Für ein Jahr nach Schweden...

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karthoon
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Für ein Jahr nach Schweden...

Beitragvon karthoon » 15. Oktober 2011 13:06

Hallo!

Ich habe mich hier und in einem "Nachbarforum" registriert um einige Auskünfte von Leuten vor Ort zu erhalten.
Kurz zu mir: ich bin Deutscher, ledig, welcher zur Zeit in der Schweiz arbeitet.
Ich habe den Gedanken (oder Plan, wobei ich es nicht als Plan bezeichnen möchte, denn das Leben hat mir u.a. gezeigt, daß Pläne erstmal für eines gut sind: geändert zu werden... ^^) nächsten Frühling für ein Jahr nach Schweden zu gehen.
Ich hatte vor gut zwei Jahren schonmal für zwei Monate dort gejobbt, trotz Arbeit empfand ich es fast als Langzeiturlaub - habe aber auch gesehen, daß auch Schweden nicht das gelobte Land ist (Schweden kann toll sein kann, muß es aber nicht) und betrachte die Sache ganz nüchtern (hoffe ich zumindest ^^).
Leider waren die Lebensumstände damals nicht so, daß ich für länger dort bleiben konnte.
Und genau das will ich jetzt nachholen: ich möchte "unverbindlich" dorthin, für ein Jahr.
Unverbindlich heißt, daß ich jetzt noch nicht sagen kann, ob ich länger als ein Jahr dort bleiben werde (oder überhaupt ein ganzes Jahr...) oder ob ich gar auswandern möchte und auch eine Arbeitsstelle dort (vorerst) nicht das primäre Ziel ist.

Deswegen mein Vorhaben: mir dort eine Unterkunft suchen, mich zum Sprachkurs (sfi) anzumelden und in dieser Zeit so viel als möglich von der Sprache zu lernen, die Augen und Ohren für Land, Leute und einen Job offenzuhalten und eben für ein Jahr dort leben, ohne zu irgendwas gezwungen sein.
Die finanziellen Mittel dafür sind natürlich vorhanden, irgendwelche Leistungen seitens des Arbeitsamtes werde ich nicht bekommen.
Natürlich würde ich, wenn sich die Sache so entwickelt, daß die ganzen Umstände, also das sog. "Gesamtpaket", besser als in Deutschland oder der Schweiz sein werden, dort für länger bleiben - bzw. dann sogar wirklich auswandern.

Dazu meine Fragen: ist es einfach so möglich, sich eine Unterkunft zu mieten, sich bei der Gemeinde registrieren zu lassen, sich beim fsi anzumelden ohne klar zu sagen, daß man auswandern will (wäre der dann kostenlos?), eine Personennummer zu bekommen, sich krankenversichern zu lassen (oder sollte ich es lieber in Deutschland bleiben?), sich auch einen Internetzugang anzumelden, ggfl. ein Auto in Schweden zu kaufen und zuzulassen usw.?
Oder gibt es besondere Dinge, auf die man achten muß, diverse Stolperfallen in die man nicht tappen sollte etc.?

Für ein paar hilfreiche Antworten wäre ich dankbar.

Viele Grüße! Thomas

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Imrhien
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Re: Für ein Jahr nach Schweden...

Beitragvon Imrhien » 15. Oktober 2011 18:12

Hallo,
das ist ein wenig schwierig, was Du vorhast. Vielleicht nicht unmöglich, aber eben auch nicht gerade so einfach.
Denn Du brauchst eine Personennummer um hier alle Kurse machen zu können und registriert zu sein. Auch krankenversichert. Da weiss ich zB nicht ob Du weiter in Deutschland versichert sein kannst. Wenn Du das ja selber zahlst und denen sagst, dass es zeitlich begrenzt ist, dann geht das ja normalerweise. Hier in Schweden ist das normalerweise so, dass man versichert ist, wenn man die PN hat und bei der Krankenkasse gemeldet. Das geht dann über die Steuern. ALso, alle sind gleich versichert, auch die, die nicht arbeiten. Und man zahlt das nicht extra wie in Deutschland. Wie das bei jemandem ist, der so zeitlich begrenzt kommt, weiss ich nicht genau.
Um die PN zu bekommen, musst Du nämlich eigentlich sagen, dass Du länger als ein Jahr bleiben willst. Ausnahmen gibt es wohl, da hat aber bisher noch keiner verstanden wieso und wie. Denn in den Regeln dazu steht, dass man vorhaben muss mindestens ein Jahr zu bleiben. Sonst bekommt man eigentlich eine andere Nummer, die nicht genauso gilt. Das könnte für den SFI wichtig sein.
Wenn Du allerdings genügend finanzielle Mittel hast, und das scheint ja so, sonst würdest Du das nicht so machen wollen, kannst Du ja eine PN bekommen, wenn Du denen sagst, dass Du Dich selbst versorgst und lang genug bleiben willst. Das mit dem Versorgen musst Du nachweisen und wieviel man da auf dem Konto braucht, das weiss ich leider nicht. Ist wohl auch ungenau und überall verschieden... glaub ich.
Wenn Du dir das leisten kannst und das klappt, ist es sicher eine tolle Sache mal so ein Jahr Auszeit zu nehmen und zu schauen wo es besser ist. Viel Glück dabei.

