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Schweden
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Schweden und Norwegen - Fähre, Urlaub, Reisen & Meer

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 Betreff des Beitrags: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 4. August 2010 11:35 
Hallo ....

ich habe mit meiner Familie vor, in 2-3 Jahren nach schweden auszuwandern weil mir dieser sogenannte Sozialstaat Deutschland ziemlich auf die Nerven geht.

Darum wollte ich gern mal so ein Feedback von den schon ausgewanderten haben, ob ihr es bereut nach Schweden ausgewandert zu sein, wie es mit der Arbeit in Schweden aussieht welche Berufe sind besonders gefragt (ich zum Bsp. bin Umwelttechniker im Bereich der Abwasserreinigung wird so etwas gesucht) wie ist der soziale Kontakt zu den Schweden ... ja ganz einfach seit ihr froh diesen schritt gemacht zu haben oder hat sich im vergleich zu Deutschland nicht viel geändert.

Wenn man zum Bsp. gestern Good By Deutschland angeschaut hat wo dieser Arzt mit seiner Familie nach Schweden gegangen ist denkt man ja die haben das Paradis auf Erden.

Würde mich sehr über viele Antworten freuen


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 4. August 2010 18:15 
Schwedenfreund
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Also, Deutschland zu verlassen, weil einen der Sozialstaat nervt, um dann nach Schweden zu gehen, zuegt von enormem Unkenntnis.

Ja, manche Berufe werden in Schweden besucht und man verdient mehr als hier, z.B. dieser Arzt. Ihm geht es besser. Ob es einem als Patient in Schweden besser geht, ist eine ganz andere Frage. Die einhellige Meinung ist "nein". Ja, das Krankenkassensystem in Deutschland ist auch nicht perfekt, aber das bedeutet nicht, dass es überall besser ist, oder in Schweden besser ist. Tatsächlich ist es trotz der Probleme eines der besten der Welt.

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Alla dessa dagar som kom och gick, inte visste jag att det var livet.

---Stig Johansson


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 4. August 2010 18:27 
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Hi,

ja ich habe auch geschaut. Der Arzt in Pajala hat den Umzug bezahlt bekommen, ihm wurde sicher auch geholfen ein Haus zu finden, er verdient sehr gut. Aber...... normalerweise sind die Verdienste hier nicht so hoch. Er bekommt sicher so viel weil dort oben ein Ärztemangel herrscht. Aber Du hast sicher auch gehört, das dort oben fast alle jungen Leute weggehen, weil die Zukunft insbesondere was Ausbildung o.ä. angeht nicht sehr rosig sind. Es gibt dort immer weniger Arbeit usw. Es gibt kaum oder keine Unterhaltung (Kino Theater etc.) man ist also auf sich und die Schweden angewiesen. Zu Schweden Kontakt zu bekommen ist nicht schwer aber richtige Freundschaften findet man nicht so leicht.

Wie es einem im Winter geht wurde nur ganz kurz angerissen, gerade der ist aber nicht jedermanns Sache. MAn darf nicht vergessen das es dort oben von Okt bis April ziemlich dunkel ist und im November, Dezember und Januar fast ganz oder ganz dunkel ist. Das muss man auch aushalten können. Dazu kommt noch die Entfernung nach Deutschland vorausgesetzt man hat dort noch Familie und Freunde und will den Kontakt nicht ganz abreissen lassen.

Ich finde man muss sich das alles sehr genau durch den Kopf gehen lassen und vor allem sollte man nicht dem hier viel zitierten "Bullerbuesyndrom" erliegen.

Das Land ist schön keine Frage, man hat mehr Platz richtig, aber es nicht alleine das was zählt. Macht Urlaub hier und das mehrfach und an verschiedenen Orten, informiert Euch ueber Eures beim Arbeitsamt in Deutschland, lest Erfahrungsberichte und und und

Gruss Speedy


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 4. August 2010 20:40 
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geht es euch besser in schweden???

Ja

Gruss Haui

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BildMan muss nicht jeden Berg selber besteigen,
aber man muss Wissen wer einen die Aussicht beschreibt


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 4. August 2010 21:02 
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Wohnort: Västernorrlän
Javist, mycket bättre :-)

Liebe Grüsse
Älven

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Människans bästa vän ha fyra ben och kallas.....sofa


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 4. August 2010 21:11 
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Haui hat geschrieben:
geht es euch besser in schweden???
Ja
Gruss Haui
Genauso eindeutig antworten wir auch.
Hejdå
Hanjo

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Wer seine Träume erfüllen will, muss erst einmal aufwachen
http://www.hanjo-sverige.se


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 4. August 2010 21:31 
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Registriert: 25. August 2009 07:42
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Haui hat geschrieben:
geht es euch besser in schweden???

Ja

Gruss Haui


schließe mich dem an.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 5. August 2010 10:58 
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Beiträge: 31
Wohnort: Sandöverken, Västernorrland
Hallo,

ob es uns besser geht in Schweden, ein ganz eindeutiges JA!!!!,
kommt aber sicher auch darauf an wo man in Schweden lebt und wie man sich einlebt.Es ist ein anderes Leben, als man es von Deutschland her gewöhnt ist, wir finden ein Besseres, aber wenn ihr hier im Forum stöbert werdet ihr auch andere Meinungen lesen können.

Conny


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 5. August 2010 11:07 
Schweden Guru
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Beiträge: 1544
Wohnort: Orsa
Auch wir können nur sagen: Ja, wir fühlen uns besser in Schweden!
Wir leben nun schon über 7 Jahre hier und obwohl ich vor 4 Jahren eine schwere Krankheit hatte, deren Auswirkungen ich immer noch spüre, geht es mir hier gut.
Allerdings kann ich auch nur nochmal unterstreichen, dass jeder den Schritt "Auswanderung" für sich selbst gut vorbereiten muss. Wir sind viele Jahre als Touris in Schweden unterwegs gewesen und wussten so, was uns erwartet. Das beugt späterer Enttäuschung oder Frustration vor!
Jörg :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 5. August 2010 12:42 
Teilnehmer
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Registriert: 12. Februar 2010 20:06
Beiträge: 33
Wohnort: Hishult
Auf jeden Fall, wir fuehlen uns in Schweden freier und arbeiten muss man
Ueberall.

Ute


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. August 2010 09:50 
Stiller Beobachter

Registriert: 4. August 2010 12:32
Beiträge: 1
@Auswanderer - das mit dem der Sozialstaat nervt war eigentlich nicht so gemeint ich meine damit das man in Deutschland nicht mehr als Mensch sondern nur noch als Arbeitsmaschine angesehen wird - und das nervt mich ich habe hier in Deutschland schon in verschiedenen Bereichen und Bundesländern gearbeitet aber egal wo man in Deutschland ist man wird meiner Meinung nach nicht mehr als Mensch gesehen und die Familie zählt hier auch nichts mehr und das kann meiner Meinung nach nicht sein ... das sind ist eigentlich der Grund warum ich aus Deutschland weg will und was mich hier so nervt.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. August 2010 11:10 
Schwedenfreund
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Beiträge: 346
Wohnort: muss noch geheim bleiben
OK. Ob das in Schweden besser ist, musst du herausbekommen. Ich habe lange mit dem Gedanken gespielt, nach Schweden auszuwandern, war oft da, war zweimal kurz davor. Mittlerweile bin ich der Meinung, es sich für mich nicht lohnt, nach Schweden zu ziehen. Klar, vieles gefällt mir dort besser, aber es gibt auch Sachen, die mir in Deutschland besser gefallen. Unter dem Strich ist Deutschland, für mich, im Moment, besser. (Hauptsächlich habe ich 2 Bedenken bezüglich Schweden: die Gesundheitsvorsorgung scheint deutlich schlechter zu sein (was kein Widerspruch zu der Behauptung ist, dass es den Leuten, die in der Gesundheitsvorsorgung arbeiten, besser geht als in Deutschland) und die Scheden sind für mein Geschmack zu sexuell verklemmt. Dies war schon immer der Fall (trotz anders lautende Klischees), ist aber in den letzten 20 Jahren schlimmer geworden (und in Deutschland etwas besser geworden).)

ABER: deine Gründe, Deutschland zu verlassen, haben nichts, aber wirklich gar nichts, mit dem Sozialstaat zu tun. Im Gegenteil, ihre Ursachen liegen in dem Abbau des Sozialstaats.

Es ist so, dass man in der EU aussuchen darf, wo man wohnt und wo man arbeitet. Man kann aber nicht aussuchen, wo man Sozialhilfe bekommt. Dafür ist das Heimatland zuständig, es sei denn, man hat eine gewisse Mindestzeit im neuen Land verbracht und/oder hast sich einbürgern lassen. Also, wenn es am Anfang schlimm kommt, kommst du gar nicht dazu, vom schwedischen Sozialstaat zu profitieren.

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---Stig Johansson


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. August 2010 12:03 
Alter Schwede
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Besser? keine Ahnung. In mancher Hinsicht ja, in anderer nein. Unterm Strich gehts uns gut, aber ob es in Deutschland nicht genauso gut wäre, unterm Strich mein ich... ? Wer weiss das schon?
Arbeiten muss man überall. Mein Mann musste nun, trotz der gelobten Arbeitshaltung der Schweden, auch im Urlaub für die Firma arbeiten. Zum Teil weils manche der schwedishen Kollegen nicht tun und dann einfach mal 8 Wochen in den Urlaub verschwinden und die Kunden und Kollegen einfach hängen lassen. Man hat ja ein Recht drauf... Nach mir die Sintflut..
Das finde ich persönlich schlecht. Für die Kollegen, die 8 Wochen Urlaub gemacht haben und teils noch dabei sind, sieht das sicher anders aus. Die findens herrlich in Schweden.
Um ehrlich zu sein, ich finde es gibt für mich keinen Unterschied, im Ganzen. Manches ist einfach besser und anderes einfach schlechter. So als Ganzes hab ich mich in Deutschland ebenso wohl gefühlt wie jetzt hier. Vermutlich ist das immer von der eigenen Lebenssituation und der Gegend abhängig in der man landet.
Gerade passt alles und wir sehen es als weitere Abschnitt im Leben. Vielleicht bleiben wir, vielleicht sind wir in 5 Jahren wieder in Deutschland. Oder woanders. Ganz so wie es uns und unseren Kindern gut tut.
Noch kann ich mir allerdings nicht vorstellen, dass wir hier alt werden... dafür fehlt mir dann doch zuviel. Gerade was Gesundheitssystem und Bildungssystem angeht stört mich einiges, oder lässt mich einiges sehr zweifeln.

Ich kann auf alle Fälle nur raten, egal was alle hier schreiben, sich selbst ein sehr ausführliches Bild zu machen und da die eigenen Umstände miteinzubeziehen. Jemand der den Norden und die Kälte liebt, wird sicher ja sagen wenn er im Norden lebt. Jemand, der die Dunkelheit kaum aushält, wird dankend verneinen und wieder in den Süden wollen. Daher sind pauschale Antworten zwar interessant, aber für die eigene Planung nur schwer hilfreich.

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. August 2010 12:16 
Schwedenfreund
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Registriert: 24. November 1999 15:54
Beiträge: 908
Wohnort: früher Schweden, jetzt Mittelfranken
Wiebke ich liebe Dich! :heart:
Deine Beiträge sind immer wieder schön zu lesen und frei von "rosarote Brille" Anwandlungen.
So ist halt das Leben.... :danke: und viele liebe Grüße an Mann und Kinder.

_________________
Viele Grüsse

:smt024 Gottfried :smt024

Den Himmel überlassen wir den Engeln und den Spatzen. (Heinrich Heine)


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. August 2010 13:01 
Hej,

ich kann Wiebke in fast allem nur beipflichten. Es klingt zwar langweilig, aber Vor- und Nachteile gibt es überall, und jenachdem, was man selber wichtig findet, fühlt man sich hier oder da wohler.
Das kann sich übrigends auch mit der Zeit ändern. Jetzt im nachherein denke ich, als Familie mit Kleinkindern ist Schweden schon ziemlich gut (falls man vorheer gearbeitet hat und sich Ansprüche auf Elterngeld erworben hat). Werden die Kinder älter und brauchen gute Ausbildung, ist D eindeutig besser. Das haben wir versäumt und deswegen haue ich mir immernoch selbst auf die backe.
Wer gerne im eigenen Hause rumwerkelt oder am Wasser wohnt, hat in S wesentlich bessere Chancen dazu.
Wer kulturelle Abwechslung und Ausgehleben sucht, wird in S unglücklich werden (ausser vielleicht in Stockholm).
Wer zum Facharzt gehen muss, oder mal einen schnellen Krankenwagen braucht, hat in S schlechte Chancen. Ausnahmen soll es geben.

Diese Liste lässt sich beliebig verlängern, und ich kann nur jedem raten: versuch es!
Wenn ihr Kinder habt und keine realistischen berufsaussichten: Versucht es nicht! Wegen der Kinder.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. August 2010 19:08 
Alter Schwede
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:oops:
Danke für die Blumen. :)
Aber genau so fühlen wir uns tatsächlich und wenn ich ein paar Blumen zurückgeben darf, auch dank Deiner/Eurer Vorbereitung. Ich glaube, dass wir einen Teil der rosaroten Brille abgelegt haben, nachdem wir mit Dir den Hauskauf vorbereitet und durchgefüht hatten. Das hat uns manches in anderem Licht sehen lassen und wir wurden bisher immer wieder bestätigt. Schweden ist nicht besser, nur anders :)

Liebe Grüsse auch an Dich und Familie

Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. August 2010 19:33 
Hej,

Liebesgeschichte hier im Forum? Mal sehen, wie's weitergeht!!

Heute habe ich allerdings wieder etwas FÜR Schweden erlebt: Nachdem wir uns ein Haus am Meer, was zum Verkauf steht, schon ein paar mal angeschaut haben, sind wir heute mal mit dem Boot durch die Schären hingefahren. Wenn wir dahin ziehen, kann ich mit dem Boot in 15 Minuten direkt zur Arbeit fahren. Und das, ohne dass man Millionär ist. Dafür nimmt man schonmal andere Sachen in S in Kauf!


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. August 2010 20:19 
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Wohnort: Västerås
Hehe, das kann ich mir vorstellen. Klingt sehr gut. Das würde mir auch gefallen. Obwohl... was machst Du im Winter? Das Boot übers Eis ziehen? :)


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. August 2010 21:39 
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Beiträge: 808
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Imrhien hat geschrieben:
Hehe, das kann ich mir vorstellen. Klingt sehr gut. Das würde mir auch gefallen. Obwohl... was machst Du im Winter? Das Boot übers Eis ziehen? :)
Das frage ich mich auch. Dauert auch bestimmt länger als ne Viertelstunde ...

Aber zurück zum Thema. Mir gehts in Schweden besser. Weil ich besser bin. Weil ich meine Chancen besser nutze. Weil ich meine Lebensweise verändert habe. Weil ich mich nicht mehr in meinem Bequemlichkeitsberlin befinde.

Aber wie schon in vorherigen Beiträgen erwähnt gibts auch die nicht so schönen Seiten: Wie zum Beispiel das manche Dinge einfach dreimal so lang Zeit brauchen wie in D. Oder die Sommerpause wo ganz Schweden von Vertretern regiert wird (wobei das für die Vertreter ein super "praktikum" ist). Oder das viel zu geringe Wohnungsangebot in Stockholm. Oder jetzt: wo ich Zahnschmerzen habe, ich weiss genau was es ist und dass es mich ein paar Tausend Kronen kosten wird ...

Noch überwiegen für mich persönlich die Vorteile. (Und ich hoffe innerlich das das so bleibt.)

