Freundschaften in Schweden?

Tipps und Infos, Fragen und Antworten, Kultur - Menschen - Studium - Leben: Alles über Schweden!
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/land-leute
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

Hans

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Hans » 10. April 2008 10:20

Hallo Aelve.

Ja schmunzel man ruhig weiter.
Ich glaube dass wir uns verstehen.
Nicht in allem, aber bei den wichtigsten Dingen glaube ich.
Kanske.
Es scheint mir dass es Euch geglückt ist.

"Att kunna äta upp kakan och ha russinen kvar"
Få förunnat.

Unser Umzug nähert sich mit allem drum und dran.

Ich werde versuchen den zu beschreiben.

Grüsst
H :smt006 ans

nysn

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon nysn » 10. April 2008 10:21

Yes! Wie man so sagt in Schweden und hier ein Zitat, das zwar nicht von mir ist, aber PASST
(ich lerne schnell): 8)

Huh. Ojojojoj. Det var som fan.
Wie man so hier in Schweden sagt.
Kann es so sein wie:
Surt sa räven om rönnbären?
Man kann wie bekannt den Kuchen nicht aufessen und die Rosinen behalten.


Also Aleve auf zum Beweis.

S-nina

Benutzeravatar
Aelve
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1454
Registriert: 14. Januar 2008 11:20
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Aelve » 10. April 2008 10:43

Hier kommt gleich der erste Beweis, wenn man nur unter Google angibt:

Soziale Gerechtigkeit Deutschland-Schweden

http://www.bertelsmann-stiftung.de/bst/ ... 3334_2.pdf

Ohne lange zu suchen bin ich auf den Artikel gestossen, damit nicht wieder jemand behaupten kann, man kann sich zu jedem Thema die passenden Links suchen.

Es geht damnach nicht nur mir so, dass ich davon überzeugt bin, dass es in Schweden sozialer zugeht als in Deutschland, die überwiegende Zahl der Deutschen denkt genauso wie ich und das richtigerweise.

Nur ein paar Beispiele, die ich sozialer finde:
der Unterschied zwischen Handwerkergehältern sowie Akademikern geht nicht so krass auseinander wie in Deutschland. Ich bin auch der Meinung, dass sich Ausbildung und Studium lohnen muß, aber auch Handwerker sind oft gut ausgebildet und die Arbeit ist oft nicht leichter als die der Studierten, ich selber arbeite im Büro, deshalb stehe ich eigentlich auf der Seite der Schreibtischtäter.

Familienpolitik ist in Schweden mehr sozial, selbst wenn es so ist, dass es steuerlich egal ist ob man verheiratet ist oder nicht. Es stehen genügend Kindergärtenplatze zur Verfügung und auch genügend Betreuer pro Gruppe, anders als in D, wo die Kindergärtenbetreuung nur noch eine Aufbewahrungsanstalt darstellt.

Bildungspolitik ist ebenfalls in Schweden sozialer, da die Chancengleichheiten nicht so stark divergieren wie in Deutschland.

Gute Behindertenpolitik ist ebenfalls in Schweden viel höher angesiedelt, da geht man in Schweden viel offener um als in D, wo man als Schwerbehinderter mit Aussätzigen gleichgestellt wird.

Allgemeinwesen wie z.B., dass an vielen Seen kostenlose Badeplätze vorgehalten werden mit gepflegten öffentlichen Toiletten. I Deutschland muß man an jedem piseligen See oder Pfütze eine Gebühr entrichten - als Kurtaxe oft deklariert, damit die Gemeinden auch den Bürger genügend schröpfen kann.

Arbeitsbedingenen sehr viel besser in Schweden als in D, die Gewerkschaften sind mehr involviert als in D und haben mehr Einfluss, anders als in D, wo die Gewerkschaften selber die schlechtesten Arbeitgeber sind.

Auch die Altenversorgung ist in Schweden besser geregelt und selbst wenn ich hier im Forum gesteinigt werde, ich habe davon erfahren, dass die Krankennachsorge besser ist als in D., wenn man evtl. auch etwas länger bei einer leichten Erkältung warten muß. :flagge:


Dieses sind erstmal ganz spontan meine Beispiele für eine sozialere Welt und für bessere Wertevorstellungen insgesamt, so wie ich mir Gerechtigkeit und soziale Errungenschaften vorstelle. Einige mögen andere Prioritäten haben, das sei dahin gestellt.


Grüße Aelve :flagge:
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de

Hans

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Hans » 10. April 2008 11:08

Aelve

Håll koll på läget och tungan försiktig i styr.
Ansonsten wirst du "gesteinigt."