Grüsse
Wiebke

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Re: Für ein Jahr nach Schweden...

Beitragvon karthoon » 15. Oktober 2011 18:54

Hallo Wiebke,

Danke für die Antwort.
Du hast Recht: man muß auch den schwedischen Behörden nicht alles auf die Nase binden.
Denke, es sollte genügen, daß ich nachweisen kann, mindestens ein Jahr von eigenen Mitteln leben zu können - daß ich erstmal primär keinen Job suche und auch noch nicht festgelegt habe, daß ich länger als ein Jahr bleiben will, sind Infos, die sie eigentlich nicht wirklich benötigen ;)

Der Sprachkurs dort ist für mich halt das wichtigste, weil die Sprache halt nicht nur in Schweden die Türen öffnet, sondern u.U auch in Norwegen, Dänemark - und selbst in Deutschland könnte es sich als entscheidenden Vorteil erweisen.

Ich hatte auch schon den Gedanken, mich nächsten Herbst in Greifswald für ein Skandinavistik-Studium einzuschreiben; mit Mitte vierzig sicherlich ein spannendes Unterfangen ^^
Aber die Sprache werde ich vor Ort sicherlich nicht schlechter lernen und habe dann auch noch das Leben dort in der Praxis statt nur in der Theorie ;)

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Re: Für ein Jahr nach Schweden...

Beitragvon Rwitha » 15. Oktober 2011 19:16

Hej Thomas,

es ist genau wie Du schreibst. Sie müssen nicht alles wissen und wer weiß überhaupt, wie sich alles entwickelt, wenn Du tatsächlich erstmal hier bist.
Um die Personennummer zu bekommen, musst Du mindestens ein Jahr in S bleiben wollen, aber ob Du dann auch in die Krankenversicherung kommst, weiß ich nicht. Les mal dazu diesen Fred hier durch (http://www.schwedentor.de/forum/foersaekringskassan-der-schwedische-wahnsinn,23632.html). Da wurden ja nun die unterschiedlichsten Erfahrungen gemacht und letztlich kommt es wohl auch darauf an, wo Du Dich in S anmelden wirst.

Auch bei den SFI-Kursen gibt es gravierende Unterschiede. Unser war einfach gräuslich und das haben nicht nur wir so empfunden. Aber auch hier hängt es von verschieden Faktoren ab.

Wünsche Dir auf jeden Fall viel Erfolg. :smt006
Darüber, wer die Welt erschaffen hat, läßt sich streiten. Sicher ist nur, wer sie vernichten wird. (George Adamson)

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Re: Für ein Jahr nach Schweden...

Beitragvon kilopapa » 15. Oktober 2011 19:27

Hej Imrhien,

ich habe mir gerade die Regeln des skatteverkes für die Anmeldung als EU-Mitbürger angesehen:

http://www.skatteverket.se/privat/folkb ... 18617.html

Da steht u.a.:

"Ta med följande handlingar när du går till skatte- eller servicekontoret:
.
.
.
- registreringsbevis från Migrationsverket samt handlingar som visar att du har uppehållsrätt (om du är EES-medborgare). Se nedan under Handlingar för uppehållsrätt.
.
.
Handlingar för uppehållsrätt:

Person med tillräckliga egna medel
Om du har för avsikt att leva på egna medel i Sverige behöver du kunna visa att du har möjlighet att göra det. Det kan du göra genom att visa upp exempelvis kontoutdrag från din bank eller intyg om att du har pension. Du behöver även visa att du har en heltäckande sjukförsäkring som gäller för bosättning i Sverige under ett helt år."

Verstehe ich doch richtig, daß man also zuerst zum migrationsverket muß? Habe ich bisher im Forum immer anders verstanden.

@ Thomas: Außerden mußt Du eine mindestens noch 1 Jahr geltende vollständige Krankenversicherung (in D.) nachweisen, wenn Du Dich in Schweden aus eigenen Mitteln selbst unterhalten willst,
CU Karsten :smt006

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Re: Für ein Jahr nach Schweden...