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Gnäll suger, handling duger.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 9. August 2010 17:32 
hallo,

ich denke ( als nicht-auswanderer) dass man in jedem land glücklich werden kann, obs in deutschland nun "doof" ist, oder ob einem in schweden grade die decke auf den kopf fällt weils so duster ist,und man genug schneewände gesehen hat .
leider verschwindet der urlaubsflair sehr schnell wenns daran geht, dass man auch in schweden nicht von selbstgefangenen fischen und gepflückten beeren leben kann ;)(obwohls ne gute idee wär ^^)


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 3. September 2010 18:00 
Neuling
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Ich werde hoffentlich Mitte naechsten Jahres nach Schweden auswandern. Bin im Moment auch schon ein Auswanderer, da ich seit 4 Jahren in England wohne. Also nicht so gute medizinische Versorgung und teure Zahnaerzte kenne ich schon :D

Recht habt ihr, wo immer man auch hinzieht, man muss sich schon anpassen und an manche Sachen gewoehnen. Aber wenn es nicht so waere, dann kann man ja auch zu Hause bleiben.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 5. September 2010 11:10 
Hej,
ja, uns geht es besser!!! Auch in Schweden muss man arbeiten um all seine Rechnungen bezahlen zu können. Dennoch gewinnt man einfach jede Menge an Lebensqualitet dazu. Eines sollte man jedoch klar vor Augen haben, Alltag und Urlaub immer schön auseinanderhalten. Die soziale Integretion dauert sehr lange, Der Schwede ist sicherlich nett und interessiert aber bis man Freundschaften schliesst, vergeht einige Zeit. Das soziale Netz erscheint auf den ersten Blick ziemlich verwirrend. Aber die Buerokratie in Deutschland ist weitaus komplizierter.
Alles in allem ein wunderschönes Land, in dem es sich sehr gut leben lässt, wenn man bereit ist dafuer zu arbeiten. Ganz wichtig ist, die Sprache zu können!!! Ohne die, gibt`s keine Arbeit. Also gut ueberlegen, gruendlich vorbereiten und Mut haben!!!

Kiki78


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 7. September 2010 09:18 
Teilnehmer
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Registriert: 6. September 2010 10:29
Beiträge: 43
auch wir fühlen uns in Schweden sehr wohl, möchten jedoch nie dauerhaft dort wohnen, müßten wir doch Freunde und Verwandte zurücklassen :?

Auch die Sprache sollte man nicht außer Acht lassen, in meinem Kurs ist zB. eine ältere Dame die mit ihrem Ehemann, einem Pfarrer an einer dt. Kirche in S jahrzehntelang gelebt hat. Vor ein paar Jahren, schon lange im Ruhestand, kamen sie nach D zurück - man vermißte die Feinheiten der Sprache in der man sich nur in seiner Muttersprache äußern kann.
Das hat mich nachdenklich gemacht.

Drottningen


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 7. September 2010 12:48 
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Beiträge: 1431
Wohnort: jämtland
- man vermißte die Feinheiten der Sprache in der man sich nur in seiner Muttersprache äußern kann.
Das hat mich nachdenklich gemacht.

Drottningen[/quote]

meinst du im schwedischkurs oder die ältere dame


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 7. September 2010 15:45 
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Beiträge: 172
Wohnort: Varberg
Hallo,

es geht mir nicht besser und auch nicht schlechter als in Deutschland. Eines ist klar wenn ich alt bin will in Deutschland sein und dort das zeitliche segnen. Vor allem wegen der Sprache, die fehlt mir doch sehr. Ausserdem lebe ich hier mehr gestresst als "zu Hause" das hat aber sicher mit der Firma und den Problemen mit den Behörden zu tun. Ansonsten sage ich es immer wieder gerne, Schweden ist ein wunderbares Land um Urlaub zu machen, aber die soziale Hängematte in Deutschland ist immer noch besser und die Gesundheitsversorgung auch.

Gruss Speedy die immer mal wieder dolles Heimweh nach Hamburg hat


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 7. September 2010 20:00 
Stiller Beobachter

Registriert: 7. September 2010 19:57
Beiträge: 2
Speedy hat geschrieben:
Ansonsten sage ich es immer wieder gerne, Schweden ist ein wunderbares Land um Urlaub zu machen, aber die soziale Hängematte in Deutschland ist immer noch besser und die Gesundheitsversorgung auch.

Gruss Speedy die immer mal wieder dolles Heimweh nach Hamburg hat


Hallo,

was meinst du denn mit "soziale Hängematte"?

Flo


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 7. September 2010 21:20 
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Beiträge: 154
Wohnort: Wohn-Haft D
Kamelot hat geschrieben:
was meinst du denn mit "soziale Hängematte"?Flo


...dass man in diesem D durchaus das Wort "Arbeit" aus seinem Wortschatz streichen und trotzdem recht gut leben kann...

Max :smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 10:45 
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Hallo,

auch das kann ein guter Grund sein, nach Schweden auszuwandern, dass man nicht bereit ist, für die Hängematte einiger Ausgebuffter sorgen zu müssen.

Da lobe ich mir ein Land wie Schweden, welches dafür sorgt, dass Mann und Frau arbeiten, sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und die das auch aufgrund besserer Kinderbetreuung bewerkstelligen können.

Grüße Aelve

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Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 10:52 
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Registriert: 6. September 2010 10:29
Beiträge: 43
@ stavre- ich meine das Leben der älteren Dame und ihres Mannes in Stockholm. Nach der Penionierung hatten die beiden viel Zeit die sie mit Freunden und Bekannten verbrachten, erst da wurde ihnen bewußt wie sehr viel differenzierter man sichin seiner Muttersprachemitteilen kann. Die guten Gespräche fehlten ihnen dort.
Drottningen


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 11:01 
Alter Schwede
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Registriert: 6. Dezember 2006 11:31
Beiträge: 3154
Wohnort: Västerås
Aelve,
Kinderbetreeung ist nicht besser weil es mehr davon gibt. Dass bei meinem Sohn morgens im fritids schon vor der Schule der Fernseher an ist, finde ihc nicht gerade ein Qualitätszeugnis!
Und nicht jeder, der es braucht und nutzt, ist gleich ein Schmarotzer weswegen die anderen nicht mehr ins Sozialsystem einzahlen sollten und zum Landflüchter werden sollten.
Schweden ist in vielerlei Hinsicht nicht besser als Deutschland. Nur anders!
Dass Frauen hier bsp. arbeiten müssen vor der Geburt und es quasi keinen Mutterschutz gibt, das finde ich weniger toll. Da lob ich mir (um bei Deinen Worten zu bleiben) Deutschland, das sich mit der sozialen Hängematte auch um Menschen und ihre Bedürfnisse kümmert.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 11:44 
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Registriert: 14. Januar 2008 12:20
Beiträge: 1464
Wohnort: 23858 Reinfeld
Hallo Wiebke,

aus der Entfernung sieht sogar Deutschland noch supergut aus, scheinbar ganz besonders die Schulseite und die Kindergartenseite.

Da wir, obwohl wir wirklich alles für eine gute Erziehung und Bildung unserer Kinder getan haben, gerade bei Schule und Kindergarten so gar nicht begeistert von dem von Dir zitierten Sozialsystem in Deutschland sind, da uns nur Steine in den Weg gelegt wurden, bin ich nun wiederum von den Möglichkeiten in Schweden ganz begeistert. Hier in Deutschland hörst Du über Schule und Kindergartenbetreuung wirklich nicht viel Gutes, in Schweden jedoch kenne ich nur Leute, die diese Seite für absolut top halten. Mit Sicherheit kommt es auf den Einzelfall an, aber es sind mir in Deutschland zuviel Einzelfälle, die sich über die Familienfeindlichkeit und Bildungsdefizite Deutschlands äußern, ganz anders als in Schweden, wo ich von ausgewanderten Deutschen nur positive Dinge höre wie z.B. Einsatz von zusätzlichen Lehrerstunden für ausländische Kinder, Sprachkurs vor Einschulung, konstruktive Gespräche zwischen Lehrkraft und Eltern usw., gerade solche Dinge vermisse ich an den Schulen, von denen ich lese oder höre bzw. kennen lernen mußte.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 13:25 
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Beiträge: 1380
Wohnort: Gällivare / Lappland
Aelve hat geschrieben:
Hier in Deutschland hörst Du über Schule und Kindergartenbetreuung wirklich nicht viel Gutes, in Schweden jedoch kenne ich nur Leute, die diese Seite für absolut top halten.
Grüße Aelve

Die absolut einzigen mir bekannten Menschen, die das Schwedische System gut finden, sind ausser Dir ein paar Politiker. Und ein paar Deutsche, die es nicht kennen.
Das schwedische Schulsystem versagt gerade jämmerlich, weil seine Absolventen einfach nix gelernt haben, sondern nur jahrelang gehört haben, wie "duktig" sie doch sind.
So langsam geht das auch den Schweden auf, weil nämlich die Firmen Schwierigkeiten bekommen, halbwegs qualifiziertes Personal zu bekommen. Die Leute müssen entweder mühsam selbst ausgebildet werden (sofern jemand da ist, der das kann), oder sie verschwinden sowieso nach drei Tagen wieder, weil sie sich das mit der Arbeit nun doch nicht so "jobbig" vorgestellt haben. Nicht verwunderlich, wenn sie in der Schule nie mit ernsthaften Forderungen konfrontiert wurden.

Ich durfte neulich in einem wirklich grossen Unternehmen an einer Krisensitzung teilnehmen. Man hatte jahrelang (genau genommen jahrzehntelang) richtig gefährliche Chemikalien für praktisch ungefährlich gehalten und grob nachlässig gehandhabt. Keinem einzigen Arbeitsschutzinspekteur ist das aufgefallen. Entdeckt wurde das erst, als man endlich einen kompetenten Spezialisten gefunden und eingestellt hatte. Einen Deutschen.

An das mit den Einzelfällen habe ich auch mal geglaubt, und daran, dass nur Norrbotten so direkt bildungsfeindlich ist, und dass im Süden sowieso alles viel besser ist. Eine Untersuchung des LRF (lärarnas riksförbund) kommt freilich zu einem ganz anderen Schluss. Danach sind sogar die besten Schulen des Landes im Norden zu finden, die roten Laternen leuchten in Skåne, Blekinge und Småland.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 13:30 
Meist sind es die ausgewanderten Deutschen, deren Kinder aufgrund von Besonderheiten nicht mit dem deutschen Schulsystem zurecht kamen, die dann ihr Glueck im schwedischen Flumskolasystem fanden, in dem ja alle gleich sind...


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 14:10 
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Hi Skogstroll und Aelve,

das Bildungssystem in Schweden... Die jungen Leute lernen das arbeiten einfach nicht. Wir haben hier gerade zwei Fälle an denen wir fast verzweifeln weil es nicht funktioniert. Die bekommen Anweisungen was sie zu machen haben, es klappt einmal und evtl. auch ein zweites mal, aber dann ist Schluss und Du fängst wieder von vorne an. Sagtst Du etwas dann kommt als Kommentar "ja genau" aber verinnerlicht wird das nicht. Ich bin genervt und frustiert. Bei uns kommt es darauf an das alle Details stimmen sonst bleiben die Kunden weg.

Ich weiss das deutsche Bildungssystem ist auch nicht goldig, aber hier in Schweden wird immer und immer wieder das Loblied auf Schweden gesungen, anstatt etwas zu ändern. Das gilt nicht nur fuer die Bildung sondern vor allem auch fuer das Gesundheitswesen. Die waren vielleicht mal vorbildlich aber dann hat man sich auf seinen Lorbeeren ausgeruht.

Bei unseren beiden Fällen ist das schlimme das das eine ein junger Mann von 19 Jahren ist den man noch formen kann, er ist willig und begreift auch was wir ihm sagen. Der andere Fall ist eine 34jährige Frau von der man eigentlich annehmen sollte das sie gelernt hat zu arbeiten aber nöööööööööööö!!!

Jetzt haben wir einen deutschen angeheuert der am 1.11. anfängt, hoffenlich klappt das besser, er macht zumindest einen guten Eindruck und war selber 18 jahre selbstständig, weiss also worum es geht. Daumen druecken...

Einen Gruss von der völlig gefrusteten Speedy


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 14:53 
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Ich hatte 5 Kinder in der schwedischen Schule, ich kann davon ein Lied singen. Im Prinzip haben Skogstroll und Speedy schon alles gesagt. Auch ich finde, dass es im Norden schlechter ist als im Süden. Ich wundere mich manchmal, woher die Schweden ihre Statistiken haben, in meinen Augen stimmen sie nicht mit der Wirklichkeit überein, ohne hier etwas unterstellen zu wollen. Wir sind zwei mal umgezogen, hatten die Kinder also in 3 verschiedenen Gemeinden in den Schulen. Das Niveau ist niedrig, wobei es auf dem Dorf am Niedrigsten war. Und was die Ordnung und Disziplin an den Schulen angeht .... ehem .... vielleicht kann Skogstroll auch dazu was sagen? Ich bin ja vermutlich schon als notorischer Schwarzmaler abgestepelt.... :lol:
Langsam regt mich hier so ziemlich alles auf. Das fängt bei der schlampigen Beschilderung auf den Strassen an (Warnungsschilder???, Vorfahrtsregeln???Konsequenz??????????????), geht dann weiter über die ungerechte Art der Stellenbesetzung (fast ausschließlich über Beziehungen, jedenfalls nicht über Kompetenz) und hört dann noch lange nicht beim Schul- und Gesundheitswesen auf. Und in den Zeitungen steht immer nur "Vi är bäst!" (Wir sind am besten).
Das trifft vor allem auf Mittel-/Nordschweden zu, Südschweden ist da etwas besser. Mehr Konkurrenz.
Arbeitet man dann noch in einer Druckerei mit deutsch/schweizerischer Ausrüstung und hört laufend irgendwelche Konspirationstheorien (heimlich eingespielte Softwareupdates von deutscher Seite, wenn irgend ein lieber schwedischer Mitarbeiter was an der Anlage gedreht hat und nichts mehr funktioniert, usw .....oder wie können die dummen Deutschen nur sowas konstruieren.... ich könnte Sache erzählen!!!) dann hat man irgendwann einmal die Nase voll!
Schweden hat natürlich auch gute Seiten, aber das Gesundheits- und Bildungssystem gehört nicht dazu. Wenn Euch das wichtig ist - bleibt lieber in Deutschland.
Kleines Beispiel: Wir hatten eine AutoCAD-Ausbildung an der Berufsschule. Die Lehrerin wollte einen Winkel berechnet haben, und hatte die Absicht eine AutoCADfunktion einzuführen. Ich berechnete den Winkel kurzerhand anhand der Sinusfunktion. Ihr sind fast die Augen ausgefallen, meine Mitschüler sahen mich ungläubig an .......peinlich. Wir reden über eine Fortbildung von Erwachsenen im IT/Elektro- Sektor. Also keine Losergruppe eigentlich .....


@Speedy: Schade dass ihr so weit weg wohnt - würde direkt bei euch anfangen :-)

Viele Grüße,

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 15:15 
das bestätigt ja auch wieder unsere Erfahrungen mit dem Schulsystem und Berufsleben...also keine Bange, bist kein Schwarzmaler


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 15:27 
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Hej Aelve,
wir wissen, dass Ihr mit den Schulen Eurer Kinder nicht zufrieden wart. Das ist aber auch schon ein paar Jährchen her, gelle? Und lässt sich nicht auf ganz Deutschland übertragen.
Ich behaupte auch nicht, dass Schwedens Schulen schlechter sind als die in Deutschland. Ich behaupte, dass sie hier nicht so gut sind, wie man in Deutschland gerne glaubt. Und dass das Bildungssystem hier Kinderfreundlich ist, das ist absolut nicht richtig. Es ist arbeitnehmerfreundlich, nicht kinderfreundlich. Das ist ein sehr grosser Unterschied.
Dass Kinder ihre Geschwister hassen, weil sie durch sie weniger Anrecht auf Teilhabe in der Gruppe haben, finde ich nicht besonders kinderfreundlich. Oder Du?

Zu meinem Deutschlandbild. Ich bin da weniger weit weg als Du vielleicht glauben magst. Wir sind erstens noch nicht so lange weg aus Deutschland, und ich habe sehr viele Freundinnen, deren Kinder genau im gleichen Alter oder ähnlichen Alter sind wie mein Sohn. Die fangen gerade alle mit der Schule an, oder gehen schon ein zwei Jahre. Da tauscht man sich aus. Natürlich ist nicht alles rosa was man da hört aber die Beschwerden sind nicht so wie ich sie hier höre. Fernsehn läuft da nicht morgens schon zum Frühstück.

