Fam. Purann am Scheideweg

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Skogstroll
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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Skogstroll » 5. Dezember 2007 16:14

Skoghult hat geschrieben:was bitte haben "nette Irakerinnen, sowie Somalierinnen" mit Eurem Scheitern zu tun.


Ich denke, das liegt auf der Hand. In den SFI-Kursen treffen Menschen aus völlig unterschiedlichen Kulturen und mit völlig unterschiedlicher Bildung aufeinander. Und da sitzt man dann als Mitteleuropäer u.U. in einem Kurs, in dem 50% der Teilnehmer erstmal das lateinische Alphabet lernen. Das macht diese Kurse furchtbar uneffektiv.
Ein Teil der Einwanderer - deutsche nicht ausgeschlossen - ist leider absolut integrationsunwillig. Bei Deutschen fällt es nur nicht so auf, weil der kulturelle Unterschied eher gering ist. Aber in allen Ländern und Kulturen gibt es nun mal Idioten. Stell dir einen deutschen Neonazi in Israel vor. Oder einen fundamentalistischen Katholiken in Indien. Einen ultrarechten Israeli im Iran. Oder einen nicht minder fundamentalistischen Islamisten in Schweden. Dafür gibt es hinreichend unrühmliche Beispiele, und wenn du an solche Leute gerätst, die allen Ernstes und mit unglaublicher Arroganz erwarten, dass sich ihr Gastland nur nach ihnen richtet, dann ist das nicht direkt aufbauend.
Nix gegen Multi-Kulti. Es machen nur nicht alle mit.

Skogstroll

P.S.: Ich hatte es weiter oben schon mal geschrieben: Das Wort "Scheitern" finde ich nicht unbedingt angebracht.

Storstadstjej

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Storstadstjej » 5. Dezember 2007 16:40

Ich schätze mal, Skogshult hat es eher in die Richtung gemeint, dass ausser einem selber die wenigsten Aussenstehenden den Problemen die Schuld haben. Die Effektivität des SFI können wir auch woanders diskutieren.

Es ist aber Fakt, dass das Publikum in einem Folkuniversitetskurs ein anderes ist - wenn SFI einem nicht passt, so gibt es andere Lösungen. Nach wenigen Wochen "aufgeben" .. naja. Ob man es nun Scheitern nennt oder nicht - man sollte sich sicher sein, ALLES versucht zu haben - ansonsten wird's einen jahrelang nagen...

Manty

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Manty » 5. Dezember 2007 18:00

"Das Wort "Scheitern" finde ich nicht unbedingt angebracht."

Ja, also das finde ich ja wohl auch. Was für ein häßliches Wort. Wenns nicht klappt, dann klappts halt nicht. Man ist den Schritt gegangen, es ist nicht so geworden, wie man sich vorgestellt hat, aber man hat es versucht und wird nicht ewig zu sich sagen, was wäre wenn gewesen ...

Bel, du wolltest zwar keine Tips, aber hast du mal versucht, deine Tochter in einem Verein anzumelden? Da findet sie mit Sicherheit schwedische Kontakte. Versucht doch das nochmal, wenn ihrs nicht schon versucht habt!? Im ersten halben Jahr kommt bei den meisten eine "Ich möchte nicht mehr Phase." Wenn man die aber überwunden hat und sich trotzdem durchgebißen hat, sagt man am Ende vielleicht, mensch, gut das wir nicht gleich aufgegeben haben.

Smultron

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Smultron » 5. Dezember 2007 18:30