Jag har, som sagt, nicht mir Mühe gegeben Vergleiche zu machen, da ich ja
hier in Schweden lebe.

Was in anderen Ländern besser- schlechter ist,
ist für mich im täglichen Leben ohne Bedeutung.

Stå på dig annars gör någon annan det.

Grüsst
H :smt006 ans

vinbär
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 304
Registriert: 14. Juli 2007 07:39
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon vinbär » 10. April 2008 11:08

Danke Aelve fuer die Muhe, das herauszusuchen.
Ueber die Auswirkungen der Systeme fuer den Einzelnen darf man jedoch geteilter Auffassung sein, hoffe ich.
Ha en bra dag :wink:
vinbär

nysn

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon nysn » 10. April 2008 11:30

Gerne möchte ich mich vinbär anschließen - auch von mir Danke für deine Mühe und den Link!

Die Studie sagt ja gerade das aus, was ich meine und was mich hier immer zum Nachdenken bringt.
Die meisten Deutschen sehen Skandinavien als Vorbildland und gerade das ist mir ein Rätsel warum?

Ich hatte dich neulich gefragt, warum viele in Deutschland der Meinung sind, es hätte sich so viel verschlechtert und du warst so freundlich mir einige Punkte aufzuzählen. Diese hatte ich dann mit einem Bekannten, der Unternehmer in Süddeutschland ist, diskutiert.

Der hat mir dann ganz kurz und knappt gesagt: Das "Jammern" der Leute rührt daher, dass in Deutschland zurzeit genau die Reformen Schritt für Schritt durchführt werden, die Skandinavien schon in den 80er- und 90er-Jahren durchgeführt hat.

Wenn diese Aussage dann stimmen würde, dann leben wir hier in Schweden zurzeit genau das, was auf Euch in den nächsten Jahren erst noch zukommen wird, z. B. gerade weniger Macht den Gewerkschaften, noch weniger Kündigungsschutz, noch mehr Zeitarbeitsverträge, noch härtere Besteuerung der Rentner, noch weniger Sozialleistungen (Harz VI), noch höhere Zuzahlungen beim Arzt und keine steuerlichen Vergünstigungen für Familien mehr (keine Bevorzugung mehr, wenn ein Partner zu Hause bleibt - die Frauen sollen alle auch arbeiten, sind ja schließlich gleichberechtigt) usw.

S-nina

Benutzeravatar
Aelve
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1454
Registriert: 14. Januar 2008 11:20
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Aelve » 10. April 2008 11:53

Hallo Nina-S,

wenn diese Reformen dann dazu führen, dass es danach so wie in Schweden ist, dann ist es für mich ok. Ich bin ebenfalls dafür, dass beide Mann und Frau für ihr Auskommen arbeiten müssen. Nie würde ich selbst auf die Idee kommen, mich nur auf meinen Mann zu verlassen und aushalten zu lassen, jeder ist für sich selbst verantwortlich - auch für die Einzahlung zur späteren Rente. Ich habe immer gearbeitet und wollte auch immer arbeiten, deshalb paßt diese Gegebenheit zu meiner Einstellung. Hier in D muß allerdings auch fast jede Familie zu zweit arbeiten, aber die Möglichkeiten, dass man als Frau die Kinder gut untergebracht weiß, sind nicht vorhanden, das ist der Unterschied zu Schweden.

Vielleicht liegt es außerdem daran, welche Prioritäten unsere Politiker legen, ob sie meinen, lieber im Ausland überall angesehen zu sein oder ob sie lieber wollen, dass der Durchschnittsbürger zufrieden ist.

Grüße Aelve 8)
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de

nysn

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon nysn » 10. April 2008 12:19

Hallo Aleve,
was du sagst, dagegen spricht ja auch nichts und ich habe wirklich nichts gegen deine Einstellung.
Auch finde ich es gut, mit diesem Beispiel, das du gebracht hast, denn hier kann man z. B. auch aufzeigen, wie "ungerecht" das schwedische System eigentlich ist:

Ich bin ebenfalls dafür, dass beide Mann und Frau für ihr Auskommen arbeiten müssen.


Dagegen bin ich auch nicht - vollkommen in Ordnung. Kinderbetreuung in S - auch gut, meinetwegen sogar vorbildlich.

