Freundschaften in Schweden?

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Hans

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Hans » 9. April 2008 19:53

S-nina
Sometimes its a shitty place



Es möge so sein. So ist es für uns manchmal auch.
Wenn man S-ninas Gedanken über Schweden liest dann scheint das Land am Rand des socialen Zusammenbruches zu stehen.
Langweilig- trist- antisocial.
Zusammen mit den Vergleichen im anderen Tread Unterschiede D-S übers Schulsystem so scheint Schweden obendrein auch auf der Ebene unterentwickelt zu sein.

Trotzdem funktioniert unsere Gesellschaft -man Heiratet- liebt sich - geht zur Uni- arbeitet.
Ich weiss ja wie es in Deutschland hergeht.
Aber ich finde es unter meiner Würde nach allen schlechten Seiten zu suchen.
Denn was S-nina hier aufrechnet hat meist mit intrapersonellen Erfahrungen zu tun.
Ihr ist es nicht geglückt sich wohlzufühlen und die Schuld wird dann an die Einwohner von Schweden verschoben.

Klassisk överföring som det kallas.

Nun hat sie sich gebeichtet und hoffentlich fühlt sie sich ein wenig wohler.

Wie es so heisst
Alle Wege führen nach Rom.
Ein Teil zurück nach Deutschland.
Gr¨sst
H :smt006 ans

Wolfi
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Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Wolfi » 9. April 2008 21:02

Hmm, ist ja ganz schön spannend, wie hier die Wogen hochgehen!

@Hans:
Ich finde deine Kommentare sehr interessant zu lesen, also wie du die Dinge "von der anderen Seite" her so siehst. Und dafür, dass du dich so engagiert einbringst, bedanke ich mich bei dir! Das hilft mir (und sicher auch den anderen) weiter im Verständnis für die fremde Kultur. Wie lange lebst du denn schon in Schweden?

Doch nimm doch bitte nicht gleich jede kleine Kritik so persönlich oder als Angriff auf die gesamte schwedische Gesellschaft! Du wirst ja wohl auch zugeben, dass nicht alles Gold ist, was glänzt! Und ich finde eine Diskussion nur dann sinnvoll, wenn auch beide Seiten bereit sind, eigene Probleme einzugestehen und Positives am anderen zu akzeptieren. Ich gehe nämlich davon aus, dass Leute, die hier im Forum lesen und schreiben grundsätzlich Schweden gegenüber positiv eingestellt sind und - so sie sich im Land befinden - integrieren wollen. Zum Beispiel indem sie die Sprache lernen oder Einheimische kennenlernen wollen. Dass das seine Zeit braucht und nicht über Nacht geht, ist eine Tatsache. Und dass man dann manchmal frustriert ist und seinem Ärger Luft machen will, ist wohl nur verständlich.
Wie ist es dir denn dabei gegangen, Hans? Unter welchen Umständen bist du nach Schweden gekommen? Und hattest du keine Phasen, in denen du dich nach der alten Heimat gesehnt hättest?

Mir ist im Laufe meiner Zeit hier aufgefallen, dass "die Schweden" (nicht alle - aber doch viele) nach außen immer pefekt aufgefasst werden möchten. Alles ist hier einfach phantastisch - ALLES ohne Ausnahme.

Dem kann ich zustimmen, denn ich finde es schon anmaßend, wenn man gesagt bekommt: "Naja, ihr seid eben da noch 20 Jahre hinten!" - Was wohl bei gewissen Dingen (Stichwort Nichtraucherschutz oder Mütter/Väterkarenz) stimmt. Bei anderen Dingen bin ich dagegen froh, dass "wir" noch "so hinten" sind (z.B. Höflichkeitsformen im täglichen Umgang oder kritische Auseinandersetzung mit dem Staat). Eben dass bei uns zumindest noch über Privatsphäre und Datenschutz diskutiert wird und es wohl einen ziemlichen Aufschrei in der Bevölkerung gäbe, würde man eine alles-und-jedes-noch-so-kleine-Detail-des-Lebens-vernetzende Personennummer einführen wollen.
Obwohl ich andererseits ja auch ein paar Begegnungen mit Schweden hatte, die nahezu nur negativ ihrem eigenen Land gegenüberstanden, sich gewundert haben, warum es irgendjemanden nur gerade hier herziehen könnte, und die meinten, dass sie am liebsten woanders leben würden.

