Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

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Reichhi
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Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon Reichhi » 7. September 2011 15:51

Hallo an alle Schweden-Fans,
nachdem ich zwei Jahre in Schweden studiert habe geht jetzt der Ernst los, da ich seit ein paar Wochen bei einer schwedischen Firma (natürlich in Schweden) arbeite. Endlich gab es jetzt auch die Personennummer, die mir vorher immer verweigert wurde. Klar, ich darf ja jetzt auch Steuern zahlen.

Nachdem ich nun meine Pers.nr. habe, arbeite und Steuern zahle, bin ich auch Krankenversichert (zumindest dachte ich es so)...

Ich hatte die Försäkringskassan angerufen und mich erkundigt was ich denn machen müsse. Die Antwort war ganz einfach: Die Form XZY ausfüllen und einschicken. Auf die Frage ab welchen Datum ich denn dann versichert sei wurde mir geantwortet: Ab dem ersten Arbeitstag. Dann meinte ich noch: Dann kann ich jetzt meine dt. Versicherung kündigen? Es wurde mit: Ja geantwortet.

Also habe ich meine deutsche Krankenversicherung gekündigt, denn zwei Versicherungen brauch ich ja nun wirklich nicht.

Einige Wochen später wollte ich die "EU-Kort" bestellen, da ich für ein paar Tage nach DE gehe. Die Internetform der F-Kassa weigerte sich aber bei der Bestellung. "Bitte an den Kundendienst wenden". Also angerufen. Die Dame hat dann unter meiner Personennummer nachgeschaut und meinte: "Wir haben erst vor 2 Wochen ihre Anmeldung bekommen. Das dauert 3 bis 6 Monate bis Sie registriert sind."


Bitte was?!? Ich muss 6 Monate warten bis ich krankenversichert bin?!? 


Als Antwort wurde mir gesagt: "In Schweden kann ich ohne Probleme zum Arzt gehen, aber wenn ich im Ausland (EU) zum Arzt gehe müsse ich die Kosten selber tragen."

Und dann meinte Sie auch noch: "Ich sehe gerade, dass ihr Arbeitsvertrag kürzer als ein Jahr ist. Das kann sein, dass wir Sie dann sowieso nicht aufnehmen. Aber darüber werden wir sie noch informieren" -> Jetzt spinnen die komplett?!?!?!?
Ich kann in Schweden zum Arzt gehen? Werde aber evtl. gar nicht in die F-Kassa aufgenommen? Außerdem erfahre ich das erst in 3-6 Monaten (also so wie ich die Schweden kenne in 8 Monaten), und wenn ich im Ausland krank werde habe ich versch***en?

Das kann es doch nicht sein?!? Bin ich jetzt gar nicht versichert? Kann die F-Kasse meine Aufnahme verweigern, da mein Arbeitsvertrag „zu kurz“ sei?

Was mache ich, wenn ich mich mal im Ausland aufhalte?

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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon tjejen » 7. September 2011 16:00

Kommt mir äusserst bekannt vor, ging mir nämlich so ähnlich...

Kann mich nicht genau erinnern wie lange es dauerte, hab aber nach zwei/drei Monaten damals da angerufen und gefragt was mit meinem Antrag passiert wäre. Hab dann mit einer Dame telefoniert, die ich davon überzeugen musste, dass ich vorhabe zu bleiben (mein Vertrag war damals auch schon am auslaufen). Hab ihr gross und breit erklärt, dass ich mich schon beim Arbeitsamt gemeldet hätte und natürlich fleissig weiter arbeiten werde... Als Grund für meine Eile gab ich an, dass ich dringend so eine EU-karte bräuchte und mich sicher fühlen möchte. Auch musste ich beteuern, dass ich keine Leistungen anfordern wollte. Was für ein Drama das ganze war...

Und was für ein Gefühl als die Zusage endlich im Briefkasten lag...

Hast du während dem Studium in S mal was gearbeitet? Das wäre nämlich dann auch intressant.

