Frage Heizungssysteme (takvärme, frånluftsvärmepump,...)

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blue

Re: nochmal ne Frage was versteckt sich dahinter

Beitragvon blue » 27. März 2007 08:39

Danke Peter, für die Erklärung. :lol:
So macht das wirre HEizungsystem wieder Sinn.
Auch wenn unsere zukünftige HEimat wahrscheinlich nicht mit so hohen Minustemperaturen und häufigen Stromausfällen rechnen muß.

Ich habe dieses Thema jetzt erstmal "meinem " Daniel Düsentrieb übergeben. Es scheint sehr auf ein Nachrüsten hinauszulaufen und da muß jetzt mal der Mann ran :wink:

Eure ganzen Tipps und Info´s werden Ihn sehr weiterhelfen.

ein dickes Dankeschön nochmal

Lg
Heike

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Re: nochmal ne Frage was versteckt sich dahinter

Beitragvon Frank » 30. März 2007 13:56

Hallo,

in Schweden sind die Luftwärmepumpen momentan der Renner, weil die vom Staat gefördert werden. Bis minus 15 Grad entziehen sie der Aussenluft die Wärme. Geheizt wird mit zentralen Heizkörpern. Also nur was für Ganzjahresnutzung.

Zu empfehlen sind auch Pelletsheizungen. (Kommen ja auch in D langsam).

Teurer, aber sehr effektiv sind Erdwärmepumpen. Allerdings auch zentral....

Für Feriennutzung ist die Elektroheizung immer noch die pflegeleichteste Alternative. Auch in Schweden kann man die Strompreise verhandeln. Teilweise unter 50 Öre die Kw/h.

Viele Grüße

Frank

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Re: nochmal ne Frage was versteckt sich dahinter

Beitragvon Skogstroll » 30. März 2007 15:41

Sakta i backarna...

Wärmepumpen werden meines Wissens nicht gefördert. Es gibt aber ganz unterschiedliche Typen. Was du beschreibst, sind Luft/Wasser-Wärmepumpen. Populärer sind noch die Luft/Luft-Wärmepumpen, weil die die geringsten Investitionskosten mit sich bringen und sich auch für Häuser mit direktverkande el gut eignen.
Bei der Erdwärme gibt es auch zwei Arten: Bergvärme ist erstmal sehr teuer, weil eine Tiefenbohrung gemacht werden muss. Die Betriebskosten sind dafür niedrig. Etwas weniger effektiv, dafür aber billiger in der Anschaffung ist jordvärme, bei der die Wärmeschlingen nur flach, aber auf einer grossen Fläche verteilt vergraben werden. Das setzt also ein grosses Grundstück voraus.
Dann gibt es noch sjövärme für die, die am Wasser wohnen. Dank der Anomalie des Wassers hat man am Grund des Sees immer ein 4 Grad warmes Wärmereservoir, das eine sehr gute Effektivität der Wärmepumpe ermöglicht.
Strompreise um 50 Öre pro kWh (nicht kW/h !) sind normal, aber sehr irreführend, weil da noch eine ganze Latte Abgaben von der Energiesteuer bis zum elcertifikat dazukommen. Am Ende landet man mit geringen Abweichungen netto immer bei etwa 1 kr pro kWh, in den nördlichen (niedriger besteuerten) Kommunen etwas darunter. Verhandelbar ist der Preis eigentlich nur für industrielle Grossverbraucher und auch da ist der Spielraum gering. Es gibt eine Reihe alternativer Anbieter, aber die Preisunterschiede sind nicht sehr gross, auch das lohnt sich oft nur für Grossverbraucher.

Skogstroll

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Re: Frage Heizungssysteme (takvärme, frånluftsvärmepump,...)

Beitragvon armin@klimadecke.com » 15. Mai 2007 08:24

@ Peter i Klackbua

> Welcher Daniel Düsentrieb hat sich den eigentlich diesen ganzen Unfug in >Schweden ausgedacht.
> Man darf doch eigentlich glauben dass das Land welches am ehesten mit >Kälte zu tun hat, die Porfis schlechthin in Standard und Kenntnis der >Wärmeversorgung sein müßten.

R I C H T I G !

Mit der Decke heizen bedeutet mit Wärmestrahlung heizen. Da Wärmestrahlung (infrarotes Licht) sich wie (sichtbares) Licht ausbreitet gibt es kein oben oder unten.
Wärmestrahlung erwärmt nicht die Luft. Wärmestrahlung erwärmt aber alle Oberflächen die von Ihr, direkt oder indirekt, "angeleuchtet" wird.

Die Beheizung erfolgt damit analog zu einem Raum der mit Wand und Fussbodeneizung (Möbelheizung) ausgestattet wurde. Die Decke stellt lediglich die Energieversogung (sprich den Infrarotstrahler) dar.

