Frage an alle Auswanderer

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Micha,Anett&Shellybel

Re: Frage an alle Auswanderer

Beitragvon Micha,Anett&Shellybel » 28. Juni 2007 19:05

Also einer der zurück will und der Rest der zufrieden ist klingt ja schon sehr gut :) Bier ist wirklich das allerletzte an das ich da denken würde und was mich dabei interessiert. Die Berichte von Skogskrol...oder so und Hanjo fand ich auf jeden Fall sehr gut und passend zu meiner Frage, von der am Anfang ja schnell abgewichen wurde. Hanjo, ich war auf deiner Seite, die ich sehr interessant, wissenswert und hilfreich finde.
Mir, uns geht es im Prinzip darum, irgendwann dieser Hektik & Enge (Haste was, biste was)zu entfliehen und ein behütetes Heim für unsere Shelly zu haben. Außerdem denke ich dabei auch weiter voraus an ein ruhiges altern und so::::(bin zwar erst 31, aber egal)
Hier dreht sich ja doch alles nur noch um die Arbeit, die Angst den Job zu verlieren und für schöne Sachen (Hobbys) und vor allem für Shelly bleibt immer weniger Zeit. Das ist es was wir ändern wollen. Wir sind Künstler und die leben nun mal frei :wink:

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oka-kate
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Re: Frage an alle Auswanderer

Beitragvon oka-kate » 28. Juni 2007 19:20

hej,

au mann! schon mal was von ironie gehört?

natürlich denke ich nicht ans bier wenn ich das land verlassen will!

naja sag wohl besser in keinem thread mehr was

katja
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Gast

Re: Frage an alle Auswanderer

Beitragvon Gast » 28. Juni 2007 19:31

Micha,Anett&Shellybel hat geschrieben:Mir, uns geht es im Prinzip darum, irgendwann dieser Hektik & Enge (Haste was, biste was)zu entfliehen . . .

Und genau diese Hektik und Enge (und einges andere auch) vermissen wir hier in keinster Weise, das Gegenteil ist der Fall. Und alles in allem nehmen wir dafür hier einige Unzulänglichkeiten in Kauf - die wir als solche eigentlich nur so empfinden, weil wir sie nicht gewohnt sind/waren, meine ich.

Wer sich auf einen Umzug weg aus Deutschland einlassen will, der sollte sich darauf einstellen, in seinem Gastgeberland andere Mentalitäten und Gewohnheiten vorzufinden, als er sie bisher gekannt und erlebt hat - und er sollte sie akzeptieren
meint
Hanjo

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Re: Frage an alle Auswanderer

Beitragvon janaquinn » 28. Juni 2007 21:35

Hej, ich stimme Hanjo zu, wir wollten eben dieser Hektik, Hast, dem Stress und soweiter entfliehen, unseren Kindern eine bessere Zukunft bieten, unserem Sohn ein Leben ohne Gestarre. Und daher unser Schritt nach Schweden, natürlich war und ist auch ganz viel Liebe zum Land selber da. Ich vermisse hier nichts, ganz im Gegenteil, ich bin froh und glücklich, den geplanten Deutschland-Trip um 2 Monate verschieben zu können. Wir haben viele Anstrengungen unternommen um dieses Leben hier zu haben, eine Trennung auf Zeit auf uns genommen, etliche Rückschläge und geplatzte Träume in Kauf genommen, aber nichts konnte uns an unserem Schritt hindern. Nun sind wir seit 3 Monaten hier, fühlen uns sauwohl, sind im Alltag angekommen und leben ein ganz normales Leben, aber es ist anders.
Wir leben bewusster, intensiver, haben uns als Familie wieder entdeckt.
Und wenn ich für dieses Leben, was um millionenfach besser ist, habe kann, dann nehme ich die Unanehmlickeiten sehr gerne in Kauf, denn sie kommen nicht überraschend, wir wußten auf was wir uns einlassen. Wir wußten, Schweden ist nicht Deutschland.
Man wird ruhiger, geduldiger, lernt zu warten und die Dinge auf sich zukommen zu lassen.

LG JANA
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Re: Frage an alle Auswanderer

Beitragvon Fischkopf » 29. Juni 2007 07:55

Hallöchen!

Nächsten Monat kann ich diese Frage besser beantworten, dann wohnen wir in Schweden.
Was ich jetzt schon sagen kann ist das wir uns von der Wohnqualität verbessert haben. Wir ziehen auf Land in einem riesigen Haus mit einem ebenso riesigen Garten. Hier können sich die Kinder ordentlich austoben.

Ich erlebe Schweden ebenso wie Hanjo, die Hektik ist nicht vorhanden, Hilfsbereitschaft ist noch da, daß gehört für uns zur Lebensqualität dazu.

