Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

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HeikeBlekinge
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Re: Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

Beitragvon HeikeBlekinge » 1. Juni 2009 17:44

Hej Pierre,

ich habe vor 11 Jahren ein Steinhaus in D gebaut.
Und ich wohne seit knapp drei Jahren in einem 112 Jahre altem Holzhaus in Sverige.
Frag mich mal, was ich als besser empfinde... (jetzt vom Standort mal abgesehen ;-) )
Wenn, das sage ich heute, entweder total neu bauen in S oder kaufen was uber 100 ist. Denn was so alt werden konnte ist ok! Klar: Ausser es wurde durch plastmatta, falsche Isolierung, Fenster osv kaputtrenoviert.

Aber ihr muesst euch auch fragen, ob ihr völlig ohne Sorge und Reparaturen in einem Haus leben wollt, mit allen Luxus und Komfort oder ob ihr auch handwerklich geschickt seid, selbst Hand anlegen wollt... DAS sollte evtl. in erster Linie den Ausschlag geben.

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Tommy3

Re: Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

Beitragvon Tommy3 » 1. Juni 2009 20:05

Hej,

für den Kaufpreis ist das Alter des Hauses kaum entscheidend. Der wichtigste Faktor ist die Lage. Nur ein Zipfel Blick aufs Wasser stemmt den Preis stark nach oben.
Als nächstes zählt die Grösse und Aufteilung des Hauses. Dabei ist das Alter relativ unwichtig, aber es stimmt schon, dass die Hütten zwischen 1970 und 1990 Werteabzug haben, wein in den Jahren viel gepfuscht wurde und ungeeignete Baumaterialien und Konstruktionen ausprobiert wurden.
Steinhäuser sind in S absolut ungewöhnlich. Es gibt zwar viele, die eine Steinfassade haben, die Wände sind aber doch aus Holz gebaut, in verschiedenen Konstruktionen. Das ist sehr praktisch, weil man das nie streichenh muss (ein Haus streichen ist Tortur), aber viele wollen eben lieber so ein romantisch-kitschiges Holzhäuschen.
Ein gut gebautes Holzhaus ist jedem Steinhaus an Komfort ebenbürtig, in gewissen Sachen sogar besser.
Wenn ihr euch über Häuser in S schlauer machen woll, kauft euch das Buch "Huset du äger" von Per Helmgren (in Internetshops). Ein sehr guter Einstieg in die Eigenarten schwedischer Holzhäuser.

Viel Glück!!

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Re: Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

Beitragvon sverige_aelg » 1. Juni 2009 20:17

Pierre hat geschrieben:Das klingt ja alles sehr technisch für einen Laien wie mich. Am besten suche ich mir also jemanden der die Häuser für die ich mich interessieren besichtigt und die Subsanz für mich überprüft.
LG Pierre


Auf jeden Fall.
Solltest Du die Möglichkeit haben, einen Fachmann zu Rate ziehen zu können, sind dessen Kosten nichts im Vergleich zu denen, die Dich bei einem Haus erwarten, dessen unterste tragende Schicht weitestgehend verrottet ist. Wie und wo man das sieht, dazu braucht es schon eine gute Portion Sachverstand und Erfahrung.
Ein Optimist ist in der Regel ein Zeitgenosse der ungenügend informiert ist. (John B. Priestley)

Pierre
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Re: Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

Beitragvon Pierre » 1. Juni 2009 21:42

Was würde mich denn so ein besiktningsman kosten?
Woher bekomme ich so einen Fachmann her?
Muss ich bei dessen Besichtigung zwingend mit dabei sein?

Heisst es denn das Häuser vor 1970 und nach 1990 in der Qualität wieder besser sind?

LG Pierre

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Re: Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

Beitragvon HeikeBlekinge » 2. Juni 2009 07:19

weil man das nie streichenh muss (ein Haus streichen ist Tortur), aber viele wollen eben lieber so ein romantisch-kitschiges Holzhäuschen.


