Euro, SEK

Tipps und Infos, Fragen und Antworten, Kultur - Menschen - Studium - Leben: Alles über Schweden!
Link zum Portal: http://www.schwedentor.de/land-leute
Fhre Schweden: Mit Stena Line nach Skandinavien: Sassnitz-Trelleborg

nysn

Re: Euro, SEK

Beitragvon nysn » 9. September 2008 08:33

Hej Nina,
natürlich kann man alle Bedürfnisse auf Null zurückschrauben, ist sicherlich möglich. Die Frage ist nur, ob es im Sinne des Menschen ist. Selbst die aktuellen 351,-€ sind viel zu wenig, denn vieles kann man einfach nicht grob vorrausrechnen.


Hej Jana,
ich glaube, du verstehst mich falsch - ich bin nicht der Meinung, dass es ausreichen würde/sollte/könnte.

Es ging ja um die Frage von Statistik - und rein rechnerisch wäre es also möglich, menschenwürdig - also durch Zufriedenstellung der absolut minimalsten Bedürfnisse von 132 Euro leben zu können.

Wenn man Details diskutiert, kommt man ja nie zu einem Ende - dann könnte man ja auch wieder sagen: Vielleicht wäre es sogar möglich, noch unter die 132 Euro zu kommen - wenn man z. B. auf ein Dorf in Schweden auswandert und sich dort weitgehendst selbst versorgt - also kleines Haus mit eigenem Brunnen am See im Wald usw.

S-nina

Benutzeravatar
janaquinn
Alter Schwede
Alter Schwede
Beiträge: 2203
Registriert: 5. Oktober 2006 09:29
Schwedisch-Kenntnisse: fließend
Lebensmittelpunkt: Schweden

Re: Euro, SEK

Beitragvon janaquinn » 9. September 2008 08:49

Hej Nina,
hatte dich nicht falsch verstanden, sondern habe es eher aus der Sicht eines "Otto-Normal-Hartz-V-Empfänger" geschildert.
Und ich denke, selbst in Schweden und mit beinahe Eigenversorgung (Mäuse für´s Hamsterrad damit sie Stromversorgung sichern :wink: ) und Regentonne zum Auffangen des Regenwasser´s für die Versorgung mit Wasser, ist utopisch wenig.

Aber nun genug von diesem Thema...es ist einfach zu politisch für unser Forum.

LG nach Götheborg
JANA
Gestern ist Vergangenheit. Der Morgen ist ein Geheimnis. Heute ist ein Geschenk

Benutzeravatar
Aelve
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1454
Registriert: 14. Januar 2008 11:20
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Euro, SEK

Beitragvon Aelve » 9. September 2008 09:06

Hallo,

dass die Leute hier wegen der absolut schlechten Familienpolitik auswandern wollen und unzufrieden sind, kann ich voll nachvollziehen. Es vergeht kaum ein Tag, wo man nicht von irgend jemanden hört, dass es in Deutschland immer mehr den Bach runtergeht. Und das höre ich nicht nur von Hartz IV Empfängern, sondern von Leuten, die sich in ihrem Beruf etabliert haben. Wenn man jeden Tag in den Nachrichten von Firmenschließungen, Firmenwegzügen ins Ausland, von Massenentlassungen liest, dann kann das ja wohl nicht nur Gejammer bei den Menschen sein, was sich hier in Deutschland abspielt. Das ist meine Meinung dazu, wobei ich in guter Arbeit bin genauso wie mein Mann und Sohn. Trotzdem bin ich der Meinung, dass man in Schweden eine bessere Lebnsqualität hat, dass man in Schweden überaus gepflegt einkaufen kann und das zu moderaten Preisen.
Auch kann ich aus meiner Erfahrung mit Haus in Schweden sagen, dass die Häuser dort im Unterhalt billiger sind als in Deutschland, sei es beim Wasser, Müll, Strom oder auch Grundsteuern, zumindest gilt es für unsere Häuser.
Vielleicht ist es mein Vorteil, dass ich in Schweden nicht berufstätig sein muß und dadurch nicht auf die Ballungsgebiete zurückgreifen muß, das spielt bestimmt eine gewaltige Rolle. Aber auch die ausgewanderten Deutschen, die ich in Schweden kenne, sind alle einhellig der Meinung, dass sie in Schweden mit ihrem Gehalt dort besser zurechtkommen als vorher in Deutschland. Und es gibt keinen Grund für mich, daran zu zweifeln.
Viele Firmen stellen einen Firmenwagen, was ja auch schon erhebliche Einsparungen mit sich bringt. Und mir wäre das Dagensrätt gerade recht, wenn ich dadurch abends nicht kochen müßte, denn die Kinder sind ja essensmäßig in Schweden ebenfalls gut versorgt. Mich würde doch mal interessieren, was Ihr so monatlich an Kosten für Lebensmittel ausgebt, vielleicht nennt Ihr mal Zahlen zum besseren Vergleich.
Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de

