Euro, SEK

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nobse

Re: Euro, SEK

Beitragvon nobse » 7. September 2008 11:59

Stimmt , aber weitaus nicht mehr so gravierend wie früher. Man braucht sich zum Beispiel nicht mehr aus finanziellen Gründen das Womo mit Nahrungsmittel vollhauen. Man kann vergleichsweise gut leben und dort einkaufen. Von speziellen Dingen will ich jetzt Abstand nehmen. Salami, Bockwurst ect. möchte ich dort nicht vermissen, diese sind auch sehr gut als Dankeschön für Hilfeleistungen angebracht, ebenso Bier und Spirituosen. Aber im allgemeinen sind wir in diesem Jahr prima über die Runden gekommen.
Und den Statistiken schenke ich keinerlei Beachtung, denn traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Im übrigen ist in der Vorwoche ein Mann in einem See ertrunken , der nachweislich ,statistisch im Durchschnitt nur 20 cm tief ist.

nysn

Re: Euro, SEK

Beitragvon nysn » 7. September 2008 12:01

Nicht die "Bild" formt meine Meinung , sondern unser Portmonaise!


Das tut es hier in Schweden auch!

Wenn man aus Deutschland kommt - vor dem Hintergrund, dass "der Deutsche" oft mehr netto in seinem Portemonnaie vorfindet - dann kann man stellenweise Schweden als "gleich teuer" oder "nicht sehr viel teuerer" empfinden. Als Tourist kommt man ja auch nur einige Wochen hierher, wohnt oft auf dem Land/Stuga/Wo-Mo/Campingplatz und konsumiert daher auch anders als zu Hause.

Wenn man hier in Schweden lebt und hier ein normales Einkommen bezieht, empfindet man alle anderen Ländern in Europa, was die Lebensmittelpreise anbelangt, guenstiger. Trotzdem hat man als "Schwede" generell eine schlechtere Kaufkraft, weil man ja weniger zum Ausgeben hat. Daher fahren die meisten Schweden dorthin in den Urlaub, wo es noch billiger ist, z. B. Thailand/Vietnam/Kroatien/Bulgarien usw.

Nach Schweden auszuwandern, weil es hier angeblich guenstiger sein soll - ist reiner Blödsinn. In Schweden lernt man zwangsläufig sein Konsumverhalten zu aendern und dem Geldbeutel anzupassen.

S-nina

nobse

Re: Euro, SEK

Beitragvon nobse » 7. September 2008 12:11

Genau , jeder passt sich eben den Gegebenheiten an, oder sollte es wenigstens . Wie sagte Otto Reutter vor rund 100 Jahren?
" Und wird alles teurer ,dann murre nicht , und nimm`s dir die Steuer ,dann knurre nicht. Und hast du den Dalles, verzage nicht und nimmt man dir alles, dann klage nicht. Denn der ,der nichts hat, ist glücklich und frei und in fünfzig Jahren ist alles vorbei!"

nysn

Re: Euro, SEK

Beitragvon nysn » 7. September 2008 12:20

Genau , jeder passt sich eben den Gegebenheiten an, oder sollte es wenigstens .


Ich sollte noch nachschieben, dass ich mit meinem obigen Beitrag, keinesfalls ausdruecken wollte, in Schweden lebe man in irgendeiner Weise schlechter.

Das tut man nicht! Man lebt anders und prioritiert anders.

In diesem Jahr fuehlten wir uns als "Schweden" z. B. "richtig reich" im Urlaub in den USA - wir empfanden sogar New York als nicht uebertrieben teuer. Nun wuerde ich aber nie sagen wollen - USA ist billiger als Schweden - das waere auch ein Blödsinn.

S-nina

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Re: Euro, SEK

Beitragvon Haro » 7. September 2008 14:12

Hejsan alle,

wir sind im Februar 2008 nach Schweden in die Hultsfred Kommun (Småland) gezogen und haben deswegen ja noch einigermaßen die Deutschen Preise im Kopf. (denken wir jedenfalls)
Wir haben auf jeden fall in Schweden festgestellt das:

1. es auch darauf ankommt wo man in Schweden wohnt. Ist doch klar das es in Großstädten wie Stockholm, Göteborg oder Malmö teurer ist als bei uns in Småland auf dem Lande.

