Euro, SEK

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Aelve
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Re: Euro, SEK

Beitragvon Aelve » 7. September 2008 18:01

Hallo Hansbaer,

Du hast Recht, es stimmt nicht, dass in Schweden alles genauso teuer ist wie in Deutschland oder umgekehrt.

Denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass es in Schweden sehr viel viel billiger als in Deutschland ist. Und ich kann echt rechnen und bin außerordentlich preisbewußt. Unsere Kinder kaufen ihre Klamotten fast nur noch in Schweden, tolle Markenklamotten sind in Schweden fast 1/3 billiger als in D. Und ich könnte Tausend Sachen aufzählen, die in Schweden seit Einführung des Euros billiger sind als in D.
Denn es stimmt, was Nobse sagt, es kostet das Meiste heute das was es damals in DM gekostet hat, das Gehalt ist aber nicht dementsprechend gestiegen.

Grüße Aelve
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nysn

Re: Euro, SEK

Beitragvon nysn » 7. September 2008 18:16

Denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass es in Schweden sehr viel viel billiger als in Deutschland ist.


Das muss daran liegen, dass ihr in Deutschland "sehr viel mehr" Geld zur Verfügung habt, als wir hier in Schweden!

Wenn ich aus Kungsbacka nach Konstanz fahre, finde ich immer noch, dass die Lebensmittel dort unten am Bodensee ein Bruchteil von dem kosten, was ich hier bezahle - sogar der Kaufhof direkt am Münchner Marienplatz ist, was Lebensmittel anbelangt, für einen "Schweden" "billig"!

Bei Bekleidung kann ich dir möglicherweise zustimmen, es ist hier teilweise günstiger - aber auch nur, wenn es um Billigklamotten à la H&M, Lindex usw. geht - richtig gute Marken-/Desingerkleidung ist hier auch teuer oder sogar überhaupt nicht verfügbar. Gekas in Ullared würde ich auch nicht unbedingt als gute Referenz sehen - die Geschäftsidee dieses Geschäfts ist mit Überschuss-Ware zu handeln.

Für Leute, die in den Urlaub nach Schweden fahren, spielt das ja dann keine besonders große Rolle - für Leute, die vorhaben, hier zu leben und nicht über große Rücklagen aus einem früheren Leben in Deutschland verfügen, wäre es unfair zu behaupten, in Schweden sei alles billiger. Das stimmt so nicht. Leider.

S-nina

hansbaer

Re: Euro, SEK

Beitragvon hansbaer » 7. September 2008 18:19

Ich kann S-Nina nur zustimmen - als Urlauber nimmt man das anders wahr. Ich rede hier davon, wie teuer es ist, in diesem Land zu leben. Und da spielen Markenklamotten echt nicht die entscheidende Rolle, wenn ich was zum Frühstück essen will.

Das Beispiel mit den Markenklamotten hast du jetzt schon mehrfach gebracht, Aelve. Ja, auch Bücher sind in Schweden teilweise billiger (sofern es schwedische sind). Und sogar Autos kosten etwas weniger. Geh aber beim nächsten Schwedenbesuch mal in den Elgiganten/Media Markt/etc. neben dem Klamottenladen - da kostet die Digitalkamera eben mal so 30% mehr.

In einem Durchschnittswarenkorb sind diese je nachdem gewichtet, wie oft sie gebraucht und gekauft werden. Und da sind Dinge wie Milch oder Brot, die zumeist teurer sind als in D, weit stärker vertreten.

Schweden kann schon aus einer Reihe volkswirschaftlicher Gründe kein Billigland sein und wird es auch nicht werden, auch wenn vielleicht manche Dinge billiger sind als in Deutschland.

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Re: Euro, SEK

Beitragvon Aelve » 7. September 2008 21:11

Hallo Ihr, die dort im teuren Schweden wohnt und Ihr die Ihr im billigen Deutschland beheimatet seid,