Bienenbär

Re: Euro, SEK

Beitragvon Bienenbär » 9. September 2008 10:21

Leider ist es in Deutschland so,das die fetten Jahre vorbei sind.Da helfen auch keine Statistiken.
Wir tuen alles dafür das mein Mann nicht arbeitslos wird,denn ein Arbeitsplatz ist hier in Deutschland mehr wert als sonstwas.Und wenn man 41 Jahre wird ,sowieso!
Ich will auf keinen Fall behaupten,das in Schweden alles besser ist.Das ist es nicht.Auch Deutschland hat seine Vorteile.
In Deutschland verdient aber nicht jeder 3000 Euro netto im Monat und die Arbeitsplätze bekommt man nicht hinterhergeworfen.
Das Leben hier ist teuerer geworden.Ich kann mich nicht daran erinnern,das eine Packung Cornflakes mal fast 7 DM gekostet haben.Das nur mal als Beispiel.
Und in den Schulen ist auch nicht alles mehr umsonst.Da fällt mir spontan das Kopier-Geld ein und jedes Jahr muß ein Teil Bücher gekauft werden.
Deutschland ist kein Schlaraffenland,nur weil der Alk hier billiger ist.
Hier wurden die Einkaufsreisen der Schweden angesprochen-Wegen dem billigen Brot gehts bestimmt nicht nach Deutschland und nach Thailand schon garnicht.Das Brot wird nebenbei noch mitgebracht.
Was zählt ist die Einzelsituation des Bürgers,ob in Schweden oder hier.
Und was man als günstig oder teuer empfindet,kommt ganz auf das eigene Portemonaie an.


:smt006 Tanja

hansbaer

Re: Euro, SEK

Beitragvon hansbaer » 9. September 2008 10:26

Öhm, kleine Frage an Tanja: die Anmerkung

Bienenbär hat geschrieben:.
In Deutschland verdient aber nicht jeder 3000 Euro netto im Monat und die Arbeitsplätze bekommt man nicht hinterhergeworfen.


bezog sich hoffentlich nicht darauf, dass Du annimmst, dass in Schweden jeder 3000 € netto hat.

Bienenbär hat geschrieben:.
Das Leben hier ist teuerer geworden.Ich kann mich nicht daran erinnern,das eine Packung Cornflakes mal fast 7 DM gekostet haben.


Ich weiß, die Versuchung ist groß, aber fast 7 Jahre nach Einführung des Euro noch in DM zu denken würde so oder so zu Widersprüchen führen. Eine Inflation gab es ja schon immer, und wenn man eine 3%ige Inflation auf 7 Jahre hochrechnet, ergibt das auch schon 26%.
Zuletzt geändert von hansbaer am 9. September 2008 10:34, insgesamt 1-mal geändert.

Bienenbär

Re: Euro, SEK

Beitragvon Bienenbär » 9. September 2008 10:33

Nein,ich nehme nicht an,das in Schweden alle soviel verdienen!!!Sonst wären wir nicht mehr hier :D
Ich habe mich schon informiert,bin also nicht auf den Kopf gefallen....
Das was ich genannt habe war ein Beispiel.
Das mit der Inflation mag schon stimmen,aber es ist trotzdem teurer geworden!


