Fam. Purann am Scheideweg

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Storstadstjej

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Storstadstjej » 6. Dezember 2007 14:29

Imrhien hat geschrieben:es beschäftigt mich schon länger weil es immer wieder angeregt wird, doch alles zu tun. Und von daher passt es schon irgendwie....


Ich finde es durchaus passend. Und ja, Du hast Recht - man sieht in seiner Ausbildung einen gewissen Wert, woraus sich im besten Fall der eigene Wert auf dem Arbeitsmarkt bildet. Und demensprechend - nach einer Zeit der berühmten Lehrjahre, die keine Herrenjahre sind erwartet man, dass man auf dem Arbeitsmarkt diesen Wert auch hat, schliesslich hat man Zeit und Energie investiert.
ABER man muss nun einmal damit Leben, dass es in einem anderen Land andere Sitten gibt (genau deshalb bin ich die "Verfechterin des informierten
Auswanderns) - die muss man kennen und sich Herangehenstaktik Ausweichpläne zurechtlegen.
Was mich bei dem Posting von Belanna etwas aufhochen lässt ist, dass sie von Erzieherin zu Putzfrau "degradiert worden ist". Selbstredend ist "Reinigungspersonal" NICHT der "Skave vom Dienst" - ausser wenn man es selbst so sieht.
Zudem denke ich einfach, dass es eine Menge dazwischen gibt und da fehlen Belanna offenbar die Ausweichpläne - was kann ich sonst tun? Welche anderen Fähigkeiten habe ich? Welche andere Beschäftigungen sind es, die meine Erfahrungen vorraussetzen?
Für mich sind es genau diese Überlegungen die hinter der Aussage stecken, man sollte in einem neuen Land - mit einem Haufen Handicapps (Sprache, Kultur etc) nicht zu wählerisch sein.

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Imrhien » 6. Dezember 2007 14:47

Storstadstjej hat geschrieben:ABER man muss nun einmal damit Leben, dass es in einem anderen Land andere Sitten gibt (genau deshalb bin ich die "Verfechterin des informierten
Auswanderns)... Welche anderen Fähigkeiten habe ich? Welche andere Beschäftigungen sind es, die meine Erfahrungen vorraussetzen?
... man sollte in einem neuen Land - mit einem Haufen Handicapps (Sprache, Kultur etc) nicht zu wählerisch sein.


Hej,
ja Du hast recht, man muss davon auch leben können... Und das ist der Grund weshalb ich sage, dass es einen Zeitpunkt gibt, an dem man sich nach Alternativen umschauen muss. Ich bin ja auch, wie schon geschrieben, bereit einiges anderes zu machen. Und Dein Ausdruck des informierten Ausanderns... der ist Klasse! Ih behaupte, dass ich das gemacht habe. Auch wenn ich ehrlicherweise nicht genau geschaut habe, wie das mit meiner Anerkennung geht. Ich wusste von Anfang an, dass das Zeit braucht und ich ohne die Sprache wirklich gut zu können, eh nicht in "meinem" Bereich arbeiten kann. Also wollte ich das in Ruhe hier erledigen. ABER ich habe mir schon überlegt was ich mache, wenn es nicht klappt und ich habe mir überlegt was ich tun kann, bis es soweit ist. Ich habe den Vorteil, dass ich mir ein klein wenig Zeit lassen kann. Aber sobald meine Tochter ab März dann im Kindergarten ist, kann ich mich ganz dem Thema Arbeit widmen. Naja, ich habe ja auch noch den kleinen Jobb aus der alten Heimat... das erleichtert es natürlich auch es so zu sehen...

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Skogstroll » 6. Dezember 2007 14:50

Mindestens 40 Stunden pro Woche verbringe ich mit meinem Job. Mindestens. Fühle ich mich dabei nicht wenigstens einigermassen wohl, verschwende ich einen nicht unbedeutenden Teil meines Lebens. Einfach irgedwas machen, nur um Geld zu verdienen, sollte nicht die Lösung sein. Ich finde es überhaupt nicht egal, woher die Kohle kommt!