Vom Vorschulbereich meiner Kinder bin ich übrigens sehr angetan. In Schweden! Man mag es kaum glauben, gelle? :)
Aber das heisst nicht, dass ich Probleme nicht sehe und mich nicht manches stören mag.
Ausserdem ist es absoluter Fakt, den ich hier regelmässig erlebe, dass schwedische Lehrer ihren Beruf ganz und gar nicht gern ausüben. Gut, sicher nicht alle denken so. Aber leider viele, die ich treffe. Komischer Zufall oder was?
Die Meisten sagen, dass sie gerne raus aus dem Bereich möchten und das nicht mal nach 10 Jahren in dem Beruf. Andere geben schon auf, nachdem sie während des Studiums ein paar Praktika an Schulen gemacht haben.

Die Aussage der Schweden (Schwedische Leher, nicht meine Aussagen!!!):
Die Kinder lernen nicht Verantwortung für sich und ihre Dinge (Schulsachen und co) zu übernehmen. Anwesenheit mit Bleistift in der Hand reicht für eine gute Note (keine Note, sondern eher ein Lob vom Lehrer) aus. Wenn sie dann in die 8. oder 9. Klasse kommen und merken, dass es plötzlich nicht mehr reicht einfach körperlich anwesend zu sein und den Clown zu spielen, dann werden manche sehr aufmüpfig. Weil sie empört sind, wieso ihre Leistungen von einem auf den anderen Tag nicht mehr gleich gut sein sollen. Sie wurden doch auch vorher gelobt. Aber die Gymnasien entscheiden teils selbst wen sie aufnehmen und da stürzt für manche die Welt ein, weil sie nicht verstehen, dass sie nun etwas leisten sollen und nicht gelernt haben wie.

Ein Beispiel aber aus meiner Berufspraxis in den Schulen:
Ein Lehrer hatte einer Schülerin über 2 Jahre keine Rechtschreibefehler angestrichen. Ich bin selber nicht perfekt und finde, dass man das auch nicht übertreiben muss mit der Rechtschreibung. Schön und wichtig sie zu lernen, aber sie entscheidet nicht über die INtelligenz eines Schülers. Richtig.
ABER: Wenn ein Lehrer nie etwas anstreicht, denkt der Schüler doch automatisch, dass das alles richtig war, oder?
Nur die Mutter und ich (beides eben Nichtschwedinnen) haben es versucht zu markieren und zu erklären. Das klappte natürlich kaum, da ja der Schwede, der es wissen muss, nichts dazu sagte.
Als wir den Lehrer darauf ansprachen, meinte er, dass er die Schülerin nicht verunsichern wollte. Nett von ihm. Nun ist sie bei einem anderen Lehrer. Ob der wohl genau so rücksichtsvoll ist? Oder der Arbeitgeber bei dem sie sich vielleicht voller Rechtschreibfehler bewirbt? Oder die Uni an der sie mal studieren will???
Man muss nicht alles fehlerfrei schreiben. Aber man sollte doch immerhin ab und an auf Fehler hingewiesen werden, damit man eine CHance hat daraus zu lernen.
Aus Fehlern lernt sich gar nicht so schlecht. Diese Schülerin bekam nicht die Chance das Problem anzugehen. Sie gehört aber tatsächlich zu denen, die es sicher gern tun und die motiviert ist, es richtig zu tun. Warum nicht ihr dabei helfen?? Nur weil es netter ist? Dann doch lieber ein paar rote Markierungen zuviel im Text.

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 15:39 
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Imrhien hat geschrieben:

Ein Beispiel aber aus meiner Berufspraxis in den Schulen:
Ein Lehrer hatte einer Schülerin über 2 Jahre keine Rechtschreibefehler angestrichen. Ich bin selber nicht perfekt und finde, dass man das auch nicht übertreiben muss mit der Rechtschreibung. Schön und wichtig sie zu lernen, aber sie entscheidet nicht über die INtelligenz eines Schülers. Richtig.
ABER: Wenn ein Lehrer nie etwas anstreicht, denkt der Schüler doch automatisch, dass das alles richtig war, oder?
Nur die Mutter und ich (beides eben Nichtschwedinnen) haben es versucht zu markieren und zu erklären. Das klappte natürlich kaum, da ja der Schwede, der es wissen muss, nichts dazu sagte.
Als wir den Lehrer darauf ansprachen, meinte er, dass er die Schülerin nicht verunsichern wollte. Nett von ihm. Nun ist sie bei einem anderen Lehrer. Ob der wohl genau so rücksichtsvoll ist? Oder der Arbeitgeber bei dem sie sich vielleicht voller Rechtschreibfehler bewirbt? Oder die Uni an der sie mal studieren will???
Man muss nicht alles fehlerfrei schreiben. Aber man sollte doch immerhin ab und an auf Fehler hingewiesen werden, damit man eine CHance hat daraus zu lernen.
Aus Fehlern lernt sich gar nicht so schlecht. Diese Schülerin bekam nicht die Chance das Problem anzugehen. Sie gehört aber tatsächlich zu denen, die es sicher gern tun und die motiviert ist, es richtig zu tun. Warum nicht ihr dabei helfen?? Nur weil es netter ist? Dann doch lieber ein paar rote Markierungen zuviel im Text.

Grüße
Wiebke


Rechtschreibung - da muß ich doch auch noch meinen Senf dazugeben. Meine schwedische Frau macht es halb wahnsinnig, wenn sie sieht, wie die schwedische Rechtschreibung im Alltag vergewaltigt wird. Gerade die falsche Auseinanderschreibung breitet sich mehr und mehr aus - und wird anscheinend sogar akzeptiert.
Was würden wir sagen, wenn "Auseinanderschreibung" auch "Aus Einanderschreibung", "Aus Einander Schreibung" oder "Auseinander Schreibung" geschrieben würde - und keiner sich daran stören würde? In Schweden mittlerweile Gang und Gebe ...
Sogar in Zeitungen! Ich halte diese Entwicklung für bedenklich und schade :(


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 18:21 
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Hallo Wiebke,

selbst wenn es bereits ein paar Jährchen her ist, dass wir die Schulprobleme auszuhalten hatten, so weiß ich von sehr vielen Eltern, dass es nicht etwa besser sondern eher schlechter geworden ist. Wir haben bis 1997 an öffentlichen Schulen das aushalten müssen, was man eine Odysee nennt. Ab 1997 gingen unsere beiden Kinder auf ein Privatgymnasium, wo wir dann auch zufrieden mit der Leistung der Lehrkräfte sein konnten, denn es waren angestellte Lehrer, die noch engagiert waren. Anders die Lehrkräfte, die wir auf öffentlichen Schulen trafen. Es mag ja da, wo Ihr herkommt, etwas anders gelagert sein, aber von Schleswig-Holstein kann ich leider nichts Gutes berichten.
Dass auch in Schweden Schule nicht das ist, was man sich erhofft und ich muß Euch das nun glauben, dass das Niveau so niedrig ist, dann aber zeigt mir das, dass es Lehrkräften nicht möglich ist, den richtigen Mittelweg zu finden. Entweder hop oder top, entweder wird aussortiert wie in D, werden Schüler ausgegrenzt oder es werden keine Anforderungen gestellt und alle über den Klee gelobt, wenn es so ist, wie hier berichtet wird. Es gibt ja Unterschiede, wie sich jeder Schüler motivieren läßt. Einer benötigt Druck, sonst bringt er keine Leistung, der andere benötigt Lob, sonst verliert er den Lernmut. Vielleicht ist es für Lehrkräfte schwer, für den einen Schüler Druck auszuüben, für den anderen aber Verständnis aufzubringen, der etwas unsicher ist, den man aber mit Lob zu guten Leistungen bringen kann.
Ich persönlich finde es nicht gut, wenn die Anforderungen gleich Null sind, aber umgekehrt kann ich es nicht gutheißen, wenn lernwillige Schüler mit gemeinen Äußerungen mutlos gemacht werden. Leider höre ich - und ich unterhalte mit oft mit jüngeren Eltern, die schulpflichtige Kinder haben - dass die Schüler regelrecht von Lehrkräften fertig gemacht werden, dass sie nicht nachfragen dürfen, dass sie vor der Klasse lächerlich gemacht werden. Aus meiner Schulzeit kann ich dieses nicht sagen, da konnte man noch zu der Lehrkraft gehen und um Hilfe bitten.
Meine eigenen Erfahrungen und die Erfahrungen sehr vieler anderer Eltern mit Schule in Deutschland, ich war mehrere Jahre in Gesprächskreisen und bin zu vielen Veranstaltungen gegangen, die Schule und Bildung zum Thema hatten, haben dazu geführt, dass ich den Unterricht, so wie er vielfach in Deutschland abgehalten wird, nicht gutheißen kann. Ich bin sogar der Meinung, dass die Ellbogengesellschaft damit herangezogen wird, so wie sie in Deutschland an der Tagesordnung ist.
Kein Teamwork sondern gegenseitiges Misstrauen und Missgunst werden gefördert, wenn ich Schüler vor einer Klasse bloßstelle, sie lächerlich mache und als Lehrkraft meine Macht missbrauche.
In der Tat ist es mir persönlich dann lieber, dass es etwas lascher zugeht, als wenn soviel Druck aufgebaut wird, dass die Kinder mutlos und oft zu seelischen Krüppeln gemacht werden.

Wie gesagt, es scheint der richtige goldene Mittelweg nicht zu finden sein.

Grüße Aelve

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Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 18:43 
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Aelve hat geschrieben:
Ich bin sogar der Meinung, dass die Ellbogengesellschaft damit herangezogen wird, so wie sie in Deutschland an der Tagesordnung ist.


Da muss ich Dich leider was Schweden angeht, wieder einmal enttäuschen. Das Lasche bezieht sich ja nicht nur auf den Unterrichtsstoff. Auch wie man mit anderen Sachen, eigenen oder von der Schule gestellten, umgeht, wird hier nicht gelernt, weil nichts wirklich Konsequenzen hat. Mache ich in Deutschland ein von der Schule gestelltes Buch kaputt, muss ich es zahlen. Hier habe ich das noch nicht erlebt. Gibt halt ein Neues mit den Worten: " das war aber nicht nett".
Gleiches gilt oft leider auch für mobbing. Auch da hilft ein: "das war aber nicht nett" nicht besonders viel. Den gemobbten Kindern jedenfalls nicht. Das ist aber leider oft Realität. Zum Glück nicht überall. Wie gesagt, bisher haben wir echt Glück. Die Erfahrungen, die ich beruflich hier mit Schule machen durfte/musste, haben sich privat nicht so bestätigt, oder nicht genau so. Den Fernseher find ich immer noch grausam am Morgen.
Aber auch zu Deutschland darf es Dich dann ja freuen positives zu hören. Einige meiner Freundinnen sind überaus begeistert von den Schulen und Lehrern ihrer Kinder. Da sind Lehrer dabei, die sich über die normale Arbeitszeit hinweg kümmern und für Nachfragen zur Verfügung stehen. Da sind auch, bisher jedenfalls nicht, keine dabei, die die Kinder beleidigen oder so. Das kenne ich zwar auch aus Deutschland, das ist aber schon ein paar Jährchen her und es waren extreme Einzelfälle. Ansonten scheint sich auch in Deutschland manches zu tun. Jedenfalls gehen die Kinder meiner Freunde da sehr gerne zur Schule und werden entsprechend gefördert. Bundesländer sind dabei: Hessen, Saarland, Rheinland Pfalz und Baden Würtemberg. Aus Bayern höre ich zwar, dass die Kinder gut gefördert werden, aber auch, dass es ein grosser Druck sein soll. Aus den anderen Bundesländern habe ich bisher vieles gehört aber noch keine Horrorgeschichten wie Du sie erlebt hast. Vielleicht haben meine Freunde einfach Glück mit den Schulen.

Und wie gesagt, wir haben bisher auch grosses Glück. Was nicht heisst, dass wir nicht wachsam bleiben :)

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 19:31 
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Hallo Aelve,

naja - ich bin jetzt ein paar Jahre aus der Schule draußen - und so schlimm war es wirklich nicht. Lehrer (allesamt verbeamtet oder eben Referendare) hatte ich gute und schlechte (im Übrigen hatte ich auch Lehrer am Katharineum, die mein Brunder hinterher auch am Pädagogium hatte - so viel zum Thema 'Unterschiede des Lehrpersonals an privaten und öffentlichen Schulen'), der Unterricht war mal gut, mal schlecht, in die Schule gegangen bin ich insgesamt doch gern (auch, wenn ich viel an ihr auszusetzen hatte). In der Uni hatte ich es als SHlerin leichter als die Studenten, die in ihrer Schulzeit in BW kein einziges Referat haben halten müssen. (Wobei sich das auch hier in BaWü in den letzten zehn Jahren massiv geändert hat)

Solche Verallgemeinerungen über das öffentliche Schulsystem würde ich nicht machen. Insgesamt sind wir wohl auf einem akzeptablen Weg.

Und ich bin, das muss ich zugeben, oft etwas entsetzt, wenn ich irgendwelche schwedischen Schulreportagen im Fernsehen sehe und dort ganz selbstverständlich die Schüler während des Unterrichts mit dem Handy rumspielen, ständig abwesend zu sein scheinen, sich nicht wirklich beteiligen und grundsätzlich mit der Mütze/Kapuze/dem Käppi tief im Gesicht desinteressiert in die Gegend gucken. Weiß natürlich auch nicht, ob solche Sendungen dann repräsentativ sind oder es sich vielleicht um Brennpunktschulen handelt. (Wobei ich auch nicht wirklich weiß, wie das in Schulen in deutschen sozialen Brennpunkten aussieht.)

@Wiebke: Wenn ich aber meine deutschen Lehrermitbewohner(-freunde) so miteinander reden höre, dann ähneln die Beschwerden über deutsche Schüler und Zustände an deutschen Schulen (kenne nur Gymnasiallehrer) den Beschwerden der schwedischen Lehrer über schwedische Schüler und die Zustände an schwedischen Schulen doch sehr :wink: ... Wobei Rechtschreibfehler hier natürlich angestrichen werden. Und die Beschwerden über die Eltern gegenüber den Beschwerden über die Schüler noch überwiegen.

Einen Gruß
Berta.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 8. September 2010 22:27 
Hej,

es wird in diesen Diskussionen immer der Fehler gemacht, das deutsche und schwedische Schulsystem rangzuordnen. Die Systeme sind aber nicht vergleichbar.
In S hat die Schule immer mehr den Erziehungsauftrag übernehmen müssen (viele Eltern sagen: das muss die Schule hinkriegen), und schafft es nicht. Gleichzeitig bleibt die (Aus)bildung auf der Strecke. Das Bildungsniveau der schwedischen Schule ist katastrophal, von Ausnahmen mal abgesehen. Dies spiegelt die Einstellung des grösseren Teils der Gesellschaft wider, wonach Bildung keinen besonderen Stellenwert hat. Für viele sind Leistungsschüler sogar igitt. Das Wort Elite ist ein Schimpfwort, ausser beim Sport.
Mit dieser Einstellung wird Schweden hoffnungslos abgleiten. Nicht die angeblich hohen Lohnkosten werden der schwedische Industrie das Genick brechen, sondern der Mangel an ausgebildeten Nachwuchskräften.
Mit schwedischer Kuschelpädagogik kann man keine Exportwirtschaft betreiben.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 9. September 2010 11:57 
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Tommy3 hat geschrieben:
Das Bildungsniveau der schwedischen Schule ist katastrophal, von Ausnahmen mal abgesehen. Dies spiegelt die Einstellung des grösseren Teils der Gesellschaft wider, wonach Bildung keinen besonderen Stellenwert hat. Für viele sind Leistungsschüler sogar igitt. Das Wort Elite ist ein Schimpfwort, ausser beim Sport.
Mit dieser Einstellung wird Schweden hoffnungslos abgleiten. Nicht die angeblich hohen Lohnkosten werden der schwedische Industrie das Genick brechen, sondern der Mangel an ausgebildeten Nachwuchskräften.
Mit schwedischer Kuschelpädagogik kann man keine Exportwirtschaft betreiben.


