Gesundheitssystem, ärztliche Versorgung, Kleidung

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Imrhien
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Gesundheitssystem, ärztliche Versorgung, Kleidung

Beitragvon Imrhien » 6. Dezember 2006 11:00

Hallo Ihr Lieben,

ich bin neu bei Euch im Forum habe aber schon eine Weile mitgelesen. Und was ich da so gesehen habe, hat mir sehr gut gefallen. Es herrscht ein tolles Klima und es macht richtig Spaß zu sehen was Ihr alle so erlebt in und mit Schweden.
Auch wir wollen irgendwann in Schweden leben. Allerdings sind wir noch im Vorbereitungsstadium. Wir suchen gerade nach einem Job und haben schon mal Anfänge mit der Sprache gemacht. Auch sonst suchen wir allerlei Informationen zusammen und versuchen uns eben so gut es geht auf den Zeitpunkt vorzubereiten wenn es dann soweit ist und wir endlich auswandern können.
Sicherlich habt Ihr manche meiner Fragen (und wir haben noch so einige) schon irgendwo hier beantwortet, entschuldigt also bitte wenn ich trotzdem frage. Ich habe nicht jeden einzelnen Beitrag bis in die Anfänge des Forums gelesen...

Hier schon mal ein paar meiner Fragen:
Wie ist das Gesundheitssystem allgemein? Gibt es in Schweden auch Homöopathie oder ist das ne deutsche Modeerscheinung?

Gibt es wirklich so gute Betreuungseinrichtungen für Kinder wie man in Deutschland sagt und gibt es die für alle überall? Bei uns herrscht da ja eher Mangel...

Sprache: WIr haben schon 2 VHS-Kurse gemacht mussten aber wegen des Jobs umziehen und hier gibt es keinen guten Kurs... Wir versuchen also mal so weiter zu lernen. Wie lange dauert das im Land so in etwa bis man halbwegs gut sprechen kann? Welche Software würdet ihr empfehlen zum Daheim-Lernen?

Mein Mann hat im Januar ein Gespräch in Schweden. Sie wollen ihn mal kennen lernen und schauen ob eine Stelle passend ist. Nun stellt sich die Frage: "Was zieht er an" Es mag banal klingen aber in Deutschland legen Chefs auf sowas Wert und ich habe keine Ahnung wie das die Schweden halten. Bei offiziellen Sachen habe ich schon öfter gesehen, dass die Schweden recht häufig sehr anständig gekleidet sind. Andererseits sind sie oft locker. Wie erscheint man zu so einem Gespräch in Schweden? Man will es ja auch nicht übertreiben...

Und dann noch etwas das für uns sehr wichtig ist, das liebe Geld. Wir müssen natürlich fragen was er so verdienen würde. Unsere Infos dazu sind, dass die Schweden mit diesem Thema sehr locker umgehen da auch die Gehälter öffentlich einsehbar sind. Stimmt das? Wo könnten wir dann erfahren was ein "normales" Gehalt für seinen Beruf ist? Und gibt es sowas wie einen "Warenkorb" also eine Summe die (in deutschland) vom Statistischen Bundesamt festgelegt wird und aussagt wie hoch die Lebenshaltungskosten sind?
Soabld wir mal da leben und die Kinder gut versorgt sind möchte ich auch arbeiten aber erst mal müsste mein Mann uns alleine unterhalten. Er ist Ingenieur und ich bin Sozialpädagogin. Das sollte ich vielleicht noch sagen :)

So, vielen Dank und entschuldigt wenn Euch manches schon aus den Ohren kommt...

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Dietmar
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Re: Bin neu und habe ein paar Fragen

Beitragvon Dietmar » 6. Dezember 2006 11:32

Hej Imrhien,

herzlich willkommen im Schwedenforum :-)
Freut mich dass es Dir hier gefällt! Was bedeutet Dein nick....?

Du hast sehr viele Fragen gestellt, für ein einzelnes Thema. Ich greife mir mal das hier heraus:

Imrhien hat geschrieben:Sprache: WIr haben schon 2 VHS-Kurse gemacht mussten aber wegen des Jobs umziehen und hier gibt es keinen guten Kurs... Wir versuchen also mal so weiter zu lernen. Wie lange dauert das im Land so in etwa bis man halbwegs gut sprechen kann? Welche Software würdet ihr empfehlen zum Daheim-Lernen?