Keine Familienbesteuerung mehr und wie sieht es in der Wirklichkeit aus:

Die Frau bleibt auch in Schweden oft zu Hause, wenn sie Kinder bekommt. Auch hier ist es noch so, dass die Männer die besseren Gehälter haben und erst mal an ihre Karriere denken und auch diese ohne längere Pappa-Auszeit weiterführen können.
Wenn die Frau nach der Kinderzeit (ca. 2 Jahre) wieder in den Beruf zurückkehrt, verdient sie trotzdem weniger als der Mann, zahlt also auch weniger Rentenbeiträge und bekommt später weniger.

Auch sind schwedische Frauen in der Regel auch diejenigen, die den "Haushalt" zusätzlich managen.

Das Prinzip mit der Gleichbesteuerung funktioniert ja nur, wenn beide wirklich ungefähr gleich viel verdienen. Verdient einer mehr und der andere weniger, dann stimmt die Gleichung am Ende nämlich auch nicht mehr.

Es wird auch ungerecht für die Familien, wo der Mann z. B. sehr viel und die Frau sehr wenig verdient - diese Familie hat dann im Durchschnitt brutto vielleicht genauso viel wie eine Durchschnittsfamilie mit ungefähr 2 gleich hohen Einkommen, Familie A zahlt aber wesentlich höhere Steuern als Familie B, da ja nur das jeweilige Einkommen berücksichtigt wird und nicht das Familieneinkommen.

Das finde ich z. B. ungerecht. Auch finde ich es nicht so gut, wenn der Staat mich quasi zu etwas zwingt, was ich vielleicht nicht mag. Warum darf die Frau nicht auch entscheiden, traditionell zu Hause zu bleiben?

Sorry, ich hoffe du verstehst, was ich meine - ich habe nicht mehr viel Zeit, deshalb ist mein Text möglicherweise etwas "schluddrig" und "schwer verständlich".

Danke auch für den konstruktiven Dialog.

Gruß
S-nina

.

Benutzeravatar
Aelve
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1454
Registriert: 14. Januar 2008 11:20
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Aelve » 10. April 2008 12:38

Liebe Nina-S,

es ist eine interessante Diskussion, da man dadurch auch auf Sachen hingewiesen wird, die man so gar nicht durchdacht hat. Es stimmt, was Du sagst, die Gleichberechtigung der Geschlechter bei der Gehaltsstruktur ist auch in Schweden noch nicht ganz verwirklicht, das ist ein Mangel. Vielleicht liegt es auch etwas daran, dass es von der Natur her doch auch so ist, dass meistens die Frau eher die Rolle mit Zuhausebleiben, Kindererziehung usw. übernimmt. Dazu muß ich persönlich sagen, dass für mich nichts dagegen spricht, dass auch der Vater mal eine Kinderpause einlegt, aber auch das ist doch in Schweden schon eher möglich als in D. Vielleicht ist auch die Tatsache, dass Männer mehr verdienen als Frauen darin begründet, dass diese sich mehr auf ihre Karriere stürzen bzw. stürzen können, da sie ja keine Kinder gebähren können und deshalb auch nicht groß ausfallen in einem Betrieb. Sicherlich schauen Arbeitgeber bei Einstellungen oder bei Gehaltszusagen auch etwas danach, dass Frauen dann doch mal für die Geburt bzw. Kindererziehung zuhause bleiben. Das ist eindeutig ein Nachteil, der aber ganz besonders hier in Deutschland viel mehr ins Gewicht fällt.
Ich kenne mehrere deutsche Familien, die nach Schweden ausgewandert sind, da verdient die Frau mehr als der Mann, aber es ist nicht so krass wie manchmal hier bei uns bei bestimmten Berufen.
Wenn man nun noch die geschlechtliche Gleichstellung etwas mehr in Schweden vorantreiben würde, dann wäre es der Idealfall und da bin ich sicher, dass die männlichen Bewohner Schwedens das auch wissen, dass da noch Nachholbedarf besteht. Trotzdem ist es leider so, dass in D diese geschlechterspezifische Ungleichbehandlung noch extremer als in Schweden ist, das liegt auch mit daran, dass bisher Frauen nicht so an die Regierung kamen - vor Angela Merkel - meine ich.
:lol:


Grüße Dich lieb
Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de

Benutzeravatar
Aelve
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1454
Registriert: 14. Januar 2008 11:20
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Aelve » 10. April 2008 12:39

Leider doppelter Beitrag, da es so lange dauerte und ich zweimal gedrückt habe.
Zuletzt geändert von Aelve am 10. April 2008 12:43, insgesamt 1-mal geändert.
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Schweden“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste