Fam. Purann am Scheideweg

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amarok
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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon amarok » 9. Dezember 2007 00:08

Imrhien hat geschrieben:Ich stimme Euch ja zu. Aber mal ehrlich, das ist doch ein Luxus, den sich schon längst nicht mehr alle leisten können oder glaubt Ihr im Ernst, dass alle Putzfrauen das machen weil sie sich dazu berufen fühlen? Natürlich sollte jeder versuchen einen Job zu finden, der befriedigt. Aber nicht alle haben dazu die Möglichkeiten, Mittel oder manchmal auch Veranlagung. Und im Ausland ist es nochmal schwerer. Das heisst aber doch nicht, dass man nicht insgesamt da trotzdem glücklicher sein kann als vorher in Deutschland?!

Grüße
Wiebke


Ich stimme auch Dir darin zu. Aber wenn ich das in der "Fremde" auch nicht finde, wird es dann nicht noch problematischer?!

Gruß

Peter
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glada

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon glada » 9. Dezember 2007 11:05

Ist es den so wichtig, welchen Job man macht?
Ich habe einen Bekannten, der in Berlin höherer Regierungsbeamter ist und jährlich über millionenschwere Budgets entscheidet, für einen ganzen Stab von Mitarbeitern verantwortlich ist, ständig weltweit unterwegs ist, sehr viel Verantwortung trägt... Der Job macht ihm nach eigener Aussage trotzdem nicht viel Spaß, obwohl er viele Jahre seiner berufliche Karriere damit verbracht hat, um genau so eine Position zu erreichen. Weil er in seinen Entscheidung nicht frei ist sondern verschiedene Interessengruppe ihre Vorstellungen durchsetzen, weil von Vorgesetzten Anforderungen gestellt werden, deren Sinn nicht nachvollziehbar sind, weil er seine Familie manchmal wochenlang nicht sieht, weil er viel zu viel arbeitet, weil seine Gesundheit deswegen Probleme macht, weil unter den Arbeitskollegen keine Kollegialität besteht...

An unserer Dorfschule arbeitet seit vielen Jahren eine Putzfrau, die auch immer wieder im Kindergarten oder in der Krippe aushilft, die gelegentlich was mit den Schulkindern kocht oder ähnliches veranstaltet, die Freunde im Kollegenkreis hat. Zu ihren Aufgaben gehört natürlich auch, den Schmutz der Kinder zu beseitigen, die Toiletten zu reinigen usw. Die Kinder mögen und respektieren sie, mehr vielleicht noch, als mach Lehrer, der da arbeitet.

Wer von beiden, glaubt ihr, ist in seinem Job glücklicher?

Man hat nicht immer Einfluss darauf, was man macht. Aber wie man es macht, bestimmt jeder für sich selbst.

Oliver - der jetzt, da die Kinder zu ihren Freunden gefahren sind, die ganze Bude alleine aufräumen darf... :wink:

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Haui » 9. Dezember 2007 11:18

glada hat geschrieben:Ist es den so wichtig, welchen Job man macht?
Ich habe einen Bekannten, der [...]
Oliver - der jetzt, da die Kinder zu ihren Freunden gefahren sind, die ganze Bude alleine aufräumen darf... :wink:


@ Glada
Oft hast du wirklich schöne Beispiele.
Danke dafür.
Gruß Haui
Man muss nicht jeden Berg selber besteigen,
aber man muss Wissen wer einen die Aussicht beschreibt

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon amarok » 9. Dezember 2007 11:41

Hej Glada,

sicher ist es ein Missverständniss wenn Du annimmst, dass ich berufliche Zufriedenheit mit beruflicher Qualifikation gleichgesetzt habe. Keineswegs ist das so! Vielmehr ging es doch hier um den Stellenwert der Arbeit im Leben an sich.

Gruß

Peter
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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Skoghult » 9. Dezember 2007 11:53

Die Tochter ist 16 Jahre alt.

Hat man als Eltern nicht eine gewisse Aufsichtspflicht?
Gruss Marie-Luise

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Imrhien » 9. Dezember 2007 22:36

Skoghult hat geschrieben:Die Tochter ist 16 Jahre alt.