Traurig, aber wahr. Man redet den Kindern so lange ein, wie toll sie sind, dass sie am Ende selbst fest daran glauben. Das resultiert in teilweise erschreckender Inkompetenz, die von den Betroffenen auch noch als Kompetenz ("duktig!") empfunden wird. Und das erlebt man im täglichen Leben, sei es, dass das Supermarktpersonal tagelang die Regale nicht auffüllt oder dass die Autowerkstatt einen einfachen, genau beschriebenen Fehler erst im vierten oder fünften (!) Versuch beseitigt.

Das Thema Rechtschreibung wurde hier auch angesprochen. Wir haben das genauso erlebt, Fehler werden einfach nicht angemerkt. Ein paar engagierte Schüler, die wirklich was lernen wollen, kriegen das trotzdem hin, etliche - ich möchte behaupten: die Mehrheit - aber nicht. Nicht so wichtig? Na, welchen Eindruck macht wohl ein Bewerbungsschreiben, ein Angebot oder ein sonstiges offizielles Schreiben, dass vor lauter Rechtschreibfehlern kaum lesbar ist?
Wenn ich sehe, wie mein Chef schreibt (schwedisch, von englisch rede ich gar nicht), packt mich das kalte Grausen. Bloss gut, dass Word die schlimmsten Sachen abfängt.

Die vielbeschworene Gleichheit aller treibt die wildesten Auswüchse. Da partout alle gleich sein müssen, bestimmt immer der Dümmste das Niveau. Das ist angenehm für den Dümmsten, aber katastrophal für alle anderen. Ansonsten geht es zu wie in der Champignonzucht: Wenn sich irgendwo ein heller Kopf zeigt, wird er abgeschnitten.
Der Mehrzahl der Eltern ist das auch noch egal. Der Junge hat zwar nur bunte Smarties im Kopf, aber egal, er wird genau wie Papa in der Grube arbeiten und für angesichts der abwesenden Qualifikation unvernünftig viel Geld einen moströsen LKW fahren und damit seinen Jungentraum bis zur Rente ausleben. Seinen Lehrer wird er im direkten Gehaltsvergleich auslachen. Bildung ist was elitäres, kapitalistisches, was für verwöhnte överklassungar. Bildung ist nicht nur egal, sondern das direkte Feinbild.

Eigentlich nur eine Zeitfrage, bis das furchtbar in die Hose geht.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 9. September 2010 14:20 
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Hej,
ich bin froh, dass es doch noch grosse Unterschiede zwischen Norden und Süden zu geben scheint. Das grosse Feindbild ist die Bildung hier jedenfalls noch nicht. Aber es gibt auch mehr Berufsauswahl als da oben. Bei der Grube will hier niemand arbeiten. Viele streben hier tatsächlich eine Hochschulausbildung an, wollen Ingenieure oder so werden. Da wird ihnen dann schon irgendwann auf dem Weg klar, dass sie was lernen und leisten müssen. Daher aber auch die Frustration bei manchen, die es vorher nicht wussten und nicht gelernt haben. Die Industriegymnasien sortieren halt dann doch aus, die arbeiten ja auch darauf hin, dass sie fähige Schüler gleich abfangen und in ihre Betriebe nehmen können. Die wollen natürlich nur gute und motivierte Schüler. So schlimm ist es also hier bei uns nicht. Es ist halt anders als ich es kenne und in manchen Bereichen meiner Meinung nach zu chaotisch und nicht gut.
Was ich aber toll finde, um mal was Schönes zu sagen, ist der Waldtag bei meinem Sohn. Die machen Mathe im Wald. Das finden die Kinder echt toll und sie lernen sicher auch noch was dabei ausser Mathe. Als Einstieg in die Schule finde ich das sehr schön, ich weiss aber, dass es in Deutschland auch schon Schulen gibt, die so was machen :)

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 9. September 2010 15:47 
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Hallo,

sicherlich kann man nicht Deutschland und Schweden miteinander vergleichen bei den verschiedenen Systemen, die eingeführt wurden. Man kann ja nicht einmal Schleswig-Holstein mit Hamburg vergleichen aufgrund unterschiedlichen Anforderungen. So wie ich es aus den Beiträgen rauslese, sind selbst in Schweden gewaltige Unterschiede in den Schulen vorhanden. Was aber das Niveau in Deutschland betrifft, will ich Euch auch berichten, dass eine Kunstdozentin an der Uni ein Referat unserer Tochter durchlas und der Meinung war, dass es zu hochgestochen sei? Heeehh? Ich habe mir das Referat unserer Tochter durchgelesen, es war sehr gut geschrieben und ähnelte im Schreibstil dem Stil von Kunstbüchern. Ist es also in Deutschland so weit, dass Studenten in einfachster Wortwahl ein Gemälde von Caspar David Friedrich beschreiben sollen?
Das nur mal als Beispiel dafür, dass Ihr der Ansicht seid, dass in Deutschland ein hohes Niveau gelehrt wird. Von Kleinkindern wird verlangt, dass sie mit 3 Jahren perfekt sprechen sollen, von Studenten dagegen wird erwartet, dass ihr Schreibstil einfach und schlicht ist. Unsere Tochter hat Lesen zum Hobby, sammelt alte Bücher und liest diese auch, es soll heute aber modern und einfach geschrieben werden, wahrscheinlich noch in denglisch.
An der Uni unserer Tochter fallen laufend Vorlesungen aus, es gibt mehr freie Zeiten als Vorlesungszeiten, monatelang dauern die Ferien. Genau dafür fehlt mir das Verständnis , denn genau wie Ihr meint, dass Schweden bergab geht bei Bildung habe ich schon lange das Gefühl, dass es hier in Deutschland bergab geht bei Bildung, bei Zuverlässigkeit, beim Arbeitseifer, beim Einsatzwillen. Ihr seid also mit Euren Sorgen um gute Bildung, um eine stabile Werteerhaltung nicht alleine.

Hallo Berta,

ich kann mir denken, welche Lehrkraft aus dem Katharineum Du meinst, wahrscheinlich ein Herr F..........
Dazu kann ich nur sagen, dass der von seinen Schülern, auch am Pädagogium, verlangt hat, dass sie das Wissen, welches er mit seinen über 60 Jahren hatte, auch haben sollten. Sei es Politik, sei es im Fach Deutsch, was er sich in 60 Jahren angelesen hatte, sollten Jugendliche wissen, die keine 18 Jahre alt waren. Ich finde, man sollte von anderen nicht mehr verlangen, als was man selber zu leisten bereit ist. Viele Dinge lernt man durch die Praxis, die Routine stellt sich erst nach und nach ein. Und es gibt einen guten Spruch, man kann nicht alles wissen, aber man muss wissen, wo man es nachlesen kann.

Grüße Aelve

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 11. September 2010 23:53 
Schwedenfreund
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Beiträge: 417
Wohnort: Östergötland
Hallo zusammen,

mir gefällt es hier sehr gut. Auch wenn der Modellstaat Schweden ein Mythos ist, bin ich glücklich hier leben zu dürfen. Arbeiten muss man hier auch, aber das macht vielen sehr viel Spaß. Ja, arbeiten kann tatsächlich Spaß machen, was man in Deutschland fast vergessen hat.

Es sind übrigens nicht nur die Deutschen, wie z.B. ich auch, die sich über das schwedische Schulsystem ärgern. Unter http://www.axess.se/magasin/default.aspx?journal=6 gibt es ein paar lesenswerte Artikel zur schwedischen Schulmisere. Selbstverständlich ist es ja wichtig, wenn man Kindern durch Lob ein gefestigtes Selbstwertgefühl vermittelten will, wie das in Schweden üblich ist. Aber Lob muss man sich erst verdienen, damit dies funktioniert. Letzteres hat man in Schweden wohl vergessen und zur Lobhudelei verkommen lassen.

Allerdings finde ich das deutsche Schulsystem auch nicht vorbildlich, da es zu sehr mit Druckmitteln und Konkurrenzdenken arbeitet. Beide Systeme verstricken sich mehr oder weniger in ideologischen Denkmodellen auf den Rücken der Kinder, obwohl die erprobten Techniken der Lern- und Leistungsmotivation in der Pädagogik längst bekannt sind. Kinder (und natürlich auch Erwachsene) wollen grundsätzlich lernen und haben Lust auf Lernerfolgserlebnisse. Lernen und Leistungssteigerung macht grundsätzlich Freude. Zum Glück versucht man in Deutschland auch neue Wege zu gehen:

http://www.intraactplus.eu/index.php?id=24
http://www.3sat.de/page/?source=/scobel ... index.html

Eigentlich weiß man ja, wie es erfolgreich geht. Gerne hätte ich noch ein paar mehr Links zu diesem Thema vorgestellt, es gehen aber nur drei pro Beitrag.

Es gibt auch noch so ein paar Dinge, die sich der Deutsche hier abstreifen sollte, um nicht anzuecken oder missverstanden zu werden: Vorsicht mit kontroversen Diskussionen aus der reinen Lust heraus an der intellektuellen Auseindersetzung, wie das besonders die Franzosen mögen. Das versteht der Schwede schnell als persönlichen Angriff, was er einem nachtragend übel nimmt. Man kann Schweden auch nicht einfach so zum Quatchen und Plaudern einladen. Small Talk haben sie nicht gelernt und die Situation würde sie in Verlegenheit bringen, besonders wenn man sich noch nicht gut genug kennt, was erst nach 3 bis 5 Jahren eintritt. Die Schweden brauchen meistens immer einen Grund, um sich zu treffen. Das kann ein Museumsbesuch sein oder man zeigt seine Bilder vom letzten Urlaub, wenn die Schweden sich ausdrücklich für das Urlaubsziel interessieren.

Dann die ständige Besserwisserei, bei der immer das Haar in de Suppe gefunden wird, kommt auch nicht gut an. Wer meint, die Deutschen könnten alles besser, ist in Deutschland sicher besser aufgehoben. Ironischen Humor sollte man auch bleiben lassen, denn er wird mit fatalen Folgen nicht als Humor verstanden. Dabei lachen die Schweden bei der Arbeit mehr als in Deutschland, weil in Deutschland Arbeit grundsätzlich nicht zum Lachen ist. In Schweden darf man über sich selbst lachen. In Deutschland wäre man damit schnell als Trottel abgestempelt.

Druck und Hektik funktioniert auch nicht. So wirkt man wie jemand, der seine Sache nicht in den Griff hat. Mit Druck kann man vielleicht eine Betonwand zerbersten lassen, aber bei einem Schweden (oder Schwedin natürlich) passiert dann erst recht nichts, denn er/sie meldet sich dann krank. Oder - noch besser - man/sie bleibt daheim, weil das Kind wegen Krankheit nicht in den Kindergarten kann. Kinder sind ein absolutes Totschlagargument - Kinder gehen immer vor, egal was kommt. Trotzdem immer ein freundliches, entspanntes Gesicht machen. Damit funktioniert in Schweden auch oder gerade als Mann alles viel leichter im Umgang mit Anderen. Wenn man seine Ziele durchsetzen will, geht das nur, wenn das vorher im Team durchgesprochen wird und Überzeugungsarbeit geleistet wurde. Dann sind aber alle dabei, es sei denn, ein Kind wird wieder mal krank. Aber das schrieb ich ja schon. Ich habe das jetzt alles etwas plakativ dargestellt, aber im Grunde ist es so. Schweden funktioniert eben anders, aber es funktionert trotz oder gerade wegen der Gelassenheit sehr gut.

Handwerker bekommt man eigentlich nicht. Inzwischen habe ich gelernt, dass es bequemer ist es selber zu machen, als einen Handwerker ungezählte mal anzurufen. Übrigens sind E-Mails und Faxe immer erfolglos in Schweden. Wenn man etwas erreichen will, dann nur per Telefon. Und ich bin sicher, das erste Handi wird einem Schweden implantiert. Beim Essen reden die Schweden nicht, aber sonst hängen sie in allen Lebenslagen an ihrem Mobiltelefon, mit dem sie förmlich verwachsen sind.

Das mit der schwedischen Sprache ist auch noch so ein Punkt. Auch wenn einem Schwedisch in den meisten Lebenssituationen fließend von den Lippen geht, ist es immer noch nicht die Muttersprache, was manchmal frustrierend für mich ist. Aber ich tröste mich, denn dafür ist Deutsch meine Muttesprache, die mir so viel Zugang zu Wissen, interessanten Büchern, Zeitschriftenbeiträgen und Diskussionen ermöglicht. Manche Schweden beneiden mich darum. Alles kann man im Leben eben nicht haben.

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viele Grüße
Volker

"Om något kan gå sönder kommer det att göra det, vid sämst tänkbara tidpunkt." (Murphy´s lag)

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 00:37 
Ach, Volker,
das hast du mal wieder wunderbar beschrieben.
Vielen Dank dafür.
Es ist auch eine Hilfe für uns Urlauber, die wir wohl seit vielen Jahren Urlaub in unserem Ferienhaus machen, die Eigenarten mancher Nachbarn aber immer noch nicht verstanden haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 08:49 
Wenn ich das so lese, habe ich den Eindruck, nur Ausnahmen zu treffen...
/Tilmann


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 11:11 
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Volker hat geschrieben:
Hallo zusammen,
mir gefällt es hier sehr gut. Auch wenn der Modellstaat Schweden ein Mythos ist, bin ich glücklich hier leben zu dürfen. Arbeiten muss man hier auch, aber das macht vielen sehr viel Spaß. Ja, arbeiten kann tatsächlich Spaß machen, was man in Deutschland fast vergessen hat.
. . .
Alles kann man im Leben eben nicht haben.

Hej,
ich will hier nun nicht alles zitieren, was Volker dazu geschrieben hat. Aber nach nun mehr als 8 Jahren in diesem rundherum auch für uns zufriedenstellenden Land kann ich allem - ja wirklich allem - ausnahmslos zustimmen. Wir leben hier weitaus zufriedener und insgesamt weitaus besser, ruhiger, stressfreier usw. als in Deutschland.

Ja sicher gibt es Ausnahmen, aber wenn man für sich selber den Eindruck hat, ausschließlich auf solche zu treffen, dann könnte man ja vielleicht auch mal sein eigenes Verhalten überdenken, oder? Soll nun kein Vorwurf sein, ist eher als Anregung gemeint.
Gruß
Hanjo

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 12:06 
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Hej Volker,
einige Sachen kann ich sicherlich, bedingt unterschreiben, aber das die Arbeit betrifft...sorry, da bekäme ich wirklich Bauchweh...

Kinder ein Totschlagargument oder sie gehen immer vor?? Never, nicht im Hotel meines Mannes. Ich fliege nächste Woche nach D., meine Schwester beaufsichtigt in dieser Zeit meinen Sohn, weil er nicht fliegen kann, mein Mann hat an nicht einem einzigen Tag den Hauch einer Chance entweder vor 19.00 Uhr Feierabend zu machen oder gar daheim zu bleiben, denn es interessiert die Hotelfuehrung nicht im geringsten das unser Sohn behindert ist.
Und mein Mann ist kein simpler Koch dort..oder vielleicht ist dies auch der Grund dafuer, ist auch egal, Fakt ist sie sind in Beton gemeisselt.