ich kenne nun wirklich viele ausgewanderte Deutsche, die nach Übersiedlung nach Schweden eindeutig der Meinung sind, dass sie dort viel besser mit dem Geld auskommen als vorher in Deutschland. Und auch wir, die wir bestimmt jeden zweiten Monat für einige Tage in Schweden sind, haben das gleiche Gefühl. Wir müssen ja auch Strom und Unterhaltskosten für unsere Häuser bezahlen, wir müssen Dinge für die Häuser einkaufen und wir kaufen Lebensmittel vor Ort ein. Entweder sind unsere Ferienhäuser nun zufällig gerade in einem Gebiet, wo alles spottbillig gegen das übrige Schweden ist oder wir kaufen einfach in Schweden nicht die teuren Sachen sondern die günstigen Sachen ein. In Deutschland bekommt man kein Tagesgericht für 6-7 Euro inkl. Salat, Kaffee und Getränk, dafür kostet ein beschmiertes Baguette leicht 3.90 Euro, das zumindestens in Hamburg. Dann ist auch Strom in Schweden immer noch günstiger als in D, wenn es auch wie überall langsam auch teurer wird. Wassergeld und Entwässerung müssen wir nicht bezahlen wegen eigenem Brunnen, nur die Abfuhr (Slumsugning) kostet etwas, aber lange nicht soviel wie hier die Entwässerungsgeb.Bahnfahrten oder Busfahrten habe ich gehört, sind in Schweden auch günstiger als in D. Dann darf man nicht vergessen, dass die Kindergartenplätze weit billiger in Schweden sind als in Deutschland, für Familien ist Schweden insofern ein Schlaraffenland - auch wegen der Schulbücherfreiheit. Wir mußten jedes Schulbuch bezahlen, zumindest fordern die Schulen hier laufen irgendwelche Gelder. Es mag sein, dass einige deutsche Marken (vor allem bei Geräten) teurer in Schweden sind als in Deutschland, aber man muß ja keine deutschen Marken dort kaufen, sondern man kauft dann eben schwedische Produkte ein. Ich habe schon manchmal Waschmaschinen und andere Geräte gesehen, die in Schweden teurer waren als in Deutschland, aber in dem Laden war es ohnehin alles teuer, da es ein ganz teures Baugeschäft ist, welches sehr exklusive Geräte anbietet. Sonst habe ich bei den Dingen keinen Preisvergleich. Wir bringen uns immer Butter aus Schweden mit nach Deutschland sowie Käse, Salate usw. Ich würde es nicht tun, wenn ich dabei nichts sparen würde.
Ich habe mich, wie gesagt mit vielen Deutschen unterhalten, die noch nicht solange in Schweden leben und die noch einen direkten Preisvergleich haben. Alle meinten, dass man am Monatsende in Schweden was übrig hat vom Geld, ein Pärchen konnte sich nach einem Jahr bereits ein eigenes Haus kaufen - hätten die in Deutschland in zig Jahren nicht gekonnt.
Das macht ja auch was aus, wenn man in Schweden nicht immer Miete zahlen muß, dann hat man irgendwann ja auch sein eigenes Haus abbezahlt anstatt immer dem Vermieter was zu zahlen.
Das einzige, wo ich einräume, was teurer ist in Schweden als in Deutschland sind die Handwerkerstunden, bedingt dadurch, dass Handwerker dort ja auch angemessenen Lohn bekommen. Hier haben wir das Glück, dass mein Mann alles selber machen kann und wir selten Handwerkslohn in Schweden bezahlen müssen.
Grüße Aelve
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nysn

Re: Euro, SEK

Beitragvon nysn » 7. September 2008 21:46

Wir müssen ja auch Strom und Unterhaltskosten für unsere Häuser bezahlen, wir müssen Dinge für die Häuser einkaufen und wir kaufen Lebensmittel vor Ort ein.


Ihr habt ein deutsches Nettogehalt, das wahrscheinlich über dem eines normalen Nettogehalts in Schweden liegt. Daher empfindet ihr es hier als billiger.

Entweder sind unsere Ferienhäuser nun zufällig gerade in einem Gebiet, wo alles spottbillig gegen das übrige Schweden ist


Ja das sind sie. Viel billiger als in den Ballungsgebieten, wo die meisten der 9 Mio. Schweden wohnen - also viel, viel, viel billiger als Stockholm, viel, viel billiger als Göteborg und viel billiger als Malmö.
50 km weiter nach Varberg ist es schon teuerer und in Göteborg (100 km) noch teuerer!
Dort, wo Eure Ferienhäuse sind, möchten die meisten Menschen aufgrund der weiten Entfernung zum Arbeitsplatz und anderer fehlender Infrastruktur nicht bevorzugt wohnen. Es ist ein schönes Urlaubsgebiet im Sommer. Gekas/Ullared ist in Schweden auch "einmalig" billig.

Dann ist auch Strom in Schweden immer noch günstiger als in D, wenn es auch wie überall langsam auch teurer wird.


