Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

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svenska-nyheter
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Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitragvon svenska-nyheter » 2. Februar 2012 11:29

Gleichstellungsministerin Nyamko Sabuni hat sich kritisch zu dem Vorschlag der Christdemokraten zu Veränderungen in der Familienpolitik geäußert. Gegenüber der Tageszeitung Svenska Dagbladet sagte Sabuni, mit einer immer älter werdenden Bevölkerung sei es nicht haltbar, wenn Eltern sich mehrere Jahre zuhause um ihre Kinder kümmerten. Die Betreuung durch Eltern könne die durch einen ausgebildeten Pädagogen nicht ersetzen, zumal Kinder in den ersten Jahren am lernfähigsten seien. Zudem sagte Sabuni, oft seien es die Frauen, die mit ihren Kindern zuhause blieben und dann mit einer geringeren Rente rechnen müssten. Der Vorschlag der Christdemokraten beinhaltet Steuererleichterungen für Elternteile, die ihre Kinder zuhause betreuen und die Möglichkeit, Gelder für die Betreuung zu erhalten.

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(Diese Schweden-Nachricht stammt von SR International. Nachdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Radio Schweden.)

Pink_Panther
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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitragvon Pink_Panther » 2. Februar 2012 18:44

svenska-nyheter hat geschrieben:Die Betreuung durch Eltern könne die durch einen ausgebildeten Pädagogen nicht ersetzen, zumal Kinder in den ersten Jahren am lernfähigsten seien.
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Ich ändere meinen Beitrag.

Reagiert ausser mir noch jemand hierbei?

/Paul

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Imrhien
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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitragvon Imrhien » 2. Februar 2012 20:31

Doch schon. Ich zumindest. Aber in welcher Weise möchtest Du es denn?

Früher war ich gegen diese Stigmatisierung der Mütter in Deutschland, die ihre Kinder schon früh in den Kindergarten gaben. Aber heute muss ich sagen, dass es mir hier im fortschrittlichen Schweden damit auch wieder zu schnell geht. Und hier wird man umgekehrt schief angeschaut, wenn man sein Kind gerne daheim haben möchte. Wobei, es ist ja finanziell wirklich auch ein Nachteil. Wir haben uns beim 3. auch dafür entschieden, dass er früh im dagis anfängt, aber nur wenige Stunden. Das ist unser Kompromiss. Ganz daheim konnte ich mir nicht mehr vorstellen und wäre finanziell auch schlechter. So teilen wir die Elterntage gut auf und die Kinder sind nur am Vormittag weg, der Kleinste eben auch am Kürzesten. Und damit sind wir schon Ausnahmen. Zwar warten immer mehr Eltern etwas länger mit dem Einstieg ins dagis aber dafür geht es dann ab dem inskolning gleich vollzeit. Zumindest ist das hier mein Gefühl. Da wartet man bis das Kind eineinhalb ist, weil mit einem Jahr ja noch soo klein, aber dann gleich den ganzen Tag. Wir halten da den Kompromiss aber einem Jahr für ein paar Stunden am Tag deutlich angenehmer für uns und das Kind.

Bin gespannt wie sich diese Diskussion in der Politik noch entwickelt. Aber solange sie nichts daran ändern, dass das elternteil, das daheim bleibt, bei der Rente verliert, wird es nur schwer sein für die Schweden, da wirklich so zu entscheiden, wie sie es vielleihct möchten.

Grüsse
Wiebke

Dumme Eltern ...

Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitragvon Dumme Eltern ... » 3. Februar 2012 19:51

Hej,
wie kommt die Ministerin zu der Annahme, dass Eltern "schlechter" fuer ihre Kinder seien, als die "im Sinne des Staates ausgebildete Pädagogen", die die Kinder in noch sehr biegarem Alter in die "politisch korrekte" Richtung lenken ...
Das klingt doch irgendwie sehr bekannt dieses Argument (SCHLAUE ELTERN fallen hoffentlich nicht daruauf rein!)

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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitragvon Pink_Panther » 3. Februar 2012 22:01

Ich wollte eigentlich auf die Stellung der Eltern in Schweden abstellen. Deshalb habe ich auch gerade diesen Satz oben hervorgehoben. In meiner kleinen Welt sind immer noch die Eltern die Zentralfiguren in der Kindeserziehung. Wie empfinden das andere hier - wie ist es in Schweden?

Viele Grüße,

Paul

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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitragvon Speedy » 4. Februar 2012 10:41

Hi,

bei meiner Ausbildung zur Erzieherin in Deutschland vor langer Zeit, haben wir gelernt, das die ersten 3 Lebensjahre fuer ein Kind prägend sind. Hier wird z.B. die Bindungsfähigkeit '"erlernt". Ich finde daher das in Schweden eine Regelung gefunden werden muss, die dafuer sorgt, das derjenige der zu Hause bleibt auch bei der späteren Rente beruecksichtigt wird. Ich meine mich zu erinnern, das das in Deutschland der Fall ist (Kindererziehungszeiten). Zum Wohle des Kindes. Ich denke da an den Enkel meines Mannes der mit 1 1/2 Jahren ganztags in den Dagis muss. Ich finde er hat sich zu seinem Nachteil entwickelt. Aber vielleicht bin ich auch einfach zu "alt" fuer diese Art der Kinderaufzucht.

