Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

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Imrhien
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Re: Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

Beitragvon Imrhien » 12. August 2008 17:40

janaquinn hat geschrieben:Ich empfinde dieses System als sehr gut, hat es uns doch 2 Jobs auf einmal eingebracht, wir zahlen unsere normalen Steuern, sind sozialversichert und verdienen unser eignes Geld.

LG JANA


Mal abgesehen davon, dass Du nicht in der Lage wärst zu arbeiten, mit Deinem Sohn. Höchstens in der Zeit in der er in der Schule ist, was aber ja soweit ich mich erinnere auch immer wieder schwierig ist, da er auch öfter mal krank ist. Und dann müsste jemand anderes die Arbeit in der Schule tun, denn da seid Ihr ja teilweise auch dabei. Wer es macht, ist eigentlich egal. Jemand muss dafür bezahlt werden. Für das Kind ist es aber doch besser wenn es jemand ist, den es kennt. Und Du hättest, wie gesagt, eh viel grössere Schwierigkeiten einen Job unter den Bedingungen zu finden. Zumal in deiner Branche. So ist jedem gedient und ich finde das absolut sinnvoll.

Grüße
Wiebke

jörgT
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Re: Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

Beitragvon jörgT » 12. August 2008 22:12

sternchen8612 hat geschrieben:@ Jörg : Hallo Jörg, vielen Dank für deine Antwort.Meinst du, einen Urlaub einplanen, um sich in dieser Zeit nach den Jobchancen zu erkundigen und eventuell wichtige Kontakte zu knüpfen oder einen Urlaub, um vor Ort einen Sprachkurs zu absolvieren.Wollen auf alle Fälle, in dem Jahr vor der Auswanderung nach Schweden fahren, um einen weiteren Sprachkurs zu machen, zusätzlich zu dem,den wir nächstes Jahr an der VHS beginnen werden.Wie hat eure Auswanderung geklappt? Ich habe mir neulich das Buch "Schweden für Einsteiger" , eine Anleitung zur erfolgreichen Auswanderung gekauft und gleich ausgelesen.Kann es kaum abwarten in die nähere Planung zu gehen.Was sind "undersköterskor"?


Wie Jana schon festgestellt hat - Urlaub, um das Land kennenzulernen, die Sprache anzuwenden, Verbindungen zu knüpfen ...
Wir waren viele Jahre lang jede freie Woche in Schweden und haben das Land von Mittelschweden bis in den Norden bereist, ehe wir uns sicher waren. Vielleicht klappte deshalb die Auswanderung ohne Schwierigkeiten.
Auch wenn ich jetzt sicher eine Diskussion lostrete - ich finde, man sollte das "Land seiner Träume" möglichst gut kennenlernen, bevor man sich entscheidet. Auch wenn es manchmal gut geht (verzeiht mir, Susanne, Heiko, Karola, Jan ... :wink: ), persönliche Erfahrungen sind durch nichts zu ersetzen. Uns war z.B. klar, dass das Leben in Norrland gewisse Probleme mit sich bringt - deshalb sind wir in Dalarna gelandet ...

Eine undersköterska ist eine Unterschwester, an ehesten mit einer Pflegerin in D. zu vergleichen. Altenheime beschäftigen überwiegend diese Kategorie.

Welche Gegend Euch am besten zusagt, hängt von vielen Faktoren ab. Seid Ihr "Grossstadtmenschen" oder liebt Ihr das ruhigere Leben auf dem Land? Könnt Ihr in der Natur Kraft tanken oder "braucht" Ihr Shopping, Trubel usw?
Solche Fragen gilt es zu beantworten - deshalb gebe ich schon lange keine allgemeinen Empfehlungen mehr ab.
Auf jeden Fall sind Eure Berufe gefragt und werden gebraucht. Aber denkt daran, dass die Arbeit mit kranken oder alten Menschen immer sehr gute Sprachkenntnisse erfordert ...

In diesem Sinne - viel Glück!

