Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

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Imrhien
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Re: Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

Beitragvon Imrhien » 27. Juni 2013 15:56

Ist ja interessant mit den Referenzen. Wir hatten es gerade vor 2 Wochen bei der morgonfika davon. Und die KOllegen meinten, dass sie das Gefühl hätten, dass das immer seltener genutzt wird und oft nur noch eine Formsache ist, dass man es schreibt. Und nur in besonderen Fällen würde man noch anrufen. Kann aber ja auch von Branche zu Branche sehr verschieden sein. Oder?
Ich hatte da nie drüber nachgedacht, weil ich eigentlich keine Referenzen hatte. Und da hab ich dann natürlich keine reingeschrieben. Die haben mich drauf angesprochen, ein oder zwei mal glaub ich. Da hab ich dann gesagt, dass sie gerne meine alten Arbeitgeber in Deutschland anrufen könnten, dass das aber ja berufsfremd sei. Und nie wollte jemand die Nummer haben.

Grüsse
Imrhien

AnJo
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Re: Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

Beitragvon AnJo » 27. Juni 2013 22:06

Hallo Olli!
Deine Erfahrungen mit Eures kann ich bestätigen, das hat mir vor gut zwei Jahren auch null geholfen, außer dass sie mir erklärt haben, wie ams.se funktioniert... danke dafür... :roll:

Mir ist nicht ganz klar, ob Du Dich aus Schweden oder aus Deutschland bewirbst, aber falls letzteres zutrifft, kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen. Aber vielleicht kannst Du Deinen nächsten Schwedentrip zur Jobsuche nutzen (ab Mitte August, wenn alle aus dem Sommerkoma erwacht sind)?

Was die Referenzen angeht, habe ich andere Erfahrungen gemacht: bei zwei Jobs (einmal war der Arbeitgeber eine kleine, lokale Rekryteringsagentur, das zweite Mal eine Kommune) wurden jeweils alle drei Referenzen abtelefoniert (auch deutsche Nummern) und z.T. sehr intensiv befragt, was meine Schwedischkenntnisse angeht und wie man meinen deutschen Studienabschluss im Vergleich zu schwedischen Studiengängen sehen würde.

Gerade was letzteres angeht, hatte ich großes Glück, dass eine meiner schwedischen Referenzpersonen richtig "auf Zack" war und genau erklären konnte, was ich im Studium in Deutschland gelernt hatte.
In beiden Fällen fanden diese Telefonate aber erst nach dem ersten Vorstellungsgespräch statt, als man sich schon halb für mich entschieden hatte und den Eindruck aus dem Vorstellungsgespräch nur noch bestätigt wissen wollte.

Wie kriegt man Referenzpersonen? Natürlich sollten Personen dabei sein, die Deine Arbeitssituation kennen (Arbeitgeber/Vorgesetzter/Kollege) und dazu positiv Stellung beziehen können (also eher ein wohlgesinnter Kollege als ein schlecht gelaunter Chef).
Ich habe aber auch gute Erfahrungen mit jobfremden Referenzpersonen gemacht, die ich hier in Schweden im Chor kennengelernt hatte. Gerade was die Auskünfte über die Schwedischkenntnisse und das Sozialverhalten angeht, war das Gold wert und hat wahrscheinlich wesentlich mehr zum Erfolg bei der Bewerbung beigetragen als ehemalige Chefs.

Zur Sicherheit und der Vollständigkeit halber hatte ich bei den Bewerbungsgesprächen auch meine deutschen Arbeitszeugnisse dabei, die ich mir seinerzeit auf englisch hatte ausstellen lassen. Im Nachhinein erfuhr ich dann, dass diese zwar mit großer Neugier gelesen worden waren, aber beinahe dazu geführt hätten, dass man mich für überqualifizert gehalten hätte, weil es solche Lobeshymnen waren (wie deutsche Zeugnisse nunmal so sind).

