Fragen zum Schwedischen für Hausarbeit

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Magdalena
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Fragen zum Schwedischen für Hausarbeit

Beitragvon Magdalena » 23. April 2016 15:31

Hallo zusammen!
Ich schreibe gerade an meiner letzten Hausarbeit im Germanistik Master und muss da zufällig Texte von schwedischen Muttersprachlern analysieren. Ich kann leider wirklich gar kein schwedisch :(
Daher möchte ich hier um Eure Hilfe bitten.
Ich habe insegamt drei kleine Fragen:

1. Zur Infinitiverweiterung. Nutzt ihr im Schwedischen dieses „zu“ (was ich mit „att“ übersetzt habe)? Beispiel: "neue Sachen zu lernen" oder "nicht in den urlaub zu fahren“.

2. Die Verfasser der Texte haben auffällig oft die Pronomen „sich“ und „uns“ vergessen.
Beispiele:
(„[...] aber wir schlechter uns fühlen“)
(„[...] das sich Jugend schlechter fühlen als Ihre Eltern“)
(„[...] weil sich die Gesellschaft immer entwickeln“)
Das sind Zitate aus den Texten. Das fette und kursive soll zeigen was fehlt. Meine Frage: Wird das im Schwedischen anders genutzt und wenn ja, wie? Gerade mit dem „sich“ ist es laut meiner Theorie deutlich anders, hab ich das richtig verstanden? Mit dem "uns" auch?

3. Beispiele:
(„Wenn man zum Beispiel etwas nachsuchen will, […])
(„Freunde die man seit Jahren nicht mitgesprochen hat [...]“)
Warum haben sie diese Fehler gemacht? Sind diese Worte im Schwedischen so richtig? Wird das generell so im Schwedischen gemacht?

Ich danke Euch wirklich instandig im Voraus!!

Viele liebe Grüße, Magdalena

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Re: Fragen zum Schwedischen für Hausarbeit

Beitragvon vinbergssnäcka » 23. April 2016 17:06

Hallo Magdalena,

hast Du das orginal in schwedisch? Sind das schlechte übersetzungen oder wie kommst Du auf die deutschen Texte?

Jedenfalls so verstehe ich leider nicht, was da gemeint ist....vielleicht kanns ein anderer?
liebe Grüsse

Heike

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Re: Fragen zum Schwedischen für Hausarbeit

Beitragvon vibackup » 23. April 2016 17:22

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich deine Frage verstehe, aber hier mal ein Versuch:
Magdalena hat geschrieben:1. Zur Infinitiverweiterung. Nutzt ihr im Schwedischen dieses „zu“ (was ich mit „att“ übersetzt habe)? Beispiel: "neue Sachen zu lernen" oder "nicht in den urlaub zu fahren“.

Was meinst du: inte åka på semester? da kommt kein "att"; bei lära sig nya saker kan man es verwenden, bspw. wenn man schreibt: vi försöker att lära oss nya saker. Das hört man allerdings recht oft auch ohne "att", was dem von dir Gefundenen entspricht. Ob das korrekt ist? Ich weiss es nicht, vermutlich noch eher Umgangssprache, aber es ist häufiger geworden.

Magdalena hat geschrieben:2. Die Verfasser der Texte haben auffällig oft die Pronomen „sich“ und „uns“ vergessen.
Beispiele:
(„[...] aber wir schlechter uns fühlen“)
(„[...] das sich Jugend schlechter fühlen als Ihre Eltern“)
(„[...] weil sich die Gesellschaft immer entwickeln“)

Hier:
...men vi mår sämre
...ungdomarna mår sämre än deras föräldrar
...för att samhället alltid utvecklas
gehören im schwedischen die Pronomina nicht hin; man kann sagen, etwas "utvecklar sig", aber für die Gesellschaft würde ich das nicht verwenden. In meiner Welt (bin aber kein Muttersprachler) ist "utvecklar sig" ein mehr aḱtiver Prozess, man kann "utveckla sig", sich entwickeln, aber wenn etwas sich mehr oder mindre von selbst entwickelt, tendiere ich zum "utvecklas".
Att må ist nicht reflexiv; känna sig ist es, ist aber etwas ungewöhnlicher.
Den ersten Halbsatz würde ich aber umstellen im Deutschen:
(„[...] aber wir fühlen uns schlechter“) oder
(„[...] aber (wir) uns schlechter fühlen“)
je nachdem, was vorher kommt. Nicht?
Magdalena hat geschrieben:3. Beispiele:
(„Wenn man zum Beispiel etwas nachsuchen will, […])
(„Freunde die man seit Jahren nicht mitgesprochen hat [...]“)
Warum haben sie diese Fehler gemacht? Sind diese Worte im Schwedischen so richtig? Wird das generell so im Schwedischen gemacht?