Ich empfehle die ASSIMIL-Serie; mit der habe ich auch gelernt.
Zum Thema Sprache gibt es aber schon einen ausführlichen thread, wo Du vielleicht zuerst lesen solltest:
http://www.schwedentor.de/forum/viewtopic.php?t=4370

Viele Grüße,
Dietmar

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Skogstroll
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Re: Bin neu und habe ein paar Fragen

Beitragvon Skogstroll » 6. Dezember 2006 11:49

Hej,

willkommen im Forum! Ich will mal versuchen, ein paar Fragen zu beantworten.

Das schwedische Gesundheitssystem beschränkt sich auf eine ziemlich elementare schulmedizinische Grundversorgung. Lange Wartezeiten auf einen Termin sind die Regel, es gibt eine Art Praxisgebühr, Medikamente müssen bis zu einem Höchstsatz (ich glaube 800kr pro Jahr, korrigiert mich, wenn ich mich irre) selbst bezahlt werden. Freie Arztwahl gibt es nur sehr eingeschränkt bis gar nicht, ebensowenig den festen Hausarzt. Der Zahnarzt muss nach dem 19. Lebensjahr zu 100% selbst bezahlt werden.
Alternative Behandlungsformen gibt es eventuell in den grossen Städten, aber nicht auf dem platten Land. Das Sortiment der Apotheken beschränkt sich auf die chemische Keule, schon Kräutertees sind meist Fehlanzeige.
Insgesamt ist das Gesundheitssystem ein Grund, aus Schweden auszuwandern. Zahnarzttourismus nach Polen ist hier der Renner.

Mit der Kinderbetreuung ist es eher umgekehrt. Hier hat man auf dem platten Land gute Chancen, eine gemütliche Dorfschule zu finden, falls die noch nicht geschlossen wurde. Schulen in den Städten haben ähnliche Probleme wie in Deutschland. Allerdings findet man auf jeden Fall einen Platz in einer Einrichtung.

Sprache: Ich stehe Computerkursen immer etwas skeptisch gegenüber. Versucht, einen guten VHS-Kurs zu finden, am besten natürlich bei einem Muttersprachler. Als Erwachsener lernt man allerdings praktisch ewig ohne jemals das Gefühl zu haben, es jetzt wirklich richtig gut zu können, jedenfalls geht mir das so, und ich bin mit einigen Vorkenntnisen nach Schweden gekommen und bin jetzt seit reichlich zweieinhalb Jahren hier.

Dresscode: Das kommt natürlich auf die Firma und die Stelle an, aber generell wird das hier viel lockerer gehandhabt als in Deutschland. Man sollte schon etwas gepflegt daherkommen, aber ganz steif mit Schlips und Kragen ist garantiert "overdressed".

Das liebe Geld: Die meisten Preise sind etwa vergleichbar mit denen in Deutschland, die meisten Gehälter - insbesondere die in qualifizierten Berufen - deutlich niedriger. Eine gute Übersicht gibt es hier: http://www.samdok.se/lonerna_sverige.pdf
Das ist einer der Gründe dafür, dass in Schweden meist beide Partner berufstätig sind. Das ist zwar einerseits gefördert, andererseits auch einfach notwendig.

Dies mal für den Anfang, meldet Euch, wenn ihr noch Fragen habt!

Hälsningar,
Skogstroll

glada

Re: Bin neu und habe ein paar Fragen

Beitragvon glada » 6. Dezember 2006 12:24

Fragen, wie man sich kleidet, werden ganz gut in dem Buch "den svenska koden*" beantwortet (frag' mich jetzt bitte nicht, wo man das bekommt; aber wie Dietmar kenne, hat er gleich wieder eine schönes Bild mit Link rausgesucht... :wink:)
Ich würde empfehlen, daß sich dein Mann elegant anzieht aber auf einen Anzug verzichtet. Selbst Politiker sind mit aufgekrempelten Hemden im Fernsehen zu sehen.
Zum Geld: Lohnverhandlungen nicht im ersten Vorstellungsgespräch, es sei denn, der Chef spricht das Thema an. Oft kommt die Frage, was man denn verdienen wolle, deshalb vorher ruhig erkundigen, wie das Lohnniveau im Beruf ist.
Oft folgt aber ein zweites Gespräch, in dem über das Gehalt gesprochen wird.
*auf schwedisch