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Storstadstjej » 6. Dezember 2007 15:06

Skogstroll hat geschrieben: Ich finde es überhaupt nicht egal, woher die Kohle kommt!


Meine Mutter (Akademikerin mit zwei weiteren Ausbildungen, bis vor 5 Jahren in 3 Jobs gleichzeitig stehend ) würde jetzt sagen "verwöhnter moderner Mensch der es noch nie schwer hatte". Aber das sagt sie auch über mich teilweise :-)
Nein, es ist nicht egal und auf lange Sicht sollte man dahingehend arbeiten, in einen Job zu kommen, der einem Spass macht. ABER ... anderes Land bla bla (an der Stelle bitte Teile meines vorhergehnden Postings dazudenken), der eine hat vielleicht einen Beruf, der gerade "in" ist und wird in seinem Beruf schnell einen Einstieg finden, der andere hat einen längeren Weg, der auch über unpassendere Berufe führt. Solange man das Ziel kennt (!), im Auge behält und das kontinuierlich verfolgt wird man irgendwann vom Erfolg gekrönt. Der Rest wird den Schwanz einziehen und keinen Schritt weiterkommen.

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Skogstroll » 6. Dezember 2007 16:07

Storstadstjej hat geschrieben:"verwöhnter moderner Mensch der es noch nie schwer hatte"


Nun will ich nicht weiter auf meinen Lebenslauf eingehen, aber ich denke, du vereinfachst die Sache doch etwas. Denn zunächst mal werden dein Chancen auf "deinen" Job umso schlechter, je länger du raus bist und unter oder neben deiner Qualifikation arbeitest. Und dann aber vor allem: Was hast du eigentlich gekonnt, wenn du zwar im Land deiner Träume lebst, aber jeden Morgen mir Widerwillen zu deinem Job fährst? Lebensqualität schliesst nun mal die Arbeit mit ein.

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Storstadstjej

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Storstadstjej » 6. Dezember 2007 17:55

@ Skogstroll
Bitte das Posting vollständig lesen und nicht zusammenhanglos zitieren.

Wenn man vorher IT'ler war und danach 7 Jahre lang geputzt hat sind Chancen auf einen IT-Job natürlich Minimal. Aber genau deswegen spreche ich davon, sich um seinen Bereich herum umzusehen. Nur weil man als XYZ nicht arbeiten kann heisst es aber nicht gleich, dass der einzige Ausweg das Putzen ist. Es kann auch etwas sein, wobei die XYZ-Ausbildung oder -Berufserfahrung notwendig/sehr hilfreich ist. Will man in den alten Bereich sollte man sich natürlich nicht allzuweit davon entfernen. Nimmt man aber diese Alternativen als möglich an, erweitert sich der Kreis der potentiellen Stellen/Arbeitgebern.
Natürlich gehört der Job zur Lebensqualität ALLERDINGS muss man sich dessen VOR der Auswanderung im Klaren sein, dass man auch auf dem Arbeitsmarkt nicht mit offenen Armen empfangen wird. Die oben genannte Dame, die ich zitiert habe, hat es durch... was glaubst Du wie nett die Deutschen sind, wenn es um Berufsanerkennungen geht?

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon bjoerkebo » 7. Dezember 2007 07:51

Für mich war ganz klar.
Wenn ich mein vielleicht einigermaßen sicheres Leben in Deutschland aufgebe und in eine unsichere Zukunft nach Schweden gehe,wo sie ja nicht gerade auf einen warten....Dann muß man Kompromisse eingehen und das auch beim Job.
Gut einige hier hatten Glück,weil sie einen der gesuchten Berufe in Schweden haben,was aber noch lange nicht heißt das das die Regel ist.
Aber im großen un ganzen schaut euch doch mal um,wer heute noch in seinem erlernten Beruf arbeitet,gerade bei den Frauen......