Ich sehe nur zwei Beispiele...
Aber ja, man kann "hören", wie der Verfasser gedacht hat:
om man vill leta efter någonting (alt eftersöka) und
Vänner som man inte har (sam)talat med sedan flera år tillbaka
So ja, vermutlich sind das Swedizismen, die du da findest.
War das die Frage?

BTW: eine interessante Sache: in einer Examination hat eine Studenten meinen Standardpatienten am Freitag gesiezt; das gibt weder Plus- noch Minuspunkte, aber ich habe mit dem Statisten (der außerdem ein Kollege ist) diskutiert, ob man das als Feedback geben sollte (ich erlebe es als unhöflich).
Das sah der schwedische Statist nicht mehr so (er wohnt allerdings in Stockholm), hätte allerdings noch vor zehn Jahren genauso reagiert.
Das scheint ein Trend zu sein.

//M

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Re: Fragen zum Schwedischen für Hausarbeit

Beitragvon Magdalena » 23. April 2016 20:33

Hallo zusammen, vielen Dank für Eure Antworten. Ich kann leider gar kein schwedisch. Daher kann ich Eure Beispiele leider nicht verstehen und es ist für mich auch nur wichtig die grammatischen Phänomene an sich zu verstehen.
Die Beispiele sind aus Aufsätzen die schwedische Muttersprachler in Deutschkursen geschrieben haben. Wahrscheinlich habe ich mich etwas doof ausgerückt. Ich Versuchs mal in Kurz:
1. wird im schwedischen ein zu vor den Infinitiv gesetzt? Wie bei "wir brauchen nicht zu reisen" usw.
2. werden die reflexivpronomen in der dritten Person so wie im deutschen genutzt? Oder kann es aus Übersetzungsfehlern passieren dass dann im deutsch das sich oder uns Vergessen wird?
3. werden im schwedischen Wörter zusammen geschrieben, die im deutsch getrennt werden? Zb mit jemanden sprechen Versuch jemanden mitsprechen. Kann dieser Fehler also auch aus der Übersetzung entstehen?
Ich hoffe nun ist es klarer :)
Vg und nochmals vielen Dank!

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Re: Fragen zum Schwedischen für Hausarbeit

Beitragvon vinbergssnäcka » 24. April 2016 07:07

Hallo Magdalena,

aaahh, jetzt wird das ganze schon klarer.

Ich denke vibackup hat das Ganze aber schon beantwortet.

zu 1.) nein da kommt im schwedischen kein "zu", bzw "att" vor. Im Gegensatz zu vibackup habe ich das so gelernt (in schwedisch als zweitsprache):
vi försöker lära oss.....das att lässt man an der Stelle weg (wobei es nicht falsch ist)

zu 2.) kann ich nur vibackup zustimmen, man verwendet das "sich" oder "uns" in diesen Fällen nur bei Ausnahmen

zu 3.) ja, das kann ich gut nachvollziehen, da mir so etwas auch immer häufiger im Deutschen passiert. (Umgekehrt manchmal auch) man überetzt manchmal geradeaus, Wörter die es so nicht in der anderen Sprache gibt. wie das Beispiel "eftersöka = nachsuchen"; "samtala=mitsprechen"
liebe Grüsse

Heike

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Re: Fragen zum Schwedischen für Hausarbeit

Beitragvon vibackup » 24. April 2016 08:37

vinbergssnäcka hat geschrieben: Im Gegensatz zu vibackup habe ich das so gelernt (in schwedisch als zweitsprache):
vi försöker lära oss.....das att lässt man an der Stelle weg (wobei es nicht falsch ist)


THX, da habe ich was dazugelernt.
Vermutlich ist mein Schwedisch etwas altertümlich, zumindest in Teilen, denn einer meiner Lehrer (von dem ich einen guten Teil gelernt habe) ist in den 40ern in Schweden aufgewachsen und hat das Land danach verlassen.
Und ab und an kommen Teile davon wieder hoch.
Manchmal ist das aber auch ganz nützlich, denn z.B.achte (åttonde) und achtzehnte (artonde) kann bei flüchtigem Sprechen und hinreichendem Geräuschpegel sehr ähnlich klingen, und da hilft eine Nachfrage mit "adertonde".
Mvh

//M

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Re: Fragen zum Schwedischen für Hausarbeit

Beitragvon Magdalena » 24. April 2016 11:17

Vielen Dank liebe Heike, das hilft mir total. Und euch anderen natürlich auch! Habt einen schönen Sonntag!


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