Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

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svenska-nyheter
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Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

Beitragvon svenska-nyheter » 8. Juli 2008 12:14

In einem gemeinsamen Vorstoß haben der Gewerkschaftsdachverband LO und der Arbeitgeberverband „Svenskt Näringsliv“ gefordert, an der Atomkraft festzuhalten. Der Nachrichtenagentur TT zufolge wollen Vertreter der beiden Verbände ein Abkommen über die Parteigrenzen hinweg. Es gäbe einen blinden Glauben an alternative Energiequellen wie Windkraft. Auch sei die Entwicklung bei Kohle und Öl negativ. Schwedens Wirtschaft brauche Kern- und Wasserkraft, um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben, so die Verbandsvertreter. Atomenergie sei günstig und klimafreundlich. Allerdings räumte die stellvertretende Vorsitzende des Arbeitnehmerverbandes, Annika Lundius, gegenüber TT ein, dass Fragen der Endlagerung noch nicht geklärt seien. Gleichwohl habe die Kernenergie seit den 1980er Jahren eine beachtliche technische Entwicklung durchgemacht, so Lundius.




(Mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden)

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nordmann-5444
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Re: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

Beitragvon nordmann-5444 » 8. Juli 2008 16:28

Dem kann ich nur zu stimmen, Wind und Wasserkraft werden nicht ausreichen
ganz zu schweigen das die Natur auch mit solchen Dingen belastet wird. Eine
alternative könnte noch Erdwärme sein in Verbindung mit Solarenergie.

Wenn Nord und Ostsee zu gespargelt sind wird auch D mitbekommen das es doch nicht ausreichend ist, und die Tier und Pflanzenwelt auch darunter leidet. Ich bin mir sicher das heut zu Tage solche Kernkraftwerke extrem sicher gebaut werden können, und dieser anfallende Müll sicher entsorgt werden kann. Untertage, wo es schon Millionen von Jahren lag. Andere Länder werden uns deswegen noch auslachen. Und das als sogenannte Wirtschaftsmacht. HA HA HA

André
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nobse

Re: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

Beitragvon nobse » 8. Juli 2008 22:24

Kernkraft ist nicht der richtige Weg. Es ist nur einfacher für die Politiker die Steuern zu erheben.
Wir müssen uns auf die Natur besinnen . Sonne und Wasser . Windenergie ist nur an ganz wenigen Stellen angebracht. Die einzige "Erneuerbare" Energie ist Wasser , Wasserstoff und Sauerstoff, daraus entwickelte sich alles Leben dieser Erde. Leider kann es bis jetzt nicht benutzt werden , da sich jeder Wasser nehmen kann. Die Politiker sind aber auf dem Besten Wege , das Wasser zu Monopolisieren, so dass in 20 Jahren die Leute für Regen bezahlen werden müssen und Wasser das kostbarste der Welt sein wird. Es bleibt ihnen auch nichts weiter übrig.Öl wird alle. Noch zwei , drei GAU wie Tschernobile verträgt die Welt nicht mehr . Hintergrund ist aber immer das "Schnelle" Geld. Den funktionierenden Wassermotor , sprich Brennstoffzelle , gibt es schon seit dem 2. Weltkrieg.

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Skogstroll
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Re: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

Beitragvon Skogstroll » 9. Juli 2008 08:17

Es gibt ein paar sehr einfache, aber starke Argumente gegen die Kernkraft:

1. Das Uran ist in ca. 60 Jahren schlicht alle. Soll man wirklich Unsummen in ein Auslaufmodell investieren?
2. Kernenergie ist keinesfalls CO2-neutral. Gerade in dem Maße wie die Uranvorräte abnehmen, ist man gezwungen, auf Lagerstätten mit geringerer Konzentration auszuweichen. Die Anreicherung ist energieaufwändig und erzeugt erhebliche Mengen radioaktiven Abfalls.
3. Es gibt bis heute kein Endlager. Aller Lagerstätten sind nur Zwischenlager. Der Müll wird noch Millionen (!) von Jahren strahlen, und kein Geologe kann die Stabilität von irgendwas über mehr als 10000 Jahre garantieren.
Hätten die ersten Menschen Kernkraftwerke gehabt, hätten wir heute noch Ärger mit deren Abfall.
4. Kein technisches System dieser Welt ist 100% zuverlässig. Selbst Flugzeuge, bei denen alle wichtigen Systeme doppelt vorhanden sind, fallen gelegentlich runter. Das ist - global gesehen - meist nicht so schlimm, den die Folgen eines Flugzeugabsturzes (oder sonst einer Katastrophe) sind lokal meist sehr eng begrenzt. Unfälle in Kernkraftwerken können aber wie gesehen verheerende globale Folgen haben. In manchen mittelschwedischen Seen darf man bis heute nicht angeln, obwohl die Fische dort besonders gross sind. Auch vom Pilzesammeln wird dort abgeraten.

Mit anderen Worten: Kernenergie ist eine der kurzsichtigsten Alternativen überhaupt. Und wo ein Kernkraftwerk steht, da steht es erstmal. Demontage und Abriss sind enorm teuer. Unsere Enkel werden uns verfl....!

Die Technikgläubigkeit der Schweden in diesem Zusammenhang ist erschreckend. Wirtschaftswachstum (von der Arbeitgeberseite) und Arbeitsplätze (von der Arbeitnehmerseite) sind die allgegenwärtigen Totschlägerargumente, die offenbar sogar rechtfertigen, dass der eigene Horizont nur bis zum Gartenzaun reicht. Aber was kümmert uns die Katastrophe von morgen angesichts des Geldes, das wir heute scheffeln können.
Schliesslich leben wir heute und nicht morgen. Oder?