:smt006 Tanja

nysn

Re: Euro, SEK

Beitragvon nysn » 9. September 2008 10:34

Viele Firmen stellen einen Firmenwagen, was ja auch schon erhebliche Einsparungen mit sich bringt. Und mir wäre das Dagensrätt gerade recht, wenn ich dadurch abends nicht kochen müßte, denn die Kinder sind ja essensmäßig in Schweden ebenfalls gut versorgt.


Hallo Aleve,
was meinst du denn damit? Glaubst du, ein Firmenwagen wäre hier in Schweden gratis?

Ein Firmenwagen, der dir die Firma zur Verfügung stellt, ist ein Leasingfahrzeug, für das du die monatlichen Leasinggebühren und sonstigen Kosten erst mal selber zahlen musst - in Form des Bruttobetrages auf der Gehaltsabrechnung. Da der Bruttobetrag aufgenommen wird, muss der Arbeitnehmer dann "nur noch" die tatsächlichen Nettokosten zahlen.
Dieses System lohnt sich erfahrungsgemäß nur für die Kategorie "höginkomsttagare" (Hochverdiener in Schweden), da die die meisten Steuern bezahlen - sog. staatliche Steuer.
Das ganze System hier zu erklären, würde jetzt den Rahmen sprengen. Für Otto-Normalverbraucher gibt es hier wahrscheinlich keinen großen Vorteil.

Das "dagens rätt" oder "lunch" ist auch keine soziale Einrichtung - es kostet immerhin täglich im Schnitt um die 50 - 60 Kronen und in manch einer Betriebkantine in Deutschland kann man sicher sogar günstiger essen. Es gibt in Schweden "fast" keine Betriebskantinen - das ist der Unterschied.

S-nina

Auch bei aller Liebe zum Land - man kommt nicht davon weg - Schweden hat die höchsten Steuern in Europa und es ist teuerer im Vergleich zu Deutschland!

Bitte lest doch nochmals die Postings von "hansbaer" - Fabian - er hat das wirklich gut erklärt!!

S-nina

Benutzeravatar
sinlalu
Schwedenfreund
Schwedenfreund
Beiträge: 361
Registriert: 24. März 2008 12:33
Schwedisch-Kenntnisse: Grundkenntnisse
Lebensmittelpunkt: Deutschland

Re: Euro, SEK

Beitragvon sinlalu » 9. September 2008 10:37

Danke S-Nina!

Endlich mal jemand, der sich etwas durchliest! Es ging ja tatsächlich nur um die Möglichkeit mit weniger Geld auszukommen. Und das soll es ja angeblich sein. Ich möchte es nicht überprüfen müssen. Keiner hat gesagt, das HarzIV gekürzt werden soll.

Ich finde auch, dass diese Disskussion nur sehr schwer zu führen ist, weil viele Emotionen hochkochen.

Natürlich soll auch ein Arbeitsloser/seine Familie Anspruch auf Kultur haben!
Ebenso auf neue Klamotten und Genußmittel!

ABER WIEVIEL???

Ist es notwendig, dass die Möglichkeit besteht mehr "Stütze" zu erhalten als Lohn. Wo bleiben da die kulturellen Ansprüche z.B. eines Zimmermädchens oder ihrer Kinder?

Keiner sagt, dass alle HarzIV-Empfänger Sozialschmarozer sind. Staatliche Hilfen sind notwendig. Aber es gibt zu viele Möglichkeiten unseren lieben Staat auszunutzen. Und das kann nicht im Sinn der Allgemeinheit sein.