Gruss Speedy

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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitragvon Pink_Panther » 4. Februar 2012 15:49

Also - bin es nur ich hier, der das obenstehende Statement so interpretiert, dass der schwedische Staat die meisten Eltern für zu dumm hält um ihre Kinder zu erziehen, und diesen Teil deshalb lieber in staatliche Hände legen möchte?
Zweitens - ich finde das besonders merkwürdig mit dem Hintergrund, was da so als Pädagoge und Lehrer eingestellt wird. Z.B. Köche und anderes angelerntes/ungelerntes Personal. Nach meinen Informationen ist man ja erst jetzt so langsam dabei, den Anteil der wirklich ausgebildeten Lehrer an den Schulen zu erhöhen? Ok - es geht hier zunächst einmal um Kindergärten, aber dort arbeitet ja auch nicht ausschließlich hochausgebildetes Personal. Inwiefern sollte dieses also besser geeignet sein als die leiblichen Eltern, welche im Normalfall ja ein genuines Interesse an der Entwicklung ihrer Kinder haben?

*Kopfschüttel*


/Paul

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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitragvon stavre » 4. Februar 2012 16:15

hej paul

das ist doch genau das leidige Thema wie mit Schule und/oder Ausbildung in S

ist zwar weit entfernt vom Thema aber.....man sehe sich den artikel in der LTZ an ,über

die arbeiten in einem Hotel in Äre

http://ltz.se/nyheter/are/1.4351272-all ... l-rivs-upp

außerdem bin ich der meinung,dass der spruch von wegen "besserwisser" ist doch nur ein nichtwissen der schweden,dass es tatsächlich leute mit fundierten ausbildungen gibt.die von grund auf wissen ,was sie tun......

"Denn sie wissen nicht was sie tun" bißchen offtopic...aber ihr wißt was ich meine

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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitragvon Pink_Panther » 4. Februar 2012 18:01

stavre hat geschrieben:hej paul

das ist doch genau das leidige Thema wie mit Schule und/oder Ausbildung in S

ist zwar weit entfernt vom Thema aber.....man sehe sich den artikel in der LTZ an ,über

die arbeiten in einem Hotel in Äre

http://ltz.se/nyheter/are/1.4351272-all ... l-rivs-upp

außerdem bin ich der meinung,dass der spruch von wegen "besserwisser" ist doch nur ein nichtwissen der schweden,dass es tatsächlich leute mit fundierten ausbildungen gibt.die von grund auf wissen ,was sie tun......

"Denn sie wissen nicht was sie tun" bißchen offtopic...aber ihr wißt was ich meine


Ja, da sieht man mal wieder :-) Man lese auch den Kommentar, welcher von Fachwissen nur so strotzt :-)
Es gibt ja in Schweden eindeutige, bindende Branchenregel, wie Naßzellen zu gestalten sind. Aber die Herren Architekten meinten wohl, das gelte nicht für sie, haha :-) Gepaart mit einer guten Portion Schlampigkeit - Voilá!!!
Ansonsten stimme ich dir zu - der Ausdruck "Besserwisser" im schwedischen ist ein Ausdruck des Neides gegenüber den besser Wissenden. Das habe ich oft genung gehört! Sie auch "Jantelagen" ..... da besteht eine Beziehung.

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Mark
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Re: Familienpolitik der Christdemokraten unrealistisch

Beitragvon Mark » 4. Februar 2012 18:08

Speedy hat geschrieben:die ersten 3 Lebensjahre fuer ein Kind prägend sind

Das sagt nichts darüber aus wo Kinder diese Erfahrungen lernen.... oder? Ich meine es nicht böse, ich vermute Kleinkinder können soziales Verhalten alleine mit einem Elternteil oder gemeinsam in einer Gruppe mit einem erfahrenem Erzieher erlernen. In Deutschland gehen die Kinder wesentlich später in den Kindergarten als in Schweden, ob das zum Vor oder Nachteil ist weiss ich nicht... wahrscheinlich tendiert man im entsprechenden Land dazu die lokale Regelung zu rationalisieren, zu sagen die wird schon besser sein. Ich persönlich hab dazu keine Meinung, vielleicht macht es auch weniger Unterschiede für die Kinder als man denkt und wir Eltern wollen diese Zeit einfach nicht verpassen wenn die Kids noch klein sind. Mir geht es so. Ich freu mich zu erleben was der Kleine lernt und die Welt entdeckt, eine interessante Zeit die ich nicht vermissen will! Wie von Wiebke schön beschreiben, ist das in Schweden so etwas wie ein Luxus. Auf der anderen Seite, wenn ich sehe wie gerne die Kleinen hier in Schweden zur Dagis gehen und was die dort alles machen um ihren Spieltrieb, Kreativität, usw zu entfalten, dann mache ich mir wenig Sorgen den Service den einem der Staat anbietet anzunehmen. Falls es dazu wissenschaftliche Studien gibt würde mich das sehr interessieren!

Viele Grüsse,
Mark


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