Naja, das ist deine subjektive Meinung, Tommy.... ;-)
Dass mit Faluröd gestrichende Häuser baubiologisch gesehen durchaus eine grosse Berechtigung haben, ist schon ein positiver Nebeneffekt, gelle?

Pierre: Die Versicherungen bieten oft einen Besichtigungsmann.
Oder halt hier:
http://www.besiktningsman.se/
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>Wer wenig weiß redet viel, wer Wissen hat wird neugierig, wer viel Wissen hat schweigt<

nysn

Re: Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

Beitragvon nysn » 2. Juni 2009 07:58

Was würde mich denn so ein besiktningsman kosten?

Rechne mal zwischen 5000 SEK und 10.000 SEK.
Woher bekomme ich so einen Fachmann her?

Ich würde Anticimex empfehlen - Info gibt es auch auf Deutsch: http://www.anticimex.se/
http://www.anticimex.de/
Muss ich bei dessen Besichtigung zwingend mit dabei sein?

Ich denke schon, denn die Untersuchungspflicht hast ja in erster Linie du.
Heisst es denn das Häuser vor 1970 und nach 1990 in der Qualität wieder besser sind?

Würde ich so auch nicht sagen - Häuser aus den 60er-Jahren sind von der Qualität her ähnlich wie die aus den 70ern. Es kommt auch wirklich auf die Lage an und wie gut das Haus im Laufe der Zeit gepflegt/renoviert/instand gehalten wurde. Am wichtigsten ist wohl zuerst Grundlegendes zu klären - wie eben die Konstruktion/Bauweise/Materialien. Dann Ausstattung und ganz wichtig die Lage - wie Tommy geschrieben hatte - eine alte Hütte mit Mini-Grundstück am Meer kann oft doppelt bis dreifach so teuer sein wie ein funkelnagelneues Haus mit riesigem Parkgrundstück Mitten auf dem Land. Allgemein könnte man wohl sagen: Meeresnähe geht vor Seenähe, je weiter im Landesinnern, je ländlicher, desto günstiger.

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Re: Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

Beitragvon Samweis » 2. Juni 2009 08:34

Pierre hat geschrieben:Muss ich bei dessen Besichtigung zwingend mit dabei sein?

Ich glaube nicht - wenn der Besiktningsman in Deinem Auftrag arbeitet und sachkundig ist, solltest Du damit Deiner Untersuchungspflicht eher nachgekommen sein, als wenn Du stumm auf ein Haus schaust, das Du selber nicht bewerten kannst.

S-nina hat geschrieben: Häuser aus den 60er-Jahren sind von der Qualität her ähnlich wie die aus den 70ern. Es kommt auch wirklich auf die Lage an und wie gut das Haus im Laufe der Zeit gepflegt/renoviert/instand gehalten wurde. Am wichtigsten ist wohl zuerst Grundlegendes zu klären - wie eben die Konstruktion/Bauweise/Materialien. Dann Ausstattung und ganz wichtig die Lage - wie Tommy geschrieben hatte - eine alte Hütte mit Mini-Grundstück am Meer kann oft doppelt bis dreifach so teuer sein wie ein funkelnagelneues Haus mit riesigem Parkgrundstück Mitten auf dem Land.

Dem kann ich nur zustimmen. Ein Haus, das vor den 60ern oder 70ern gebaut wurde hat ja auch den "Nachteil", dass es in den 60ern und 70ern bewohnt war - und möglicherweise kaputtrenoviert wurde. :wink:
Auch kannst Du in manchen Häusern noch Dinge finden, die Du als "Kontinetaleuropäer" gar nicht erwartest: Glaswolle zur Dämmung, bleiummantelte Stromleitungen...