Hej Belanna eine schwierige schmerzliche Entscheidung. Zu den schulischen Problemen kommt sicherlich auch die starke Sehnsucht zu ihrem Liebsten. Ist doch auch bewundernswert, dass dieses Band über die Entfernung immer noch so stark ist. Sie war im Vorfeld gegen einen Mitzug. Ich würde sie zurückgehen lassen, wenn sie in D auch ein vertrautes Umfeld vorfindet (Unterkunft/Verwandte) usw. Glaube sie ist stark u. vernünftig und wird durch diese alleinige Entscheidung sehr an Reife/Selbständigkeit wachsen. Habe so meine Erfahrungen mit meiner Tochter gemacht. Ihr großer Traum war, auf Island Reiterferien machen zu können. Sie verzichtete auf eine große Konfi-Feier u. wünschte sich Geld. Mit diesem Geld finanzierte sie sich ihren Traum. Mit 14 1/2 flog sie ab Frankfurt (letztendlich mit unserer Zustimmung) alleine nach Island zu einer jungen deutschen Auswanderfamilie. Kam nach 14 Tagen überglücklich zurück mit den Worten "dort werd ich mal Leben". Sie beenete ihre Realschule, jobbte zwischendurch um für die nächste Reise zu sparen, flog ein weiteres mal hin, fing eine Ausbildung an (wo sie streckenweise nicht ganz so glücklich war) wenige Tage nach ihrem 18 Geb (dasZwischenprüfungsdatum stand fest) teilte sie uns mit, sie hätte die Ausbildung hingeschmissen u.geht nach Island (erzählte uns von ihrer neuer Arbeit) Da fällt einem als Eltern erstmal nichts mehr ein. Viele heisse Diskussionen. Letzendlich ist sie gegangen, (frag nicht was Mama durchlitten hat) war glücklich u. zufrieden, hat hart u. gerne gearbeitet. Und kam nach 5 Monaten der Liebe wegen zurück (kurz vor ihrer Abreise getroffen). Hat ihren alten Ausbildungsplatz wieder aufgenommen u. beendet. Heute mit 25 Jahren sagt sie, sie wolle diese Erfahrungen nicht missen. Ist uns sehr dankbar, nach all unseren Einwänden die wir hatten, dass wir sie doch gehen ließen (wenn auch widerwillig). Das macht einen als Eltern ein wenig stolz.
Ich persönlich würde dieses Problem nicht als Scheideweg nehmen.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft u. Nerven.
Herzliche Grüße
Helga :smt039

andrecki

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon andrecki » 5. Dezember 2007 19:55

Hallo Belanna ,

das tut mir sehr leid für Euch. Habe an anderer Stelle gelesen , daß es nicht Deine einzigen Probleme sind.

"Scheitern " ist ein doofes Wort. Würde ich so nicht sehen.
Man muß immer Erfahrungen machen...um im Leben weiter zu kommen.

Aber ich frag mich trotzdem , warum macht man sich nicht vorher schon schlau...über Schule...Beruf..und allegmein mal gesehen...über Schweden.

Wenn ich mit Kindern auswandere ...trag ich doch eine riesen Verantwortung.
Auch...was meine Arbeit angeht. Wenn das nicht alles abgesichert ist....würde ich diesen Schritt nicht wagen.

Ich mein jetzt nicht speziell Dich , habe gestern nur wieder solch eine Sendung gesehen...da kann ich mich nur an den Kopf fassen.

Ich wünsch Dir Alles Gute...das wird schon !
So oder so.

Andrea

glada

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon glada » 5. Dezember 2007 20:08

Hallo Belanna,

ich habe auch schon mal an anderer Stelle im Forum geschrieben, dass ich es fast mutiger finde, sich einzugestehen, dass man sein Glück im Ausland nicht findet und wieder zurück in die Heimat geht. Bei uns ist es fast umgekehrt: Würden sich unsere Kinder nicht so ausgesprochen wohl fühlen, wären wir vielleicht auch schon in die Versuchung gekommen, wieder zurückzukehren. Nicht aus Frust, sondern weil mir einfach meine Familie und unsere Freunde fehlen.

Zu dem am Rande aufgekommenen Thema: Ich lese im Augenblick - seit längerer Zeit mal wieder deutsch - Drachenläufer von Khaled Hosseini. Der Afghane schildert in dem Roman die Lebensgeschichte einer später in die USA immigrierten afghanischen Familie. Tolles Buch! Und der Leser bekommt ein Eindruck darüber, wie die Menschen anderer Kultur leben und entwickelt vielleicht sogar ein Verständnis für gewisse Bräuche und Rituale. Also: Alles ein bisschen gelassen sehen, auch wenn einem die Kultur fremd ist, sie kann auch sehr viel spannendes und interessantes offenbaren.

Oliver

glada

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon glada » 5. Dezember 2007 20:12

PS: Deinen Frust mit der Berufsanerkennung kann ich im wahrsten Sinne des Wortes doppelt gut verstehen. Wir leben seit 2 1/2 Jahren hier und haben mit Hilfe verschiedener Institutionen versucht, eine Anerkennung zu bekommen. Ob der Fehler in der schwedischen Bürokratie liegt oder darin, dass sich die deutschen Fachschulen lange Jahre nicht um eine europäische Nivellierung gekümmert haben, vermag ich nicht zu beurteilen.