Moehlecke
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Re: Bin neu und habe ein paar Fragen

Beitragvon Moehlecke » 6. Dezember 2006 14:16

Zu Schweden kann ich leider noch nichts sagen, was die Kleidung allerdings angeht würde ich je nach Branche schon auf eine korrekte Kleidung achten.
Als Bänker ist man halt etwas vorbelastet.

Wenns nicht gerade ein Handwerksberuf ist, würde ich schon mit einem Anzug erscheinen. Macht einfach einen besseren Eindruck und wenn später eine Jeanshose reicht dann ist es halt so. Manschettenknöpfe und Einstecktuch würde ich allerdings auch weglassen, denn das wäre bei mir der Bereich Overdressed.

Für weitere Infos bzgl. Kleidung einfach mal eine PN.

Grüsse vom Rhein

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Gottfried
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Re: Bin neu und habe ein paar Fragen

Beitragvon Gottfried » 6. Dezember 2006 14:40

Hej!
Erst mal ein „herzliches Willkommen im Forum“. Dieses Mal kann ich mich bequem zurücklehnen, weil ja schon alle Fragen beantwortet sind. Auch mal schön…..
Mal eine Anekdote zur Bekleidung:
Ich war vor Jahren mal mit einer Handelsdelegation in London und wir waren zu einem Treffen mit dem Aufsichtsrat verabredet und meine Schweden kamen alle mit Jeans und t-shirt. Der Aufsichtrat selbstredend in Nadelstreifen. Am Abend waren wir im Club verabredet: Alle vom Aufsichtrat in legerer Freizeitkleidung. Ratet mal wie meine Schweden kamen: In Nadelstreifen und Stockschirm, extra in London gekauft.
Es ist halt nicht leicht die richtige Bekleidung zu wählen…..
also...ich wuerde in Schweden zum Vorstellungsgespräch eine gute Jeans und ein Hemd und ein Jackett wählen, auf keinen Fall einen Anzug! Der ist fuer deutlich feierlichere Anlässe in Schweden vorgesehen.....


Viele Glück und bis bald im Forum. Viele Grüsse

Gottfried
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Auswanderer
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Re: Bin neu und habe ein paar Fragen

Beitragvon Auswanderer » 6. Dezember 2006 15:17

Imrhien hat geschrieben:Hier schon mal ein paar meiner Fragen:
Wie ist das Gesundheitssystem allgemein? Gibt es in Schweden auch Homöopathie oder ist das ne deutsche Modeerscheinung?


Mein Eindruck: Geht es einem gut, ist es in Deutschland etwas bequemer:
Termin beim Hausarzt bekommt man relativ schnell, Rezept, fertig. Geht
es einem schlecht, dann hat man vor allem finanzielle Probleme in
Deutschland. Ich weiß, wovon ich rede: vor 2 Jahren bin ich schwer
an Krebs erkrankt. (Bin dank intensiver schulmedizinischer
Chemotherapie, die ich zum Gluck gut vertragen habe, wieder gesund.)
Vereinfacht gesagt: in Schweden zahlst du alles bis ca. EUR 100 im Jahr,
danach zahlt die Kasse (und es gibt nur eine, nicht 400 wie in
Deutschland). Wenn du gesund bist, kommst du vielleicht in Deutschland
billiger dabei weg. Aber wenn du krank bist, hast du schon EUR 40 pro
Person und Jahr nur für die Praxisgebühr, dazu kommt die Rezeptgebühr.
Bei meiner Chemotherapie z.B. war jede Flasche Infusion, die ich
bekommen habe, und jede Spritze, ein eigenes Rezept, da diese
Sachen teuer sind, mit dem Höchstbetrag von EUR 10. So sind schon
in wenigen Wochen mehrere hundert Euro zusammen gekommen.
(Von amerikanischen Verhätnissen sind wir natürlich weit entfernt,
denn die Behandlung selbst hat wahrscheinlich mehrere hundert tausend
Euro gekostet, und natürlich zahlte den Löwenanteil---also alles bis
auf Rezeptgebühr usw.---die Kasse.) Selbst wenn man dies im
Normalfall vertragen kann, ist es etwas schwierig, wenn man nicht
arbeiten kann, nicht weiß, ob und wann man wieder arbeiten wird und
die Frau nicht weiß ob sie schon etwas für die Beerdigung zurücklegen
sollte (Sterbegeld zahlt die Krankenkasse in Deutschland nicht mehr.)
In Deutschland ist der Eigenanteil auf 2% des Bruttoeinkommens
begrenzt, also deutlich mehr als die EUR 100 oder so in Schweden.

