Fragen über Fragen

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Nyckelpiga
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Re: Fragen über Fragen

Beitragvon Nyckelpiga » 7. Februar 2008 16:50

Hej Geli und Uwe !
Hjärtliga välkommen här !
:rock:
Viel Spaß weiterhin beim Lesen und Finden von netten :lol: Leuten in und um Schweden !

Liebe Grüße Nyckelpiga

geli & uwe

Re: Fragen über Fragen

Beitragvon geli & uwe » 8. Februar 2008 09:58

Hejsan. Tack för trevlig hälsningen.
(war daß annähernd richtig? :oops: )
Jetzt wissen wir wenigstens, warum daß hier das "nette Schwedenforum" ist.
Wie siehts denn eigendlich aus, wenn man ein Haus in Schweden von Privat kaufen möchte? Geht daß ohne Makler überhaupt? Anwalt? Notar?
Und noch was: gibts über Satellit einen schwedischen TV Sender bei uns? Zum über wärs evtl nicht schlecht.

vi ses

Geli & Uwe

Nanna
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Re: Fragen über Fragen

Beitragvon Nanna » 8. Februar 2008 10:09

Auch von mir ein herzliches willkommen hier :)
Tack för den trevliga hälsningen wäre völlig korrekt, von daher war das schon gar nicht schlecht :)

Haus privat kaufen kannst Du schon in Schweden, so haben wir das das letzte Mal gemacht. Allerdings haben wir für ca 6000 kr das Vertrag schreiben etc beim Makler gekauft, damit es juristisch alles korrekt wird, der macht dann auch Grundbucheintragung usw. Die haben eine kleine juristische AUsbildung, können damit alles machen, was nötig ist beim Hauskauf/Verkauf.Bietet sich an, zumindest dieses Geld zu investieren. In Schweden zahlt übrigens der Verkäufer den Makler, nicht der Käufer wie in Deutschland.
In Schweden hat der Käufer die Pflicht, das Haus gründlich zu untersuchen. Häuser über den Makler werden oft fertig gecheckt angeboten. Solche Kontrollen macht u.a. Anticimex, die suchen dann nach versteckten Fehlern, die man als Laie ja oft nicht findet, die aber wichtig sind für den Käufer. Darauf sollte man nicht verzichten, das kostet um 3-4000 kr, ist aber ja schnell das Geld wert, wenn irgendwelche Mängel gefunden werden. Dann drückt man entweder den Preis oder lässt die Finger davon :)

Zum schwedischen Fernsehen über Satellit gibt es irgendwo einen Thread, such doch mal ein bisschen, da waren ganz gute Infos drin. Ich glaube, der liegt unter "Schweden".

Gruss
Nanna

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Skogstroll
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Re: Fragen über Fragen

Beitragvon Skogstroll » 8. Februar 2008 10:44

Den Vertrag muss man nicht unbedingt schreiben lassen, in meinem Fall hat das die Bank übernommen. Ich bin zusammen mit dem Verkäufer zur Bank, und dort war alles vorbereitet. Klar, es ist ein Standardvertrag, aber der sollte normalerweise reichen.
Ganz wichtig ist die Besichtigungspflicht. Will man im Nachhinein Mängel reklamieren, muss man nachweisen, dass man sie vor dem Kauf nicht entdecken konnte oder dass sie vom Verkäufer arglistig verschleiert wurden. Das ist in den meisten Fällen nicht möglich.

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nysn

Re: Fragen über Fragen

Beitragvon nysn » 8. Februar 2008 11:16

Privat zu kaufen ist nicht problematischer als von einem Makler und wie Skogstroll vorschlägt, würde ich auch die Bank bitten, bei den Formalitäten behilflich zu sein.

Einen Makler dafür zu bezahlen, halte ich für "verlorenes Geld" - die "juristische" Ausbildung von Maklern ist äußerst zweifelhaft. Makler haben in Schweden keinen besonders guten Ruf.