Da die Schweden in dieser Technik mit führend sind suche ich in Google immer wieder auch nach "Takvärme". So bin ich auf Ihre Zeilen gestossen.
Wir selbst haben übrigens über 550 Häuser mit dieser Technik ausgestatten. Unsere Systeme werden mit Warmwasser betrieben. Wärmequellen sind dabei häufig Wärmepumpen.

MfG

Armin Bühler

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Re: Frage Heizungssysteme (takvärme, frånluftsvärmepump,...)

Beitragvon Skogstroll » 15. Mai 2007 08:52

Sorry, das System ist trotzdem unsinnig, aus zwei Gründen:
1. Infrarotstrahlung ist abhänging von der Temperatur und der Farbe des strahlenden Körpers, idealerweise ist er schwarz, dann ist der Emissionskoeffizient am höchsten. Wer schwarze Decken mag - ok. Beheizt man die Decke mit Warmwasser, ist die Temperatur natürlich begrenzt, d.h. die ausgesandte Strahlung ist in ihrer Intensität gering und sehr langwellig = energiearm (Energie und Wellenlänge sind bekanntlich umgekehrt proportional zueinander und über das Plancksche Wirkungsquantum verknüpft).
2. Richtig, für Stahlung gibt es kein oben und unten, Effekte der allgemeinen Relativitätstheorie dürfen wir getrost vernachlässigen. Die Strahlung erwärmt Oberflächen, die naturgemäss aber deutlich kälter bleiben als die strahlende Fläche, da a) die Intensität umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstandes ist und b) die Oberflächen wieder reflektieren - ideal wären also auch schwarze Wände und ein schwarzer Fussboden.
An den Oberflächen erwärmt sich die Luft, und die steigt natürlich nach oben. An der wärmsten Fläche (der Decke) erwärmst sich auch die Luft am effektivsten, aber da nützt es nichts. Die Konvektion ist aber dadurch effektiv gestört.

Fazit: Wer sowas will, soll es haben. Ich nicht. Zumindest würde ich einen kräftigen Deckenventilator empfehlen.
Die Methode kann sogar funktionieren, aber die Heizkosten dürften wegen der schlechteren Effektivität erheblich über denen einer Fussbodenheizung liegen.

Skogstroll

armin@klimadecke.com

Re: Frage Heizungssysteme (takvärme, frånluftsvärmepump,...)

Beitragvon armin@klimadecke.com » 12. Juni 2007 23:00

Mein lieber Schwedenfreund,

glaub mir dass keiner meiner Kunden, immerhin über 500 Decken, ein schwarzes Haus bzw. schwarze Zimmer hat.

Natürlich sind Wände, Böden und alle Körper kälter als die Decke. Aber diese Körper sind wiederrum ca. 2-3 °C wärmer als die Luft.
Einzige Ausnahme bildet das Fensterglas. Das erreicht bei 25°C Deckentemperatur, 20 °C Lufttemperatur und einer Aussentemperatur von 0°C eine Oberflächentemperatur von 20 °C.
Der Emissionsfaktor von Ziegel beträgt 0,92. Die meisten Baustoffe bzw. deren Anstriche betragen zwischen 0,85 und 0,95.
Natürlich hast Du recht. Teer, kochend, schwarz hat 1,0
Für die Deckenheizung genügen aber die ~0,90.
Richtig ist auch dass die Strahlungsdichte abnimmt. Da die Häuser die wir bauen aber immer geschlossene Räume darstellen kann dies getrost vernachlässigt werden. Denn wenn die Wände warm sind geben Sie genauso Wärme ab wie alle anderen Flächen. Die energie reflektier im geschlossenen Raum somit so lange bis sie komplett absorbiert wurde.
Wo soll sie sonst auch hin.

Ich denke aber dass dies für ein I-Forum zu technisch wird. Fest steht, wir haben über 500 Häuser gebaut und tun dies auch zukünftig. Ausserdem stellen immer mehr Firmen Decken u.a. nach meinem System her. Auch diese funktionieren wenn deren Technik nicht versagt und die Deckenunterseite sich auf 23°C - 28°C erwärmt. Ausserdem ist eine winddichte Hülle, wie heute nach den allgemein anerkannten Regeln der Baukunst gefordert, Pflicht. Wichtig bei Altbausanierungen.

Sollte dies nun nicht mit der Theorie zusammenpassen gibt es zwei Möglichkeiten:

1.) Überprüfung der Therorie und Anpassung an die Praxis

2.) Anpassung der Praxis an die Theorie. Dazu müsste ich jedem Kunden in jedem Zimmer ein Fenster einschlagen. Nur so kann sichergestellt werden dass die Räume kalt sind.

Ist natürlich nicht ganz ernst gemeint. Ich lade Sie, aber auch alle anderen Leser herzlich zu einem Besuch in einem unseren Kundenhäuser ein. Wer mag kann auch zu mir kommen. Wir können das dann gerne vertiefen.

Schade nur das diese Einladungen nie angenommen werden. Aber trotzdem, ungesehen und ungeprüft unterstellt wird das Deckenheizungen nicht funktionieren.

MfG

Armin Bühler
http://www.klimadecke.com


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