Hallo,
mein Fall ist vielleicht ein bisschen speziell, weil ich nur für 16 Monate in Schweden war, es sich also um eine geplante zeitweilige Auswanderung/Umzug in ein neues Land handelte, zu den ersten Tagen und Wochen kann ich aber schon berichten...
Freunde oder Bekannte hatte ich im Vorfeld nicht in Schweden. Habe an einem Forschungsinstitut gearbeitet und kannte meinen Chef/Betreuer dort im Vorfeld (allerdings nur von 2 Konferenzen)
Hilfe vor Ort bei der Wohnungssuche hatte ich dann von der Arbeitsstelle her, das meiste andere (Skatteverket, Migrationsverket, Bank, Telefon,...) habe ich dann ohne Probleme auf eigene Faust erledigt. Wenn es Probleme gegeben hätte, hätte ich aber wohl am Institut die entsprechenden Ansprechpartner gefunden (Betreuer, Personalbüro,...) Die Hilfsbereitschaft der Schweden ist sehr groß, zumindest habe ich das so empfunden.
Natürlich tappt man am Anfang in die ein oder andere "Falle" bezogen auf die kleineren kulturellen Unterschiede, aber viel lernt man durch Zuschauen/Zuhören, wie die Schweden es untereinander machen (man muss natürlich auch offen dafür sein, auch kleinere Unterschiede wahrzunehmen).
Der Start ist schon was Besonderes, ich erinnere mich noch an Abende, an denen ich tagsüber eigentlich nicht viel körperlich gearbeitet hatte, doch abends völlig k.o. war, weil man eben am Anfang schon enorm viel aufnimmt und auch verarbeiten muss, seien es nun andere Verhaltensregeln, aber auch Sprache, etc.
Ich hatte nur einen VHS-Grundkurs besucht bevor ich ausgewandert bin, war aber durch meine Arbeitsstelle auch nicht unbedingt gezwungen, schwedisch zu reden. Ist sicherlich ein besonderer Fall, da vielfach bei der Jobsuche die Sprache wohl oft das entscheidende Kriterium ist!
Nach einiger Zeit habe ich dann natürlich trotzdem schwedisch geredet, teils aus Höflichkeit den Schweden gegenüber (wenn man in dem Land wohnt, sollte man sich auch Mühe geben), größtenteils aber auch aus Spaß an der Sprache selber. Habe gemerkt, dass die Schweden das auch durchaus zu schätzen wussten.
Eine gute Vorbereitung des Auswanderns (insbesondere der Sprache) kann wohl nicht schaden; einen Zeitraum von zwei Jahren sehe ich dabei als realistisch an, allerdings ist dies natürlich von Sachverhalt zu Sachverhalt unterschiedlich: Wie gut/schnell beherrsche ich die schwedische Sprache?/ Finde ich einen Job?/ Wohnungssuche?/ finanzielle Lage/ Breche ich meine Zelte in Deutschland komplett ab?/ andere "Verpflichtungen" in Deutschland, z.B. Familie, Eltern,.../ ...
Viel Erfolg bei Euren Planungen
Gruß