Ein Makler lohnt sich meistens für den Verkäufer, da dieser bestrebt ist, den maximal erreichbaren Verkaufspreis vom Käufer zu erreichen. Zeigt man bei einem Makler sehr starkes Interesse, dann kann es schon vorkommen, dass er einem dann sagt, "ja, wir hätten da noch einen Interssenten, der wäre bereit 100.000 SEK mehr zu zahlen." .... Somit kann man auch davon ausgehen, dass man in Schweden als "Käufer" den Makler mitbezahlt hat.

Die Untersuchungspflicht des Käufers beim Hauskauf ist extrem wichtig - und da lohnt es sich auf jeden Fall, einen extra gute Besichtigung vorzunehmen.
Bei schwedischen Häusern sollte man besonders auf Folgendes achten:

Alter des Hauses
Grund = Torpagrund/Betonplatta - wg. Feuchtigkeit (ca. 70 % aller Häuser mit Torpagrund haben später Feuchtigkeitsprobleme)
Stomme = Häuser vor 1979 haben, wenn Beton verwendet wurde, häufig auch Radon

Darüber informieren die Makler übgrigens äußerst ungern - besonders, wenn man nach Radon fragt, neigen sie meist zur Verschwiegenheit. Dafür ist nämlich der Käufer selbst verantwortlich, das herauszufinden. Radon gilt nicht als "versteckter Mangel" obwohl Radon für mehr Lungenkarzinome sorgen kann als Rauchen!

http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/ ... ellung.pdf

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Re: Fragen über Fragen

Beitragvon Aelve » 8. Februar 2008 11:17

Hallo Geli und Uwe,

Ihr habt ja schon treffende Antworten erhalten. Ich bin der Meinung, dass es genügt, wenn man ein Haus über eine schwedischen Makler kauft oder falls Privat, dann genügt es, ein Maklerbüro (gleichzeitig wie deutsche Notararbeiten) oder die Bank mit den Formalitäten zu beauftragen. In Schweden zahlt ja der Verkäufer diese Dinge, er hat es wahrscheinlich in seine Preisvorstellung schon einkalkuliert. Es gibt die Seite http://www.blocket.se, auf der viele schwedische private Anzeigen erscheinen, dort werden auch von Privat Häuser angeboten.
Als Käufer zahlt man nur 1,5 % sogenannte Eintragungsgeb. ähnlich der deutschen Grunderwerbsteuer, wie gesagt, alles andere zahlt der Verkäufer. Die Verkäufer haben auch in einigen Fällen bereits eine Art Gutachten über das Objekt erstellen lassen, dann ist das wohl eine ziemlich sichere Sache.
Wir haben unser erstes Haus von einem Deutschen gekauft, das lief daher recht problemlos, er übernahm auch die Kosten des Maklers für die Vertragsausfertigung. Auch mit zwei Maklerfirmen in Schweden haben wir sehr gute Erfahrungen gesammelt, die Formalitäten wurden alle in den Bankräumen besprochen, teilweise in englisch oder in deutsch für uns übersetzt und viel unkomplizierter, als wir es von Deutschland aus gewohnt waren.
Grüße nach Bayern aus Schleswig-Holstein
von Aelve :lol:
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de

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Re: Fragen über Fragen

Beitragvon nysn » 8. Februar 2008 11:32

"Die Verkäufer haben auch in einigen Fällen bereits eine Art Gutachten über das Objekt erstellen lassen, dann ist das wohl eine ziemlich sichere Sache.
Wir haben unser erstes Haus von einem Deutschen gekauft, das lief daher recht problemlos, er übernahm auch die Kosten des Maklers für die Vertragsausfertigung. Auch mit zwei Maklerfirmen in Schweden haben wir sehr gute Erfahrungen gesammelt, die Formalitäten wurden alle in den Bankräumen besprochen, teilweise in englisch oder in deutsch für uns übersetzt und viel unkomplizierter, als wir es von Deutschland aus gewohnt waren."

DAS MUSSTE ICH JETZT wirklich 2 x lesen! Jetzt verstehe ich, warum meine schwedischen Bekannten bevorzugt alte, baufällige Holzhütten, Mitten im Wald an DEUTSCHE verkaufen!