Ueberzeugungsarbeit leisten? Das kenne ich mittlerweile so: 6 Meetings an einem Tag, wo gefuehlte 20 Tassen Kaffee getrunken werden und die gleichen Dinge besprochen werden, wie in den 5 vorherigen Meetings..häääh..
Oder jemanden erzählen, wie toll er doch ist, wie klasse seine Arbeit ist und wie hervorragend er sein Team fuehrt, nur um ihn im nächsten Meetings so was von in den Boden zu stampfen, dass er an sich und seinem Leben zweifelt.
Ich erlebe diese Dinge wirklich täglich, ich fange meinen Mann täglich auf und täglich ueberzeuge ich ihn auf´s neue die Kraft aufzubringen wieder 80km zu fahren, damit er sich dem täglichen Irrsinn stellt.
Macht unter solchen Bedingungen Arbeiten Spass?? Nein, denn mein Mann sucht sich mittlerweile eine neue Stelle, er hat die Nase gestrichen voll.
Liegt es an ihm? Sicherlich nicht, es liegt an der Konzernfuehrung, die nur noch und ausschliesslich auf Profit aus sind, die fehlendes Personal nicht ersetzen und das vorhandene, egal ob Schwede, Deutscher oder Engländer, verheizen.

Gelassenheit in oder her, aber ein Hotelkonzern, wo die Hoteldirektorin zwar regelmässig frueher heimfährt um die Kinderlein von der Dagis abzuholen, die gleiche Geschichte aber ihrem Kuechendirektor verweigert...das hat nichts mit Gelassenheit sondern mit Ignoranz und Gleichgueltigkeit zu tun.

Mein Wenigkeit kann sich uebrigens nicht beschweren, ich habe einen tollen Chef und wuerde niemals wieder tauschen wollen. Ich kann autonom arbeiten, kann mir meine Zeiten frei einteilen und trotzdem kann ich ihn jederzeit telefonisch erreichen, mittlerweile ist er mehr Freund als Chef....aber dies sind wahrscheinlich aussnahmen.

Was ich damit sagen kann, man kann nicht alles pauschal beurteilen und gleichstellen. Und es nicht unbedingt toll, wenn die schwedischen Kollegen ausgerechnet immer zum Freitag krank werden, wenn am WE veranstaltungen von bis zu 2000-3000 Menschen geplant sind und die Kinder der Hoteldirektorin immer dann krank werden, wenn irgendwas schief gelaufen ist und ihr Typ verlangt ist.
Dies sind zumindest Stockholmer Erfahrungen und so leid es mir tut, aber ähnliche Zustände haben wir ihn Deutschland, wo wir ebenfalls in Spitzenhotels gearbeitet haben, nicht erlebt....da war der Hotelchef, der F&B-Manager und selbst der kleinste Koch da, wenn er benötigt wurde.

Gruesse JANA
Nachtrag: Wir fuehlen uns trotzdem wohl hier. Ich denke einfach, es gibt Unterschiede im Arbeitsleben und die können schon in Stockholm gross sein. Einer hat Glueck und findet den perfekten Job, hat tolle Kollegen und die Arbeit macht Spass. Der andere reibt sich täglich auf´s neue auf und kommt sich vor wie der Hamster im Laufrad..rennen rennen und niemals ankommen.

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Man muss 1000 Dinge machen um zu beweisen wie toll man ist.. Aber nur einen Fehler begehen, um nichts mehr wert zu sein !


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 14:00 
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Ich komme so langsam zu dem Schluß, dass man sein Heimatland nach der eigenen Lebenssituation beurteilt. Auch wenn man noch so objektiv sein möchte. Ich selbst habe sowohl positive als auch negative Zeiten in Schweden erlebt, Zeiten in denen ich nur die Vorteile, und dann Zeiten in denen ich nur die Nachteile sah. Und das hatte meist mit meiner beruflichen Situation zu tun, aber auch mit meinen Sprachkenntnissen (ja, die lieben Feinheiten bekommt man erst später mit). Und es vergeht ja auch Zeit, d. h. man vergleicht das Schweden heute mit dem Deutschland vor 10 Jahren, als man ausgewandert ist, oder noch schlimmer - man vergleicht Zustände von heute mit denen, als man selbst in die Schule ging - also vor 20 - 30 Jahren. Auch in Deutschland sind die alten Pauker zugunsten von Pädagogen gewichen, Ausländer haben sich mehr und mehr integriert und sprechen nun besser Deutsch als vorher. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass wenn man eine Ausbildung in einem Beruf hat, der in Schweden Mangelware ist, dann eine qualifizierte Arbeit hat und eine bessere Perspektive bekommt als in Deutschland, dann hat man es leichter über einige Mängel hier in Schweden hinwegzusehen. Man bewegt sich dann ja auch meistens in einer anderen sozialen Schicht und wird ganz anders akzeptiert. Ist es genau umgekehrt - hatte man in Deutschland eine qualifizierte Arbeit und ist wegen dem Mythos Schweden ausgewandert, dann kann man bitter enttäuscht werden. Und dann sieht man ja nur die Nachteile - und deren gibt es meiner Ansicht nach sehr viele.

Da ich eher in letzterer Situation bin, habe ich mir einmal die Frage gestellt:
Was ist - objektiv betrachtet - nun wirklich besser in Schweden?

Das Gesundheitssystem? Ganz sicher nicht, denn das ist eine einzige Katastrophe?
Kriminalität/Sicherheit? Ich empfinde es eher noch schlimmer als in Deutschland - gemessen an der geringen Bevölkerungsdichte. Die Gewalt unter den Heranwachsenden ist geradezu erschreckend.
Situation auf dem Arbeitsmarkt? Viel schlimmer, auf jeden Fall in Jämtland.
Wohnen? Ja, wenn man abseits auf dem Land leben möchte. Als Mieter in einer Stadt? Nein, danke. Laufend Ruhestörungen, schlechter Standard in den Wohnungen.
Schulsystem? Auf internationalem Niveau eine Katastrophe, sieht man es ohne internationales Konkurrenzdenken, dann immer noch schlecht. Leistungsverweigerer werden mitdurchgefüttert und laufen erst später auf - wenn es zu spät ist. Erst spät merken die Schüler dass "godkänt" (bedeutet so viel wie "in Ordnung/ Anforderung erfüllt) zu wenig ist. Zum Vergleich: godkänt hat die gleiche psychologische Akzeptanz wie "befriedigend" in Deutschland - also kein Grund zu Tadel oder Besorgnis. In Wirklichkeit liegt godkänt aber irgendwo zwischen befriedigend und mangelhaft. Es geschieht nur äußerst selten, dass Schüler in Schweden eine Klasse wiederholen müssen. Die Rechnung dafür kommt stattdessen später, wenn sie mit ihren Noten eine weiterführende Schule besuchen, oder eine Berufsausbildung beginnen möchten.
Die Menschen? Das kommt sehr, sehr auf das Umfeld an. Es gibt sehr nette Menschen hier, aber auch richtige A ........
Platz? Ja - viel besser! Auf jeden Fall, wenn man sich ein Häuschen etwas weiter weg vom Schuß kaufen kann. Das bedeutet dann allerdings auch Pendeln. Nicht nur man selbst, sondern die ganze Familie. Zur Schule, zur Arbeit und auch zu Freunden. Am Anfang kein Problem, aber nach 6 Jahren und 70 km einfach - nein Danke. Und das Leben auf dem Dorf hatte ich dann auch satt. Ich wollte den Kindern zumindest etwas mehr an Kultur und Bildungsmöglichkeiten anbieten können.
Natur? Ja, sicher. In Nordschweden sogar noch recht unberührt. Ich als Motorradfahrer finde es allerdings sehr langweilig hier. Die Alpen und Norditalien sind da abwechslungsreicher und interessanter. Aber das ist natürlich sehr subjektiv.
Lebensstandard bzw. Verdienst? Lebenshaltungskosten? Ich denke, auch da ist Deutschland besser. Das was in Deutschland unbezahlbar ist, ist Grund und Boden - also der persönliche Freiraum. Der ist viel günstiger in Schweden.
Wenn ich Schweden mit einem einzigen Wort beschreiben müsste, dann wäre es das Wort UNPROFESSIONELL.

Also helft mir. Was ist nun wirklich besser in Schweden? Ich würde gerne die einzelnen Punkte diskutieren, allerdings muss ich schon jetzt sagen, dass man schon eine Weile in Schweden gewesen sein muß, um gewisse Sachen wirklich beurteilen zu können. Am Anfang hat man ausserdem seine rosarote Brille auf, so war es jedenfalls bei mir.
Ich will nur noch zurück nach Deutschland, nach fast 11 Jahren Schweden habe ich den Traum aufgegeben, dass dies jemals meine Heimat werden könnte. Nicht Nordschweden jedenfalls! Und dass wir nicht in den Süden ziehen hat andere, persönliche Gründe.

Viele Grüße,

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 14:58 
Hanjo hat geschrieben:
Ja sicher gibt es Ausnahmen, aber wenn man für sich selber den Eindruck hat, ausschließlich auf solche zu treffen, dann könnte man ja vielleicht auch mal sein eigenes Verhalten überdenken, oder? Soll nun kein Vorwurf sein, ist eher als Anregung gemeint.


Eigenes Verhalten überdenken ist immer gut. Ich meinte übrigens positive Ausnahmen von Volkers Beschreibung "des/der Schweden/Schwedin".

/Tilmann


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 15:08 
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...tja...da sind wir ja beide wohl zur gleichen Zeit umgezogen.... und auch ich wohne im Norden - Ångermanland .... aber ich bin im Grossen und ganzen mit meinem jetzigen Leben zufrieden... ich hätte mir in Deutschland als Alleinstehende mit Kind nie ein Haus leisten können ... ich glaube schon, das Zufriedenheit sehr an die Ausbildung und wie anspruchsvoll die Arbei ist, gekoppelt ist.... ich arbeite hier nur, um mir meine Freizeit leisten zu können ... .... in Deutschland war es mehr, um ueberleben zu können ... ich hab jetzt einen fastjobb und liege ganz gut in der las-liste ... also schlucke ich den langweiligen job und geniesse meine Freizeit .... ich kann hier nach Gutduencken an und in meinem Haus herumbauen, ohne dass es jemanden interessiert ... habe ein Instrument spielen gelernt und spiele im spelmanslag mit und kann zu jeder Tag-oder Nachtzeit ueben ohne dass es jemanden stört ... habe Hund und Katzen und kein Nachbar stört sich dran ... bin in mehreren Vereinen aktiv um Kontakte im Dorf zu haben und war z.b. 2 Jahre Vorsitzende in einem schwedischen Heimatverein *SS ... habe bredband und damit Kontakt zur meinen Kindern in Deutschland und der ganzen Welt .... mit dem Gesundheitssystem war ich mehrmals in Kontakt, ok- gewöhnungsbeduerftig, aber ich lebe noch ....
:smt006

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Tyck inte illa om att bli gammal, var glad att du fått chansen.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 16:45 
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Hej,
"Unprofessionell" - ja, das ist es wohl, unser Schweden, in dem wir jetzt gut 8 Jahre leben. Aber das ist es genau, was ich an diesem Land so liebe - es ist keineswegs alles perfekt hier; aber man erwartet auch von uns nicht (Ausnahmen gibt es natürlich), umfassend professionell und perfekt zu sein, jeden Tag möglichst mehr als 100% Leistung abrufen zu können und anderes mehr. Nein, hier stresst man sich nicht gegenseitig.
Und das dagegen in Deutschland alles "professionell" ist, das wage ich zu bezweifeln, erkenne es nicht - wenngleich ich sehe, dass das auf Kosten des "Kleinen Bürgers" zugunsten der Banken und Großkonzerne wohl angestrebt wird und leider von Tag zu Tag mehr und mehr Erfolg zeitigt.
Pink_Panther hat geschrieben:
Ich komme so langsam zu dem Schluß, dass man sein Heimatland nach der eigenen Lebenssituation beurteilt.
Klar, anders geht es ja auch nicht - und das Ergebnis ist ein rein subjektives - finde ich ganz normal.
Pink_Panther hat geschrieben:
. . . Und es vergeht ja auch Zeit, d. h. man vergleicht das Schweden heute mit dem Deutschland vor 10 Jahren, als man ausgewandert ist, oder noch schlimmer - man vergleicht Zustände von heute mit denen, als man selbst in die Schule ging - also vor 20 - 30 Jahren.
Oder mit dem Leben der Kinder und Enkelkinder, so weit sie noch in Deutschland sind. Und auch das ist so, geht ebenfalls nicht anders. Aber wie Du richtig schreibst ändert sich alles auf der Welt im Laufe der Zeit, denn das einzig Beständige ist die Veränderung - die aber wohl hier gottseidank etwas langsamer von statten geht.
Pink_Panther hat geschrieben:
Da ich eher in letzterer Situation bin, habe ich mir einmal die Frage gestellt: Was ist - objektiv betrachtet - nun wirklich besser in Schweden?
Kann man das aus einer individuellen Perspektive, den individuellen Erlebnissen und Erfahrungen - hier und dort - überhaupt objektiv beantworten? Nein, das funktioniert nicht. Gottseidank, wie ich meine - denn wenn alle alles objektiv beurteilen könnten, ich denke, das wäre eine Katastrophe, zumindest langweilig.
Pink_Panther hat geschrieben:
Das Gesundheitssystem? Ganz sicher nicht, denn das ist eine einzige Katastrophe
Das habe ich hier in Schweden anders, weitaus positiver erfahren dürfen. Als chronisch Kranker fühle ich mich hier gut behandelt und versorgt. Klar haben andere schlechtere Erfahrungen machen müssen - aber gibt es nicht auch in Deutschland (wie auf der ganzen Welt) gute wie auch schlechte Lehrer, Mechaniker, Ärzte usw?
Pink_Panther hat geschrieben:
Kriminalität/Sicherheit? Ich empfinde es eher noch schlimmer als in Deutschland - gemessen an der geringen Bevölkerungsdichte. Die Gewalt unter den Heranwachsenden ist geradezu erschreckend.
Wenngleich auch wir schon mit einem Einbruch zu tun hatten, so empfinde ich es hier keineswegs als schlimm, schon gar nicht schlimmer als in Deutschland - im Gegenteil (ich sage das aus der Sicht eines pensionierten Polizeibeamten, der Statistiken sehr zurückhaltend betrachtet).
Pink_Panther hat geschrieben:
Situation auf dem Arbeitsmarkt? Viel schlimmer, auf jeden Fall in Jämtland.
OK, im Norden vllt. - bei uns im nördlichen Småland (ländlich) auch nicht grad berauschend - aber auch nicht schlimmer als in Deutschland, meine ich.
Pink_Panther hat geschrieben:
Wohnen? Ja, wenn man abseits auf dem Land leben möchte. Als Mieter in einer Stadt? Nein, danke. Laufend Ruhestörungen, schlechter Standard in den Wohnungen.
Zustimmung, was das Leben auf dem Land im eigenen - weitaus erschwinglicherem - Haus angeht, aber auch in den Städten Deutschlands (sind ja dort weitaus mehr als in Schweden) ist es sehr oft genauso, wie Du es beschreibst.
Pink_Panther hat geschrieben:
Schulsystem? Auf internationalem Niveau eine Katastrophe, sieht man es ohne internationales Konkurrenzdenken, dann immer noch schlecht. Leistungsverweigerer werden mitdurchgefüttert und laufen erst später auf - wenn es zu spät ist. Erst spät merken die Schüler dass "godkänt" (bedeutet so viel wie "in Ordnung/ Anforderung erfüllt) zu wenig ist.
Also die Diskussionen in den Schwedenforen bzgl. der unterschiedlichen schulischen gesellschaftlichen Voraussetzungen scheinen mir allesamt ausschließlich rein ideologischer Natur zu sein - von jeglicher Seite her keineswegs objektiv (wie auch), sondern von den individuellen Vorstellungen des jeweiligen Schreibers geprägt - verständlicherweise. Da ich dazu meine eigene ideologische Vorstellung habe will ich mich dazu nicht weiter äußern.
Pink_Panther hat geschrieben:
. . . Die Menschen? Das kommt sehr, sehr auf das Umfeld an. Es gibt sehr nette Menschen hier, aber auch richtige A ........
Ja sicher, wie aber auch überall auf der Welt.
Pink_Panther hat geschrieben:
Platz? Ja - viel besser! Auf jeden Fall, wenn man sich ein Häuschen etwas weiter weg vom Schuß kaufen kann. Das bedeutet dann allerdings auch Pendeln. Nicht nur man selbst, sondern die ganze Familie. Zur Schule, zur Arbeit und auch zu Freunden.
Stimmt, aber das mit den Entfernungen weiß man in der Regel doch, bevor man sich für einen Umzug entscheidet; wir haben das jedenfalls mit einkalkuliert. Im übrigen gilt das auch in Deutschland, wenn man dort auf dem Land lebt - wenngleich dort sicher der ÖPNV besser geregelt ist als in weiten Teilen Schwedens.
Pink_Panther hat geschrieben:
. . . Natur? Ja, sicher. In Nordschweden sogar noch recht unberührt. Ich als Motorradfahrer finde es allerdings sehr langweilig hier. Die Alpen und Norditalien sind da abwechslungsreicher und interessanter. Aber das ist natürlich sehr subjektiv.
Ja klar, ist ja subjektiv auch OK, weil das wohl ein Nicht-Motorradfahrer nicht nachvollziehen kann - wie auch.
Pink_Panther hat geschrieben:
Lebensstandard bzw. Verdienst? Lebenshaltungskosten? Ich denke, auch da ist Deutschland besser. Das was in Deutschland unbezahlbar ist, ist Grund und Boden - also der persönliche Freiraum. Der ist viel günstiger in Schweden.
Auch das erleben wir hier ganz anders - für uns sind nicht nur die Lebenshaltungskosten erschwinglicher, sondern - und für uns weitaus wichtiger - der gesamte Lebensstandard ist weitaus besser, nicht zuletzt weil ruhiger und weitaus weniger stressig. Aber ich denke, das liegt eher an den individuellen Lebensweisen, Lebenswünschen - und -erwartungen (unsere Kinder empfinden den Urlaub hier ganz OK, aber hier leben? Nein, das ist ihnen zu langweilig :wink: ).
Pink_Panther hat geschrieben:
Viele Grüße,
Paul
Viele Grüße zurück - und Danke für die Anregungen. Ist nicht bös gemeint, was ich auf Deinen Beitrag geantwortet habe, wollte nur mal wieder aufzeigen, dass meiner Meinung nach
    jeder seine individuellen Vorstellungen von seinem Leben hat und
    jeder sein Leben, egal wo, selber bestimmt/bestimmen muss und mit den jeweiligen Umständen - ob sie ihm passen oder nicht - selber zurecht kommen muss.
Und ggf. eine andere Entscheidung treffen muss, mindestens kann.
Hejdå
Hanjo