Wichtig, um beim Preis nicht über den Tisch gezogen zu werden, ist, dass man versteht, dass das Haus für einen Schweden einen ganz anderen Wert haben kann als für einen Mitteleuropäer.
1. Grundstücksfläche ist kein Wert. Boden kostet nichts. - Es schadet aber nicht, welchen zu haben :zwinker:
2. Abgelegene Lage ist kein Wert. Häuser, die nicht verkehrstechnisch gut angebunden sind, kommen ja allenfalls als sommarstuga in Frage - und davon gibt es so viele, dass das Häuschen ggfs. unverkäuflich ist.
3. Meernähe oder Lage am See ist unveränderbar und ein Wert.
4. Waldnähe ist sehr schnell veränderbar - morgen schon kann da eine Mondlandschaft sein.

Wie S-nina schon sagte: Ein großes Herrenhaus in der Pampa ist toll - aber wertlos. Kein Schwede würde sich so etwas ans Bein binden. Viel zu aufwändig im Unterhalt, viel zu schlecht zu erreichen, im Winter kaum zu beheizen.

Viele Grüße

Samweis

Pierre
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Re: Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

Beitragvon Pierre » 2. Juni 2009 09:16

Mittlerweile habe ich vom einem Haus in Halland ein besiktningsman-protkoll erhalten. Was ich da mit meinem Anfänger schwedisch so lese schreckt mich schon mal ab...

Wir suchen ein Haus in Skåne, Halland oder Blekinge, am liebsten an einem See oder am Meer, mit minstens 3 Schlafzimmern und so um die 1000km2 Grundstück.

Kennt jemand eine Bank die keine 30% Eigenkapital verlangt? bei 2 Millionen Kaufpreis würden wir so um die 25% hinkriegen...

LG Pierre

nysn

Re: Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

Beitragvon nysn » 2. Juni 2009 09:18

Wichtig, um beim Preis nicht über den Tisch gezogen zu werden, ist, dass man versteht, dass das Haus für einen Schweden einen ganz anderen Wert haben kann als für einen Mitteleuropäer.

Dem stimme ich absolut zu!
Und man/frau kann sich manchmal wirklich wundern, welche Prioritäten ein Schwede setzt. :wink: Manchmal genügt schon ein bestimmter Stadtteil, eine bestimmte Insel und schon sind die Preise um ein Vielfaches höher. In Südschweden fällt mir z. B. Torekov ein - der Ort ist zwar pittoresk und für den Urlaub schön - aber es gibt in der Tat viele andere schöne Orte, die ähnlich gut liegen.
Meiner Meinung nach tendieren die Schweden schon dazu, gerade das schön (wertvoll) zu finden, was alle anderen finden. Manch ein deutscher Ferienhausbesitzer mag sich darüber wundern, warum sich ein Schwede in den Ferien lieber in eine Stuga am Meer mit Plumpsklo quetscht als in ein komfortables, gut ausgestattetes, idylisch im Wald gelegenes Häuschen direkt mit See daneben. :roll:

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Re: Frage zur Qualität der Häuser in Schweden

Beitragvon Samweis » 2. Juni 2009 12:08

Hallo,
S-nina hat geschrieben:Manchmal genügt schon ein bestimmter Stadtteil, eine bestimmte Insel und schon sind die Preise um ein Vielfaches höher.
Das erinnert mich wieder ein bisschen an USA. Wie einiges andere auch. Wenn mir beim Einkaufen mit Jogging-Anzug, Turnschuhen, Baseball-Kappe, Discount-Brille und schlechten Zähnen bewehrte Elderlies über die Füße rollen, frage ich mich manchmal wirklich, wieso ich eigentlich umgezogen bin.
Alledings macht es dort ja noch Sinn, das Haus nach der "neighbourhood" auszuwählen. Denn danach richtet sich die Qualität der Schule, der Ärzte, der Freizeit-Einrichtungen sowie die Kriminalitäts-Rate. Die Flodders wohnen eben etwas weiter weg.
Aber hier in Schweden ist das doch alles gleich.

Oder?

Viele Grüße

Samweis


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