fremdbehütung erfolgt Erziehung natürlich mehr woanders....

LG
Heike[/quote]

Hallo Heike,

ja, das finden wir auch skeptisch mit vielen Fremdbehütung.

Unser Sohn ist seit dem 1. Lebensjahr ca. 4 Stunden / Werktag fremdbetreut aber immer mit der selben Bezugsperson, das lief super bis er 3 Jahre alt war.

Im Kindergarten war es dann nicht mehr so super... Die Betreuung von 2 Person bei 25 Kinder finde ich nicht gut...

Wir gingen dann mehr zu Tagesmutter über, was super läuft.

Ich denke der gesunde Mix macht es. So gibt es bei uns 2 Papa-Nachmittage und bei Prüfungszeit immer Papa-Samstage, Montag ist von früh bis abend Mamatag und die anderen Tage Kiga / Tagesmutter mit gemeinsamen Abend zusammen und Familientag am Sonntag.

Aber die Besuche der Kinder und gegenseitige Beziehungspflege der Kids ist schon wichtig und das ist uns auch wichtig. Wir versuchen min. 3 x die Woche sich mit anderen Kindern zu treffen.

Es ist schon ein Schock, wenn sowas nicht möglich ist in Schweden wie hier.

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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Aelve » 16. Juni 2008 15:22

Hallo,

ich denke mal, dass von den Eltern eine sehr große Vorbildfunktion ausgehen muß, wenn man möchte, dass sich die Kinder anständig betragen. Wenn man seine Kinder laufend ausschimpft, sie sogar mit Schimpfwörtern betitelt, etwas von ihnen verlangt, was man selber nicht zu tun bereit wäre, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Kinder es einem nachmachen.
Ich habe es auch immer vermieden, die Kinder laufend aus ihrem Spiel herauszureißen. Sehr viel habe ich mich belesen, um "alles richtig" zu machen, aber einiges sagt einem auch der Verstand. Wenn ein Kind in sein Spiel vertieft ist und laufend gestört wird, mach mal erst dies oder mach jetzt das, dann kann sich ein Kind nachher auch nicht lange mit einem Teil beschäftigen. Und wenn man alles verbietet, dann muß man sich nicht wundern, wenn das Kind die Verbote nicht mehr wahr nimmt. Lieber habe ich in wirklich wichtigen Dingen mal nein gesagt, das zieht dann mehr, als wenn es wegen jedem pillepalle ein Verbot gibt.
Dass die Schweden mit ihren Kindern sorgfältiger umgehen, ist meines Wissens nach schon länger so gewesen. Vielleicht sind die Schweden nicht so gestreßt wie viele hier in Deutschland oder Kinder haben generell bei den Skandinaviern einen höheren Stellenwert, genauso wie die Gleichberechtigung allgemein sowie die Behandlung von Personen mit Behinderungen ja auch in Schweden viel entspannter erfolgt.

Grüße Aelve :lol:
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Strandläufer » 16. Juni 2008 17:02

"Dass die Schweden mit ihren Kindern sorgfältiger umgehen, ist meines Wissens nach schon länger so gewesen. Vielleicht sind die Schweden nicht so gestreßt wie viele hier in Deutschland oder Kinder haben generell bei den Skandinaviern einen höheren Stellenwert, genauso wie die Gleichberechtigung allgemein sowie die Behandlung von Personen mit Behinderungen ja auch in Schweden viel entspannter erfolgt"