Hat man als Eltern nicht eine gewisse Aufsichtspflicht?



Ja, die hat man. Man auch, in aller Regel, das Aufenthaltsbestimmungsrecht und kann/darf entscheiden ob die Kinder bei jemandem anderen wohnen/leben und denen dann in dieser Zeit die Aufsichtspflicht quasi übertragen. Und ich gehe doch mal davon aus, dass niemand, der sich halbwegs gut um seine Kinder kümmert sie in die "Fremde" schickt (die hier ja eben gerade nicht fremd ist) und sich nicht darum kümmert, wer auf das Kind achtet und wer dafür Verantwortung übernimmt. Schlimmstenfalls, sollte niemand da sein, der das kann, darf auch (in Ausnahmefällen) ein Jugendlicher mit 16 Jahren alleine leben, das Jugendamt hätte dann in der Zeit die Verantwortung, was nicht unbedingt was schlechtes heissen muss. Aber in diesem Fall wird das wohl erher nicht so sein, jedenfalls hatte ich es so nicht verstanden.

Grüße
Wiebke

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon belanna » 10. Dezember 2007 11:43

Ja, unsere Große hat das Glück, bei ihren Großeltern wohnen zu dürfen, im eigenen Zimmer, bei Bedarf auch im leerstehenden haus. Eine befreundete familie hat angeboten, ein Auge auf Trini zu haben und mit der Schulleitung haben wir am Freitag einen termin zwecks Gestaltung der nächsten Wochen; denn sie hat einiges aufzuholen. Ich bin gewiss nicht begeistert von der ganzen Geschichte, und mir macht auch mein Mann Sorgen, der in der letzten Zeit recht nah am Wasser gebaut hat. Über die Kleine möchte ich gar nicht erst nachdenken. Die hängt so an ihrer Schwester...Allerdings auch an den pferden das benachbarten reiterhofes! Wir haben beschlossen, bis zum Sommer alles zu probieren, uns einzuleben und dann eine Entscheidung für uns zu treffen. Ich kann mich erinnern, dass ich mit 16 ins Internat gegangen bin, ich glaube, meine eltern haben da nicht so ein Drama drum gemacht. Ich glaube, wir sind einfach Weicheier...
Gruß Bel
Für fehler in Der groß-Und kleinschreibung Ist ganz allein meine heimtückische tastatur Verantwortlich! ich Geb´s auf!

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Skogstroll » 10. Dezember 2007 12:05

Erstens denke ich nicht, dass ihr Weicheier seid, und zweitens, was ist falsch daran, Gefühle zu haben und zu zeigen, erst recht innerhalb der Familie?
Pfeift auf alles, was Familie / Freude / Nachbarn / Forumsmitglieder... sagen und macht das, womit ihr euch alle wohl fühlt!
Klar hat man früher nicht so ein "Drama" draus gemacht. Und? Meine Frau musste auch ins Internat und hat bis heute ein gestörtes Verhältnis zu ihren Eltern.
Wichtig ist nur, dass ihr eine Lösung für euch findet, mit der ihr am Schluss alle glücklich seid. Dabei ist es zweitrangig, ob das in Deutschland oder Schweden ist.

Lycka till!

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Imrhien » 10. Dezember 2007 12:16

Ganz richtig Skogstroll!
So sehe ich es auch und nur diese Lösung, mit der Ihr alle glücklich sein könnt, kann am Ende eine gute werden.

Liebe Grüße
Wiebke

Smultron

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Smultron » 10. Dezember 2007 20:28

Hej Belanna hat die Kleine einen besseren Kontakt zu ihren Mitschülerinnen? Wie fühlt sie sich in der Schule/unter Gleichalterigen? Ich würde sie einfach mit einem Besuch eines Pferdehofs in Lyckeby oder auf Aspö gibt es einen Isländerhof überraschen. Sowas tröstet doch bestimmt ein wenig. Dadurch können doch Freundschaften entstehen. :smt039


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