Und wenn es dann noch an der Sprache hapert ist es kein Wunder,weil man doch in vielen Berufen sehr kommunikativ sein muss.

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon janaquinn » 7. Dezember 2007 09:00

Hej Bel,
ich habe diesen Thread eine Weile beobachtet, hatte mir ja auch damals extra eure Sendung aufgenommen, weil es mich interessiert hat. Ich finde es wirklich schade, dass Ann-Kathrin wieder zurück nach Deutschland geht, gerade weil du die ganze Zeit gehofft hast, das alles gut wird. Auch hattest du ja in einem deiner Threads geschrieben, dass ihr zwischen 2 Übeln wählen mussest, ihr habt euch damals für Schweden entschieden, in der Hoffnung, das ihr alle wieder zusammen sein könnt. Schweden scheint es nicht gut mit euch zu meinen, sonst würdet ihr nicht überlegen, komplett nach Deutschland zurück zugehen. Aber bitte, sieh es nicht als Scheitern an. Ihr braucht euch nichts vorzuwerfen! Wenn Ann-Kathrin und auch ihr euch nicht wirklich wohlfühlt, eure Grosse keine Freunde findet, was für einen Teenager eine grosses Problem darstellt, und sogar allein zurückgehen will, ist es in meinen Augen kein Scheitern, sondern eine ganz normale Reaktion von Eltern. In meinen Augen gibt es nichts schlimmeres für Eltern, als ein unglückliches Kind.
Liebe Bel, egal wie ihr euch entscheidet, ob nun "nur" Ann-Kathrin zurückgeht oder die gesamte Familie, ich wünsche euch alles erdenklich gute!

In diesem Sinne
Kopf Hoch!
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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon amarok » 8. Dezember 2007 23:16

Skogstroll hat geschrieben: Und dann aber vor allem: Was hast du eigentlich gekonnt, wenn du zwar im Land deiner Träume lebst, aber jeden Morgen mir Widerwillen zu deinem Job fährst? Lebensqualität schliesst nun mal die Arbeit mit ein.

Skogstroll


:smt023

So ist es! Weil fast jeder einen erheblichen Teil seines Lebens auf der/mit der Arbeit verbringt, aber es dort nicht vergeuden sollte. Natürlich ist es nicht so, dass man immer glücklich mit dem ist, was man beruflich tut. Jedoch sollten die zufriedeneren Phasen gegenüber den unzufriederen unbedingt die längeren sein.

Gruß

Peter
Der Wald lebt, er kann atmen und sprechen und erzählt die Sage von der Urmutter allen Lebens. (jakutisch)

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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Imrhien » 8. Dezember 2007 23:52

amarok hat geschrieben:
Skogstroll hat geschrieben: Und dann aber vor allem: Was hast du eigentlich gekonnt, wenn du zwar im Land deiner Träume lebst, aber jeden Morgen mir Widerwillen zu deinem Job fährst? Lebensqualität schliesst nun mal die Arbeit mit ein.

Skogstroll


:smt023

So ist es! Weil fast jeder einen erheblichen Teil seines Lebens auf der/mit der Arbeit verbringt, aber es dort nicht vergeuden sollte. Natürlich ist es nicht so, dass man immer glücklich mit dem ist, was man beruflich tut. Jedoch sollten die zufriedeneren Phasen gegenüber den unzufriederen unbedingt die längeren sein.

Gruß

Peter


Ich stimme Euch ja zu. Aber mal ehrlich, das ist doch ein Luxus, den sich schon längst nicht mehr alle leisten können oder glaubt Ihr im Ernst, dass alle Putzfrauen das machen weil sie sich dazu berufen fühlen? Natürlich sollte jeder versuchen einen Job zu finden, der befriedigt. Aber nicht alle haben dazu die Möglichkeiten, Mittel oder manchmal auch Veranlagung. Und im Ausland ist es nochmal schwerer. Das heisst aber doch nicht, dass man nicht insgesamt da trotzdem glücklicher sein kann als vorher in Deutschland?!

Grüße
Wiebke


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