Jörg :smt006

sternchen8612
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Re: Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

Beitragvon sternchen8612 » 13. August 2008 14:05

@Jana :

Hallo Jana,

vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort.Tut mir leid,dass ich dir erst heute schreibe.Hatte gestern Besuch und daher keine Zeit.Was machst du als Persönlicher Assistent alles? Dass Schweden ausgerechnet an so einer wichtigen Stelle Kürzungen vornimmt, ist nicht nachzuvollziehen.Wie ist das mit der 2. Stelle gemeint ? Du hast geschrieben, dass du arbeitstechnisch komplett ausgelastet bist. Kommt man mit dem Gehalt, das man als Persönlicher Assistent verdient nicht so gut aus, dass man noch einen zweiten Job braucht ? Oder hab ich das falsch gelesen? *g* Bevor wir auswandern, werden wir auf jeden Fall nach Schweden kommen, um das Land besser kennenzulernen.Zur Zeit schwebt uns Darlana als mögliches neues Zuhause vor.In meiner Vorstellung ist Schweden perfekt :-) Bisher fallen mir kaum negative Dinge ein ( im Gegensatz zu Deutschland...).Wie ist es bei dir, hast du am Anfang auch nur die schönen Seiten des Landes gesehen ? Inwieweit haben sie gestimmt und wieviel Negatives würde dir zu Schweden einfallen? Vielleicht eine etwas merkwürdige Frage...Um gleich noch so eine Frage hinterherzuschicken , wie baut man sich dort einen Freundeskreis auf, wie kommt man in Kontakt zu Schweden? Wünsche dir einen wunderschönen Tag,

Viele liebe Grüße,

Birgit

@Jörg :

Hallo Jörg,

vielen Dank für deine Antwort.Ich stell dir mal einfach die gleiche Frage wie zuvor Jana : Wie knüpft man in Schweden neue Kontakte ? In Darlana waren wir bisher noch nicht, haben nur Bilder gesehen ( und meine Familie hat sich gleich mal darauf festgelegt gern in diese Gegend ziehen zu wollen, falls man dort einen Job bekommt *g* ).Könntest du mir ein wenig von Darlana erzählen ? Ist es eher eine ländliche Gegend oder hat sie von allem etwas? Wir kommen aus der Großstadt ( Berlin ). Dennoch kann ich mir in Schweden so ziemlich alles vorstellen ( was die Sache nicht einfacher macht ).Na ja,hab ja auch noch ein paar Jahre Zeit darüber nachzudenken.Hattest du einen Eures-Berater und falls ja, ab wann ist es sinnvoll sich mit einem in Kontakt zu setzen?Wünsche dir auch einen wundervollen Tag,

Viele liebe Grüße,

Birgit

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frasimi74
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Re: Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

Beitragvon frasimi74 » 13. August 2008 15:21

sternchen8612 hat geschrieben:Bisher fallen mir kaum negative Dinge ein ( im Gegensatz zu Deutschland...).Wie ist es bei dir, hast du am Anfang auch nur die schönen Seiten des Landes gesehen ? Inwieweit haben sie gestimmt und wieviel Negatives würde dir zu Schweden einfallen?


Hej Birgit,

ich möchte dir deine Vorstellungen ja nicht nehmen, aber auch Schweden ist nicht so perfekt,
wie du es aktuell siehst und in Deutschland ist sicherlich auch nicht alles negativ.
(Aber diese Diskussion hatten wir hier im Forum schon sehr intensiv. Nutze doch mal
die Suchfunktion und du wirst viele Informationen dazu finden.)

Ich bin selbst zwar noch nicht nach Schweden ausgewandert aber eines möchte ich
dir schon mal mit auf den Weg geben:
Schlag dir das Bullerbü-Schweden aus dem Kopf, denn dieses Schweden existiert nicht!!!
Dieses Schwedenbild kannst du dir für deinen Urlaub bewahren aber nicht für das tägliche
Leben, denn da ist es vollkommen fehl am Platze.

Schweden hat sicherlich seine Stärken, aber halt auch Schwächen. Jedoch liegt es im
Auge jedes Einzelnen, wie er die Stärken und Schwächen für sich selber auslegt
und dann auch damit klarkommt.

Jeder hat seine eigenen positiven und negativen Eindrücke. IMO sind diese jedoch
subjektiv und können nicht ohne Weiteres auf andere übertragen werden. Denn was
einen anderen stört ist dir vielleicht völlig egal.