Homöopathie und Impfgegner sind Sachen, die man überwiegend in
Deutschland findet. :-|

Imrhien hat geschrieben:Gibt es wirklich so gute Betreuungseinrichtungen für Kinder wie man in Deutschland sagt und gibt es die für alle überall? Bei uns herrscht da ja eher Mangel...


Definitiv besser in Schweden.

Imrhien hat geschrieben:Sprache: WIr haben schon 2 VHS-Kurse gemacht mussten aber wegen des Jobs umziehen und hier gibt es keinen guten Kurs... Wir versuchen also mal so weiter zu lernen. Wie lange dauert das im Land so in etwa bis man halbwegs gut sprechen kann? Welche Software würdet ihr empfehlen zum Daheim-Lernen?


Software: keine. Bücher sind viel besser. Wenn man schon etwas
kann, dann DVDs schauen, vielleicht in schwedischer Sprache mit
schwedischen Untertiteln. Und/oder einen Intensivkurs besuchen,
z.B. http://www.uiss.org/ .

Imrhien hat geschrieben:Mein Mann hat im Januar ein Gespräch in Schweden. Sie wollen ihn mal kennen lernen und schauen ob eine Stelle passend ist. Nun stellt sich die Frage: "Was zieht er an" Es mag banal klingen aber in Deutschland legen Chefs auf sowas Wert und ich habe keine Ahnung wie das die Schweden halten. Bei offiziellen Sachen habe ich schon öfter gesehen, dass die Schweden recht häufig sehr anständig gekleidet sind. Andererseits sind sie oft locker. Wie erscheint man zu so einem Gespräch in Schweden? Man will es ja auch nicht übertreiben...


Nicht so ausgeputzt wie hier. Sauber, gepflegt, aber Schlips oder Anzug
ist wirklich nicht nötig.

Imrhien hat geschrieben:Und dann noch etwas das für uns sehr wichtig ist, das liebe Geld. Wir müssen natürlich fragen was er so verdienen würde. Unsere Infos dazu sind, dass die Schweden mit diesem Thema sehr locker umgehen da auch die Gehälter öffentlich einsehbar sind. Stimmt das? Wo könnten wir dann erfahren was ein "normales" Gehalt für seinen Beruf ist? Und gibt es sowas wie einen "Warenkorb" also eine Summe die (in deutschland) vom Statistischen Bundesamt festgelegt wird und aussagt wie hoch die Lebenshaltungskosten sind?


Meine Erfahrung: einfach Leute fragen, was sie verdienen. Dies ist
wirklich kein Tabuthema. Faustregel: in schlechtbezahlten Berufen
kommt man etwas besser weg in Schweden, in gutbezahlten schlechter,
sowohl wegen der Steuerbelastung (wenig Lohn: weniger Steuern als
hier, mehr Lohn, mehr Steuern als hier, beides in Prozent natürlich) als
auch weil die Unterschiede in den Bruttogehältern nicht so groß sind.
(Mit "Steuern" meine ich alle Abgaben, die von deinem Bruttolohn
abgeben: Extrabeiträge für Sozialversicherungen wie in Deutschland
gibt es nicht.) Auch wichtig: in der Regel kann man deutlich weniger
für wohnen ausgeben als in Deutschland.