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 16:51 
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tilmann hat geschrieben:
Eigenes Verhalten überdenken ist immer gut. Ich meinte übrigens positive Ausnahmen von Volkers Beschreibung "des/der Schweden/Schwedin".
/Tilmann
Hej Tilmann,
Ok und förlåt, habe ich wohl falsch verstanden.
Hejdå
Hanjo

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 17:06 
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Registriert: 1. September 2010 02:15
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@Hanjo: Danke für deine Antwort, fand ich wirklich gut - und auch wertvoll - was du geschrieben hast. Wie man klar aus dem Forum herauslesen kann, hat jeder seine eigenen Erfahrungen gemacht. Nur eine Sache: Die mit den Lebenshaltungskosten. Das kann man ja recht objektiv vergleichen. Was kosten Lebensmittel, Kosmetikartikel, usw. Auch Fahrzeuge, Kundendienste. Unser Hobby-Wohnwagen war in Deutschland ca. 100.000,- SEK billiger als in Schweden. Bist du wirklich der Ansicht, dass du mit deiner Familie in Schweden günstiger lebst als in Deutschland?

Bezüglich eigenes Verhalten überdenken:
Natürlich hört man ja immer Geschichten von den "typischen Deutschen" und deren Fehlverhalten. Ich denke aber, dass wohl alle, die auswandern, irgenwie versuchen sich anzupassen und darauf bedacht sind, gerade diese Fehler nicht zu machen. Ich denke mittlerweile, dass viele Schweden einfach "höga tankar om sig själv" haben, und Deutsche da eine gewisse Bedrohung darstellen. Den typischen deutschen Einwanderer-Besserwisser denke ich, gibt es so nicht. Vielleicht die Eigenschaft, dass wir gerne aus Prinzip heraus diskutieren, wie bereits vorher genannt wurde. Oder, dass wir mehr kommunikativ sind als die Schweden. "Dryg" nennen sie das dann. Aber ich denke, als Einwanderer hält man wohl erst einmal die Klappe, hört zu, und versucht sich anzupassen. Und dann gibt es immer wieder solche, die sich daran stören, dass man etwas genauer, pflichtbewusster, kompetenter und fleissiger ist. Dann ist man dieser typische Deutsche. Teils geschätzt, teils gehasst. Kommt immer auf die jeweiligen Umstände und Menschen an :-)

Meine Erfahrungen in der schwedischen Arbeitswelt.
Viele Grüße,

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 17:09 
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Hej Pink Panther,

weisst Du was hier wirklich schöner ist? Oder sagen wir, schöner als in den meisten Ecken Deutschlands?
Die Ruhe :)
Wenn man hier abends im Garten sitzt (und da nehme ich jetzt die 6 Städte Schwedens mal aus, die nennenswert gross sind), dann hört man fast nichts. Ein paar Vögel und andere Tiere, ein paar Kinder und ab und an mal ein Auto oder ein Motorrad. Wir haben in der Nähe einen Motorradclub, aber selbst von denen hört man echt nicht viel. Am Lautesten ist dann noch der Nachbar, der sein Motorrad nach den wöchentlichen Schlammrennen auf der Motocrossbahn mit dem Kärscher putzen muss :)
Dasfür dürfen wir dann auch am Sonntag ungestört rasenmähen. Ob das ausreichend ist? Weiss nicht. Muss jeder selbst entscheiden. Aber Du fragtest was Schöner ist.
Dass Kinder, in vielen Bereichen, vorgehen, das ist tatsächlich auch schön. Wir haben nun auch in Deutschland da gute Arbeitgeber gehabt und sogar mein Mann als INgenieur hatte dort keine Stelle bei der sich krum machen musste und nie Zeit für die Familie hatte. Er arbeitet hier nicht weniger. Aber insgesamt sehe ich schon Unterschiede. Bei anderen Leuten, in anderen Branchen ist es teils schon einfacher mal für die Familie da zu sein. Nicht grundsätzlich immer, aber schon recht gut.
Was ich auch ganz nett finde? Die fika am Morgen. Klar, es ist kein Muss. Man lebt auch ohne gut und der Zwang dazu ist auch nicht so dolle, nervt gar ganz schön. Wenn ich einen Arzttermin um 10 bekomme, weiss ich eigentlihc schon, dass vor viertel nach eh niemand nach mir schaut, wenn ich Glück habe. Oft dauert es länger. Aber eigentlihc finde ich die Tradition, dass man gemeinsam mit Kollegen mal ein Tässchen Kaffee trinkt, das von der Firma gestellt Obst isst, ganz nett. Man lernt sich dadurch ein wenig kennen. Sonst hat man ja eher wenig Kontakt zu den Kollegen, selbst wenn man sich Jahre kennt, ist es oft sehr sehr oberflächlich.

Ich kann Dich verstehen. Wir sind erst seit drei Jahren hier. Noch sind wir glücklich, zufrieden. In Deutschland ginge es uns nicht besser. Die Bereiche verschieben sich vielleicht. Man meckert über andere Dinge. Die Summe ist bei uns noch gleich :)
Wie wir das in 10 Jahren sehen? Keine Ahnung. Vielleicht weiss ich es dann, vielleicht sind wir dann schon weg? Möglich ist alles. Wenn man nicht mehr glücklich ist, sollte man versuchen es zu ändern, und wenn man kann, sollte man umziehen. Schlechter geht immer :) :) :) *ironie*

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 17:19 
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Hej,
zu dem Deutschen und seinem Verhalten fällt mir gerade was ein. Wir versuchen hier relativ angepasst zu sein, nicht zu besserwisserisch und so weiter. Aber ich habe eine schwedische Bekannte, die mir das echt schwer macht. Sie findet einfach alles was wir machen besonders toll. Das nervt total, denn ich mag gar nicht besonders auffallen. Ich finde nicht, dass wir was besonderes machen, sie findet das. Und obwohl ich denke, dass sie mich mag, wir sehen uns ja auhc regelmässig, bin ich manchmal unsicher in wieweit sie auch gestresst und genervt ist, von all dem Tollen.
Sie findet bsp. die Tatsache, dass wir Brot selber backen toll. Oder dass wir am Wochenende mal aus reiner Lust raus einen Kuchen backen. Das finden aber hier viele als Besonders. Die fragen dann oft ob jemand Geburtstag hätte. Ich meine jetzt halt einfachen, normalen Kuchen, keinen Paj, den backen manche hier auch mal.
Oder, dass wir im Haus was selber umbauen? Das tun doch fast alle Schweden? Aber gerade diese Frau findet das eben besonders. Oder, dass mein Mann Ahnung von PC hat (naja, ist halt beruflich bedingt). Oder, dass ich relativ schnell ganz gut Schwedisch gelernt habe... alles Sachen, die schon ok sind, aber eigentlich auch nichts so arg nennenswertes. Trotzdem lobt sie uns über den grünen Klee hinweg und findet, dass sie bei uns immer soooo tolle Anregungen bekommt.
EIn Beispiel dazu noch: Ihre Tochter kann nicht alles essen. Glutenallergie. Wir waren wohl die ersten, die Pfannkuchen oder Waffeln mit Maismehl gebacken haben? So what??? Eine Freundin in Deutschland hat das auch, und wir waren es gewohnt, dass man bestimmte Dinge einfach austauscht beim Kochen oder Backen. Wo ist da das Besondere??? Sie meinte, sie hätte das noch nie getan und ihre Tochter würde erst seit wir hier leben so was essen können.

Grüsse
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 17:42 
Hej,
dass Schweden erst mal alles toll - helt fantastikt, underbart, härligt usw. finden, ist völlig normal. Das sind ganz normale Antworten und nicht sonderlich erst zu nehmen, d. h. sie geben nur selten die tatsächliche Meinung der sich äußernden Person wider.
Es wird auch erwartet, dass man sich selber so äußert - also, wenn du mal bei deiner Nachbarin eingeladen bist, solltest du ebenfalls alles bewundern, loben und ganz, ganz fantastisch finden ...
Das ist eben Schweden - man sagt was, meint gar nichts oder was völlig anderes ... :smt006


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 12. September 2010 18:40 
Schwedenfreund
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Pink_Panther hat geschrieben:
. . . Nur eine Sache: Die mit den Lebenshaltungskosten. Das kann man ja recht objektiv vergleichen. Was kosten Lebensmittel, Kosmetikartikel, usw. Auch Fahrzeuge, Kundendienste. Unser Hobby-Wohnwagen war in Deutschland ca. 100.000,- SEK billiger als in Schweden. Bist du wirklich der Ansicht, dass du mit deiner Familie in Schweden günstiger lebst als in Deutschland?
Hej Paul,
ja klar, haben wir auch gemacht kurz nach unserem Umzug hierher. Vorher bereits in Deutschland haben wir uns mit den hiesigen Lebenshaltungskosten beschäftigt und mit denen verglichen, die wir in unserem damaligen Ort hatten.

Nun muss es ja nicht der Wohnwagen (unseren haben wir auch aus Deutschland geholt, auch nen Hobby) sein :D , aber mal als Beispiel die (notwendigeren) Kfz-Kosten. Sie lagen für unseren Astra damals hier - also Steuer und Versicherung - um ca. 15 % niedriger als in Deutschland. Weiter geht´s mit Lebensmitteln - OK, wir kaufen nicht oft beim ICA ein, sondern suchen nach preiswerteren Geschäften wie Willie´s, Lidl usw. Und auch was Handwerker angeht suchen wir nach Angeboten - kennen aber auch viele, die uns günstig helfen, nicht nur deutsche. Und das, was wir hier nicht bekommen oder uns hier zu teuer scheint (Alkohol, Deutsche Bratwurst. Electronic z.B.), das lassen wir uns von/über Freunde/n aus Deutschland besorgen und mitbringen oder zuschicken.

Übrigens: Bei uns sind Gebrauchtwagen - vorrangig ältere Volvos - preisgünstiger als in Deutschland. OK, man braucht bei der Suche viel Geduld, wenn man was Vernünftiges haben will - aber es klappt.

Insgesamt also können wir für uns sagen, dass - neben dem besseren Lebensstandard, zu dem ja nicht nur das Geld gehört - wir hier auch finanziell günstiger leben als wir in Deutschland gelebt haben - und man kann ja auch so einiges dafür organisieren :wink: . Und darum meine ich, man sollte nicht klagen, sondern sich selber helfen.

Noch ein kleines Beispiel: Haben uns vor Kurzem einen Ford Mondeo Bj. 2002 hier günstig zugelegt und suchten einen Radio-Einschub DIN 1 und ein Bilradio (standardmäßig ist da ein DIN 2-Einschub drin) mit Verbindung zur Fernbedienung des Mondeo - hier konnte (oder wollte) uns weder der Radio-Fachhandel noch die Ford-Werkstatt (Handel) helfen. Nach knapp 14 Tagen ausgiebiger Suche habe ich dann alles in Deutschland bestellt.

Und diese "typischen Deutschen" kennen wir natürlich auch :cry: .
Gruß
Hanjo

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Wer seine Träume erfüllen will, muss erst einmal aufwachen
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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 13. September 2010 01:55 
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Imrhien hat geschrieben:
Hej Pink Panther,

weisst Du was hier wirklich schöner ist? Oder sagen wir, schöner als in den meisten Ecken Deutschlands?
Die Ruhe :)
Wenn man hier abends im Garten sitzt (und da nehme ich jetzt die 6 Städte Schwedens mal aus, die nennenswert gross sind), dann hört man fast nichts. Ein paar Vögel und andere Tiere, ein paar Kinder und ab und an mal ein Auto oder ein Motorrad.
Grüße
Wiebke


Hallo Wiebke,

ja, da hast Du wirklich einen Volltreffer gelandet! Ich weiss noch genau, wie es war. Der erste Morgen in Schweden - diese herrliche Stille und Ruhe :-) Stimmt!
Empfehlenswert fuer Skoterfahrer: Einfach mal auf einen Berg hochfahren, den Skoter abstellen und die Stille und die Aussicht geniessen. Das sind Augenblicke.
Im grellen Kontrast dazu sitze ich zur Zeit in meiner Mietwohnung und lausche zu dem Krawall von allen Partys, die hier im Haus abgehen. In Miete wohnen in Schweden ist wirklich nicht der Bringer ..... :lol:
Ausser man hat Glueck und wohnt in einem Häuserblock mit ausschliesslich Rentnern. Schweden scheinen eine hohe Toleranz gegenueber Party- und Musiklärm zu haben.

Viele Gruesse,

Paul

@Hajo: Bei den Kosten werden wir uns vermutlich nicht einig :goodman:
Ich bin der festen Meinung, das gerade im Kfz-Bereich (Service, Ersatzteile, usw), aber auch bei Lebensmitteln good old Germany immer noch billiger ist. Aber darueber brauchen wir uns sicher nicht streiten - so gross sind die Unterschiede glaube ich nicht. Jedenfalls, seit des Zeitalters des Teuros ...