Mein Fazit: Es gibt an jedem Land und an jeder Kultur positive Seiten. Und meine Aufgabe ist es, diese zu erkennen und für mich selbst zu integrieren - ohne dabei alles unbedingt und unreflektiert anzunehmen!

Besonders schwierig finde ich es mit den schwedischen Frauen zwischen 20 und 30 die ich oft als schöne, leere Hüllen wahrnehme

Das ist sicherlich eine gewagte Aussage! Und doch kann ich sie nachvollziehen. Z.B. wenn ich hier an einem Samstag mal durch die Stadt gehe, habe ich das Gefühl, als wenn der ganze Sinn im Leben nur im Klamottenkaufen liegt (Quantität vor Qualität)! Und abends im sich zusaufen. Aber so richtig, weil sonst ists nur verlorenes Geld! Ich komme mir da richtig alt vor, wenn ich mir mit meinen 26 Jahren denke, hmm, so sind die Leute beim Fortgehen daheim in Salzburg zwar auch drauf - aber die sind dann viell. 18 und keine (hier ja fast immer wirklich kontrollierten) 23+!

Aber auch hier gilt: Es sind sicher nicht alle so, nur ist es eben schwieriger, die wirklich interessanten Leute kennenzulernen. Meist geschieht das auch dann wieder über andere Bekannte. Doch dazu muss man zuerst mal einen guten Kontakt haben, über den man dann in die Gesellschaft "reinkommt".

Unterschiede D-S übers Schulsystem

Ich kann hier nur von Österreich sprechen, und auch wenn immer wieder unser Schulsystem schlechtgeredet wird, hab ich da schon im Ausland andere Erfahrung gemacht - insbesondere im Bereich Allgemeinbildung. So wird (nach Pisa...) immer wieder Skandinavien sehr gelobt, und dann hat es mich schon gewundert, zu erfahren, dass es scheinbar in Schweden nicht mal eine der Matura (in D: Abi) entsprechende große schriftliche und mündliche Abschlussprüfung gibt. Wird denn hier jedem Schüler einfach vertraut, dass er alles aus dem Unterricht behält????
Es bedarf wohl keines Kommentars, wenn ich von einer Schwedin mit abgeschlossenem Wirtschaftsstudium (MSc) gefragt werde, ob wir denn in Österreich den Euro als Währung haben. Nachdem sie schon ein halbes Jahr lang die Buchhaltung und Finanzabrechnung mit der Hauptniederlassung in Österreich gemacht hat. In Euro.
Ich meine, sicher ist das ein Extrembeispiel! Und dann denk ich mir, viell. geben sich manche auch naiver als sie sind - um der Gleichheit willen, um dazuzugehören. Ich jedenfalls kann damit nichts anfangen, denn nicht nur Aussehen, auch Intelligenz ist sexy!

Dort, wo ich herkomme ist es auch schön. Es gibt offene, freundliche Menschen.

Genau! Es kann ja überall auf der Welt schön sein! Oder auch nicht! Es kommt eben immer darauf an, mit welcher Einstellung man ankommt, welche Erlebnisse man hat und welche Menschen man dort kennenlernt.

Liebe Grüße,
Wolfi

nysn

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon nysn » 9. April 2008 23:10

Nun hat sie sich gebeichtet und hoffentlich fühlt sie sich ein wenig wohler.


Hej Hans,

eigentlich wollte ich jetzt schlafen gehen und auch dieses Forum für einige Zeit wieder "ruhen lassen".
Als Bettlektüre habe ich zurzeit ein Buch von Luciano De Crescenzo, "oi dialogoi" - Von der Kunst miteinander zu reden. Das sind kurze, humoristische Erzählungen in denen ein erfundener Professor aus Neapel seinen Mitmenschen die Welt außerhalb des "Zentrums der Welt, nämlich Napoli" anhand der griechischen Philosophen erklärbar machen möchte ...
Napoli dürfte wohl den meisten als "Stadt des Chaos" bekannt sein - doch es gibt auch eine andere Sichtweise "die Stadt, in der jeder ein Lebenskünstler ist, und wo jeder ein Meister im sich arrangieren ist" - kurz und gut - als Einleitung steht dann auf der ersten Seite ein Zitat von Karl R. Popper (aus Conjectures and Refutations):

Der Wert eines Dialogs hängt vor allem von der Vielfalt der konkurrierenden Meinungen ab.
Hätte es den Turm zu Babel nicht gegeben, müssten wir ihn erfinden.


