Gesundheitssystem

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marsab
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Gesundheitssystem

Beitragvon marsab » 29. Juli 2014 14:13

Hallo!
Meine Frau und ich möchten in das schöne Schweden auswandern
Man sagt ja dass das Gesundheitssystem im schweden etwas holprig ist. Deshalb wollte ich fragen, ob von den Auswanderern hier auch epileptiker sind..?
ich weiss diese frage ist sehr persöhnlich aber wir wollen unbedinkt nahch schweden, meine frau ist epileptikerin und man kann im inet nicht wirklich etwas brauchbares finden ...
Danke für antworten und sorry nochmal wegen so einer intimen frage.

Gruss MarSab! :D

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Re: Gesundheitssystem

Beitragvon HeikeBlekinge » 29. Juli 2014 15:19

Wieso intime Frage?
Ist doch etwas völlig normales!
Ich denke mit einer diagnostizierten Erkrankung und ausfuehrlichen Unterlagen (auf englisch evtl.) sollte es keine Probleme geben. Schaut nur, das ihr zuvor vielleicht Kontakte knuepft zur Vårdcentral eures Wohnortes. Wahrscheinlich heissen hier die Medikamente anders oder sind anders zusammen gesetzt vorhanden. Das sollte man im Vorfeld abklären.

LG
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Re: Gesundheitssystem

Beitragvon vibackup » 29. Juli 2014 17:28

marsab hat geschrieben:Hallo!
Meine Frau und ich möchten in das schöne Schweden auswandern
Man sagt ja dass das Gesundheitssystem im schweden etwas holprig ist. Deshalb wollte ich fragen, ob von den Auswanderern hier auch epileptiker sind..?

Hej!

Ich habe keine Epilepsie, arbeite aber im Gesundheitswesen.
Ich würde es so formulieren:
  • Es ist in Schweden schwer, in das System "reinzukommen"
  • Ist man erst einmal drin, so erhält man Behandlung auf etwa dem Niveau wie auch in Deutschland, wobei man natürlich nicht Kiruna und Hamburg vergleichen kann. Vergleicht man aber Regionen ähnlicher Bevölkerungsdichte, so kommt man auch auf ähnliche Qualität und Grade an Spezialisierung.
  • Ich nehme an, deine Frau wird in Deutschland von einem Neurologen behandelt? Das wird dann wohl auch hier so sein und sollte eure Wahl des Zielortes beeinflussen. Neurologen gibt es hier nicht überall, sondern nur an Krankenhäusern (und meines Wissens auch nicht an allen).
  • Generell ist die Zusammenarbeit über Fachgrenzen in Deutschland besser; dort ist man zuerst Arzt, und dann Neurologe, Allgemeinarzt...; hier zuerst Neurologe, Allgemeinarzt, dann ev Arzt. Man ist vielmehr auf sein jeweiliges Spezialgebiet fokussiert und hat weniger breites (Grund)Wissen übrig. Das macht nichts, wenn man nur Probleme in einem Fachgebiet hat, kann aber welche machen, wenn man Probleme hat, die mehrere Fachgebiete betreffen.
  • Ärzte haben hier weniger, Administratoren, Politiker und Schwestern mehr Einfluss auf die Entscheidungen die die Behandlung wesentlich beeinflussen.
So sieht es generell aus; allerdings gibt es hier wie in Deutschland das gesamte Spektrum von richtig guten zu richtig schlechten Ärzten/Schwestern/Chefs, so dass die konkrete Erfahrung in beiden Ländern stark schwanken kann, wenn man einzelne Patienten befragt.

//M

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Re: Gesundheitssystem

Beitragvon jörgT » 19. August 2014 09:58

Nun muss ich auch noch meinen Senf dazu geben, Michael:
Rein praktisch teile ich (als Arzt/Spezialist im glesbygd) Deine Auffassung nicht - hier muss man ein breiteres Wissen haben als in Deutschland, wo Du Spezialisten an nahezu jeder Ecke hast!
Unkomplizierte Epilepsien werden auf vårdcentral-Niveau behandelt, erst wenn Patienten häufige Anfälle und/oder ungewöhnliche Medikamentenkombinationen haben, kommt der Neurologe ins Spiel!
Ich stimme Dir allerdings völlig zu, dass dieses Herangehen stark von der Region abhängt, in der man wohnen und leben will.
Deshalb mein Rat an MarSab: Stellt Euch in der vårdcentral vor und berichtet Euer Problem! Wichtig sind die Unterlagen aus Deutschland, die Angaben zu Anfallshäufigkeit, Medizin (auch frühere!) und ev. Besonderheiten oder Unverträglichkeiten beinhalten sollten. Ist es Euch nicht möglich, solche Angaben auf Englisch zu bekommen, tuts zur Not auch der deutsche Text.
Viel Glück für Euch!
Jörg

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Re: Gesundheitssystem

Beitragvon vibackup » 19. August 2014 17:02

jörgT hat geschrieben:Nun muss ich auch noch meinen Senf dazu geben, Michael:
Rein praktisch teile ich (als Arzt/Spezialist im glesbygd) Deine Auffassung nicht - hier muss man ein breiteres Wissen haben als in Deutschland, wo Du Spezialisten an nahezu jeder Ecke hast!...

Granted, du hast eine andere Perspektive als ich, der ich in Mittelschweden gearbeitet habe, wo ja doch Krankenhäuser recht dicht gesät sind.
Und wir sind uns auch einig: haben sollte man dieses Wissen, und hier um so mehr...
aber wie du schon schreibst:
jörgT hat geschrieben:dass dieses Herangehen stark von der Region abhängt, in der man wohnen und leben will.

Deine Tipps kann ich voll unterschreiben, je mehr relevante Dokumentation der Kollege hier in S hat, desto besser.

//M


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