Bis dann
Fischkopf

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Re: Frage an alle Auswanderer

Beitragvon Skogstroll » 29. Juni 2007 10:03

Micha,Anett&Shellybel hat geschrieben:Hier dreht sich ja doch alles nur noch um die Arbeit, die Angst den Job zu verlieren und für schöne Sachen (Hobbys) und vor allem für Shelly bleibt immer weniger Zeit. Das ist es was wir ändern wollen. Wir sind Künstler und die leben nun mal frei :wink:


Nicht alles ist in Schweden sooo viel anders. Klar, der Enge kann man ganz gut entfliehen, indem man irgendwo aufs platte Land zieht. In Västerbotten und Norrbotten gibt es Regionen, wo auf dem Quadratkilometer 0,3 Menschen leben. Nach EU-Richtlinien ist das unbesiedeltes Land. Nur erkauft man das natürlich mit der weitgehenden Abwesenheit jeglicher Infrastruktur.
Zieht man in die Stadt, kann man es locker genauso eng haben wie in Deutschland, selbst hier in Lappland.
Mit der Hektik ist es auch so eine Sache. Manches ist wirklich angenehmer, aber braucht man mal einen Handwerker (nicht alles kann oder darf man selbst machen) oder kommunalen Service (wie z.B. das Leeren der Klärgrube), dann kann einen das Fehlen jeder Hektik oder Eile in den Wahnsinn treiben.
Der Job ist hier genauso wichtig wie anderswo. Auch ich muss um meinen Job fürchten, denn die Firma soll verkauft werden, es gibt noch keinen Käufer, und alles ist ziemlich unsicher. Die Anzahl möglicher Jobalternativen ist ziemlich begrenzt. Ich kann nicht ausschliessen, dass ich im schlimmsten Fall hier weg muss, was besonders für meine kleine Tochter wirklich schlimm wäre.

Die Zeiten, in denen man Reichtum schafhaft versteckt hat, sind wohl auch vorbei. "Haste was biste was" ist auch in Schweden salongfähig geworden. Ich habe oft den Eindruck, dass viele Entwicklungen hier denen in Deutschland und dem Rest Europas folgen, meist ein paar Jahre verzögert, manchmal abgeschwächt. So greift auch hier der Privatisierungswahn um sich, schon unter Persson hat es das gegeben, und die Regierung Reinfeldt verscherbelt auch gerade das Tafelsilber und versucht, von unten nach oben umzuverteilen, z.B. mit der Reform der Grundsteuer.

Versteht mich nicht falsch: Das alles schliesst keineswegs aus, dass ihr eure private Nische findet, dass ihr euch sauwohl dabei fühlt und glücklich in Schweden alt werdet. Vielen geht es so, mich selbst eingeschlossen, abgesehen vom Altwerden, das habe ich noch vor mir. Trotzdem empfehle ich kritische Distanz. Schweden ist nicht das Paradies, als das viele Touristen es nach zwei oder drei Wochen im Land oder nach der Lektüre der gesammelten Astrid-Lindgren-Werke oft sehen.

Zur Zeit laufen ja die Auswanderer-Soaps rauf und runter. Eine der besseren wir gerade in den Dritten wiederholt. Ein junger Mann, der (erfolgreich) nach Honkong oder Shanghai ausgewandert war und auch eine Chinesin geheiratet hatte, hat dort einen sehr guten Satz gesagt: "Man muss sich sehr genau überlegen, ob das Ziel wirklich das Ziel ist, oder ob nur das Weglaufen das Ziel ist."

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bjoerkebo

Re: Frage an alle Auswanderer

Beitragvon bjoerkebo » 29. Juni 2007 10:17

Hej!


Wir sind nun im Juli 6Monate hier und auch wir sagen mit dem Wissen von einem halben Jahr,nein zu Deutschland.Das kommt für uns derzeit nicht in Frage.
Wir wohnen auf dem Land und lieben die Weite,man kann laufen und Luft holen.Unsere Tochter fühlt sich hier pudelwohl in der Schule,sie kann hier wieder Kind sein,auch mit 9 Jahren.Ist nicht dem Stress ausgesetzt Die Leistung zu bringen,damit sie jah auf Gymnasium kommt,denn ohne das bist du doch in D.fast nichts mehr wert.
Selbst der Hund geniesst es auf den Wiesen,die frei zugänglich sind herumzutollen.
Und selbst so ein Wetter wie heute,es ist sehr windig mit Sonne und Wolken und nicht grade warm erinnert mich mehr an Urlaub am Meer.

Wir haben hier alles was wir brauchen,eine schöne Wohnung,Zeit um die schöne Umgebung zu genießen u.v.m.
und das ist uns mehr wert als eine dicke Geldbörse zu haben.Denn richtige Lebensqualität wie z.B. Zeit kann man mit Geld nicht bezahlen.....

Alles andere ordnet sich......