Falls du schon in Schweden lebst, könnte es eventuell hilfreich sein, einen oder mehrere fristående kurser an einer Uni oder einem der vielen Volkshochschulverbände zu belegen, die zu Deinem Berufsprofil passen.
Ich habe hier auch mal so einen Kurs gemacht, den ich nach sechs Jahren Studium echt lächerlich fand, aber ich hatte manchmal den Eindruck, dass dieser Kurs bei manchen Arbeitgebern mehr ins Gewicht fiel und mehr Eindruck machte als das komplette Studium. (Zugegebenermaßen - nicht bei den Arbeitgebern, bei denen ich längerfristig hätte arbeiten wollen, aber das war zu dem Zeitpunkt zweitrangig, Hauptsache ein Job.)

Schreib doch noch ein bisschen mehr über Deine Ausgangsposition (insbesondere, ob Du gerade in Schweden oder in Deutschland sitzt), vielleicht kann man Dir dann hier im Forum noch etwas zielgerichtetere Tipps geben.

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg und einen langen Atem bei der Suche!
A.
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Re: Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

Beitragvon tjejen » 29. Juni 2013 12:01

Referenzen sollte man eigentlich nicht direkt in die Bewerbung schreiben, sondern lieber mit dem Satz "Referenser lämnas på begäran." abfertigen.

Dann MUSS man natürlich eine Liste mit 2-5 Referenzpersonen zum Bewerbungsgespräch dabeihaben. Gerne mit ein wenig mehr Information in welcher Beziehung man zu den einzelnen Personen steht, so dass der Arbeitgeber wählen kann, welche Information er sucht.

Wie schon jemand schrieb, ruft man Referenzpersonen erst an, wenn man ernsthaft in Betracht zieht, die Person einzustellen.

Auch sollten die Referenzpersonen möglichst darüber Bescheid wissen, dass sie angerufen werden könnten, da es vom Anrufenden als komisch (unprofessionell, schlecht vorbereitet) empfunden wird, wenn die Referenzperson sehr überrascht ist und nicht weiss worum es geht. Auch deshalb die Referenzen erst nach Wunsch weitergeben, da kann man seine Referenzpersonen vorwarnen.

Ansonsten halte ich es für wichtig ein Linkedinkonto zu haben. Das ist wie eine Art Legitimation und man kan ja auch dort kurze Empfehlungen sammeln, die im Gegensatz zu Referenzpersonen ja eher dauerhaft bestehen bleiben. Viele schreiben auch mittlerweile ihr Linked In Konto unter die Kontaktdaten in der Bewerbung.
Gnäll suger, handling duger.

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Re: Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

Beitragvon stavre » 29. Juni 2013 13:25

off topic :smt064

und nächstes am besten noch geld mitbringen :smt064

ich finde es irgendwie übertrieben,. auch wenn man die stellengesuche sich ansieht. man sollte schon einen doktortitel als "putze " haben

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Re: Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

Beitragvon Tulipa » 29. Juni 2013 16:39

Hej,

leider haben wir hier wohl wieder so einen Fall:

jemand sucht Hilfe und gute Ratschläge hier im Forum.
Es kommen viele Informationen, Tipps, eigene Erfahrungen, Verständnisfragen. Alle geben sich Mühe und versuchen, sich in die Situation einzudenken und möglichst zu helfen.

Auch ich, aber zumindest erwarte ich dann auch Rückmeldungen und eigentlich auch mal ein Dankeschön. Sonst verliere ich die Lust, mich zukünftig für jemanden zu engagieren.

Vielleicht überreagiere ich jetzt etwas, aber mich ärgert noch immer der Fall neulich, wo jemand so DRINGEND Hilfe brauchte und nicht mal mehr Essen kaufen konnte, nach all unserer Mühe dann kam von dem NICHTS mehr.