Die meisten Häuser werden in Schweden mit Strom beheizt - es gibt keine Vergünstigungen, wie z. B. in D mit Nachtstrom - daher verbraucht ein schwedischer Normalhaushalt auch sehr viel mehr Strom als ein deutscher - die Heizperiode ist auch um einiges länger - also höhere Energiekosten. Ein 10 Jahre altes Haus, beheizt mit "direkt el", ca. 140 m2 - hat derzeit ungefähr Stromkosten in Höhe von 4.000 Euro/Jahr.

Wassergeld und Entwässerung müssen wir nicht bezahlen wegen eigenem Brunnen,


Das ist in Schweden kein Vorteil - die meisten Menschen bevorzugen und haben auch kommunales Wasser, da eigene Brunnen bei 70 Prozent aller Haushalte, die das haben, aus gesunheitlicher Sicht nicht optimal sind. Es gab da vor kurzem mal wieder eine Warnung für alle mit eigenem Wasser. Ein Haus mit eigenen Brunnen kann bei uns in der Gegend schon mal mindestens 500.000 SEK weniger kosten als ein vergleichbares Haus mit kommunalem Wasser.

Dann darf man nicht vergessen, dass die Kindergartenplätze weit billiger in Schweden sind als in Deutschland, für Familien ist Schweden insofern ein Schlaraffenland - auch wegen der Schulbücherfreiheit.

Kindergartenplätze sind günstiger - ja. Schulbuchfreiheit gibt es auch in Deutschland. Der Sohn meiner Schwester besucht ein privates Gymnasium in Baden-Württemberg - er muss NICHT jedes Schulbuch kaufen.

aber man muß ja keine deutschen Marken dort kaufen, sondern man kauft dann schwedische Produkte ein.

Es gibt nicht immer ein entsprechendes schwedisches Produkt - oder hast du schon mal echt schwedische Pfirsiche/Melonen/Zitronen/Orangen gesehen?

Alle meinten, dass man am Monatsende in Schweden was übrig hat vom Geld, ein Pärchen konnte sich nach einem Jahr bereits ein eigenes Haus kaufen - hätten die in Deutschland in zig Jahren nicht gekonnt.


Nein, in Deutschland hätte sie vermutlich nicht 90 oder sogar 100 Prozent des Kaufpreises von der Bank ausleihen dürfen - ohne irgendwelche Tilgungen leisten zu müssen. In Schweden ist das durchaus üblich - 95 Prozent Darlehen - keine Tilgung - nur die Zinskosten zahlen.

Das macht ja auch was aus, wenn man in Schweden nicht immer Miete zahlen muß, dann hat man irgendwann ja auch sein eigenes Haus abbezahlt anstatt immer dem Vermieter was zu zahlen.


Das ist in Schweden häufig nicht der Fall, dass man sein Haus irgendwann mal abbezahlt hat - die meisten haben das nicht - das ist eine andere Mentalität hier - hier verlässt man sich von der Wiege bis zur Bahre mehr auf den Staat.

Daher geht es in Deutschland ja auch den meisten Menschen (aus den alten Bundesländern - und vor allem in Süddeutschland) verhältnismäßig gut (Vollbeschäftigung bei geringer Verschuldung der Haushalte und fast jeder hat/hatte genügend Geld, um sich ein Eigenheim anzusparen). Das ist in Schweden nicht die Regel - trotz Wohlfahrtsstaat. Es gibt keine sog. "Erbengeneration" - sonst hätte man hier nicht gerade die Vermögens-/Erbschaftssteuer komplett abgeschafft - in Schweden werden auch von einer rechten Regierung keine Steuern gestrichen, die dem Staat viel Geld einbringen könnten!

Das einzige, wo ich einräume, was teurer ist in Schweden als in Deutschland sind die Handwerkerstunden,

Bei diesen Kosten lässt sich in Schweden echt Geld einsparen - man fragt immer den Handwerker ob er das "vit" (weiss) macht oder "vid sidan om" - meistens gehts "vid sidan om" - schließlich gibts auch steinharte Konkurrenz aus Polen!