Gruesse,

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 13. September 2010 10:09 
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Hallo Paul,

vielleicht wohnst Du in Schweden einfach nur im falschen Haus bzw. Gebiet. Wir kennen nun wirklich viele Deutsche, die in unmittelbarer Nähe unserer Ferienhäuser wohnen. Wir kennen Deutsche, die günstig ein eigenes Haus in Schweden erwerben konnten, wir kennen aber auch Leute, die ein Haus gemietet haben oder eine Wohnung im Block. Wir waren von dem hohen Standard in Schweden in den Mietswohnungen hin und weg. Für die gezahlte Miete bekommt man in Deutschland nicht solche tolle Wohnungn. Die Küchen total eingerichtet, selbst Waschmaschine und manchmal auch Trockner gehören zum Inventar, der im Mietpreis enthalten ist. Solche großen Küchen wie die unserer Bekannten habe ich in Deutschland selten gesehen, hier in D sind die Küchen oft so groß wie eine Abstellkammer in Schweden. Gut, die Bäder sind nicht so hervorragend, aber trotzdem funktionell und mit ein wenig Eigeninitiative gut nutzbar. Selbst wenn man im Block wohnt, hat man Möglichkeit, eine Ecke auf dem Grundstück als Außensitz zu nutzen. Oder man hat sogar ein Stück Garten dabei. Wenn ich dann höre, dass die Mieten warm keine 500 Euro, eher so an die 400 Euro betragen, dann kann ich aus meiner Erfahrung nur sagen, dass man in Schweden bedeutend günstiger wohnen kann als in Deutschland. Das gleiche kann ich bei Lebensmitteln und auch Anziehsachen behaupten. Ich bin sehr preisbewußt, kaufe oft in Schweden ein, weil viele Dinge dort erheblich billiger sind als in D.

Grüße Aelve

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Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 13. September 2010 11:11 
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Das mit den Wohnkosten ist regional stark unterschiedlich, und wie überall bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Was den Standard betrifft, so ist er in Schweden tatsächlich niedriger als in Deutschland. Es ist zwar richtig, dass die Weissware zur Wohnung gehört, aber das ist nicht unbedingt ein Vorteil, wenn man den energiefressenden Uraltkühlschrank oder Geschirrspüler, den schon fünf Vormieter verschlissen haben, nicht mal auf eigene Kosten austauschen darf.
Lärm- oder Trittschalldämmung sind nahezu unbekannt, wehe, man hat einen etwas lauteren Nachbarn.

Persönlich wohne ich günstiger als in Deutschland. Allerdings hatte ich einfach Glück, ein Haus zu kaufen, als die regionale Nachfrage gerade weit hinter dem Angebot lag. Jetzt sähe es schon völlig anders aus. Dafür wohne ich auch "mitt i ingenstans" und mit sehr mässigem Standard, es gibt weder kommunales Wasser noch Abwasser, und wie lange die Telia noch einen Telefonanschluss stellt, steht in den Sternen. Diverse Dörfer sind schon abgeklemmt.

Ich muss auch günstiger wohnen als in Deutschland, mein Einkommen ist nämlich niedriger, als es in Deutschland wäre, und zwar deutlich. Dazu habe ich auch noch Kosten fürs Pendeln zur Arbeit. Es bleibt also unterm Strich eher weniger übrig als früher in Deutschland.
Früher oder später stehe ich dann noch vor der Wahl, entweder mein Kind allein auf ein vertretbares Gymnasium in irgendeiner grösseren Stadt zu schicken oder in eine halbwegs zivilisierte Gegend umzuziehen. Vorausgesetzt natürlich, ich finde einen Job in eben jener Gegend, was alles andere als selbstverständlich ist, zumal gewisse Regionen fast ausscheiden, weil man entweder gar keine Wohnung bekommt oder sie nicht bezahlen kann.

@Pink Panther: Das Wort "unprofessionell" beschreibt Schweden wirklich bemerkenswert treffend. In gewissen Fällen mag das sympathisch sein, meist ist es aber unglaublich nervend, wenn der Fotograf unbrauchbare Bilder liefert, die Autowerkstatt simpelste Fehler nicht beheben kann, wenn Strassen dilettantisch repariert werden, wenn Telia einen Telefonanschluss jahrelang einfach nicht zum Funktionieren bringt, wenn sogar elementare Sicherheitbestimmungen verletzt werden und das erst bemerkt wird, wenn es zu spät ist. Erst vor ein paar Wochen sind in Malmberget zwei Bergarbeiter - Vater und Sohn - wegen Schlamperei tödlich verunglückt.

Ich würde noch ein zweites Wort hinzufügen wollen: RESPEKTLOS.
Damit meine ich nicht, dass man mit der Mütze in der Hand und geneigten Hauptes vor seinem Chef stehen sollte. Damit meine ich Respekt untereinander, Respekt vor Kompetenz, Respekt vor Regeln, Respekt vor der Natur. All das vermisse ich hier.

Skogstroll


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 13. September 2010 15:45 
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Skogstroll hat geschrieben:
Ich würde noch ein zweites Wort hinzufügen wollen: RESPEKTLOS.
Damit meine ich nicht, dass man mit der Mütze in der Hand und geneigten Hauptes vor seinem Chef stehen sollte. Damit meine ich Respekt untereinander, Respekt vor Kompetenz, Respekt vor Regeln, Respekt vor der Natur. All das vermisse ich hier.

Skogstroll


Hätte es selbst nicht besser sagen können. Ich komme gerade von einem "Elternabend" mit meinem 10-jährigen Sohn. Ich habe erfahren, dass ein gewisses Umdenken im Gange ist. Es wird wieder mehr Wert auf Ordnung und Betragen in den schwedischen Schulen gelegt, entsprechende Regeln sind dabei verabschiedet zu werden. Höchste Zeit, nach Ansicht des Lehrers. Hier sind viele Dinge völlig aus dem Ruder gelaufen.

Viele Grüße,

Paul


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 19. September 2010 12:31 
Skogstroll hat geschrieben:

Ich würde noch ein zweites Wort hinzufügen wollen: RESPEKTLOS.
Damit meine ich nicht, dass man mit der Mütze in der Hand und geneigten Hauptes vor seinem Chef stehen sollte. Damit meine ich Respekt untereinander, Respekt vor Kompetenz, Respekt vor Regeln, Respekt vor der Natur. All das vermisse ich hier.



Und aus aktuellem Anlass: Wie wärs mit Respekt vor der Demokratie? Wenn ich in Schweden keinen Bock hab, mir den Wahlsonntag mit Wählen zu verderben, kann ich vorher wählen. Ok! ABER: Wenn mir am Wahltag einfällt, es war doch nicht die richtige Partei, geh ich halt noch mal hin und wähle neu - und die neue Stimme "überschreibt" dann meine erste Entscheidung. So wie wenn ich Klamotten umtausche... Merkwürdig.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 19. September 2010 15:22 
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wie soll das denn gehen... du hast doch nur einen Wahlberechtigungsschein und den gibst du ab, wenn du deine drei Briefumschläge bekommst....

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 19. September 2010 16:01 
Was soll daran undemokratisch sein?
/Tilmann


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 19. September 2010 16:18 
Hallo Faxälva,

Wie das geht, erklärt hier ganz offiziell Valmyndigheten:

http://www.val.se/valet_2010/rosta_har/ ... index.html

Kurz gesagt: wer vorzeitig gestimmt hat, kann am Wahltag direkt - aber nur dann - noch mal mit Ausweis
antreten und noch mal stimmen. Die erste Stime wird dann von der zweiten sozusagen "überschrieben".
Habe heute gelesen, dass die sozialdem. Parteichefin genau dazu, also die erste Entscheidung noch mal zu überdenken, jetzt auf ihren letzten öffentlichen Auftritten aufgerufen hat.

@Tilman: Nö, das ist nicht undemokratisch. Nur eben typisch lala, kommt doch nicht so drauf an. Und ICH mich entscheiden oder Verantwortung übernehmen? Sollen sich doch die Wahlhelfer mit meinem Hickhack rumärgern.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 19. September 2010 18:29 
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verwundert hat geschrieben:
Und aus aktuellem Anlass: Wie wärs mit Respekt vor der Demokratie? Wenn ich in Schweden keinen Bock hab, mir den Wahlsonntag mit Wählen zu verderben, kann ich vorher wählen. Ok! ABER: Wenn mir am Wahltag einfällt, es war doch nicht die richtige Partei, geh ich halt noch mal hin und wähle neu - und die neue Stimme "überschreibt" dann meine erste Entscheidung. So wie wenn ich Klamotten umtausche... Merkwürdig.
Ich find das super.

Deinen Vergleich verstehe ich nicht ganz. Die Stimme, die du bis zum 19. September abgegeben hast ist die die zählt. Mit der Möglichkeit des vorzeitigem Wählen erhöht man die Wahlbeteiligung. Das kann doch nur gut sein. Gleichzeitig hat man die Möglichkeit seine Meinung zu ändern falls bis zum Wahltag noch Fakten auftauchen die dazuführen, dass man seine Meinung ändert.

Faxälva hat geschrieben:
wie soll das denn gehen... du hast doch nur einen Wahlberechtigungsschein und den gibst du ab, wenn du deine drei Briefumschläge bekommst....
Ja, zum vorzeitigen Wählen brauchst du den Schein, zum Wählen in dem eigenen Wahllokal am Wahltag braucht man jedoch nur seinen Ausweis. Von daher ist Meinung ändern kein Problem.

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 19. September 2010 19:27 
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tjejen hat geschrieben:
Ja, zum vorzeitigen Wählen brauchst du den Schein, zum Wählen in dem eigenen Wahllokal am Wahltag braucht man jedoch nur seinen Ausweis. Von daher ist Meinung ändern kein Problem.


...also ich musste heute diesen Schein bei der Wahl abgeben, dafuer brauchte ich aber keinen Ausweis, da wir uns hier alle kennen...

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 19. September 2010 20:49 
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Hej,

mich würde, sofern die Frage erlaubt und nicht zu indiskret ist, schon mal interessieren, ob diejenigen von Euch, die in Schweden wahlberechtigt sind, auch zur Wahl gegangen sind.
Ich, für meinen Teil, war froh, dass aus der Wahlpflicht, wie ich es zu DDR-Zeiten erlebt habe, dann mit der Wende ein Wahlrecht wurde.
In der Zwischenzeit gehöre ich allerdings in D schon seit Jahren zu der mittlerweile größten Wählergruppe - nämlich den Nichtwählern!

Max :smt006

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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 19. September 2010 21:33 
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Faxälva hat geschrieben:
...also ich musste heute diesen Schein bei der Wahl abgeben, dafuer brauchte ich aber keinen Ausweis, da wir uns hier alle kennen...
Hättest aber sicher auch wählen können, wenn du ihn nicht dabei gehabt hättest ;)

maxfritzi hat geschrieben:
mich würde, sofern die Frage erlaubt und nicht zu indiskret ist, schon mal interessieren, ob diejenigen von Euch, die in Schweden wahlberechtigt sind, auch zur Wahl gegangen sind.
NATÛRLICH. (Alle im Land wohnenden dürfen zumindest Kommun und Landsting wählen.) Für mich ist Wählen eine Selbstverständlichkeit, genauso wie sich für seine Umgebung und seine Mitmenschen zu interessieren und gegebenfalls zu engagieren.

Ich habe vorzeitig gewählt, da ich das eine praktische Möglichkeit finde.

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Gnäll suger, handling duger.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 19. September 2010 22:02 
tjejen hat geschrieben:
Die Stimme, die du bis zum 19. September abgegeben hast ist die die zählt. Mit der Möglichkeit des vorzeitigem Wählen erhöht man die Wahlbeteiligung. Das kann doch nur gut sein. Gleichzeitig hat man die Möglichkeit seine Meinung zu ändern falls bis zum Wahltag noch Fakten auftauchen die dazuführen, dass man seine Meinung ändert.


Ja, da hast Du natürlich auch wieder Recht! Also ich geh mal in mich... Vielleicht doch nicht so schlecht, die Regelung.


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 19. September 2010 22:29 
Neuling
Neuling

Registriert: 22. Juli 2010 21:58
Beiträge: 4
Wohnort: Schweden
Hallo,
von mir wollten sie die Röstkort und den Ausweis sehen, die Röstkort wurde eingezogen.
Grüsse,
Rumpan


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 28. September 2010 15:40 
Schweden Guru
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Registriert: 14. Oktober 2006 15:48
Beiträge: 1544
Wohnort: Orsa
Eigentlich soll man die röstkort behalten, falls eine Nachwahl nötig ist ...
Aber für uns war es auch eine Selbstverständlichkeit zu wählen. Wir leben hier und wollen zumindest versuchen, unser Lebensumfeld aktiv mitzubestimmen.
Jörg


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 24. Oktober 2010 02:20 
Stiller Beobachter

Registriert: 24. Oktober 2010 01:59
Beiträge: 1
In Schweden gibt es auch eine gewisse Arbeitslosigkeit, wenn auch nicht so hoch wie in Deutschland. Der erlernt Beruf eines Umwelttechnikers ist eventuell sogar gefragt, denn in Schweden legt man sehr viel Wert auf saubere Umwelt etc... Es gibt die Möglichkeit, mit der Arbeitsvermittlung in Schweden Kontakt aufzunehmen und dort zu erfahren, ob man in der jeweiligen Region vielleicht eine Arbeit finden könnte. Auch entsprechende Webseiten kann man aufsuchen (Arbeitsvermittlung).


Karin


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 24. Oktober 2010 10:09 
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Registriert: 15. November 2006 23:31
Beiträge: 223
Wohnort: Gällivare
karin hat geschrieben:
denn in Schweden legt man sehr viel Wert auf saubere Umwelt


Karin


nur mal doof gefragt : mehr im sueden oder allgemein schweden ????

_________________
Kinder die geliebt werden,werden Erwachsene die lieben


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 24. Oktober 2010 11:04 
Die Vier hat geschrieben:

nur mal doof gefragt : mehr im sueden oder allgemein schweden ????



HAHAHA der war gut! :lol: :lol: :lol:

Hejdå

PS: Was machen denn die Vier so weit im Norden?


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 24. Oktober 2010 16:32 
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Beiträge: 172
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Hej,

ja der war wirklich gut. Die Schweden und WErt auf Umwelt legen, hahahah. Schau Dich doch mal um in den Wäldern wird der ganze Schrott abgeladen, dort findest Du alles vom alten Traktor bis zum Volvo aus den 60er etc. Auf dem Land wird immer noch fleissig der Kuhschiet auf die Felder verteilt und dann wundert man sich, dass das Brunnenwasser stark belastet ist also nicht mehr trinkbar.

Gruss Speedy


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 26. Oktober 2010 15:21 
hej :weedman:

ich glaube, wenn man vielleicht rente aus deutschland bezieht und vielleicht in deutschland zu keinem haus gekommen ist,daß man in schweden dies ermöglichen kann, wenn man ein sommerhaus für moderates geld erwerben kann und seinen anspruch herunterschrauben kann und möchte!

oftmals tut man im ausland jobs annehmen, wazu man in deutschland kaum bereit wäre!
ich bin trotz allem der meinung und ich sage ausführlich ohne jemanden anzugehen, daß es meine persönliche meinung ist, in deutschland bleiben sollte, wenn man lange in der firma war und noch gutes geld bekommt!
wenn man in einer zeitarbeit ist und wirklich keine aussicht hat mehr zu verdienen, dann spätestens stellt sich die frage, diesen schritt zu wagen, wenn man in miete wohnt und für den anfang auch mal eine zeitlang in einem haus für 25 000 euro zu leben....als eigentum...viell. sogar für immer!

meine frau und ich stellen uns immer wieder die frage,ob wi rnach schweden gehen sollen!
aber mein betrieb wirft noch geld ab und ich arbeite wie ein idiot...nebenbei nebenerwerbslandwirtschaft...doch es ist zu erkennen,das man ohne ein eigentum wie ein haus zu nichts mehr kommt hier....höchstens mit kredite!