2. man mit Statistiken die im Internet stehen und überhaupt "sehr vorsichtig" sein sollte und immer schauen "wer" diese in Auftrag gegeben, erstellt hat oder "wem" sie nützen. (Statistiken sind relativ und beeinflussbar.)

3. es auch auf den Lebensstil ankommt, der eine braucht halt mehr, der andere weniger Geld zum Leben.

Da ich oft das Gestöhne von Leuten aus Deutschland über die hohen Preise höre habe ich mir vorige Woche mal aus Interesse die Arbeit gemacht und die wöchentlichen Angebotsblätter der Schwedischen Discountern von Willy´s, Coop, ICA und ICA Maxi mit denen von den Deutschen Discountern Aldi, Lidl, Rewe und Real (einzusehen im Internet) zu verglichen. Dabei habe ich festgestellt das wir für die gleichen Lebensmittel im Wert von 100 € (Deutschland) hier in Schweden nur umgerechnet 82 € bezahlen müssten.
Andere Waren wie Bekleidung, Fernseher, Kühlschranke und Möbel halten sich in etwa die Waage, wobei Möbel bei Ikea Schweden aufgrund der höheren Mehrwertsteuer in Schweden teurer sind als in Deutschland. :(
Wir haben für unser Haus in Deutschland mit ca. 450 qm Grundstück 501 € Versicherung ohne Rechtschutz bezahlt und in Schweden für unser Haus und Ferienhaus mit 4.150 qm Grundstück, mit Rechtschutzversicherung ca. 390 €. Außerdem sind Strom, Telefon, Heizen und Benzin halt fast sämtliche lebensnotwendige Kosten niedriger als in Deutschland.
Nach dem wir einen genauen Überblick über die Kosten in Schweden hatten haben wir gemerkt das wir bei einem Lebensstil wie in Deutschland hier in Schweden ca. 2ooo € im Jahr günstiger leben können als in Deutschland.
Ich arbeite z.Z. einen genauen Vergleich aus zwischen den Kosten die wir in Deutschland hatten und denen die wir in Schweden haben, diese Seite werde ich demnächst auf unsere Homepage Online stellten. (bin mal gespannt was dabei rauskommt) :wink:

Davon mal ganz abgesehen ist das Gerede über Kosten und Geld ja nebensächlich, da wir in einem der schönsten Länder Europas mit sehr netten Einwohnern, wo andere Leute Urlaub machen leben dürfen und können.

Gruß aus dem schönen Småland :flagge:
Harald
Man muss dem Leben nur gelassen folgen und ihm ein Höchstmaß an Freude entnehmen.

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nobse

Re: Euro, SEK

Beitragvon nobse » 7. September 2008 14:19

Danke für deine Aussage , die deckt sich mit Zschirlis Meinung und mit unseren Erfahrungen. Ausschlaggebend ist der Lebendsstil und da sind die deutschen zu verwöhnt.

hansbaer

Re: Euro, SEK

Beitragvon hansbaer » 7. September 2008 14:44

Die Statistiken, die ich genannt habe, sind direkt von der EU erstellt - ich glaube, seriöser kanns kaum werden. Es wird üblicherweise ein Warenkorb genommen - und da ist auch der Knackpunkt mit den Anzeigenblättern. Brot, Milch, Mehl etc. und andere Basisprodukte sind selten als Sonderangebot ausgezeichnet und kommen deswegen kaum in solchen Anzeigenblättern vor.

Wo man in Schweden wohnt, spielt eine viel größere Rolle, als man aus deutscher Sicht gerne annimmt. Mir ist neulich im Schottlandurlaub aufgefallen, dass in den abgelegenen Teilen Schottlands der Sprit eben mal 15 Pence teurer war. Solche Schwankungen sind einem in Deutschland fremd.
In Schweden muss es naturgemäß auch solche Schwankungen geben. Die Kosten, einen ICA mitten im Nirgendwo mit Ware zu beliefern, sind viel größer als in Deutschland, wo die Einwohnerdichte viel höher und das Infrastrulturnetz engmaschig ist.

Die Thematik ist also auch sehr individuell - je nachdem, wo man wohnt und welche Gewohnheiten hat, nimmt man Preise anders wahr. Daher hatte ich auch die Kritik angebracht - Einzelerfahrungen geben weniger her als eine allgemeine Statistik.