Was in meinen Augen nicht funktioniert ist, beide Länder zu vergleichen, dazu sind
sie viel zu unterschiedlich. Ich glaube auch nicht, dass man in Schweden besser
oder schlechter lebt, es ist in meinen Augen einfach anders. Aber dazu können dir
die bereits ausgewanderten aus ihren Erfahrungen berichten.


Was ich damit sagen will:
Informiere dich gut über das Land und allem was dazugehört. Das Forum bietet
da schon ganz ganz viele Informationen (Gesundheitssystem, Schulsystem,
Sprache, Personennummer, Sozialsystem, Arbeitswelt, ...). Besucht Dalarna, um
herauszufinden, ob es euch dort auch gefällt. Und vor allem lernt die Sprache.
Denn das ist die Basis, um Kontakte zu knüpfen. Und in deinem Berufszweig ist
sie sowieso mehr als wichtig.

Ich hoffe, du bist mir jetzt nicht böse. Aber ich habe hier im Forum gelernt, dass
die Realität manchmal zwar schwer zu ertragen ist, aber sie einem dann doch viel
besser hilft, den richtigen Weg zu finden.

LG Frank :smt006
Zuletzt geändert von frasimi74 am 13. August 2008 15:26, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

Beitragvon Faxälva » 13. August 2008 15:21

Hej!
Mein sambo arbeitet auch als persönlicher Assistent, aber nicht bei einem Angehörigen, sondern als Angestellter der Kommune. Bei der Auswahl der Assistenten hatten die Angehörigen des zu Assistierenden natuerlich absolutes Mitsprach- und Vetorecht. Es ist sehr wichtig, das die persönliche Chemie zwischen allen stimmt. Er bekommt genauso viel Lohn wie eine uska.

:smt006
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Tyck inte illa om att bli gammal, var glad att du fått chansen.

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Re: Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

Beitragvon Dennis123 » 13. August 2008 15:27

Habe deinen Eintrag mit Interesse gelesen, denn bin auch HEP. Schon lange beschäftigen wir uns mit Schweden, und eben dieser Berufssparte. Mittlerweile arbeitet mein mann aber in Norwegen.
Meine Bewerbung läuft , aber unser Wunsch war eigentlich immer Schweden. Würde mich gern über den weiteren Verlauf mit Heilerziehungspflegern unterhalten.
Liebe Grüße Marika
Das mit der Rechtschreibung geb ich auf, liegt wohl an meiner ungarisch - schwedischen Tastatur, die eh macht was sie will....

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Re: Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

Beitragvon Imrhien » 13. August 2008 17:55

Hej Birgit,

ich bin nicht Jörg und nicht Jana, aber ich lebe in Schweden. Vielleicht kann ich Dir daher trotzdem das ein oder andere Interessante erzählen. Als erstes: Ja, ich hatte auch so dieses Denken, dass in Schweden alles perfekt ist. Zumindest in der Phase der Entscheidung. Klar, wir wussten vom Kopf her, dass es nicht so sein kann. Das Herz wollte aber einfach, dass man daran glaubt. Nachdem die Entscheidung erst mal gefallen war (die grundlegenden Dinge stimmten also) haben wir unsere Informationssuche in die Tiefe ausgeweitet und gemerkt, es ist nicht alles Gold was glänzt. Ins Wanken kamen wir nicht wirklich. Zweifel hat man immer wieder mal, denke ich. Aber probieren wollten wir auf alle Fälle, komme was da will, man kann ja wieder zurück. Wir haben uns dahingehend aber auch abgesichert (Jobangebot bei Rückkehr).
Auch in Schweden gibt es Negatives. Was das ist? Das musst Du für Dich selbst rausfinden... das empfindet nämlich jeder anders. Mich stört ein wenig die Gleichmacherei, obwohl wir damit bisher zum Glück nur am Rande zu tun hatten. Daher hoffe ich noch, dass die Kommune, das Län hier dementsprechend etwas lockerer ist. Auch fällt mir auf, dass viele Schweden die in öffentlichen Stellen arbeiten (Rektoren o.ä) zu Gruppen reden als wären es Kinder. Ich glaube, das ist einfach die Art zu reden... Vielleicht nur hier so? Jedenfalls finde ich es einerseits amüsant aber auch nervig.
Freunde: Frag mal rum. Die meisten werden berichten, dass man schnell Menschen kennenlernt. Richtige Freunde werden sie erst gaaaaaanz langsam, manchmal nie. Viele haben nach Jahren noch keinen privaten Kontakt zu Kollegen. Das ist wohl auch von Län zu Län unterschiedlich. Man kann einen Norrländer einfach nicht mit einem Südschweden vergleichen.
Man lernt dafür extrem schnell andere Ausländer kennen. Bei den Schweden ist wohl geduld und manchmal auch Glück erforderlich. Und vor allem, man muss natürlich was dazu beitragen, also sich integrieren. Das allein ist aber noch keine Garantie. Jedenfalls nicht überall in Schweden. Ich habe nach 10 Monaten schon "Freunde" die mal richtige Freunde werden könnten, also enge Freunde (gemischt, Schweden und Nichtschweden) aber ich kenne welche, die haben nach 5 Jahren keine richtigen Freunde gefunden haben, sondern nur Bekannte. Und das lag sicherlich nicht an denen...