Beitragvon karthoon » 15. Oktober 2011 19:35

Hallo Rwitha.

Gut daß Du es angesprochen hast: auch die Qualität des SFIs würde ich gern mit in meine Auswahlkriterien, wo in Schweden ich denn das (erste) Jahr verbringen werde, aufnehmen.
Das ist mir sogar deutlich wichtiger als Jobmöglichkeiten - denn dazu kann ich dann den Ort wechseln.

Also wenn jemand besonders gute oder schlechte Erfahrungen damit hat, wäre ich für jeden Tip dankbar.

Ich hatte es bei meinem ersten kurzen Aufenthalt auch schon mitbekommen, daß man da Glück oder Pech haben kann. Ich hatte da Deutsche getroffen, die den SFI zusammen mit arabischsprachigen Immigranten hatten, die erstmal die lateinischen Buchstaben und das Alphabet kennenlernen mußten - für einen Deutschsprarigen sicherlich nicht mehr notwendig...

Edit:

@ Karsten, Danke für die Info.
Werd mich demnächst mal bei meiner ehemaligen deutschen Krankenkasse nach den ganzen Modalitäten erkundigen.
Und auch beim EURES des Arbeitsamtes in Deutschland, die haben da mitunter tatsächlich sehr fähige Berater ;)

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Re: Für ein Jahr nach Schweden...

Beitragvon stavre » 15. Oktober 2011 19:43

bei uns war es so,dass die menschen die noch die schrift lernen mußten ziemlich schnell einen gesonderten kurs bekamen. ich kann über den sfi kurs in unserer kommune nichts negatives berichten. wir haben immer noch guten kontakt zu den lehrern,auch auf privatem sektor.

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Re: Für ein Jahr nach Schweden...

Beitragvon GF.Skaraborg » 15. Oktober 2011 19:47

@Karsten

Dass hast du schon richtig verstanden, zuerst dass Migrationsverk und erst dann das Skatteverk. Die Unterschiede kommen daher, dass du z.B. ein Sommerhaus in Schweden erwirbst, dann reicht der Gang zum Skatteverk, du willst ja nicht dauerhaft (ueber 3Monate) hier bleiben. Da werden oftmals verschiedene Situationen in den "gleichen Topf" geworfen.

@Thomas

Wenn du von vorneherein angibst, ein Jahr hier bleiben zu wollen, hier nicht arbeiten sondern nur "studieren" willst dann kannst du weder eine PN noch eine Krankenversicherung nach den geltenden Regeln hier in Schweden bekommen.

Wenn du beim Migrationsverk angibst, dass du dich hier um Arbeit bemuehen willst und in Schweden bleiben willst sieht es schon anders aus. Wenn du denen auch noch nachweist, dass du die finanz. Mittel hast um auch längere Zeit auf "Arbeitssuche" hier zu gehen, duerfte deinem Vorhaben nichts im Wege stehen. Ansonsten könnte es dir nämlich passieren, wenn du nach 3Monaten noch keinen Arbeitsvertrag vorweisen kannst, dass dein Vorhaben in Frage gestellt wird. Eine PN muesstest du aber bekommen.

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Re: Für ein Jahr nach Schweden...

Beitragvon kilopapa » 15. Oktober 2011 20:02

GF.Skaraborg hat geschrieben:@Karsten

Dass hast du schon richtig verstanden, zuerst dass Migrationsverk und erst dann das Skatteverk. Die Unterschiede kommen daher, dass du z.B. ein Sommerhaus in Schweden erwirbst, dann reicht der Gang zum Skatteverk, du willst ja nicht dauerhaft (ueber 3Monate) hier bleiben. Da werden oftmals verschiedene Situationen in den "gleichen Topf" geworfen.


Das ist schon klar und war von mir auch nicht gemeint. Habe aber in diesem und anderen Foren oft genug gelesen, daß die Auswanderer zuerst zum Skatteverket gegangen sind (wegen der PN), und erst später (3-Monats-Frist) zum migrationsverket, wenn überhaupt. Das hat mich jetzt stützig gemacht.

Na ja, migrationsverket kann man ja auch vorab online erledigen, während man zum skatteverket ja persönlich muß.
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Re: Für ein Jahr nach Schweden...

Beitragvon GF.Skaraborg » 15. Oktober 2011 20:22

Eigentlich ist es ja auch so, dass man als Einwanderer erst zum MV gehen soll, denn eine PN (ich sag mal eine "richtige" PN) wird vom Skatteverk ja erst dann erteilt, wenn die Situation mit dem MV geklärt ist.


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