SOMMEN


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 28. Oktober 2010 21:25 
Ich bin zwar Rentner, aber ich habe den Schritt nach Schweden Auszuwandern nie
bereut. Um es ein wenig besser zu Veranschaulichen, muß ich etwas weiter ausholen.
1986 machten wir zum ersten mal Urlaub in Schweden. Diese 14 Tage prägten all die nachfolgenden Jahre. Jedoch war es damals für uns ein sehr teures Land. Es wurde alles mitgeschleppt und wir haben damals auch alles mögliche Geschmuggelt.
Am meisten hat uns das Land, die Natur und die Herzlichkeit der Leute imponiert. Das war
auch ausschlaggebend, das wir all die Jahre immer wieder all unseren Urlaub in Schweden
wie auch in den anderen Ländern von Scandinavien verbrachten.
Eines muß ich aber auch immer wieder sagen. Den richtigen Kontakt zu Land und Leuten
bekommst Du aber erst, wenn Du für immer hier in Schweden lebst. So ist es auch in
anderen Ländern.1994 kaufte ich mir eine alte Kapelle und verbrachte dann sehr viel Zeit
in Schweden, da ich 1998 Invalitenrentner wurde. Habe dann auch bei der Komune einen Sprachkurs besucht. Im Gegensatz zu Deutschland, wo ich Geld für solche Dinge bezahlen
mußte, war der Kurs hier umsonst. Nun war ich schon ein halber Schwede. Aber ich war
immer noch nicht ganz in Schweden angekommen. Hatte ich doch immer noch ein deutsches Kennzeichen an meinen Auto und wurde nicht so richtig ackzeptiert. Es hat lange gedauert
und es mußte auch der richtige Zeitpunkt kommen, wo ich Deutschland für immer Lebewohl
sagen konnte.Das war im Jahre 2008 der Fall. Da habe ich den Schritt gewagt, alle Brücken
in Deutschland abzubrechen und meinen Wohnsitz in Schweden zu nehmen. Nun bin ich
einer unter vielen. Was ich noch nie bereut habe. Ich habe kein Verlangen mehr nach
Deutschland und bin froh, das ich diesen Schritt gewählt habe.
Aber ich muß auch sagen, sollte man so einen Schritt wagen, so gehöhrt viel Mut dazu.
Und man könnte ja auch scheitern oder das, was man erwartet, nicht in Erfüllung geht.
Aber ich möchte allen Mut machen, wagt den Schritt und schafft Euch eine neue Zukunft.
Die wenigsten werden es bereuen.
LG meinesarah


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 31. Oktober 2010 12:27 
JAAA!*
*freier
*stressärmer
*naturnaher

Allerdings ist nirgendwo das Paradies auf Erden, weder hit noch dit.
Ohne guten Plan funzt nix so richtig gut. :smt006

hälsningar broti


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 2. November 2010 00:28 
Du verstehst eigentlich nichts. Für mich ist Schweden mein Leben und ich will auf jeden Fall nicht mehr nach Deutschland zurück. Ich habe mein Glück gefunden. Ich bin zufrieden und
möchte nicht mehr in Hektik, in Beton und vorallen in einer Stadt wie Hamburg leben. Ich war in Hamburg Busfahrer, ich habe Stress, Hektik, viele Autos und auch viel Beton erlebt. Hier in Schweden lebe ich in der Natur, habe einen See (länge 15 km) vor der Tür, bin begeisterter Angler und fange auch super Fische. Was will ich mehr?
LG meinesarah


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 2. November 2010 12:14 
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Registriert: 20. März 2009 12:38
Beiträge: 172
Wohnort: Varberg
hallo meinesahra (ich hoffe ich habe es richtig geschrieben),

ja wenn man Rentner ist, ist Schweden sicher ein Paradies. Man muss sich ausser beim Haukauf kaum mit den Behörden auseinandersetzten und vor allem muss man sich keinen Job suchen. Nach den sieben Jahren Erfrahung in Schweden wuerde ich sofort wieder nach Hamburg gehen (ist meine Heimat) und wenn ich könnte wuerde ich auch wieder in mein haus einziehen und meinen alten Job wieder machen. Das einzig wirklich positive hier in Schweden ist der Mann mit dem ich jetzt verheiratet bin, der ist Schwede. Ich habe hier mehr Stress als ich jemals in 46 jahren in hamburg hatte. Da kann man sehen wie unterschiedlich man empfinden kann,

nichts fuer ungut,

Gruss Speedy


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 3. November 2010 21:29 
Alter Schwede
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Hej,
Ehrlich? Zur Zeit? Da ginge es mir in Deutschland besser...
Das liegt daran, dass man hier in Schweden so verda... ordentlich ist, was die Kindergartenzeiten angeht. In Deutschland hat mich niemand gefragt ob ich, während mein Kind im Kindergarten war, gearbeitet habe oder geschlafen weil das Baby auch grad schlief oder ob ich mit einer Freundin einen Kaffee getrunken habe. Da war das kein Problem. Der Platz ist für eine bestimmte Zeit bezahlt und was ich in der Zeit mache, interessiert niemanden. Hier ist das anders. Ich zahle zwar, aber ich darf die Kinder nur während meiner Arbeitszeit bringen.Das ist mit einem Baby etwas schwierig, denn wer bestimmt denn da die Arbeitszeit, wenn man von daheim aus arbeiten will und darf? Allerdings darf ich mich dann nirgends blicken lassen, denn ich sollte ja arbeiten... Unglaublich. Etwa drei Tage nach einer Entbindung wird man gefragt wie denn die Geschwisterkinder nun kommen, bzw dass sie ja eigentlihc daheim bleiben sollten, denn man ist ja nun ledig????
Toll. Gutes System. Die Geschwister langweilen sich, die Eltern sind müde von den langen Nächten und der Kindergarten fragt nach dem Schema für die nächste Woche. Doch, gerade wär ich gern in Deutschland!

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 5. November 2010 20:55 
Viele Dinge kann man Zweideutig sehen. Wer zum Beispiel noch nicht mit dem schwedischen
Krankensystem in Berührung gekommen ist, kennt nur die Aussagen von Deutschland.
Und aus Deutschland kommen normalerweiße nur schlechte Berichte. So mußte ich auch beim
Sender NT-V erleben. Schweden wurde von einen Herrn Montgommery so schlecht gemacht, das ich dachte, Deutschland ist das Paradies? Ich will es mal an zwei Beispielen erklären:
Ich hatte Hämoridden und war zu diesem Zeitpunkt in Schweden im Urlaub. Ich war hier im Krankenhaus, man hätte meine Hämoridden sofort verödet. Doch die deutsche Krankenkasse
hat von mir verlangt, ich muß diese Operation in Deutschland machen. Wer schon einmal Hämoridden gehabt hat, kann nachvollziehen, das man kaum noch Autofahren kann und auch nicht mehr sitzen kann. Aber ich habe damals die 650 km überstanden und wurde dann in Hamburg Sonntags operiert. In Schweden ist vieles nicht schlecht. Nur das Problem ist, wenn man von Deutschland kommt, kennen die Ärzte nicht meine Krankheit. Hier ist es wichtig, das man die Unterlagen zu den Krankheiten hier auch im Krankenjournal hinterlegt. Dazu noch ein Beispiel:
2008 konnte nicht mehr laufen. Das beruht auf eine Erkrankung vom Jahre 1995 zurück. Ich hatte Narbengewebe im Wirbelkanal. Dieses Narbengewebe drückte auf die Nerven. Darauf war ich im Netz und fragte viele Uniklinicken. Als einzige. wollte mir die Charite in Berlin helfen.
Dort war ich auch 14 Tage und habe 8 Spritzen mit Cordison erhalten, Es hat bis Heute angehalten und ich habe die Berichte über den Aufenthalt in Berlin hier in mein Krankenjornal
hinterlegt. Sollte ich noch einmal solche Probleme haben, so kann ich mich jetzt ohne Probleme im Krankenhaus Jönköping behandeln lassen. Wichtig ist auch, das man bei Problemen nicht in die Värdcentral, sondern gleich zur Akutmottagning geht. Also in die Notaufnahme.
Das mal meine Gedanken. Ich hoffe, sie gehöhren hier her.
LG meinesarah


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 5. November 2010 21:27 
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Ich möchte mal auf die Ausgangsfrage zurueckkommen.
Die Frage lautete:
Geht es euch besser in Schweden?


BESSER als was?
Wo? Wie?

Weshalb vergleichen wir immerzu?

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"Wer seine Meinung nie zurückzieht, liebt sich selbst mehr als die Wahrheit."
Joseph Joubert


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 5. November 2010 21:40 
Ich möchte nicht vergleichen.
Ich habe mich 2008 entschieden, in Schweden zu Leben. Also bin ich am 01.01.2008
nach Schweden ausgewandert. Hier bin ich auch mit allen für und wider in Schweden
angekommen. Für mich ist es ein Land, welches mich fazziniert, ich nun hier zu Hause bin
und ich auch in meiner Wanderung endlich zu Hause bin. Ich will Leben in der Natur, will Leben
ohne Hektik, ohne Beton ohne viele Autos und will mein Lebensziel verwirklichen, Leben an einem See.
Alles ist eingetreten. Auch habe ich super Nachbarn. Was will ich mehr.
LG meinesarah


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 5. November 2010 23:35 
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Schwedenfreund
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Registriert: 13. August 2005 10:17
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HeikeBlekinge hat geschrieben:
Ich möchte mal auf die Ausgangsfrage zurueckkommen.
Die Frage lautete: Geht es euch besser in Schweden?
BESSER als was? Wo? Wie?
Ich denke die Antwort kann nur jeder für sich selber geben, denn die Frage zielt ja darauf ab, ob (ggf warum) wir uns früher - also ich in Deutschland - weniger wohl gefühlt haben. Ich habe mich darüber auf meiner Homepage aber ausführlich geäußert.
HeikeBlekinge hat geschrieben:
Weshalb vergleichen wir immerzu?
Diese Frage stellt sich allerdings - denn ich denke, man kann nur die eigene frühere Situation mit seiner heutigen vergleichen - und das geht nicht allgemein, sondern ausschließlich persönlich. Und da ist keine Person mit einer anderen vergleichbar,
meint
Hanjo

_________________
Wer seine Träume erfüllen will, muss erst einmal aufwachen
http://www.hanjo-sverige.se


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. November 2010 07:45 
Hej... :schwedentor2:

ich glaube, man kann diese frage nie richtig beantworten!

es hängt viel vom persönlichen anspruch des lebens ab, familienverhältnisse,einkommen, beruf...startkapital....job...

ich glaube,man darf vieles nicht mit deutschland vergleichen, sonst kommt man nie in schweden richtig an...

man vergleicht es aber und so kommen immer zweifel auf....


viele grüße
sommen :smt006

somme


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. November 2010 21:49 
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Registriert: 6. Dezember 2006 11:31
Beiträge: 3154
Wohnort: Västerås
Hm, ja, warum vergleichen wir? Warum tu ich es? Ich weiss es nicht. Ich kann nicht anders. Das heisst aber ja noch nicht, dass ich dadurch hier alles schlecht sehe. Oder in Deutschland. Manches ist hier besser, anderes dort. Ich bin grundsätzlich glücklich hier und will nicht weg. Aber es gibt einfach Zeiten, da fällt mir manches hier schwer und da vermisse ich Deutschland. Nicht weil es dort besser war, sondern einfach weil ich es besser kenne und es sich dadurch vielleicht leichter anfühlt. Jedenfalls in Situationen die mir hier schwer erscheinen. Umgekehrt würde ich ganz sicher in Deutschland sitzen, wenn ich morgen zurück wandere, und dann dort vieles aus Schweden vermissen. Das ist einfach so. Jedenfalls bei mir/uns. Wir sind uns ziemlch sicher, dass wir Schweden genauso vermissen werden wie wir jetzt Deutschland vermissen. Für uns gibt wird es wohl ewig oder noch lange so sein. Wir haben uns immer vorgestellt in ein weiteres Land auszuwandern. Nun sind wir nicht sicher ob das gut ist. Denn dann würden wir dort Dinge aus zwei Ländern vermissen. Allerdings bekommt man auf der Gegenseite sooo viel Neues und Gutes geschenkt. Das ist ja auch jetzt so. Bei all dem Vergleichen und Vermissen, man sollte halt nicht vergessen was man im Gegenzug geschenkt bekommt. Darauf kommt es doch an. Und bei uns ist es bisher so, dass wir zwar manches vermissen, aber im Ganzen so glücklich sind, dass wir jetzt noch gar nicht zurück wollen.
Aber besser geht es uns hier eigentlich nicht. Gleich gut würd ich sagen. Nur anders eben.

Grüße
Wiebke


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 7. November 2010 18:06 
Ich muß noch einmal meine Gedanken hier darlegen.
40 Jahre habe ich in der DDR gelebt. Dort hatte ich eigentlich alles und wir waren
eigentlich Zufrieden. Was uns aber gestört hatte, war auch mal andere Länder, vorallen
westliche Länder kennen zulernen. Immer wieder spukte in unseren Köpfen, einmal nach
Scandinavien oder nach Kanada. Jedoch wir lebten in einem Zoo, wo die Besucher zu uns kommen konnten und dann wieder verschwanden. Wir aber waren eingesperrt.
Da ich alle meine Verwanden im Westen hatte, entschlossen wir uns, im Mai 1984 einen Ausreiseantrag zu stellen. Es hat bis zum September gedauert und wir wurden massiv von der
Stasi beträgt, den Ausreiseantrag zurück zu nehmen. Meine Frau wurde über Nacht Arbeitslos
und ich hatte viele Unannehmlichkeiten in meiner Firma. Jedoch wir blieben hart und am 6 September wurden wir aus der DDR rausgeschmissen. Nun lernten wir den Westen kennen.
Schlimm war für mich, das ich mein ganzes Leben auf dem Dorf gelebt hatte. Nun mit einmal in
Hamburg? Und das schlimme war für mich, das ich erst später merkte, das ich von dem Regen in die Traufe gekommen bin. So ein Sprichwort. Als erstes wurde ich beim amerikanischen Geheimdienst vorgeladen. Anschließend auch noch vom Bundesdeutschen. Da viel es mir wie Schuppen von den Augen. Egal welches System, alle wollen mich nur aushorchen, mich für ihr System gebrauchen. Zumal ich noch in der DDR in einer Gegend gewohnt habe, wo mehr Russen stationiert waren,als Einwohner die Kreisstadt hatte.
Aber ich will nicht ins deteil gehen. Ich will es kurz machen. 1994 kaufte ich mir eine alte Kapelle in Schweden. Baute sie aus und 2008 war der Zeitpunkt gekommen, wo ich Deutschland den Rücken gekehrt habe. Also aus Deutschland ausgewandert bin.
Nun lebe ich wieder auf dem Dorf, sprich in der Natur und bin Zufrieden und Glücklich.
Bin ja auch Rentner und dadurch konnte ich den Plan verwirklichen.
LG meinesarah


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 6. Dezember 2010 13:59 
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Registriert: 11. Januar 2009 22:32
Beiträge: 94
Wohnort: Norr om stan
Klockestrand hat geschrieben:
Hallo,

ob es uns besser geht in Schweden, ein ganz eindeutiges JA!!!!,
kommt aber sicher auch darauf an wo man in Schweden lebt und wie man sich einlebt.Es ist ein anderes Leben, als man es von Deutschland her gewöhnt ist, wir finden ein Besseres, aber wenn ihr hier im Forum stöbert werdet ihr auch andere Meinungen lesen können.

Conny



Da gehe ich voll mit! Und lege noch nach: Es kommt auch darauf an, was man sich von Schweden erwartet! Oftmals ist es das, was doch sehr diffus ist und worüber sich die wenigsten vorher Gedanken machen. Es gibt vieles, was ich an Schweden schätze (Natur, Land, Leute usw.), aber die Bürokratie gehört sicher nicht dazu. Und wohnt man 'på landet', so ist auch das schwedische Krankenversorgungssystem dem der ehem. DDR sehr ähnlich und nicht für jeden das erstrebenswerte Ziel. Vor allem, wenn man älter wird und die Zipperlein zunehmen.
Dafür stimmen aber noch die Verhältnisse von Einkommen und Arbeitszeit. Wie lange dies noch so bleibt, darf man sicher fragen, ich hoffe aber noch auf 10 Jahre ;-)

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Ein Optimist ist in der Regel ein Zeitgenosse der ungenügend informiert ist. (John B. Priestley)


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 Betreff des Beitrags: Re: geht es euch besser in schweden???
BeitragVerfasst: 7. Dezember 2010 11:34 
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Registriert: 5. Dezember 2010 20:34
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Ich bin beeindruckt von den vielen eindeutigen "JA"s.
Da kam auch noch ein Ja aus Orsa....

Wie übersteht Ihr die lange Dunkelheit im Winter und die Kälte?


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