Zum Wohnort. Wenn Du aus Berlin kommst, schau es Dir auf alle Fälle sehr gründlich an. Denk nicht einfach, dass Du das Landleben toll findest und sicherlihc schon klarkommst, auch wenn der Supermarkt nicht um die Ecke ist. Sie mir nicht böse, ich meins nicht so...
Ich meine damit, ländlich leben in Schweden ist nicht so wie ländlich Leben in Deutschland. Ich lebe in der 6. größten Stadt Schwedens, bzw. in einem sehr kleinen Vorort. Die Stadt müsste in etwa die Größe Stuttgarts haben (so im Vergleich von wegen 6. Größte). Es sind aber nur so in etwa 107.000 Einwohner. Stuttgart hat fast 600.000 Einwohner. Soviel dazu. Ein Dorf hier kann bedeuten, dass da 5 Häuser stehen. Natürlich gibt es größere...
Manchmal ist der Baumarkt um die Ecke und IKEA auch. Manchmal fährst Du eine Stunde bis dahin. Oder auch mal 3-4...
Das ist einfach sehr unterschiedlich. Ich wohne ländlich, nach deutschen Verhältnissen gesehen. Für schwedische lebe ich ziemlich städtisch. Das muss man einfach wissen, sonst könnte man in der Einöde sitzen und sie ist schlimmer als gedacht. Wer sich da aber wohlfühlt, kann sehr viele schöne Einsame Plätze finden und da glücklihc werden. Schweden bietet von daher für jeden was.

Ich hoffe das hilft und war nicht zu viel.


Liebe Grüße
Wiebke

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Re: Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

Beitragvon janaquinn » 13. August 2008 18:40

Hej Birgit,
so nun habe ich ein wenig Ruhe, die Kinder sind im Bett und ich komme wieder zum schreiben.
Was ich mich arbeitstechnisch meinte ist: Selbst, wenn ich wollte, könnte ich niemand weiteres betreuen, weil mein Sohn mich und meine Schwester 24h braucht. Außerdem ist meine wöchentliche Arbeiszeit, die ich arbeiten darf, bereits ausgeschöpft mit 46h. Und ein wenig Zeit mit meiner Familie möchte ich ja doch haben. Wir können mit dem Gehalt gut leben, es ist ausreichend und ich denke mal, höher als in Deutschland.

Uiih..deine Vorstellungen vom perfekten Schweden begrabe lieber gleich!!! Es ist ein absolut normales Land, wir haben genauso Arbeitslose, es gibt genauso Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen und teilweise auch auf der Strasse leben. Bullerbü-Schweden? Vergiss es!!!! Gibt es nicht...nur in Vimmerby in der Astrid Lindgren-Welt. Schweden ist ein wunderbares und traumhaft schönes Land, aber es ist defintiv nicht der Garten Eden!! Es wäre perfekt, ebenso wie alle anderen Länder dieser Welt, wenn man komplett das Denken aufgibt, keine Tageszeitungen liest und niemals auch nur einen einzigen Klick im Internet macht.
Bitte versteh mich nicht falsch. Ich kann mir kein besseres Land zum leben vorstellen als Schweden, unsere Familie fühlt sich sehr sehr wohl hier, wir haben uns integriert, auch wenn es zumindest bei mir noch immer mit der Sprache habert, habe bereits nette schwedische Bekanntschaften (keine Freundschaften!!!) geschlossen und einen überschaubaren Kreis an deutschen Freunden und Bekannten.

