Finanzielle Anlage mit Auswanderung in Einklang bringen

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danielsson
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Finanzielle Anlage mit Auswanderung in Einklang bringen

Beitragvon danielsson » 28. April 2009 14:47

Hello Schwedenfreunde,

Ich habe eine frage bzgl meiner finanziellen Planung und würde da gerne mal euren Rat einholen. Auf lange Sicht planen meine Freundin und ich von Deutschland nach Schweden zurück zu ziehen. Und dort auch gerne ein Haus kaufen, Volvo kaufen… ihr kennt das Spiel.. Volvo, Villa, Vuffe

Nun ist es so, dass ich alle meine Anlagen in Deutschland liegen habe und gerade überlege wie ich diese umorganisiere. Auch meine Altersvorsorge will geplant werden. Riester und Rüttgers sind ja ganz nett, bringen mir aber nichts wenn ich nach Schweden gehe. Auch meine in Deutschland liegenden Anlagen bringen mir wenig, wenn ich in Schweden eine Sicherheit für ein Haus oder ähnliches brauche.
Daher meine Fragen:
Wie lege ich am besten an, damit ich hier flexibel bin?
Welche Anlageoptionen sollte ich wählen um unbesorgt umziehen zu können?
Bzw.: gibt es auch die Möglichkeit große Investitionen über eine deutsche Bank zu tätigen und welche Vor-/nachteile entstehen mir dadurch?

Danke und Gruss

nysn

Re: Finanzielle Anlage mit Auswanderung in Einklang bringen

Beitragvon nysn » 28. April 2009 15:00

Als wir unser Haus in Schweden kauften, befand sich unser gesamtes Vermögen auch noch in Deutschland (sicher auf der Bank - angelegt in solider, deutscher D-Mark).
Für den Kauf des Hauses habe ich dann einfach Geld überwiesen - erst die Anzahlung (10 % handpenning) und später dann den Rest der Kaufsumme - war kein Problem - weder für die deutsche noch für die schwedische Bank.

Verstehe eigentlich nicht, warum du schon alles im Voraus nach Schweden transferieren möchtest? In Deutschland hast du momentan durch den Euro eine viel stabilerere Währung (die Krone schwankt fast täglich zwischen 10,5 und 11 SEK/1 Euro hin und her) und die diversen Anlageformen bei den Banken sind in D wesentlich besser (dabei denke ich z. b. an Tages-/Festgeldkonten mit vernünftigen Zinssätzen).
Außerdem musst du in Schweden schon ab der allerersten Krone - 30 % Kapitalsteuer an Skatteverket abführen ...

S-nina

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danielsson
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Re: Finanzielle Anlage mit Auswanderung in Einklang bringen

Beitragvon danielsson » 28. April 2009 15:05

na das sind doch schonmal gute Infos, Danke. Nun, in der Regel ist es doch so, dass man ein Haus auf einen Kredit kauft. Den Kredit bekommt man von der Bank und die Höhe fällt je nach Bonität aus. Wenn mein Geld im Ausland liegt, kennt die schwedische Bank ja die Sicherheiten nicht....

BettinaZ
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Re: Finanzielle Anlage mit Auswanderung in Einklang bringen

Beitragvon BettinaZ » 28. April 2009 15:13

Ich schliesse mich in allem S-nina an. (Geld in D lassen, nur transferieren was du dann zum Kauf brauchst). Hätte ich besser auch mal gemacht, nun liegen meine übrigen EURO, die ich zum Kurs von 9,5 eingeführt habe auf einem "framtidskonto" mit mageren Zinsen. Nicht zu reden von dem Kursverlust, hierzu empfehle ich noch, den Faden zur "Schwedenkrone" zu lesen.

Das mit dem Kredit ist mir nicht ganz klar und ich vermute, du willst die Geldanlage als Sicherheit für den Hauskauf angeben aber nicht auflösen? Wir haben das so gemacht: aufgelöst was ich (wir) wir hatten, und über den Differenzbetrag in Schweden den Kredit gemacht. Eine Anlage, die rentabler war als die Kreditzinsen (gibts das?) hatten wir jedenfalls nicht. Sicherheit für den schwedischen Kredit war ja dann das zu kaufende Haus.

Zur "Riesterrente" gibt es drei Möglichkeiten: kündigen, sich das Geld auszahlen lassen und alle Steuerzuschüsse zurückzahlen (blöd), weiter einbezahlen (das wollte mir meine Versicherung ernsthaft einreden) ohne irgendwelche Steuervorteile zu haben, doch da gibt es wahrhaft bessere und flexiblere Anlagemöglichkeiten oder "einfrieren", d.h. nichts mehr einbezahlen und dann im Alter wie geplant (aber eben mit weniger Einlagen) nutzen. Das hab ich so gemacht und hoffe, dass ich das mit 65 auch noch weiss :lol:

Gruss Bettina

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Re: Finanzielle Anlage mit Auswanderung in Einklang bringen

Beitragvon danielsson » 28. April 2009 15:46

Hallo Bettina,

vielen Dank für deine Tips.