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Eeemil
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Re: Frage an alle Auswanderer

Beitragvon Eeemil » 29. Juni 2007 11:17

Ich kann Skogstroll nur zustimmen.
Schweden ist vielen Sachen um Jahre hinterher ausser bei der Anschaffung von neuester Technik (z.B. die neuesten und teuersten Modelle auf dem Mobilfonmarkt oder FlachbilschirmTV). Ob das nun gut oder schlecht ist ist eine andere Frage. Nur der Trend ist unaufhaltsam. Wohnungseinbrüche, Fahrraddiebstahl, Drogenkonsum, Graffiti sind in Nordschweden immer noch am steigen.

Aus eigener Erfahrung und der von mehreren anderen Deutschen weiss ich dass nach 1 bis 2 Jahren die Anfangseuphorie verflogen ist. Danach wirds zäh. Nach spätestens 3 Jahren wollen die meisten Ausländer in Norrland wieder weg. Aus unterschiedlichen Gründen: Wetter, Leute, Einöde, Nahrung, Nightlife, Kultur, usw.
Norrland ist für den Urlaub sehr schön. Nur sieht es überall mehr oder weniger gleich aus. Ich kann hunderte km fahren und überall stehen die gleichen 5 Baumarten im Wald. Die Seen unterscheiden sich auch kaum und die Häuser erst recht nicht.

Die Leute die Nordschweden auf Dauer gut finden kann man in 3 Gruppen packen: Allergiker (denen die trockene, kalte und sauber Luft gut tut), Extrem-Outdoor-Freaks (die auch Spass an Aktivitäten bei minusgraden haben) oder Leute mit "Deutschland ist Scheiss überall ist es besser"-Mentalität.

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Re: Frage an alle Auswanderer

Beitragvon Skogstroll » 29. Juni 2007 11:31

Hm, irgendwie passe ich in keine der drei Gruppen, aber egal.
Aber das mit der Kultur ist ein starker Punkt. Mir fehlt hier auch am meisten die alte, gewachsene Kultur. Die Gegend ist ernsthaft erst durch den Eisenerzbergbau besiedelt worden. Hierher sind also haupsächlich Bergarbeiter und Eisenbahnbauer gekommen, ein - Entschuldigung! - reichlich kulturloses Volk, bis heute. Bleibt die samische Kultur, aber die wird von den Schweden ignoriert bis abgelehnt, und ausserdem waren die Sami Nomaden, der Bestand an schöner, alter Bausubstanz ist also nahe Null. Das wenige, was da war, wurde zugunsten vierkantiger, leicht zu reinigender Wohnblöcke platt gemacht. Trist!

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Micha,Anett & Shelly

Re: Frage an alle Auswanderer

Beitragvon Micha,Anett & Shelly » 29. Juni 2007 14:31

@Katja: Hej, so war das auch von mir nicht gemeint, sondern auch mehr mit nem zwinkernden Auge :wink: Kannst also ruhigen Gewissens weiter posten.
Danke an dieser Stelle erstmal an all die interessanten Beiträge.
Sicher ist auch uns völlig klar, dass Schweden nicht das Schlaraffenland ist. Unser Hauptgedanke gilt dabei mehr unserer kleinen Familie und deren Zusammenhalt. Hatten es eure Kinder denn schwer oder eher nicht so? Shelly ist ja gerade erst eingeschult worden und wird vorerst bis zur 4. in der "Dorfchule" bleiben, Gott sei dank. Aber danach geht es in die Stadt, ob man will oder nicht und was da derzeit an den Schulen abgeht ist halt nicht schön. Da machen wir uns schon Sorgen. Das kann natürlich in Schweden genauso sein, aber wer nicht wagt......
@Skogstroll:Es soll auch keine Flucht sein, wenn wir an ein Leben in Schweden denken.
@alle:Wenn Schweden, dann kommt für uns wahrscheinlich Südschweden in Frage, wegen der Entfernung zu Oma und Opa, an denen Shelly sehr hängt :roll: Sind denn die Immobilienpreise generell O.K., oder eher teuer, günstiger...? Ich meine, kann ich mir so ein Häuschen in Schweden überhaupt kaufen/leisten, ohne wie hier in Deutschland den Rest meines Lebens an finanziellen Krücken zu gehen?
Worauf muss man bei schwedischen Häusern achten? Muss ich da gleich nen ganzen Wald zum Holz hacken mit kaufen :wink: Heizen ist ja dort soviel ich weiß, ein kleines Problemchen :? Das Hacken ist an sich kein Problem, mach ich ja hier auch.
Gibt es eigentlich Gegenden, die besonders empfehlenswert sind?
Freue mich auf euer Response,
Micha

übrigenz hier mal ein Link zur Website meiner Band, wen´s interessiert :wink:
http://www.mueca.com/
http://www.mueca.com/flash/index-flash2.htm

und der Site meiner Frau:
http://www.visage-professional.de


Oh, man, voll die bescheuerten Codes hier unten immer.


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