Ansonsten mein Tip, lass dir nochmal die Zähne überprüfen, bevor du dich von der dt. Kasse endgültig verabschiedest.
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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon Reichhi » 7. September 2011 16:05

Während dem Studium habe ich nicht gearbeitet. Und meine dt. Krankenversicherung ist bereits gekündigt, nachdem mir ja im ersten Telefonat versichert wurde, dass ich ab dem ersten Arbeitstag nun in Schweden versichert wäre...

unbekannt

Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon unbekannt » 7. September 2011 17:07

Hallo,

hast du auch wirklich eine im folkbok geführte personnummer und nicht etwa eine samordningsnummer? Mit der bist du nämlich nicht im Volksbuch geführt. Meines Wissens sind alle im Volksbuch aufgeführten Personen auch automatisch krankenversichert. Wir bekamen gleich eine personnummer und bekamen sofort die Unterlagen vom langsting, die uns erklärten, was wir im Krankenheitsfalle zu tun hätten. Außerdem gab es so eine weiße Plastikkarte, die wieder abgeschafft worden ist.

http://www5.lu.se/pa-online/rekrytering ... ersaekring

Bei der personnummer kannst du dein Geburtsdatum direkt ablesen. Bei der samordningsnummer ist ist dein Geburtstag um 60 erhöht. Personnummern gibt es nur, wenn du länger als ein Jahr beabsichtigst zu bleiben. Wenn dein Arbeitsvertrag kürzer als ein Jahr ist, kann nicht davon ausgegangen werden.

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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon janaquinn » 7. September 2011 17:20

versichert ja, aber noch nicht registriert! Ich habe den Spass dieses Jahr erst gehabt, als ich Kindergeld beantragen wollte ( nach 4 Jahren) und dann erfahren habe, dass ich nicht registriert bin, obwohl wir die Anträge mehrfach eingeschickt haben. Habe mehrere Male Mail´s geschickt, die dann nicht mehr politisch nett und korrekt waren, innerhallb von 10 Tagen war ich registriert, hatte die EU-Versicherungskarte und den Kindergeldbescheid in der Hand.

Registriert wurde ich übrigens rückwirkend zum September 2007, also zum 1. Arbeitstag in Schweden.
Manchmal reicht nett sein auch in Schweden nicht aus

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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon Reichhi » 7. September 2011 17:22

Also ich habe schon eine richtige Personennummer. Bestehend aus Geburtsdatum. Im Schreiben vom Skatteverket steht auch, dass ich im Folkbokföring register aufgenommen bin. Ich bin auch schon "gläsern" und meine pers. Daten lassen sich schon über http://www.upplysning.se/ auslesen ...

Vermutlich hat das Skatteverket einfach kapiert, dass ich in Schweden bleiben will - auch bei nur befristeter Einstellung. Immerhin bin ich hier schon seit 2 Jahren.

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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon tjejen » 7. September 2011 17:41

Bei mir war damals das Problem dass ich Student war. Ist bei dir wohl ähnlich Reichi?

Eine Personnummer hab ich damals problemlos bekommen als ich nachweisen konnte dass ich länger im Lande war, aber die Försäkringskassan ist wohl nicht der Meinung das man ein ordentlicher Bürger ist. Im Schweden zum Arzt gehen ging also, alle übrigen Leistungen nicht. (Hab ich übrigens schon mehrmals hier im Forum erwähnt und wurde jedesmal für "dumm" erklärt. Schön, dass mal ein anderer das gleiche Problem schildert, sorry Reichi ;) )

Kommt doch auch immer wieder in den Medien, dass Studenten die kein CSN beantragen nicht ordentlich versichert sind... Gerade weil sie ohne CSN als nicht vollwertig versicherungsbedürftig gelten.
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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon Mark » 8. September 2011 00:31

tjejen hat geschrieben:Eine Personnummer hab ich damals problemlos bekommen als ich nachweisen konnte dass ich länger im Lande war, aber die Försäkringskassan ist wohl nicht der Meinung das man ein ordentlicher Bürger ist.


Das Spiel kenne ich gut, die wollten irgendwann mal nach Jahren mehr Details von mir wissen als jeder andere. Ich hab denen dann unnützen Papierkram gesammelt, hauptsache mein Name und Schweden stand drauf und eingeschickt. Ich vermute die interessanten Daten, wie lange man in Schweden ist und wie viel man an den schwedischen Staat gezahlt hat, können die via Personnummer herausfinden.... wirklich verstanden hab ich es nicht.

/M

unbekannt

Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon unbekannt » 8. September 2011 10:09

Hallo Mark,

das Spiel mit dem Papierkram habe ich dieser Tage auch durchmachen dürfen, allerdings mit dem Migrationsverket. Bei der Försänkringskassa kann ich mir das nur so erklären, dass jemand, der folkbokförd ist, in der Regel auch krankenversichert ist, ohne auch nur eine Öre zu verdienen. Jedenfalls bin ich bis jetzt immer davon ausgegangen. Wenn nicht, war ich tatsächlich eine Zeit lang in Schweden ohne Krankenversicherung.

