Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

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unbekannt

Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon unbekannt » 9. September 2011 07:47

Hallo zusammen,

das Thema lässt mir keine Ruhe. Ich habe hier unter http://www.skatteverket.se/privat/folkb ... 18617.html etwas gelesen, was mir einen Schlag versetzt hat. Ich habe mir erlaubt im Zitat einige Stellen fett zu markieren:

"Uppehållsrätt

Om du är EES-medborgare kan du ha uppehållsrätt i Sverige. Den som har uppehållsrätt får bo här utan uppehållstillstånd. Avsikten är att underlätta den fria rörligheten inom EU. Du har uppehållsrätt och kan bli folkbokförd om du förutom att vara EES-medborgare uppfyller något av följande villkor:

du arbetar, tillhandahåller tjänster eller har eget företag i Sverige
du är inskriven som studerande vid en erkänd utbildningsanstalt i Sverige och har en heltäckande sjukförsäkring
du har tillräckliga tillgångar för att försörja dig och din familj samt en heltäckande sjukförsäkring som gäller för bosättning i Sverige för dig och dina familjemedlemmar.

En EES-medborgare som är arbetssökande kan ha uppehållsrätt i Sverige men kan däremot inte bli folkbokförd i Sverige på den grunden. Det beror på att en EES-medborgare som är arbetssökande endast har en absolut rätt att vistas i Sverige under sex månader.

Även familjemedlemmar till en EES-medborgare som har uppehållsrätt kan själva ha uppehållsrätt och behöver i sådana fall inte ha uppehållstillstånd."

Das war früher nicht so. Wir kamen ohne Arbeit an, waren gleich folkbokförd und bekamen unaufgefordert einen Willkommensbrief der Försäkringskassa einschließlich einer Plastikkarte. Heute wird man als eingewanderter Arbeitssuchender aus der EU also noch nicht einmal folkbokförd. Was soll man auch bei einer bürgerlichen Koalition mit den Schwedendemokraten als Zünglein an der Waage erwarten? Ich weiß aus der Erfahrung meiner Frau wie schwer es ist für bestimmte Berufe sich aus dem Ausland in Schweden zu bewerben. Viele bekommen nur eine Chance, wenn sie nach Schweden ziehen und bei der Bewerbung eine personnummer vorweisen können. Das Fehlen der Krankenversicherung stellt eine zusätzliche finanzielle Belastung dar.

Und dass man nirgends eine verbindliche Aussage darüber erhält oder findet, ob man als jemand im Volksbuch Geführter auch wirklich im Krankheitsfall die Behandlungskosten ersetzt bekommt, finde ich absolut unzumutbar. Jedenfalls habe ich keine verbindliche Aussage gefunden. Ich wäre dankbar, wenn jemand diese Stelle finden würde.

Der Begriff "Registrierung" ist auch eine merkwürdige schwedische Konstruktion. Wer nicht registriert ist, steht nicht automatisch ohne Krankenversicherung da und kann rückwirkend versichert werden oder es wird bestätigt, dass die Person rückwirkend versichert war. Ich nenne das Behördenwillkür und Rechtsunsicherheit. Da jeder weiß, was jeder unversicherte Tag auf der Intensivstation kosten kann, kann ich nur noch den Kopf schütteln.

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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon janaquinn » 9. September 2011 07:57

Der "Witz" an der ganzen Geschichte ist, dass man, trotz fehlender Registrierung, fast die gesamte Bandbreite an Unterstützung bekommt ( allerdings kein Barnbidrag). In unserem Fall Vårdbidrag und jeden Monat zahlte die F-Kassan fleissig unser Gehalt als Persönliche Assistenten...sorry, aber da sollte man doch davon ausgehen, dass man auch registriert ist, oder?? Weiterhin haben wir erst auf Nachfrage beim Kundenservice der F-Kassan erfahren, dass wir nicht angemeldet sind dort...häääähh...Ich bin mehr als nur im Dreieck gesprungen, habe nochmals alle Unterlagen zusammen gepackt und habe es direkt im Kundencenter in Södertälje abgegeben, nebenher riefen wir beinahe täglich beim Kundenservice an ( seinen zuständigen Handlägare ans Telefon zu bekommen gleicht einem Sechser im Lotto) und schrieben wenig politisch korrekte Mails an die Hauptcentrale der F-Kassan. Und wie geschrieben, innerhalb von 10 Tagen waren die Kids und ich registriert, hatten die EU-Versicherungskarten und den Bescheid über den Barnbidrag in der Hand, welcher dann auch anteilig rückwirkend gezahlt wurde. Aber es ist einfach ein Witz, wenn man bedenkt, dass ich mit meinem Sohn mind. 1x im Monat in der Kinderneurologie im Karolinska oder anderen Ärzten aufschlage, aber eigentlich nie registriert war.

Die F-Kassan ist nicht gerade mein schwedisches Highlight und ich bin froh, wenn ich so wenig wie möglich mit denen zutun habe.
Grüsse JANA
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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon Mark » 9. September 2011 16:29

Heute mit noch jemanden darüber gesprochen. Die F-Kassan scheint im Vergleich deutlich von allen anderen Behörden in Schweden herauszustechen.... 1) bei der Anmeldung braten sie eine Extrawurscht bis zu dem Ausmaß wo sie sich absichtlich verstecken und 2) sind manchmal extrem unfreundlich/vorwurfsvoll im Kontakt zu EU-Bürgern. Vielleicht sollte man Einwanderern empfehlen sich häufiger an deren Ombudsmann zu wenden oder den Integrationsrådet der Stadt in der man wohnt.

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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon delobo2 » 11. September 2011 07:30

Hallo,

ja das gleiche Problem haben wir jetzt nach 2 1/2 Jahren auch! Schlagen uns gerade mit der Försäkringskassan herum. Dachten auch das wir automatisch versichert sind!
Allerdings verhält es sich bei uns ein wenig anders, da wir Egen Företag angemeldet hatten.
Keine Ahnung wie es bei uns weitergehen wird und ob wir nicht wieder alles verkaufen müssen und ausreisen müssen?

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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon unbekannt » 13. September 2011 14:37

Hallo,

ich bin auch selbständig und ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr nicht versichert seid. Eine Registrierung habe ich nie bekommen. Trotzdem bekomme ich Leistungen von der F-kassa. An Eurer Stelle würde ich mich mal mit einem Nyföretagarcentrum http://www.nyforetagarcentrum.com/ in Verbindung setzen. Oft zieht das Stichwort Ausländerdiskriminierung. Laut http://www.forsakringskassan.se/privatp ... foretagare seit ihr auf jeden Fall versichert. Oder habt ihr eine AB? Dann seid ihr angestellt und auch versichert.

Ab 1. November wird Dan Eliasson, der Chef des Migrationsverkets, http://www.migrationsverket.se/info/4573.html Chef der Försäkringskassa. Er gilt als einwandererfreundlich. Ich hoffe es kommt dann auch frischer Wind in die Försäkringskassa rein. Dan Eliasson hat beim Migrationsverket die Bearbeitungszeiten im Migrationsverket durch eine Umstrukturierung wesentlich verkürzt.

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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon Rwitha » 13. September 2011 21:07

Volker hat geschrieben:Ab 1. November wird Dan Eliasson, der Chef des Migrationsverkets, Chef der Försäkringskassa. Er gilt als einwandererfreundlich. Ich hoffe es kommt dann auch frischer Wind in die Försäkringskassa rein. Dan Eliasson hat beim Migrationsverket die Bearbeitungszeiten im Migrationsverket durch eine Umstrukturierung wesentlich verkürzt.


Naja, ich glaube nicht, dass sich da was ändern wird. Du siehst ja an den Antworten hier, wie unterschiedlich die Entscheidungen ausfallen und bei diesem riesigen Verwaltungsapparat wird es ewig dauern, wenn es überhaupt machbar ist.
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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon cocolino » 14. September 2011 11:47

Rwitha hat geschrieben:Die Erfahrung haben wir leider nicht gemacht.
Dann musste mein Mann im November mit Zahnschmerzen zum Arzt und dort sagte man ihm, dass er nicht krankenversichert sei.


Naja, der Zahnarzt zählt zu der Grundversicherung auch nicht dazu....

Reichhi hat geschrieben:Also soo ganz korrekt ist das so nicht.
1) Automatisch registriert wegen Pers.nr.: Liest man oft, scheint aber nicht so zu sein
2) EU-Karte gibt es nicht? Da lach ich ja. Klar gibt es die und die muss es nach EU-Recht auch geben! Den entsprechenden Link hat Volker ja schon gegeben.
3) Eine Auslandskrankenversicherung in D abgeschlossen? Du meinst FUER D? Weil sonst wärst du ja in D nicht versichert. Wobei das sowieso total unnötig ist, da du EU-Weit durch die F-Kassan fuer kurzzeitige Auslandsaufenthalte versichert sein musst! (Anders ist es, wenn du deinen 1. Wohnsitz noch in D hast ... aber das ist wieder ein anderes Thema).


Kenne mehrere "Fälle" wie mich, sprich Stipendium, PN, keine normalen Arbeitsverträge: Zum Arzt gehen geht, ABER: kein Zahnarzt, kein Kindergeld, keine Leistung im Ausland...
Deshalb habe ich in Deutschalnd (Hanse Merkur) eine Auslandskrankenversicherung für 2 Jahre abgeschlossen, die in der EU (außerhalbs D), also besonders auch in Schweden gilt. Zum einen deckte sie die Zeit zwischen Umzug und Zuteilung der PN ab (lass mal was auf der Anreise oder so etwas passieren), zum zweiten schließt sie zahnärztliche Behandlungen mit ein (kann also hier zum Zahnarzt und das wird von der deutschen KV bezahlt) und zum dritten bin ich bei Besuchen in D ebenfalls versichert, weil mein Vertrag für mehr als ein Jahr läuft.



Noch eine Frage etwas weg vom Thema: wie sieht es in Schweden mit einer normalen Auslandskrankenversicherung für kurze Reisen aus? z.B Urlaub in den USA oder so. In D war ich da über den ADAC versichert, welche Anbieter gibt es denn da in Schweden?

unbekannt

Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon unbekannt » 14. September 2011 15:51

Hallo zusammen,

nun bin ich doch neugierig geworden und habe auf http://www.forsakringskassan.se/privatpers/utomlands durch Eingabe meiner Personnummer diese EU-Kort bestellt. Sie soll eine Gültigkeitsdauer von 3 Jahren besitzen und innerhalb von 10 Tagen im Briefkasten liegen.

Auf dieser Seite gibt es ein Merkblatt http://www.forsakringskassan.se/irj/go/ ... verige.pdf das folgendes besagt:

"Anmäl dig till Försäkringskassan
Om du kommer till Sverige och bor, utan att bli
folkbokförd, måste du enligt lag anmäla dig till
Försäkringskassan. Har du anmält dig och blivit
registrerad använder Försäkringskassan det för
att bedöma om du har rätt till en förmån om
eller när du ansöker om detta."


Im Umkehrschluss heißt doch das, dass eine Person, die folkbokörd ist, sich nicht anmelden braucht, um versichert zu sein. Und wenn ich keine Personnummer habe und trotzdem registriert werde, entscheidet die Försäkringskassan, welche Leistungen ich bekomme, falls ich solche anfordere. Es ist dann also alles offen und unter Vorbehalt. Das ist also eine Versicherung, die wortwörtlich nichts zusichert und damit keine Versicherung, auf die sich jemand ohne Personnummer verlassen kann. Schließlich habe ich noch ein Registrierungsformular gefunden, in der die Personnummer eingetragen werden kann. Völlig verwirrend und widersprüchlich.

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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon Älven » 14. September 2011 18:21

Hejsan

Als ich im letzten Jahr meine schwer kranke Mutter zu uns nach Schweden geholt habe (mittlerweile auch verstorben), hat mich die försäkringskassan überhaupt nicht interessiert. Bin zum skatteverket, da ich für Sie so schnell wie möglich eine Personennummer brauchte, für die ärtzliche Betreuung. Auf die ich dann aber trotz allen Bemühungen noch über eine Woche warten musste, was ja in meinem Fall nun wirklich nicht lange war, aber für Mutti zu lang. Sie musste sofort zum Artzt und die Vårdcentralen hat die Annahme verweigert, da keine Personennummer, kein Arzt. Da ich selber Schwester bin, hatte ich es etwas leichter Mutter und mich trotzdem (mit viel Gebrüll) bis zu einem Arzt durch zu boxen. Diesem netten Doktor habe ich dann die Sachlage erklärt, das in spätestens einer Woche die Personennummer vorliegt. Ihm reichte ein Blick in Mutters Krankenakte aus DE und sofort rief er das Krankenhaus an, wo Sie dann auch direkt weiterbehandelt wurde.
Nachdem Sie die PN hatte, war sowieso alles easy, Krankenhausaufenthalte, unterstützung vom Heimdienst, zum Ende hin 14 Tage zu Hause, 14 Tage in betreutes Wohnen, ärztliche Betreuung zu Hause, sämtliche Hilfsmittel wie: Rullator, Duschstuhl u.s.w.
Alles lief wundrbar.
Försäkringskassan??? Ich glaub nicht mal das Mutter dort regristriert war :)
Wir sind auf jeden Fall regristriert und haben auch die EU-Karte, aber bei meiner Villaförsäkring habe ich automatisch noch eine extra Reisekrankenversicherung die für 45 Tage im Jahr gilt, egal wo man Urlaub mcht.

Liebe Grüsse
Älven
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Re: Försäkringskassan - Der schwedische Wahnsinn?

Beitragvon Rwitha » 14. September 2011 20:45

cocolino hat geschrieben:
Naja, der Zahnarzt zählt zu der Grundversicherung auch nicht dazu....


Das mag ja sein, aber letztlich haben sie ja doch einen Teil der Kosten übernommen. Aber ich wollte damit ja nur sagen, dass wir erst durch den Zahnarztbesuch erfahren haben, dass wir nicht versichert waren/sind.

Älven hat geschrieben:... aber bei meiner Villaförsäkring habe ich automatisch noch eine extra Reisekrankenversicherung die für 45 Tage im Jahr gilt, egal wo man Urlaub mcht.


Hej Älven, das mit deiner Ma tut mir sehr leid.
Wir haben auch so eine Reisekrankenversicherung über die Hausversicherung. Ich weiß jetzt aber nicht, ob die nur für Europa oder auch weltweit gilt.
Darüber, wer die Welt erschaffen hat, läßt sich streiten. Sicher ist nur, wer sie vernichten wird. (George Adamson)


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