:| Skogstroll

P.S.: Das Wort "v e r f l u c h e n" hätte ich eigentlich gern ausgeschrieben. Irgend ein nettes Filterchen hindert mich aber daran und verstümmelt es zu eben "verfl...". Ist das nicht etwas viel an political correctness? Ich jedenfalls fühle mich dadurch direkt bevormundet.

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sinlalu
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Re: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

Beitragvon sinlalu » 9. Juli 2008 08:47

Hej zusammen,

im Grunde muß man Euch allen Recht geben. Und das macht es so schwierig. Norbert: wir sollten uns auf die Natur besinnen, Skogatroll: Gefahr, kein Endlager, teurer Abriß, Nordmann: nicht ausreichende alternative Energiequellen und ebenfalls Belastung der Umwelt.

Aber egal ob in Deutschland oder in Schweden, um uns herum stehen die AKWs und werden neue gebaut. Man kann nun sicher sagen, einer muß anfangen aufzuhören, aber wie sehen denn die Alternativen aus? Der Strom kommt für die meisten aus der Steckdose. Und kommt da wirklich genug raus, wenn D den Ausstieg macht? Oder kaufen wir dann Strom aus den AKWs im Ausland dazu? Nicht sehr sinnvoll will mir scheinen. Ebensowenig wie Windparks in der Nord- oder Ost- oder welcher See auch immer.

Nach meiner Meinung macht ein Alleingang beim Ausstieg keinen Sinn. Der Nutzen kann erst darin liegen, dass die Welt als ganzes sich neu orientiert. Und das wird schwierig... und kann dauern...

Liebe Grüße Silke
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nobse

Re: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

Beitragvon nobse » 9. Juli 2008 08:50

Skogstroll hat geschrieben:Es gibt ein paar sehr einfache, aber starke Argumente gegen die Kernkraft:

dass der eigene Horizont nur bis zum Gartenzaun reicht. .


Ich gehe da in deinen Argumenten voll mit , aber hier würde ich sogar sagen " nur bis zum Tellerrand"

Alleine die Atomwaffen EINES U-Bootes reichen aus um das gesamte Leben auf der Erde auszulöschen.
Das muss man sich mal vorstellen ...
Unsere Politiker sind verantwortungslos und größenwahnsinnig.

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Re: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

Beitragvon sinlalu » 9. Juli 2008 08:54

nobse hat geschrieben:
Alleine die Atomwaffen EINES U-Bootes reichen aus um das gesamte Leben auf der Erde auszulöschen.
Das muss man sich mal vorstellen ...
Unsere Politiker sind verantwortungslos und größenwahnsinnig.


Ich stimme Dir zu, finde aber, dass man unterscheiden muß zwischen atomarer Energiegewinnung und atomaren Waffen. Die könnten von mir aus sofort ins Endlager!

Liebe Grüße Silke
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nobse

Re: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

Beitragvon nobse » 9. Juli 2008 09:04

sinlalu hat geschrieben:
Nach meiner Meinung macht ein Alleingang beim Ausstieg keinen Sinn. Der Nutzen kann erst darin liegen, dass die Welt als ganzes sich neu orientiert. Und das wird schwierig... und kann dauern...

Liebe Grüße Silke


Natürlich macht ein Alleinausstieg keinen Sinn , die wollen es ja auch gar nicht . Der springende Punkt bei denen ist die nächst Wahl und je nach dem wie die Masse denkt wird erzählt und versprochen. Wenn ich gestern die Merkeln gehört habe, ich glaube sogar die hatte mit der Physik zu tun, und die quatschte einen Blödsinn von "erneuerbarer Energie" , drehen sich bei mir die Fußnägel hoch. Energie ist nicht erneuerbar. Jeder Prüfling in der10. Klasse würde durch die Prüfung rasseln. Energie kann man nur umwandeln.
Eines haben sie aber schon mitbekommen , das Öl geht zur Neige .
Zuletzt geändert von nobse am 9. Juli 2008 09:06, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

Beitragvon Skogstroll » 9. Juli 2008 09:05

sinlalu hat geschrieben: Die könnten von mir aus sofort ins Endlager!


Das ist ja das Elend: Es gibt keins!
Das Argument, irgendwoher müsse der Strom ja kommen, halte ich übrigens nicht für stichhaltig. Regenerative Energien können sehr wohl den Strombedarf decken (einen einigermassen vernünftigen Umgang mit Energie vorausgesetzt), nur eine Energieart alleine kann es nicht. Die Kombination aus Wasser, Wind, Sonne, Geothermie, Wellen etc. kann es aber sehr wohl. Man muss nur Ernst damit machen und nicht konsequent der jeweils stärksten Lobby folgen.

Eben jenes Argument, regenerative Energien allein reichten nicht aus, ist mir übrigens erst gestern begegnet: In einer Werbung für - Braunkohle!! Natürlich unter Berufung auf "namhafte Experten".
Na, wenn da man nich schnöde Geldgier dahintersteckt!

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Re: Gewerkschaft und Arbeitgeberverband wollen mehr Kernkraft

Beitragvon sinlalu » 9. Juli 2008 09:20

Skogstroll hat geschrieben: Man muss nur Ernst damit machen und nicht konsequent der jeweils stärksten Lobby folgen.



Leichter gesagt als getan. Wir sind ja (leider ) nicht die Entscheidungsträger. Und die denken wie so oft nicht an das große Ganze, sondern an eine mögliche Wiederwahl. Also doch die Lobby...

Und zum Ernst machen: ich meine, dass nur eine Einigung auf breiter Ebene etwas nutzt. Und die scheint nicht zu erreichen.

Liebe Grüße Silke
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