S-nina

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Re: Euro, SEK

Beitragvon Haro » 7. September 2008 22:24

Hejsan, wieder mal,

ich muss Aleve voll und ganz zustimmen, wir hatten auch in Deutschland ein eigenes Haus und wenn man alleine nur die Unterhaltskosten für ein Haus vergleicht z.B. Strom, in Deutschland beim Billiganbieter Yellow haben wir 19 Cent die kw/h bezahlt, hier in Schweden bei einem der teuersten Anbieter Eon bezahlen wir umgerechnet ca. 11 Cent (ohne vergünstigten Tarif) und haben schon gesehen das es in Schweden Billiganbieter gibt, wo die kw/h nur knapp 9 Cent kostet. Grundsteuer haben wir in Deutschland ca. 400 € bezahlt für ein Haus mit 450 qm, in Schweden bezahlen wir ca. 195 € für unser Haus mit Ferienhaus und 4.150 qm Grundstück. Wasser und Abwasser in Deutschland 5,10 € m³, in Schweden ca. 1,80 € m³. Heizkosten haben wir auch viel weniger was aber auch zum Teil an dem Unterschied liegt das wir in Deutschland mit Oel und hier mit Pellets heizen. Da ich Frührentner mit einer kleinen Staatlichen und einer Privaten Rente bin und hier in Schweden gut davon leben kann, obwohl meine Frau noch nicht arbeitet. In Deutschland hätten wir von dem Geld unser Haus gewiss nicht halten können ohne das meine Frau gearbeitet hätte.
Aelve hat geschrieben:In Deutschland bekommt man kein Tagesgericht für 6-7 Euro inkl. Salat, Kaffee und Getränk, dafür kostet ein beschmiertes Baguette leicht 3.90 Euro, das zumindestens in Hamburg.
Nicht nur in Hamburg nicht, auch in Siegen nicht.
Ich könnte nun Stundenlang weitermachen mit den Preisvergleichen aber mir reicht es nun, Geld ist halt nicht alles auf der Welt und ich genieße lieber die herrliche Natur und Ruhe in Schweden. :D

Gruß aus Småland
Harald
Man muss dem Leben nur gelassen folgen und ihm ein Höchstmaß an Freude entnehmen.

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Re: Euro, SEK

Beitragvon nysn » 8. September 2008 07:17

Bei meinem obigen Beispiel hatte ich übersehen: die ca. 4.000 Euro/Jahr sind die Gesamtbetriebskosten für ein Normalhaus in Schweden - also ein 1-plan (einstöckiges) Fertighaus, das ca. 140 m2 groß ist und mit "direkt el" beheizt wird - Grundstücksgröße 900 m2, Kommune Kungsbacka.

Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen für eine kleine Familie (2 Erwachsene, 1 Kind):
39 760 SEK/Jahr insgesamt: davon 29.120 SEK - Heizung (Stromverbrauch ca. 19.000 kWh, Wasser/Abwasser 5.216 SEK, Renhållning 1.724 SEK, Samfällighet 1.200 SEK und Sonstiges 2.500 SEK.

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Re: Euro, SEK

Beitragvon sinlalu » 8. September 2008 08:34

Aelve hat geschrieben: dass es in Schweden sehr viel viel billiger als in Deutschland ist. (...) Unsere Kinder kaufen ihre Klamotten fast nur noch in Schweden, (...)
Grüße Aelve



Hej zusammen,

Das mit den Klamotten unterschreibe ich sofort. Meine beiden freuen sich auch schon immer auf´s shoppen in Schweden.

Das in Schweden aber alles sehr viel billiger ist, das stimmt so nicht. Ich glaube, es macht einen Unterschied, ob man dort lebt und Steuern, Versicherung und vor allem Energiekosten neben den normalen Lebenshaltungskosten zu tragen hat, oder ob man nur zeitweilig dort ist und sich die Kosten in erster Linie auf Lebensmittel u. ä. beziehen. Im ersten Fall fahren die Schweden günstiger. Lebensmittel sind aber insgesamt teurer. Ich glaubenicht, das man den vielzitierten Mustereinkaufswagen heranziehen kann. Und sicher sind manche Sachen günstiger, andere dafür teurer. Aber manches braucht man einfach öfter. Und ich hab die Erfahrung gemacht, dass das reine Einkaufen von Lebensmitteln auf Dauer in Schweden teurer ist.

Liebe Grüße Silke
Eine Umarmung ist ein großartiges Geschenk - passend für jede Größe...