Unter http://sv.wikipedia.org/wiki/Folkbokf%C3%B6ring heißt es: "Grundregeln för folkbokföringen är att en person anses vara folkbokförd på den fastighet där hon eller han regelmässigt tillbringar sin dygnsvila. Om en person är bosatt på fler än en fastighet, folkbokförs personen i regel på den fastighet där hon eller han sammanlever med sin familj. För fullständiga villkor se Folkbokföringslagen (1991:481) 7§[4]"

Wer folkbokförd ist, muss also seinen Lebensmittelpunkt in Schweden haben. Das kann man aber vortäuschen. Lass mal meiner Fantasie freien Lauf. Stell dir das paradisische Leben auf einer Südsee-Insel vor. Eine Internetverbindung in deiner Palmenhütte hast du und dir reichen 100 Euro/Monat für ein bisschen Programmierarbeit aus. Eine teure Auslandskrankenversicherung kannst du dir nicht leisten. Nach Jahren des Paradieslebens fällt dir eines Tages eine Kokosnuss auf den Kopf und du musst ins Krankenhaus und willst dich nach westlichen Standard behandeln lassen. Dann fällt dir ein, dass du dich in Schweden nie abgemeldet hattest.

Hier unter http://www.swea.org/samhallsinformation___4057.aspx steht etwas, was mich sehr überrascht hatte. Ich wusste nicht, dass man sich extra bei der F-Kassa anmelden muss.:

"Folkbokföring
När du kommer hem kontakta utan dröjsmål lokala skattemyndigheten och skriv in dig i landet omedelbart om du varit utskriven. Detta ska göras även om Du är kvarskriven så att adressändringen blir införd. Anmälan vidarebefordras automatiskt till alla myndigheter, utom försäkringskassan. Till försäkringskassan görs alltid en separat anmälan vilken måste göras personligen."

Wir mussten uns damals nicht separat bei der F-Kassa anmelden. Wir sind damals einfach beim skatteverk hereinspaziert und haben etwa folgendes gesagt: "Hallo da sind wir. Wir sind Einwanderer aus Deutschland. Wir haben hier ein Haus gekauft (Grundbucheintrag lag übrigens noch nicht vor). Hier ist unsere schwedische Adresse. Wir bleiben hier für immer. Arbeit haben wir noch nicht." Dann haben wir unsere Pässe, unsere Geburtsurkunden und unsere Heiratsurkunde vorgelegt." Ein paar Wochen später wurden unsere Personnummern an die schwedische Adresse zugeschickt. Ich weiß noch, dass sie die Personnummern nicht an unsere alte deutsche Adresse zuschicken durften, was wir wollten, da wir noch unseren Umzug organisieren mussten. Die Personnummern kamen glaube ich per Einschreiben an unsere neue Adresse. Jedenfalls bekamen wir automatisch einen dicken Brief vom Landsting mit vielen Unterlagen, dass wir jetzt krankenversichert seien und was wir im Krankheitsfall zu tun hätten. Zudem bekamen wir noch die Wahlunterlagen für die Kommunal- und Landstingwahl. Ich kann es heute immer noch nicht glauben, dass es so einfach war. Wir dachten damals, in Schweden ist einfach alles traumhaft.

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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon Mark » 8. September 2011 10:38

Volker hat geschrieben:Ich kann es heute immer noch nicht glauben, dass es so einfach war. Wir dachten damals, in Schweden ist einfach alles traumhaft.


Genau Volker, das war auch meine Erfahrung und stimmte in den ersten Jahren (Personnummer, Uppenhalstillstånd, Finanzen, Vårdcentral, Wahlen usw klappte fließend und mit netter Unterstützung aller Mitarbeiter). Ich war zum Beispiel automatisch krankenversichert die ersten Jahre, dachte ich, irgendwann sagte mein Zahnarzt bei einem Kontrollbesuch nach Jahren plötzlich dass da was rot wäre im System... und dann kam der Papierkram wie oben beschrieben. Bei allen anderen Dingen in Schweden hat sich ein persönlicher Besuch gelohnt, nur Försäkringskassan und ab und zu ein anderer Wahnsinniger ticken anders. :) Vielleicht waren sie bei F-Kassan auch sauer dass ich sie ignoriert habe, dass man sich getrennt anmelden muss war mir nicht bewusst und nach eigener Auskunft sind "Berechtigte" die ersten Jahre erstmal "godkänt".

/M


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