Passt doch oder?

Also gebeichtet habe ich mich nicht - aber geärgert habe ich mich schon über deine Ansicht, ich hätte ein "shitty life" und wäre nur "kreuzunglücklich, enttäuscht und was sonst noch" ... Dagegen habe ich gekontert, weil deine Sichtweise nämlich nicht ganz stimmt - genauso wenig wie ich finde, dass Schweden/die Schweden am "sozialen Abgrund" stehen, genauso wenig stehe ich "am Rande eines Nervenzusammenbruchs".

Ich schätze aber auch deine Meinung und hoffe, dass du dich auch weiterhin im obigen Sinne an den facettenreichen Dialogen beteiligen wirst.

Ha det så gott och god natt!

S-nina

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Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon zwockelchen » 10. April 2008 07:31

Wolfi hat geschrieben:Genau! Es kann ja überall auf der Welt schön sein! Oder auch nicht! Es kommt eben immer darauf an, mit welcher Einstellung man ankommt, welche Erlebnisse man hat und welche Menschen man dort kennenlernt.

Das sehe ich auch so. Mir gefällt es zum teil hier in Deutschland auch und trotzdem wollen wir nach Schweden. Wir wollen halt mal was anderes ausprobieren. Meine Schwester wohnt zb. in Australien(da flieg ich hin für 3 Wochen im Juni). Die findet es wunderschön dort, aber es gibt dinge da sagt sie auch das ist nicht so gut. Aber sie fühlt sich wohl und das ist das worauf es ankommt. Man muß sich wohlfühlen. Es hat auch nichts damit zu tun wenn man ein Land verlässt, das man gescheitert ist od. sonst irgend welche doofe aussagen. Jeder sollte das tun wonach im ist. Und jeder sollte es Repektieren. Denn das ist zb. ein wort wo es bei vielen Menschen egal in welchem Land es fehlt.
lg zwockelchen
Es ist überall schön, wo man sich wohl fühlt.

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Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon janaquinn » 10. April 2008 07:51

Hej,
schöne, leere Hüllen?? Die findet man überall, nicht nur in Schweden. Amerika ist ein Land, wo jede Menge solcher Menschen durch die Gegend laufen. Habt ihr mal probiert ein tiefer gehendes Gespräch mit einem Amerikaner zuführen?? Wir haben Verwandschaft in den Staaten, die Schwester meines Mannes und ihre Familie. Während man mit meiner Schwägerin ganz wunderbar über Gott und die Welt reden kann, kommt bei meinem Schwager nur "BlaBlaBla" raus. Und dieser Mann ist Rektor einer High-School. Viele ihrer Freund haben wir kennengelernt, es war ein Einheitsbrei, Politik durfte man garnicht ansprechen, heisses Eisen. Kirchenthemen, wir sind Atheisten, war ebenfalls ein heisses Eisen, ebenso wie die Schul-und Bildungsthemen. Kritik an Amerika und seinen "Friedenseinsätzen"? Fehlanzeige!
Was bleibt da noch übrig?? Tratsch und Klatsch. Welcher Nachbar sich gerade das neueste Auto gekauft hat, wer wo gerade ein Ferienhaus baut oder gekauft hat. Wer gerade mit einem anderen Nachbarn eine Affäre hat oder welche gerade zu Ende gegangen ist.
Diese und viele andere Sachen, sind meine Gründe mich NIEMALS in Amerika niederzulassen!!!
Ich war immer froh, wenn ich mal mit Sherry allein war und wir offen reden konnten.

Wir wohnen jetz knapp 2 Monate hier und haben einen guten Kontakt zu den Nachbarn. Aber Freundschaften?
Nein, die entwickeln sich über Jahre, über gemeinsam erlebte Situationen und Erfahrungen.
Wir haben einen kleinen, sehr kleinen Freundeskreis, aber der hat sich über teilweise fast 20 Jahre entwickelt. Diese Freunde haben uns nicht im Stich gelassen, als wir Yannic bekamen, die hatten Verständniss dafür, dass wir unsere Zeit mehr im Krankenhaus bei unserem Kind verbracht haben, als auf irgendwelchen Party´s.
Und diese Freunde haben Yannic so akzeptiert, wie er ist und haben sich nicht von uns abgewandt, weil wir eben kein perfektes Kind haben, sondern ein besonderes Kind.