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Re: Euro, SEK

Beitragvon Aelve » 8. September 2008 09:22

Ihr Lieben,

jeder hat in gewisser Weise etwas Recht. Wenn man irgendwo in Urlaub ist, dann guckt man auch ohnehin nicht so aufs Geld, als wenn man irgendwo lebt und am Ende des Monats will man auch nicht hungern.
Sicherlich kommt es auch vielfach auf die eigenen Ansprüche an, was man ausgibt, wofür man etwas ausgibt, wo man einkauft und wo man versucht, sich einzuschränken.
Gewisse Dinge braucht man, sei es Hausversicherung, Steuern muß man auch zahlen, Energie kommt man auch nicht drum herum, wenn man nicht selber Strom erzeugen will. Essen muß man auch und Reinigungsmittel sowie Drogeriesachen braucht man als zivile, kultivierte Person ebenfalls.
Wir sehen in Deutschland sowie in Schweden zu, dass wir möglichst viel für unser bißchen Geld, was wir einnehmen, bekommen. Praktisch nach dem Minimal/Maximal Prinzip, für möglichst wenig Geld möglichst viel und darüber hinaus Gutes kaufen.
Man kann deshalb nicht jeden Haushalt mit dem anderen Haushalt vergleichen.
Wir z.b. geben kein Geld für Tabak und solche Dinge aus, wir kaufen in Deutschland genauso wie in Schweden oft in den günstigen Lebensmittelketten, bei Energie sind wir etwas verschwenderisch durch Internet usw.. Wenn wir Anschaffungen tätigen, dann erfolgt der Kauf entweder über ebay oder sonstige günstige Gelegenheiten.
Wir haben in Deutschland ein Haus und wir haben in Schweden ein Haus. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das Haus in Schweden mit Riesengrundstück erheblich günstiger im Unterhalt ist als unser Haus in Deutschland, versicherungstechnisch genauso wie Energiemäßig. Da wir nicht die teuersten Lebensmittel und keine Genußmittel in Schweden kaufen, kommen wir dort sehr gut über die Runden, Erdbeeren muß ich z.b. im Winter nicht kaufen, weder in D noch in S. Soll heißen, wenn Dinge besonders teuer sind, dann muß ich sie nicht haben, wir sind da eher bescheiden, da wir uns schon immer nach der Decke strecken mußten.
Aber ich finde, dass man auch alle Dinge wie z.b.freie Bademöglichkeiten an den Seen und Ausflugsmöglichkeiten, die nicht sehr viel kosten, mit in Betracht ziehen muß. Auch in dem Bereich kann man in Schweden durch kostenlose Badeplätze Geld sparen, in D. darf man ja nicht umsonst an die Nord- oder Ostsee gehen.

Mein Gefühl, dass es in Schweden für uns mit unseren Ansprüchen und Gewohnheiten billiger ist, ist stimmig. Es kann natürlich sein, dass es Dinge gibt, die ich nicht berücksichtigt habe, da wir sie nicht brauchen oder kaufen. Wenn man natürlich sehr hohe Benzinkosten für weite Fahrtwege aufbringen muß, dann ist da auch schon viel Geld mit verbraten. Und wie gesagt, man kann nicht jede Haushaltsführung mit der anderen vergleichen, dazu liegt es mehr an der bewohnten Gegend, an den eigenen Ansprüchen sowie auch am Einkommen jedes einzelnen.

Grüße Euch Aelve
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Re: Euro, SEK

Beitragvon janaquinn » 8. September 2008 09:40

Hej Hej,
also ich habe in den letzten Monaten gemerkt, dass viele Sachen erheblich teurer geworden sind, als im letzten Jahr. Die Sprit-und Strompreise sind sogar ganz erheblich gestiegen, ca. 2kr. zum April 2007 als wir angekommen sind. Im Schnitt tanken wir jetzt für 13,-sek, im April waren es ca. 11,-Sek. Auch der Strom ist erheblich teurer, als im letzten Jahr.
Bei den Klamotten: Da kommt es drauf an, wann und wo man kauft. Bei 2 Kindern, die mal eben, beide aus allen Sachen und Schuhen rausgewachsen sind und eine komplett neue Garderobe brauchen, da kommen leicht 7000-8000 SEk zusammen, weil mit einer Jeans, einem Pullover und einem paar Schuhe ist es leider nicht getan.

Im letzten Jahr haben wir einen Grosseinkauf für den ganzen Monat für ca. 2500SEK gemacht, mittlerweile sind es zwischen 3000-3500,-SEK und drüber, und wir kaufen nur bei Willy´s, Lidl oder CityGross ein, letzters eher selten. Aber wenn man täglich frisch kocht für 5 Personen, ist es nicht immer günstig.

Für eine normale Tankfüllung für den Voyager rechnen wir z.Z. 700,-sek, ca. 150,-SEK mehr als im Dezember 2007.

Also, im alltäglichen Leben merkt man schon, die erheblich gestiegenen Lebenshaltungskosten.
Und ganz ehrlich, ich halte weder was von Statistiken noch von Vergleichen zwischen Deutschland und Schweden. Ich habe nur, wenn ich in Deutschland bin, dass der Euro sich schneller aus dem Portmonaie verflüchtigt als die Krone.


LG JANA
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