Freundschaften in Schweden?

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Wolfi
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Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Wolfi » 2. April 2008 20:25

...meine Erfahrung ist, dass die Sprache da wichtigste ist.

Ja, da hast du Recht, Hans! Selbst wenn Schweden ein Land ist, in dem man ohne Probleme jahrelang wohnen könnte, ohne die Landessprache zu lernen! Im Gegensatz zu z.B. Frankreich, Spanien oder auch dem deutschsprachigen Raum können die meisten ja hier so gutes Englisch, dass man für einfache Konversation nicht gezwungen ist, Schwedisch zu lernen.
Doch weit kommt man dann (privat!) nicht, denn sobald man in einer Gruppe ist, wird früher oder später auf Schwedisch umgeschaltet. Diese Erfahrung machte ich auch gleich am Anfang, als ich herkam und mein Schwedisch noch nicht so gut war. Im Arbeitsbereich (also bei Spezifikationen, Besprechungen..., NICHT am "Fikabord"!) habe ich allerdings das Gefühl, dass Englisch kein Problem ist, und v.a. wenn es darum geht, Dinge präzise und schnell auszudrücken, spreche ich mit meinen Kollegen immer noch Englisch. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich einen technischen Job habe, in dem ohnehin viele englische Begriffe vorkommen, und Kollegen sowie Kunden an internationale Kontakte gewöhnt sind. In anderen Arbeitsfeldern dürfte es wohl ohne oder mit nur geringen Schwedischkenntnissen sehr schwierig sein.

Was ich so mitbekommen habe ist , dass die Körpersprache mit das Wichtigste ist.

Klar, das ist doch überall so! Über 80% unserer Kommunikation laufen ja non-verbal, und dessen bin ich mir auch bewusst. Allerdings dürften gerade da die großen Unterschiede zwischen den Kulturen sein, und das ist mir noch nicht gelungen, diese deutlich zu erkennen oder zu deuten. Ich finde es vor allem, weil die deutsche und die schwedische Kultur nicht grundverschieden sind (wie z.B. die japanische), viel schwieriger. Man läuft leicht Gefahr, über Unterschiede hinwegzusehen und sich dann über die Reaktion des anderen zu wundern oder gar zu ärgern.
Durch ein paar solcher Missverständnisse bin ich dann sicherlich auch zurückhaltender und vorsichtiger im Auftreten geworden, und das schlägt sich garantiert (leider) in der Körpersprache nieder, was es eben noch schwieriger macht, in Kontakt zu treten, wenn das Gegenüber unbewusst merkt, dass man sich unsicher und unwohl fühlt.

Eine Arbeitskollegin ist Halb-Deutsche und kennt daher beide Kulturen und Sprachen. Und obwohl sie grundsätzlich in Schweden aufgewachsen ist, sagt sie von sich selbst, dass sie in vielen Bereichen wohl mehr Deutsche als Schwedin ist. So meinte sie letztens, dass ihr eigentlich erst durch mich so richtig bewusst geworden ist, wie unterschiedlich ihr "schwedisches Gesicht" zu ihrem "deutschen Gesicht" ist, da ich einer der wenigen bin, der eben beide Seiten an ihr kennt. In Deutschland mit Deutschen verhalte sie sich ganz anders als in Schweden mit Schweden. Und entgegen der oftgehörten Meinung, dass Deutsch eine sehr befehlende Sprache ist, finde ich, dass sie deutsch viel freundlicher und herzlicher und weniger kommandierend wirkt als schwedisch.

So nach ungefähr 5 Jahren in einem Wohngebiet mit 50 identisch aussehenden Häusern fragt dich dann mal ein Nachbar, wie du eigentlich heißt...

:lol: Da ist echt was dran! Von den acht Parteien in dem Haus, in dem ich wohne, habe ich in der ganzen Zeit nur mit zwei Nachbarn mal kurz geredet - einer davon ist der direkte Türnachbar. (Und er hat mich eig. nur gefragt, ob ich die Wohnung denn gekauft hätte, nicht mal, von wo ich ursprünglich her komme!)

Schöne Grüße,
Wolfi

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trollebjär
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Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon trollebjär » 3. April 2008 16:32

Hi an alle armen Seelen,
die die Schweden als weniger kontaktfreudig erlebt haben!
Ihr seid wirklich nicht allein!
Dieselbe Erfahrung haben die meisten Deutschen gemacht, die ich hier in der Umgebung kenne. Wir haben einen "Deutschen Stammtisch" (hört sich furchtbar an, oder?), bei dem sich 5-10 Leute einmal im Monat treffen und Erfahrungen austauschen. das Thema "warum sind die Schweden so distanziert" haben wir in den Jahren bis zur Erschöpfung durchgekaut. Muss sagen, dass das für mich mittlerweile kein Problem mehr darstellt. So sind sie halt, die kühlen Blonden aus dem Norden. Wir haben einen Freundeskreis der bunt gemischt ist, Schweden, Deutsche und andere Einwanderer. Meine allerbeste Freundin ist allerdings immer noch, nach 15 Jahren Schweden, in Deutschland. Und so wird das auch bleiben.

Lieber Wolfi (und alle anderen, die in Skåne wohnen) meldet euch, wenn Ihr mal beim Stammtsich dabei sein wollt, dann sage ich Bescheid, wenn wir uns das nächste mal treffen (geschieht immer in Lund).