Ich brauche nicht viele Freunde um glücklich zu sein, die die ich habe, sind mehr wertvoller als alles Geld der Welt, denn ich weiss, sie sind da, wenn ich sie brauche und umgekehrt ist es genauso.


LG JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

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Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon zwockelchen » 10. April 2008 08:09

janaquinn hat geschrieben:Wir wohnen jetz knapp 2 Monate hier und haben einen guten Kontakt zu den Nachbarn. Aber Freundschaften?
Nein, die entwickeln sich über Jahre, über gemeinsam erlebte Situationen und Erfahrungen.

Ich brauche nicht viele Freunde um glücklich zu sein, die die ich habe, sind mehr wertvoller als alles Geld der Welt, denn ich weiss, sie sind da, wenn ich sie brauche und umgekehrt ist es genauso.

Hej Jana,
da sagst bzw. schreibst was wares.
Ich bin von Hessen nach Bayern umgezogen, aber ich habe immer noch guten kontakt zu richtig guten Freunde aus der alten Heimat Hessen, und die werden es auch immer bleiben auch wenn wir nach Schweden gehen. Hier in Bayern war es auch nicht einfach für mich neue Freunde dazu zu finden, aber ich habe sie gefunden. Meine Nachbars Leute. Und das ging auch nicht von heut auf morgen. es braucht alles seine zeit.
lg zwockelchen
Es ist überall schön, wo man sich wohl fühlt.

Hans

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Hans » 10. April 2008 09:07

S-nina schrieb:

Meine "große Müdigkeit" könnte man eher als "große Langeweile" ausdrücken.

Ich habe einfach keine Energie mehr, die große Schönheit in tristen Ziegelfassaden oder Bretterfassaden zu suchen, auf die fast ununterbrochen der graue Regen prasselt. Ich finde es nicht mehr so prickelnd mit Klein- und Kleinststadt-Plätzen, auf denen überall und immer die gleiche Sibylla-Wurstbude steht.
Ich habe keine Lust mehr auf China/Thai- und sonstige undefinierbaren Pizzerien.
Ich habe keine Lust mehr auf Menschen, die mir dauernd erzählen, wie gut sie es haben - die dauernd gestresst mit Handy in der Hand herumrennen, nie Zeit zu einem sinnvollen Gespräch haben. Immer das Gleiche oberflächliche bla, bla, bla .... oder hmn, ja så, aha, oj ....
Die sich hinter einer blinkenden Fassade verstecken, die sich größtenteils auf Schein gründet (alles nur geliehen!).

"Sometimes its a shitty place"!


Nun gehts hin und her.

Jeder hat eigentlich recht.
Von den persönlichen Ausgangspunkten her.
S-ninas Schwedenbild schreibt sie so malend und ausführlich.
Ihr eigenes Bild.
Der Leser selber mag sich seine Auffassung bilden.

Mein Bild sieht anders aus.
Das Bild meiner Kinder sieht anders aus.
Meiner Lebensgefährtin.
Wohl des Hundes auch.

Diese Diskussion hat eigentlich viele Antworten gegeben.
Für mich zb. warum es einigen so schwerfällt hier in unserem schönen Land.

So nun ist für mich das meiste gesagt in diesem Thema.

Die werten Leser mögen sich Ihr eigens Bild vom der Sache machen.

Grüsst
H :smt006 ans

nysn

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon nysn » 10. April 2008 09:21

"Sometimes its a shitty place"!

YES! "Sometimes" - "Manchmal" - also NICHT IMMER!

Steckt nicht manchmal in jedem so ein richtiges Teufelchen ... ? :evil:

:D

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Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Aelve » 10. April 2008 09:37

Lieber Hans,

bei Deinen postings muß ich automatisch schmunzeln, Du schreibst es so anschaulich und nett obendrein, es gefällt mir einfach.