Imrhien hat geschrieben:Soabld wir mal da leben und die Kinder gut versorgt sind möchte ich auch arbeiten aber erst mal müsste mein Mann uns alleine unterhalten. Er ist Ingenieur und ich bin Sozialpädagogin. Das sollte ich vielleicht noch sagen :)


In beiden Fällen denke ich, dass die Aussichten gut sind, einen Job zu
finden, WENN IHR GUT SCHWEDISCH SPRECHT! Arbeitet man beim
Staat als Sozialpädagogin, muss die Ausbildung wahrscheinlich
offiziell anerkannt werden, aber dies ist nicht so aufwändig.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.

---Stig Johansson

glada

Re: Bin neu und habe ein paar Fragen

Beitragvon glada » 6. Dezember 2006 16:14

Mein Eindruck: Geht es einem gut, ist es in Deutschland etwas bequemer:
Termin beim Hausarzt bekommt man relativ schnell, Rezept, fertig. Geht
es einem schlecht, dann hat man vor allem finanzielle Probleme in
Deutschland. Ich weiß, wovon ich rede: vor 2 Jahren bin ich schwer
an Krebs erkrankt. (Bin dank intensiver schulmedizinischer
Chemotherapie, die ich zum Gluck gut vertragen habe, wieder gesund.)

Allerdings mit der Einschränkung, daß es gerade bei Chemobehandlungen lange Wartelisten gibt, da erledigt sich dann manche Behandlung von alleine. (Ein Nachbar im Ort ist verstorben, weil er nicht rechtzeitig behandelt werden konnte)
Gibt es in Schweden auch Homöopathie oder ist das ne deutsche Modeerscheinung?

In unserer Umgebung gibt es mehrere Homöopathen, einer hat allerdings vor kurzem wieder aufgegeben. Die Kosten für die Behandlung trägt der Patient alleine.

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Auswanderer
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Re: Bin neu und habe ein paar Fragen

Beitragvon Auswanderer » 6. Dezember 2006 16:24

glada hat geschrieben:Allerdings mit der Einschränkung, daß es gerade bei Chemobehandlungen lange Wartelisten gibt, da erledigt sich dann manche Behandlung von alleine. (Ein Nachbar im Ort ist verstorben, weil er nicht rechtzeitig behandelt werden konnte)


Ein anderer Teilnehmer, der in Schweden wohnt, meinte in einem anderen
Thread, dass es zwar Wartezeiten geben kann, die länger sind als in
Deutschland, allerdings für Sachen, die wirklich nicht eilig sind,
wohingegen Sachen, die wirklich eilig sind, sofort erledigt werden.

Kanntest du den Verstorbenen persönlich? Wenn nicht, ist wirklich
auszuschließen, dass es sich um ein Gerücht handelt, was nicht stimmt?

Kann es wirklich sein, dass jemand, der an Krebs erkrankt ist, DESHALB
gestorben ist, weil er auf eine Chemotherapie warten musste? Oder
konnte vielleicht aus anderen Gründen die Chemotherapie nicht
begonnen werden? Bei mir z.B. brauchte man einige Wochen, bis
klar war, genau welche Art von Krebs ich hatte. Als dann endlich
feststand, welche Therapie angesagt war, habe ich mich wirklich schnell
erholt.
Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.



---Stig Johansson

jörgT
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Re: Bin neu und habe ein paar Fragen

Beitragvon jörgT » 6. Dezember 2006 18:23

Na Skogstroll,
ist unser schwedisches Gesundheitswesen wirklich so schlecht oder habe ich als Arzt nur eine andere Sicht darauf?
Viele Patienten umgehen Wartezeiten durch den Besuch auf der "akuten".
Ich habe das schwedische Gesundheitssystem gerade jetzt auch als Patient erlebt und kann mich absolut nicht beklagen!
Jedenfalls habe ich hier noch nie einen völlig übermüdeten, überforderten Arzt in einer Rettungsstelle oder vårdcentral erlebt.
Im Ernst, akute Sachen werden sofort erledigt, einschliesslich modernster Verfahren, Sachen, die objektiv gesehen Zeit haben, dauern lange.
Dazu kommt, dass die primärvård, also die Versorgung in den vårdcentral, aus objektivem oder subjektivem Personalmangel nicht funktioniert.
Aber nur wegen eines Rezeptes zum Arzt - das muss man nicht ...
Schliesslich gibt es gute Gründe, warum deutsche Ärzte nach Schweden gehen!
Jörg :?


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