Bis bald!

Martina

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Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Wolfi » 3. April 2008 18:17

Hej Trollebjär!

Das hört sich super an! Bin ich gerne mal dabei!

Also bis dann,
Wolfi

Susan
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Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Susan » 3. April 2008 20:41

Hallo Leute! Da bin ich ja richtig froh das wir in fünf Wochen mit einer großen Familie auswandern.
Wie ist es den mit Freundschaften zwischen Kindern und Jugendlichen? Genauso Schwierig?
Grüsse Susan

Hans

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Hans » 4. April 2008 07:37

Freundschaft

Mit den Jüngeren wirds viel leichter sein.
Je jünger desto besser.
Dann die Mädels und die Jungens haben ja oft andere Interessen als die Sprache.
Da gehts ja um was anderes, wo nicht so viel geredet wird.
Und die werden es mit der Sprache sehr ,sehr viel schneller hinkriegen.
Nach einem halben Jahr kann man dann die Sprösslinge nich von den anderen untescheiden.
Neuer Aproach- Kleidung-.

Grüsst
Ha :smt006 ns

tilmann

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon tilmann » 4. April 2008 08:19

Eine taiwanesische Freundin von mir, die hier in Stockholm ein Jahr lang "Gastschülerin" ist und circa seit sechs Monaten hier wohnt, hat mir neulich erzählt, dass sie keinen Kontakt zu ihren MitschülerInnen bekommen kann. Während der Schulzeit sprechen die anderen mit ihr, aber nicht mehr nach der Schule. Als sie neu hier war, hat sie noch gefragt, ob jemand mit ins Kino wolle, aber das macht sie jetzt nicht mehr. Andere "GastschülerInnen" haben ihr das gleiche berichtet.

Ich habe allerdings bisher nur positive Erfahrungen mit SchwedInnen gemacht und treffe mich bspw. regelmäßig zum Bandy gucken mit meinem ehemaligen E303-Arbeitsamtsbetreuer. Vermutlich muss man einfach Glück haben und die richtigen Leute treffen und das ist wohl eher länderunabhängig.
Meint,
Tilmann

Hans

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Hans » 4. April 2008 14:07

Kontaktprobleme.

Kontaktprobleme hat man auch zwischen den Einheimischen.
So einfach ist es ja auch nicht in eine neue Gegend zu ziehen.
So, wie wir es jetzt machen.
Wir kennen auch keinen Menschen.
Wie das sociale Netzwerk aussieht und sich tut davon haben wir ja auch keine Ahnung.

Wir rechnen damit dass es wenigstens ein Jahr dauert.

Denn jeder wird den Neuen kennen.
Der Neuen der kennt keinen.

Man muss halt sich einfühlen was sich tut.

Ich werde davon ab und zu berichten.

Vielleich kann sich der eine oder der andere irgend etwas neues sehen
und sagen können
Aha.
Ja, just det.
Det tänkte jag inte på.
Det hade jag ingen aning om.
Det var som fan.

Grüsst
H :smt006 ans

tilmann

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon tilmann » 4. April 2008 17:59

Hej Hans!

Hans hat geschrieben:Ich werde davon ab und zu berichten.

Vielleich kann sich der eine oder der andere irgend etwas neues sehen
und sagen können
Aha.
Ja, just det.
Det tänkte jag inte på.
Det hade jag ingen aning om.
Det var som fan.


Das klingt vielversprechend!

Tack!
Tilmann

Aurora

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Aurora » 4. April 2008 18:48

Hey Hans,
haben uns ja lange nicht gehört, war leider beruflich in der letzten Zeit mächtig eingespannt und noch eine Woche, dann müsste es für 14 Tage etwas normalisiert sein. Heute mal wieder mein erster Tag nach einiger Zeit im Forum.
Ich kann mir schon vorstellen, dass man eine Zeit braucht, um eine neue Freundschaft oder auch erst enmal Kontakte aufzubauen. Das braucht man auch hier in D.., abgesehen davon, dass bestimmt gleich einige neugierige Nachbarn sofort dich überlagern würden mit ihrer Hilfe. Aber echte Freunde muss man darunter dann erst erkennen.
Ich wünsche euch einen angenehmen Übergang ins neue Heim und grüße bitte deine lieben, tollen Mädchen von mir sowie unbekannterweise auch deine Frau.
Freue mich auf deine nächsten Berichte, auch wenn ich oft nur am Wochenende kurz hineinschauen kann.
:smt006

Hans

Re: Freundschaften in Schweden?

Beitragvon Hans » 5. April 2008 19:45

Humor

Ist eine wichtige Sache.
Über was man lacht. Und nicht lacht. Oder schmunzelt oder die Stirn runzelt.

Der schwedische Humor ähnelt dem englischen zum Teil.

Es lohnt sich die schwedischen Programme
zB. Parlamentet anzusehen.
Robert Gustavsson ist ein exellenter Komiker.
Der Beste den es zur Zeit gibt.
Meiner Meinung nach.
Dann Hasse und Tage und Gösta Ekman.

Sällskapsresan.
Diese sollte man sich anschauen und versuchen zu verstehen.
Gern mit schwedischen Bekannten.
Die werden sic her versuchen zu erklären vorüber eigentlich gelacht wird.

Anschauen und lachen
Grüsst
H :smt006 ans


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