So sehe ich das im allgemeinen auch. Was die "Fremdbetreuung" angeht, so kommt es meiner Meinung auch darauf an, was die einzelnen Familien daraus machen. Weder ein Kind, was in D 100% von Mami und Papi umsorgt wird, noch ein schwedisches Kind, was in die barnomsorg geht, muessen doch am Ende zwangsläufig geschädigt sein oder die besseren Menschen werden. Abgesehen kann man es auch kombinieren. Gerade die Möglichkeit die Arbeitszeit von beiden Partnern zu reduzieren und Teilzeit zu arbeiten ist in Schweden eher gegeben, als in D.
Erziehung findet selbstverständlich zu Hause statt, auch wenn die Kinder mehrere Stunden im Kindergarten und in der Schule sind.
Es zwingt einen auch keiner die Kinder in die schwedische Betreuung zu geben, wenn man es anders hinbekommt oder möchte.
Wir befinden uns in Schweden in der gluecklichen Lage unseren Kindern "Fremdbetreuung" und Familienleben ermöglichen zu können, weil beide arbeiten. In D hatten die Kinder quasi nur einen Elternteil, der "fuer die Brötchen" verantwortlich war, und das von 7-19 Uhr. Der andere widmete sich zu Hause den Kindern.
Durch die besser ausgebaute und qualitativ hochwertigere Kinderbetreuung (was wir erlebt haben) ist es auch stressärmer, als in D. Kein Rumgepuzzle mit Tagesmutter, Krippe, grossen Kindergartengruppen, Erzieherinnen, die den Kindern zum Abschied in der Frueh sagen, dass die "böse" Mami/Papi heute sehr sehr spät kommt......
Unsere Kindergartengruppe besteht hier aus 5 Kindern pro Erzieher und diese geben ihr Bestes in der Zeit, in der die Kinder bei Ihnen sind. Keine Aufbewahrung und kein schlechtes Gewissen, keine Tränen am Fenster.
Die Schweden gehen respektvoller mit ihrem Nachwuchs um, trauen ihm mehr zu, auch wenn die meisten mindestens 60% des Tages in Kinderbetreuung gehen. Dieses Rabeneltern sein, weil die Kinder in den Kindergarten gehen, das gibt es nur in D.
Selbstverständlich ist es auch möglich das Modell der Helden in Schweden zu leben, das hört sich ja auch rein yeittechnisch traumhaft an. Die Rahmenbedingungen hier oben sind guenstig, was jeder daraus macht, individuell. :P

helden

Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon helden » 16. Juni 2008 17:44

Strandläufer hat geschrieben:"
Selbstverständlich ist es auch möglich das Modell der Helden in Schweden zu leben, das hört sich ja auch rein yeittechnisch traumhaft an. Die Rahmenbedingungen hier oben sind guenstig, was jeder daraus macht, individuell. :P


Hallo liebe Strandläufer,

danke für Deine Ausführungen, ich finde es sehr interessant und echt gut mit 5 Kinder und 1 Betreuer.

Wir sind uns nicht sicher ob unser Modell, dass einer arbeitet und der andere garnicht bzw. beide 50% und davon dann leben können. Beide wollen wir nicht Vollzeit arbeiten, sondern die Zeit mit den Kindern verbringen.

Zumindest in D geht es dank höherer Löhne in der IT, aber in S ist der Lohn teilweise 30-50 % von dem in D.
:-(

Und bei fehlender Absicherung vom Staat im Todesfall fehlt das Geld zur privaten Absicherung...

Wir wollen nicht reich werden, aber zumindest Musikunterricht oder so für unsere Kinder bezahlen können.

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Re: Gibt es in S ein Gesetz zur elterlichen Fürsorgepflicht?

Beitragvon Aelve » 16. Juni 2008 18:20

Hallo,

wir persönlich sind auch in Deutschland als Ehepaar gezwungen, beide zu arbeiten, da wir mit einem Gehalt auf keinen Fall auskommen würden. Abgesehen davon arbeite ich auch gerne, könnte mir ein Leben nur zuhause nicht vorstellen.
Während die Kinder klein waren, konnte ich weniger Stunden arbeiten, das war ideal für uns. Wir haben es insofern gut gehabt, dass wir meine Mutter in eine Einliegerwohnung bei uns aufnehmen konnten, so dass die Kinder nicht gezwungen waren, früh zu einer Betreuung gebracht zu werden. Aber ich kenne sehr viele Eltern, die müssen sich vierteilen, wenn sie Kinder haben und wechselnde Tagesmütter, verschiedene Kindergärten oder Schulen vor und nach der Arbeit anlaufen müssen und dann abends noch Essen kochen müssen, weil die Kinder keine warme Mahlzeit bekamen. Für die meisten berufstätigen Eltern ist Kinderbetreuung in Schweden vorbildlich geregelt, wie ich von jungen übergesiedelten Familien mehrfach erfahren habe.
Dass die Eltern dann entspannter sind, wenn sie nicht tagtäglich einen Balanceakt vollziehen müssen, ist mir deshalb erklärlich.

Grüße Aelve :wink:
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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