Was ich negativ finde?? Ich hasse die Konfliktscheuheit und das ignorieren von Problemen bei den Schweden. Wenn du mit deinem Nachbar ein Problem hast, dann gehst du nicht direkt zu ihm, sondern machst es über etliche Abstecher bei den anderen Nachbarn. So erfährt der andere irgendwann mal, das du ein Problem mit ihm hast und antwortet dir auf die gleiche Weise, nur bezieht er noch die Katze mit ein. So war es mit unserem Vermieter, der die Sachen, die ich ihm mitgeteilt habe, erstmal per SMS an meinen nichtsahnenden Mann geschickt hat, der wiederrum mich angerufe hat usw......
Was ist noch negativ? Das kann man soo pauschal nicht beantworten, denn jeder sieht es anders und vielleicht lockerer. Was den einen schier in den Wahnsinn treibt, dass sieht ein anderer total locker und gelöst. Ich mag die schwedische Ruhe, aber es nervt mich in Stockholm stundenlang ohne jeglichen Grund im Stau zustehen. Meinen Mann wiederrum bringen "sinnlose" Meetings zum kochen, wo man nur drinsitzt, weil man eben drinsitzt. Es kommt immer auf das eigene empfinden an.

Man sollte generell Schweden nicht mit Deutschland vergleichen. Es ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Das Leben ist hier auf der einen Seite generell viel viel ruhiger, auf der anderen Seite aber auch wieder ein wenig stressiger.
Kannst du in Deutschland mal eben in den nächsten Supermarkt springen und weisst, dass die Busse und Bahnen pünktlich sind, so hast du in Schweden Gegenden wo der Bus eben nur 3mal am Tag kommt und der nächste Baumarkt ebenmal 300km entfernt ist.
Wir fahren unsere Lebensmittel jeden Monat 30km nachhause, mein Mann pendelt täglich 140km zur Arbeit und um Freunde in Stockholm zu essen zu besuchen, da kannst du auch mal locker eine Fahrtstrecke von 120km hin und zurück einplanen.

Dalarna ist übrigens wunderschön. Ich habe es vor 2 Wochen beim Forentreffen gesehen und mich sofort verliebt, aber dort leben...nein. Ich brauche mein Stockholm vor der Haustür, den Trubel der Grosstadt und die Ruhe hier auf dem Land, wo die Grillen so laut sind, das man kaum schlafen kann.
Ich liebe es durch Gamla-Stan zu bummeln und am Slussen die grossen Fähren zu sehen, liebe die vielen kulturellen Möglichkeiten, die sich in Stockholm bieten. Ich liebe es auf den Spuren meiner Lieblingsband "ABBA" zu wandeln und in Benny´s Cafe´einen Kaffee zu trinken. Und ich mag die Stockholmer, auch wenn sie grösstenteils sehr arrogant sind.
Ich liebe dieses Land mit all seinen Ecken und Kanten, mit seinen Stärken und Schwächen und all seinen Macken. Ich bin hier einfach schlicht und ergreifend zuhause!!! Auch wenn ich immer mal wieder gerne "mossere", aber dass zeigt nur, dass ich/ wir wirklich angekommen sind.

LG JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

nysn

Re: Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

Beitragvon nysn » 13. August 2008 19:01

Bericht von Jana: Stimmt genau! Dem ist weiter nichts hinzuzufügen. :D

@Jana: Herzliche Grüsse nach Mölnbo, Sörmland :wink:

S-nina
(die sonst immer gern etwas über Schweden "lästert")

Mein "Spruch" der Woche: "Drum prüfe, wer sich ewig bindet ... " :D

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Re: Gefragte Berufe im Sozialwesen in Schweden?

Beitragvon janaquinn » 13. August 2008 19:07

:danke: :lol: :lol: !!
Siehst du Nina, wir kommen irgendwann doch immer wieder auf einen gemeinsamen Nenner...manchmal schneller und manchmal dauert es ein wenig.

Hoffe übrigens, dass du mir nicht mehr allzu böse bist, wegen dem einen Posting :oops: :oops: !

Herzliche Grüsse aus Mölnbo beinahe Sörmland
JANA
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