Meinen Standpunkt hast Du sicherlich schon erkannt, denn ich sehe Schweden - vielleicht auch dadurch bedingt, dass wir nur gelegentlich dort sein dürfen - als mein Traumland an. Ich kenne Schweden seit 1977, erst nur durch einige Urlaube, da fing die Liebe an und mittlerweile durch häufige Aufenthalte in Schweden, die ich jedesmal herbeisehne. Es ist nicht so, dass ich hier in D nicht auch leben kann oder dass ich total unglücklich bin, habe viele Hobbies, viele Bekannte, viele Freunde und Arbeit in Hülle und Fülle.
Trotzdem träume ich davon, dass wir nach einem arbeitsreichen Arbeitsleben noch ein paar schöne Jahre in unserem Traumland Schweden verleben dürfen. Wir hätten uns in Schweden kein Haus gekauft, wenn wir es nur mittelmäßig finden würden. Wäre unsere Mentalität eine andere, dann hätten wir uns im Süden wie Italien, Spanien oder Griechenland etwas gekauft, dort zieht es auch viele Deutsche nach einem Leben voller Arbeit hin.
In Schweden fällt unsere Hektik von uns ab, die Luft ist einfach besser durch viele Wälder, durch weniger Verkehrsaufkommen. Der Himmel ist auch blauer, das sagten gerade Freunde von uns, die bereits seit 10 Jahren in Schweden ein Haus besitzen und sich mehr in S als in D aufhalten.
In Schweden ist alles gepflegter, wenn ich z.B. in Nova-Lund ins Einkaufszentrum gehe, da sehe ich sofort den Unterschied, denn dort gibt es gepflegte Toiletten, wunderhübsch gestaltete Auslagen in den Läden und vieles mehr.
Es liegt sicherlich an den eigenen Vorstellungen, wie man sich sein Leben vorstellt, ob laut und schrill oder ruhig und gediegen.
Ich kenne, wie gesagt, in D sehr viele Leute durch meine vielfältigen Hobbies, aber nirgends sind mir die Leute so herzlich entgegen gekommen wie gerade in Schweden, ich könnte hierzu sehr viele Beispiele anführen. Sei es bei meiner Bank in Schweden, seien es die Makler, mit denen wir zu tun hatten (bis auf ein paar kleinere Ausnahmen), seien es die Nachbarn in Älvsered, in Bredhult oder Röllese. In D haben wir auch nette Nachbarn, die uns grüßen (auch wenn sie dabei muffig ausschauen), aber in Schweden sind sie alle sehr herzlich und einem wird warm ums Herz.
Dieses sind meine Erfahrungen, die ich, ich kenne wie gesagt Schweden seit 1977, mit gutem Gewissen und ohne, dass ich nur in Urlaubsstimmung in Schweden war, berichten kann. Und da wir in S inzwischen viele Deutsche und auch viele Schweden als Bekannte haben, muß ich sagen, dass es eher leicht ist, einen Kontakt zu Schweden oder auch Hilfe zu bekommen. Das kann ich auch deshalb behaupten, da wir bei vier Häusern in Schweden auf Hilfe von Schweden angewiesen sind, diese auch gerne von den Nachbarn gegeben wurden und wir natürlich gerne genommen haben gegen entsprechende kleine Dankbarkeitsbeweise.
Was mir auch besonders gefällt, dass die Schweden nicht so aufschneiden, denn diese Hochstapelei in D gefällt mir gar nicht. In D will fast jeder jeden übertrumpfen, oft steckt aber nichts dahinter, das merken einige Leute leider nicht, denn sie sehen nur die Äußerlichkeiten, das ist mir zu oberflächlich.
Dass es in Schweden sozialer zugeht als in Deutschland, das brauchen wir wohl nicht weiter zu vertiefen, das ist erwiesenermassen Fakt.
Es gibt Länder, da gibt es andere Vorteile und jeder muß seine Prioritäten danach setzen, wie seine Veranlagung ist. Ich denke mal, dass das der Grund für die unterschiedlichen Meinungen hier im Forum ist.

Liebe Grüße Aelve :smt006 :flagge: :herz:
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
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Beitragvon vinbär » 10. April 2008 10:04

Hej Aelve,
ich wuerde mich sehr freuen, wenn Du mir das erläutern könntest:
Dass es in Schweden sozialer zugeht als in Deutschland, das brauchen wir wohl nicht weiter zu vertiefen, das ist erwiesenermassen Fakt.
Med vänligaste hälsningar
vinbär


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