BettinaZ hat geschrieben:Das mit dem Kredit ist mir nicht ganz klar und ich vermute, du willst die Geldanlage als Sicherheit für den Hauskauf angeben aber nicht auflösen? Wir haben das so gemacht: aufgelöst was ich (wir) wir hatten, und über den Differenzbetrag in Schweden den Kredit gemacht. Eine Anlage, die rentabler war als die Kreditzinsen (gibts das?) hatten wir jedenfalls nicht. Sicherheit für den schwedischen Kredit war ja dann das zu kaufende Haus.


Ja richtig, meine Überlegung war meine Rücklagen anzugeben um überhaubt meine Kreditwürdigkeit zu gewährleisten. Aber wenn ich das hier richtig verstehe ist das überflüssig. Mir ist der genaue Prozess noch nicht klar.

BettinaZ hat geschrieben:Zur "Riesterrente" gibt es drei Möglichkeiten: kündigen, sich das Geld auszahlen lassen und alle Steuerzuschüsse zurückzahlen (blöd), weiter einbezahlen (das wollte mir meine Versicherung ernsthaft einreden) ohne irgendwelche Steuervorteile zu haben, doch da gibt es wahrhaft bessere und flexiblere Anlagemöglichkeiten oder "einfrieren", d.h. nichts mehr einbezahlen und dann im Alter wie geplant (aber eben mit weniger Einlagen) nutzen. Das hab ich so gemacht und hoffe, dass ich das mit 65 auch noch weiss :lol:


Ich habe noch nicht in Riester angelegt und hatte diesbezüglich schon ein erstes Gespräch mit meiner Bank. Die wollten mir auch erstmal erzählen ich solle Riester abschließen und dann schauen, was aber der totale Schwachsinn ist da es keine Zuschüsse mehr gibt. Hatte ich das also richtig verstanden.

Nächste Woche habe ich ein Gespräch mit meinen Bankleuten und werde die mal zu der Situation befragen. Danke schonmal für eure Erfahrungen.

gruss
danielsson

nysn

Re: Finanzielle Anlage mit Auswanderung in Einklang bringen

Beitragvon nysn » 28. April 2009 19:41

Ja richtig, meine Überlegung war meine Rücklagen anzugeben um überhaubt meine Kreditwürdigkeit zu gewährleisten. Aber wenn ich das hier richtig verstehe ist das überflüssig. Mir ist der genaue Prozess noch nicht klar.

Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du für immer nach Schweden ziehen möchtest und es sich bei dem Haus nicht um ein Ferienhaus handeln soll.

In diesem Fall würde deine Kreditwürdigkeit in Schweden vor allem von 3 Dingen abhängen:

1. Kaufpreis des Hauses

2. Die Höhe der Summe, die du in der Lage bist/willig bist, als Eigenleistung für den Hauskauf einzubringen (dein Eigenkapital).

3. Die Höhe deiner monatlichen Einkünfte - in der Regel ein festes Gehalt, eine Rente oder ähnliches. Natürlich können deine Einkünfte auch aus Zinsen für deine "Rücklagen" in Deutschland bestehen, wenn die ausreichend hoch sind, dass sie ca. einem Monatsgehalt entsprechen.

Damit die schwedische Bank deine "Rücklagen" als Sicherheit anerkennt, musst du aus Deutschland die entsprechenden Bescheinigungen deiner Bank (Kontoauszüge usw.) vorlegen können. Somit würde ich sagen, dürften deine Rücklagen dann auch dem schwedischen Finanzamt bekannt werden und du musst deine Kapitaleinkünfte aus dem Ausland auch in Schweden versteuern (bei festem Wohnsitz in Schweden - 30 % Steuern).

Findet die Bank, dass du ausreichend Bonität aufweist, dann gewährt sie dir einen Kredit. Zurzeit scheinen die Banken etwas restriktiver zu sein - in der Regel geht man davon aus, dass 15 bis 20 % Eigenkapital ausreichend sind, wenn der/die Kreditnehmer über feste Monatsgehälter verfügen, d. h. 80 % sind Hypothek und die Bank hat als Sicherheit dein Haus.

In gewissen Fällen - und das ist in der Vergangenheit sogar recht häufig vorgekommen - war eine fast Vollfinanzierung möglich (d. h. 95 bis 100 % Kredit). Damit würde ich aber wg. der momentanen Wirtschaftslage nicht rechnen. Gehe mal von 30 % oder mehr Eigenkapital aus, dann bist du auf der sicheren Seite.

Was Riester und andere Renten aus Deutschland angeht, kenne ich mich nun nicht aus. Solltest du schon in nächster Zeit (einigen wenigen Jahren) beabsichtigen, nach Schweden umzuziehen, würde ich sagen, dass sich diese Zusatzrente für dich nicht mehr lohnt.

S-nina


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