LG
Tulipa
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Re: Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

Beitragvon stavre » 29. Juni 2013 19:15

Vielleicht überreagiere ich jetzt etwas, aber mich ärgert noch immer der Fall neulich, wo jemand so DRINGEND Hilfe brauchte und nicht mal mehr Essen kaufen konnte, nach all unserer Mühe dann kam von dem NICHTS mehr.

ich habe die ganze zeit kontakt mit demjenigen.

er jobbt in schweden und norwegen auf musikinvents..... bruce springsteen,kiss ect.

jetzt gerade hier:Bråvalla festival 2013

rammstein ist da gestern aufgetreten

hier der link dazu

http://www.bravallafestival.se/

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Re: Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

Beitragvon Tulipa » 29. Juni 2013 20:19

stavre hat geschrieben:
ich habe die ganze zeit kontakt mit demjenigen.

er jobbt in schweden und norwegen auf musikinvents..... bruce springsteen,kiss ect.



Hej,

das ist ja schön, dass er offensichtlich Arbeit hat und es ihm besser geht. Aber ist es zu viel verlangt, dass er all denjenigen, die sich wegen ihm bemüht haben, kurze Rückmeldung gibt und sich bedankt?

Sozialkompetenz und gute Umgangsformen - z.B. dass man antwortet und bitte und danke sagt - sind übrigens auch bei der Jobsuche und Stellenvergabe durchaus gefragt und hilfreich.

LG
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Re: Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

Beitragvon stavre » 29. Juni 2013 20:47

dazu hat er momentan wirklich keine zeit

filainu
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Re: Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

Beitragvon filainu » 29. Juni 2013 22:39

der beste Einstieg in den schwedischen Arbeitsmarkt, insofern man nicht einen Beruf innehat, der hier gesucht wird ist meines erachtens die Vikariatsanstellung. Aber Auch da ist es schwierig erstmal reinzukommen, oftmals wird gewuenscht das man schonmal als Vikarie gearbeitet hat. Ich bin durch viel Glueck und Zufall in ein Lehrervikariat reingerutscht, habe also ab und an als Lehrervertretung gearbeitet. Da es dort ja im Sommer nix zu tun gibt habe ich mich als Vikarie im Beriech persönölicher Assistent/Pflege beworben und habe auch ne Stelle im Hemtjänst bekommen, habe aber deutlich gemerkt das sie wert drauf gelegt haben das ich schonmal vikariert habe.

Ich bin mir auch ziemlich sicher, da sie ständig Personalprobleme haben, das ich sicher auch ueber den sommer hinaus Vikarieren könnte, falls ich es denn wollte.
Oftmals ist die Sprache ein Problem, man traut den ausländern einfach kein vernueftiges Schwedisch zu, selbst wenn die bewerbung einwandfrei war, man denkt dann da hat einer mitgeholfen. Hier bei uns hat es sich nun rumgesprochen das wir relativ gut schwedisch sprechen, aber am Anfang war man schon skeptisch. Man muss sich halt wirklich aktiv integrieren, ueberall auftauchen wo was los ist, mit den Leuten ins Gespräch kommen usw. Das klappt natuerlich nur wenn man hier wohnt.

Und es kommt natuerlich Auch auf den Wohnort an, wir haben glaube ich ziemlich Glueck hier, Boden, die nächste Stadt ist 50km weit weg, von da will keiner hier AUFs Land kommen um zu arbeiten. Aber wir haben hier alles, Schule, Kindergarten, Altenheim, Hemtjänst, dadurch ist der Bedarf an Vikariern hoch, aber eben schwer abzudecken da im Prinzip nur Leute aus dem Ort hier arbeiten wollen. Wuerden wir in der Stadt wohnen gäbe es glaube ich mehr als genug die diese Jobs machen wuerden, da wuerde ich sicher so ziemlich mit hinten in der Schlange stehen
www.wunderbarer-norden.de

www.skogsverktyg.se

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Re: Frust, Stellensuche, was mache ich falsch?

Beitragvon Tulipa » 29. Juni 2013 22:54

stavre hat geschrieben:dazu hat er momentan wirklich keine zeit


hmmm,

wie lange würde es dauern, hier ein kurzes Dankesmail zu schreiben? Ich schätze mal, so 2-5 Minuten?

Also nee, förlåt, aber diese Einstellung - erst herzzerreissend nach Hilfe schreien und dann die grundlegenden Höflichkeitsregeln missachten - kotzt mich echt an.

LG
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