Facharbeiter

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londomolari
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Facharbeiter

Beitragvon londomolari » 29. Dezember 2007 23:03

Hallo und einen schönen guten Abend! Meine Frau und ich spielen mit Gedanken auszuwandern vielleicht nicht gerade jetzt aber wenn es hier in Deutschland noch unerträglicher wird dann wollen wir vorbereitet sein um den Schritt zu wagen. Wird die Ausbildung als Zerspannungsmechaniker (Dreher) in Schweden anerkannt? Ebenso die Ausbildung zur Krankenschwester? Liebe Grüße Frank und Heike :)

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Re: Facharbeiter

Beitragvon jörgT » 30. Dezember 2007 00:48

Hej Frank und Heike,
zum Zerspanungsmechaniker kann ich Dir nichts sagen, aber die Ausbildung zur Krankenschwester wird definitiv anerkannt.
In diesem Beruf gibt es auch noch gute Arbeitsmöglichkeiten - wenn Du bereit bist, etwas weiter nördlich Dein Glück zu suchen.
Sprachkenntnisse sind natürlich von Vorteil, ebenso wie Spezialkenntnisse wie Op- oder Anästhesieschwester. Vielleicht nutzt Ihr die Zeit, um Schwedisch zu lernen?
Viel Glück!
Jörg :wink:

Alexander Groß

Re: Facharbeiter

Beitragvon Alexander Groß » 30. Dezember 2007 10:14

Mit einer Metallausbildung hast du immer gute Karten in Schweden.

Alex

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Re: Facharbeiter

Beitragvon Skogstroll » 30. Dezember 2007 11:50

londomolari hat geschrieben:aber wenn es hier in Deutschland noch unerträglicher wird


Mal interessehalber - was meinst du damit?
Ich bin ja schon eine Weile nicht mehr da. Klar gibt es in Deutschland Entwicklungen, die nicht angenehm sind. Ich würde da das allgemeine Misstrauen des Staates gegenüber seinen Bürgern und die erweiterte Überwachung sehen. Oder Hartz xy. Die weiter auseinanderklaffende Schere zwischen arm und reich. Das Zweiklassengesundheitssystem.
Nur: All diese Entwicklungen laufen in Schweden parallel ab, manche etwas verzögert, manche sogar noch schneller.
Zum Auswandern generell möchte ich noch ausgerechnet einen Satz aus einer der (auch von mir) viel geschmähten Auswanderersoaps zitieren. Dort sagte einer der Hauptdarsteller einen ziemlich klugen Satz: "Man muss sich überlegen, ob wirklich das Ziel das Ziel ist, oder ob nur das Weglaufen das Ziel ist."

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Gast

Re: Facharbeiter

Beitragvon Gast » 30. Dezember 2007 23:13

Mal interessehalber - was meinst du damit?
Weglaufen das Ziel ist."

In erster Linie meinen wir das es einfach zu voll in Deutschland wird,zu scnelllebig. Die Leute werden immer unzufriedener, alle denken nur noch an sich. Deutschland ist zu einen Abzockerland geworden. Wenn ich Schweden sehe, mit seinen Jedermannsrecht - in Deutschland - unmöglich.Schweden ist sauber und man merkt das die Schweden ihr Land lieben, was man verstehen kann denn es ist einfach wunderbar. In Deutschland hingegen, immer mehr Zerstörungswut. Wir waren in Schweden in Urlaub, es war so wunderbar, leere Straßen, Natur einen See nach den anderen. Wir waren am Katult Hof von Michel Lönneberga- keine Parklplatzgebühren, kein Souvenierstand, Toiletten ohne Gebühr, keinen Eintritt! In Deutschland würde so eine Attraktion ausgeschlachtet, bis ins Letzte. Wir haben hier in der Nähe einen Stausee, stell dir vor 3Euro Parkplatzgebühr nur um sich die Sperrmauer anschauen zu können. Oder in Berlin im Hauptbahnhof, Toiletten 80cent Gebühr! Ist das nicht ein Armutszeugnis? Viele Schnellimbisse und Gaststätten aber nur ein Klo auf den Bahnhof und der kostet 80Cent. Von unseren Sozialsystem rede ich erst garnicht. Wir fangen jetzt erst an uns richtig über Schweden zu erkundigen. Sozialsystem, Geschichte usw. Nächstes Jahr wollen wir einen Schwedischkurs machen und dann sehen wir weiter. Entweder wir wandern irgendwann aus oder wir werden eingefleischte Schwedenurlauber. Wir sind dabei unsere Möglichkeiten abzustecken.
Liebe Grüße Frank und Heike

Gast

Re: Facharbeiter

Beitragvon Gast » 30. Dezember 2007 23:19

jörgT hat geschrieben:Hej Frank und Heike,
zum Zerspanungsmechaniker kann ich Dir nichts sagen, aber die Ausbildung zur Krankenschwester wird definitiv anerkannt.
In diesem Beruf gibt es auch noch gute Arbeitsmöglichkeiten - wenn Du bereit bist, etwas weiter nördlich Dein Glück zu suchen.
Sprachkenntnisse sind natürlich von Vorteil, ebenso wie Spezialkenntnisse wie Op- oder Anästhesieschwester. Vielleicht nutzt Ihr die Zeit, um Schwedisch zu lernen?
Viel Glück!
Jörg :wink:

Hej Jörg
Wir wollen auf jeden Fall nächstes Jahr einen Schwedischkurs machen :D
Eine Frage am Rande, ich habe mal im Fernsehen gehöhrt das Krankenschwestern in Schweden Abitur haben müssen, stimmt das?
LG Frank und Heike

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Re: Facharbeiter

Beitragvon jörgT » 30. Dezember 2007 23:42

Wenn Du in Schweden eine Ausbildung zur Krankenschwester machen willst, stimmt das - wenn Du Deine Ausbildung in einem anderen EU-Land abgeschlossen hast, dann nicht.
Die deutsche Ausbildung als Krankenschwester wird voll anerkannt!
Jörg

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Re: Facharbeiter

Beitragvon Skogstroll » 31. Dezember 2007 12:48

Anonymous hat geschrieben:Wenn ich Schweden sehe, mit seinen Jedermannsrecht - in Deutschland - unmöglich.Schweden ist sauber und man merkt das die Schweden ihr Land lieben, was man verstehen kann denn es ist einfach wunderbar. In Deutschland hingegen, immer mehr Zerstörungswut.


Ich würde dazu einfach mal den Abfallbeauftragten der Kommune Gällivare zitieren:
"In der Kommune Gällivare gibt es praktisch keinen mit dem Auto befahrbaren (Wald-) Weg mehr, an dem sich keine illegale Müllkippe befindet. Und das, obwohl die offizielle und kostenlose Mülldeponie in fast allen Fällen näher gewesen sein dürfte."

Es gibt hier einen "Bierweg". Das ist keine romantische alte Schmugglerroute, sondern ein Skoterweg, der jeden Winter mit Bierdosen förmlich gepflastert wird.

Apropos Skoter: Selbst in abgelegenen Ecken findet man ab Ende Februar kaum noch 100 Quadratmeter zusammenhängende Schneefläche ohne Skoterspur. In den mehr populären Gegenden im Fjäll erreichen die Skoterwege mehrfach Autobahnbreite und werden auch ungefähr so befahren. Wenn ich mit den Langläufern unterwegs bin, dann tue ich das mit etwas Pech zu einer Formel-1-Geräuschkulisse und in einer Luft wie neben einer Trabikolonne. Und ich wohne am A... der Welt.

Die Liste liesse sich fortsetzen. Sicher, die Schweden sind naturverbunden, aber auf eine etwas spezielle Art. Es geht ihnen inerster Linie um das Ausnutzen der Natur, nicht um ihre Bewahrung. Die meisten sehen die Natur als unendliche Ressource. Als Vattenfall Pläne zum Ausbau auch der letzten unregulierten Flüsse bekanntgab, waren es nicht die Naturschützer, die aufschrien, sondern die Angler. Das naturvårdsverket gilt als Spasskiller und ist ein echtes Hassobjekt.

Wenn ihr euch eure Sicht auf Schweden bewahren wollt, dann empfehle ich euch, Touristen zu bleiben. Von innen sieht das Land etwas anders aus.

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Storstadstjej

Re: Facharbeiter

Beitragvon Storstadstjej » 31. Dezember 2007 13:08

Anonymous hat geschrieben:Wenn ich Schweden sehe, mit seinen Jedermannsrecht - in Deutschland - unmöglich.Schweden ist sauber und man merkt das die Schweden ihr Land lieben, was man verstehen kann denn es ist einfach wunderbar. In Deutschland hingegen, immer mehr Zerstörungswut.


Es empfiehlt sich, bei durchfahrt Schwedens die gelb-blaue Brille abzusetzen, seine normale Brille aufzusetzen und links und rechts der Strasse zu sehen - man wird alles finden - Sill dosen, alte Kühlschränke, alte Herde, alte Autos... Ich will irgendwie gar nicht wissen, wieviel Öl aus alten Autos schon im schwedischen Boden versickert sind. Und zu aller Überraschung, ja, auch in Schweden gibt es eigentlich Verwertungshöfe!
Schau Dich an einer Bushaltestelle auf dem Land um - zähle einfach mal die Bierdosen und liess das Gekritzele... Oder traue Dich einmal am Samstag Abend in eine Innenstadt - dabei meine ich nicht Stockholm, sondern... sagen wir mal Örebro... Västerås ... Sundsvall... viel Spass beim Müll zählen.
Natürlich ist Schweden optisch schön, die eine oder andere Dose verschwindet gern in der Landschaft - jedenfalls in den Augen des geneigten Touristen.

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Re: Facharbeiter

Beitragvon jörgT » 31. Dezember 2007 13:27

Leider (oder zum Glück :) ) muss ich Dir widersprechen, lieber Klaus. Im Fjäll in Dalarna und Härjedalen kenne ich durchaus Ecken, die vom Skoterunwesen noch nicht erobert sind!
Aber es stimmt - viele Schweden sehen die Natur als unendliche Quelle an und benehmen sich entsprechend.
Die allgemeine Wegwerfwirtschaft macht eben auch an den Grenzen Skandinaviens nicht halt!
Noch vor ein paar Jahren wäre eine solche Verhaltensweise unmöglich gewesen ...
Gott Nytt År!
Jörg :wink:


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