Und um auf den Ursprung zurückzukommen:
Natürlich ist auch mir mein eigener Geldbeutel näher als eine Statisdtik. Denn es gibt diesen schönen Spruch: Nach der Statistik haben ein Millionär und ich beide eine halbe Million. Nur hab ich die nicht. Trotzdem fand ich den Ansatz gut, diese Diskussion auf eine sachlicheser Basis zu stellen. Nur können wir halt alle nicht wirklich viel mit Statistiken anfangen wenn wir direkt betroffen sind, oder? Insofern habe ich gern gelesen, wie es Euch geht und ihr die Situation beurteilt und konnte einige wertvolle Informationen für mich sammeln.

Liebe Grüße Silke
Eine Umarmung ist ein großartiges Geschenk - passend für jede Größe...

hansbaer

Re: Euro, SEK

Beitragvon hansbaer » 9. September 2008 10:40

@Bienenbär: die Frage ist da für mich - was kosteten Cornflakes früher denn? Wenn ich die 26% abziehe, komme ich auf 5,20 DM. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass die Mehrwertsteuer gestiegen ist und die Transportkosten auch. Wenn die also früher vielleicht mal 4,50 DM gekostet haben, wären 3,50 € noch vollkommen im Rahmen. Der Knackpunkt liegt eigentlich woanders: in Deutschland hat man jahrelang gepredigt, dass man jetzt doch gerade jetzt bitte keine Lohnforderungen stellen soll, weil das den Aufschwung abwürgen würde. Diese Entwicklung zieht sich jetzt schon ewig hin, und die Reallöhne steigen langsamer als die Inflation.

@S-Nina: guter Punkt mit der Steuer - das wird gerne vergessen.

Benutzeravatar
Aelve
Schweden Guru
Schweden Guru
Beiträge: 1454
Registriert: 14. Januar 2008 11:20
Schwedisch-Kenntnisse: praktisch keine
Lebensmittelpunkt: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Euro, SEK

Beitragvon Aelve » 9. September 2008 10:41

Hallo lieber Hans und liebe andere Foris,

ich denke immer noch in DM, denn dann merkt man nämlich, um wieviel alles teurer geworden ist. Das ist auch nicht durch die Inflation zu erklären. Ich muß wohl nicht extra erwähnen, dass die Gehälter keineswegs im gleichen Umfang gestiegen sind.
Ich weiß ganz genau und ich bin in diesen Dingen nicht so vergeßlich wie der Normalbürger, dass gleich nach Einführung des Euros viele Lebensmittel plötzlich das Gleiche kostete wie kurz vorher in DM. Als ob die Geschäfte nur das DM/Euro Zeichen ausgetauscht hätten. Auch die Gaststätten und Hotels sowie Restaurants wollten es sich zunutze machen, dass die Bürger aufgrund des niedrigen Betrages - also eigentlich die Hälfte- es nicht merken würden, dass sie gleich 30 oder 40 % aufgeschlagen haben. Wenn vorher ein einfaches Gericht 10 DM gekostet hat, dann wären es plötzlich 7 oder 8 Euro. Deshalb müssen sich das Gaststättengewerbe und die Restaurants auch nicht wundern, dass kaum noch jemand zum Essen kommt - es ist alles hausgemacht.
Wir vermieten Ferienwohnungen an der Ostsee, ich habe seinerzeit bei der Währungsumstellung exakt umgerechnet und nur auf die nächste glatte 1er Zahl aufgerundet, sonst würde heute auch wohl kaum noch jemand bei uns buchen.
Neulich war ein interessanter Bericht im Fernsehen, die großen Kaufhäuser haben es immer schwerer, Sachen zu verkaufen. Für den Normalbürger ist es zu teuer geworden, der Reiche jedoch in der Regel geht nicht ins Kaufhaus sondern in kleine Läden. Deshalb hat Hertie schon Insolvenz angemeldet und Karstadt geht es auch nicht rosig. Wenn hier in Deutschland alles so billig wäre, dann müßte der Rubel äääääh der Euro ja nur so rollen - aber das tut er nicht, denn die Kaufkraft geht immer mehr zurück.

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
( Goethe)
http://www.traumhausschweden.de


  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Schweden“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 8 Gäste