Oliver

bjoerkebo

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon bjoerkebo » 5. Dezember 2007 20:19

Das mit der Berufsanerkennung teile ich auch mit euch.
Aber ich habe eine Einrichtung gefunden,denen das egal ist.Ich habe nach einem dreiviertel Jahr das Glück gehabt in meinem alten Beruf zu arbeiten.........
Ist aber bestimmt viel Glücksache und nat. auch vieel Arbeit gewesen,da es nicht meine erste Bewerbung war.....

bjoerkebo

Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon bjoerkebo » 6. Dezember 2007 13:41

.....möchte nur kurz dazu sagen,da "mir persönlich" es egal war,was für einen Job ich mache.
Ich konnte es mir in Deutschland schon nicht aussuchen und somit war ich hier offen für alles.
Habe mich zwar immer wieder mal in meinem erlernten Beruf beworben,aber wenns nicht geklappt hätte wäre es auch ok.
Ob ich in Zukunft in meinem Beruf bleiben kann,weiß ich heute auch noch nicht,aber es spielt für mich keine Rolle woher das Geld kommt.
Da bin ich in Deutschland die letzten Jahre schon durch eine verda... harte Schule gegangen.

Auch wenn es eine besch...Situation ist und das mit der Anerkennung ja nicht unbedingt an euch liegt,kann man nicht nur die anderen für alles verantwortlich machen.Natürlich liegt vieles mit an der Umgebung,ob sie einem den Weg ebnen oder Steine in den Weg rollen aber es gehört auch eine verda... große Portion Eigeninitiative dazu.

Ich finde es gut,wenn man sich eigesteht das es nicht so gelaufen ist wie man es sich wünscht,aber man sollte trotzdem versuchen dabei die Haltung zu wahren,den Probleme können schließlich überall auftreten.

Und man muss auch in Deutschland Kompromisse eingehen,mit dem Kopf durch die Wand erreicht man da auch nicht viel mehr..........

In diesem Sinne,geht euren Weg und dabei viel Glück.......

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Imrhien
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Re: Fam. Purann am Scheideweg

Beitragvon Imrhien » 6. Dezember 2007 14:00

Das ist so ein Thema, die Berufsanerkennung und die Entscheidung "alles zu machen". Ich weiss nicht ob das nicht langsam zu OT wird...
Dennoch ich kann es gut verstehen, wenn man das nicht machen will. Klar, es gibt Situationen im Leben, da kann man es sich nicht aussuchen. Und wenn man am Hungertuch nagt, wie man so schön sagt, dann verstehe ich es und denke, dann bleibt einem nicht viel anderes übrig. Es ist nicht so, dass ich Menschen die solche Arbeiten verichten (bsp. Putzen) als schlechter ansehe. Auch würde ich nicht sagen, dass es dumme Menschen sind nur weil sie das machen. Auf keinen Fall. Wenn ich müsste, würde ich es vielleicht auch machen. Aber mal ganz ehrlich gesprochen: Ich würde mich doch nicht über diese Arbeit freuen. Ich habe 5 Jahre studiert, von den 13 Jahren an der Schule mal ganz abgesehen. Das macht mich nicht besser als andere. Es befähigt mich aber dazu einen bestimmten Beruf auszüben. Und das möchte ich gerne tun. Ich finde man sollte niemanden dafür verurteilen, dass er das vielleicht so sieht und nicht "alles" macht um einen Jobb zu bekommen. Ich könnte mich auch bei einer bekannten Fast Food Kette bewerben. Das bringt Geld ein. Ich könnte es sogar jetzt schon machen, da ich ja Nachtschichten machen könnte... aber will ich das? Bis es nicht unbedingt nötig ist, NEIN. Ich habe das Glück und den Luxus, dass ich das eine Weile rausschieben kann. Und ich bin auch bereit Dinge zu tun, die nicht meinem Berufsbild entsprechen. Ich würde mich jederzeit verändern und andere Arbeiten machen. Aber noch lange nicht alles... Mag sein, dass das nicht jeder kann. Ich verstehe aber jeden, der daran festhalten möchte.
Grüße
Wiebke

und sorry, wenns echt zu arg OT war.... es beschäftigt mich schon länger weil es immer wieder angeregt wird, doch alles zu tun. Und von daher passt es schon irgendwie....


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