Ja, Schweden scheint das letzte Paradies auf Erden zu sein, da sind alle nett und freundlich und sogar die Verkäufer agieren nur zum Wohle des Käufers - völlig selbstlos!

:roll:

nysn

Re: Fragen über Fragen

Beitragvon nysn » 8. Februar 2008 11:51

Hier ein Link für ein Datenblatt über die Untersuchungspflicht des Käufers beim Hauskauf in Schweden auf Deutsch - das Datenblatt bezieht sich zwar auf den Verkauf mittels Makler doch das, was dort gesagt wird, gilt auch für einen Privatverkäufer.

http://www.fastighetsmaklarnamnden.se/p ... obilie.pdf

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Re: Fragen über Fragen

Beitragvon Imrhien » 8. Februar 2008 11:54

S-nina hat geschrieben: "ja, wir hätten da noch einen Interssenten, der wäre bereit 100.000 SEK mehr zu zahlen." .... Somit kann man auch davon ausgehen, dass man in Schweden als "Käufer" den Makler mitbezahlt hat.


Hej,
also das kann Dir in Deutschland doch genauso passieren. Der Makler versucht immer den Preis in die Höhe zu treiben. Egal ob Du ihn bezhalst oder der Verkäufer. Und Du hast keine Möglichkeit zu schauen ob das stimmt, dass da andere INteressenten sind.
Ich glaube, da muss man teilweise mit leben. Denn Privat kann das auch passieren.
Was das Radon angeht, ich weiss nicht, wir hatten da Glück und wurden gut beraten. Da konnten wir dann die Finger von lassen. Von daher kann ich wieder nur empfehlen sich in einem anderen Land helfen zu lassen...

Grüße Wiebke

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Re: Fragen über Fragen

Beitragvon Aelve » 8. Februar 2008 12:25

Hallo Nina-S,

solche Bekannten hast Du, die glauben dass sich die Deutschen übern Tisch ziehen lassen? tz, tz,tz.
Nein, da muß ich sagen, von solchen Verkäufern haben wir nicht gekauft bzw. baufällige Hütten zum Höchstpreis haben wir nicht erworben, da hätten sie sich dann andere Dumme aussuchen müssen. Wir haben auch negative Erfahrungen mit Maklern hinter uns gebracht, aber sind denen nicht auf den Leim gegangen. So wurden wir von einem (einschlägig negativ bekannten Makler-wie ich später erfuhr) extra nach Schweden bestellt, um ein Haus nahe eines Sees zu erwerben. Der Makler schickte einen deutschen Mitarbeiter, der mehr als unreell war und andeutete, dass wenn wir wegfahren, das Objekt am nächsten Tag vergeben sei. Tatsächlich hatten wir im Büro allerdings bereits ein Gebot abgegeben, deshalb glaube ich fest, dass dieser Mitarbeiter ein kleines Bestechungsgeld kassieren wollte, um uns das Haus dann zu reservieren. Diese Spielchen machen wir nicht mit, dann verzichten wir lieber auf einen Kauf.
Besonders das Hochbieten geht mir auch sehr gegen den Strich, da ich da auch an ein Hochtreiben des Preises seitens der Maklerseite glaube.
Dass man zu teuer kauft oder nicht korrekte Angaben bekommt, das kann einen überall passieren, ob von einem Deutschen oder von einem Schweden. Man muß schon selbst in der Lage sein, den Wert eines Haus sowie den Zustand zu erkennen, sonst kauft man evtl. zu teuer. Bevor ich ein Haus kaufen würde, mache ich mich über Preise in der favorisierten Lage schlau und schaue mir genügend Objekte an, um sicher zu sein, dass ich mit dem Preis nicht verkehrt liege. Insofern muß man auch schauen, welchem Maklerbüro man sein Vertrauen schenkt, ob der Makler einen guten Leumund hat und wenn man den Zustand eines Hauses nicht einzsuchätzen vermag, dann sollte man sich einen Fachmann mitnehmen oder beauftragen.
Grüße Aelve :smt003
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