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Re: Euro, SEK

Beitragvon Haro » 7. September 2008 17:04

Hej noch mal,
hansbaer hat geschrieben:Die Statistiken, die ich genannt habe, sind direkt von der EU erstellt - ich glaube, seriöser kanns kaum werden.
Also, was seriöse Statistiken von Staaten oder solchen Zusammenschlüssen (EU) anbelangt bin ich "besonders" vorsichtig. Statistiken können auch viele Einzelerfahrungen verfälschen.
Wie ein ganz bekannter Staatspräsident mal sagte:
Zitat: Ich stehe Statistiken etwas skeptisch gegenüber. Denn laut Statistik haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine halbe Million.
Franklin Roosevelt, 30.01.1882 - 12.04.1945 32. Präsident der USA
hansbaer hat geschrieben:Es wird üblicherweise ein Warenkorb genommen - und da ist auch der Knackpunkt mit den Anzeigenblättern. Brot, Milch, Mehl etc. und andere Basisprodukte sind selten als Sonderangebot ausgezeichnet und kommen deswegen kaum in solchen Anzeigenblättern vor.
Einen Warenkorb mit Basisprodukten im Wert von 100 € (Deutschland) habe ich auch zusammengestellt und verglichen. Zu den Angebotsblättern die ich verglichen habe sei zu sagen, das es sich um Angebotsblätter von Discountern für "Lebensmittel" (Brot, Milch, Mehl, Gemüse) handelte, weil ich diese auch beim Discounter kaufe und keine Fernseher oder Fahrräder. Die Thematik ist schon wie Du sagst sehr individuell, wenn man aber Äpfel mit Äpfeln sprich: die teuersten Wohnorte z.B Stockholm mit München und ländliche Gegenden in Småland und in der Lüneburger Heide mitteinander vergleicht denke ich wird man in Schweden so oder so günstiger leben.
hansbaer hat geschrieben:Solche Schwankungen sind einem in Deutschland fremd.
Zu den Schwankungen kann ich nur sagen, das es die Benzinpreisunterschiede auch in Deutschland gibt, nur umgekehrt. Bei meinen Eltern z.B. in der Lüneburger Heide war das Benzin meistens 10 - 12 Cent billiger als damals bei uns in Siegen. Solche Preisunterschiede gibt es in Schweden nicht nur in abgelegenen Gegenden. Wir haben hier schon Unterschiede beim Benzinpreis von umgerechnet ca. 10 Cent zwischen Hultsfred und Vimmerby (ca.25 km) gesehen und gleich zum volltanken ausgenutzt. :D

Gruß aus Småland
Harald
Man muss dem Leben nur gelassen folgen und ihm ein Höchstmaß an Freude entnehmen.

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hansbaer

Re: Euro, SEK

Beitragvon hansbaer » 7. September 2008 17:14

Das Benzin war vielleicht ein schlechtes Beispiel. In Deutschland ist man es einem fremd, dass man nicht mehrere Geschäfte zur Auswahl hat - es wird schon als Versorgungslücke wahrgenommen, wenn nicht jedes größere Dorf einen eigenen Supermarkt hat. Aber in solchen abgelegenen Gegenden Europas gibt es oft keine wirkliche Auswahl, oder wenn, dann muss man dafür eine Tagesreise einkalkulieren. Die Geschäfte dort machen noch auf klassische Art eine Grundversorgung, bei der die Kunden die Kosten für die bloße Anwesenheit eines solchen Angebots mitzahlen müssen.

nysn

Re: Euro, SEK

Beitragvon nysn » 7. September 2008 17:46

Bei der ganzen Schwedenromantik und auch bei der Diskussion, dass es in Schweden sogar "billiger" wäre, als in Deutschland vergisst man nur allzu leicht, dass dort, wo es in Schweden billig/billiger ist - also, dort wo man günstige Häuser mit großen Grundstücken kaufen kann, es einfach auch keine oder sehr wenige Arbeitsplätze gibt und nur sehr wenige Menschen dort leben wollen/können.

Die Schweden sind doch auch nicht so doof und wohnen freiwillig in Stockholm/Göteborg/Malmö so dicht beieinander und zahlen für eine kleine Wohnung als Bostadsrätt so viel wie ein Münchner/Stuttgarter und sogar mehr als ein Berliner für eine Eigentumswohnung.

Ich denke mal, es ist in Deutschland auf dem Land - z. B. in den neuen Bundesländern auch sehr viel güstiger als in einem vergleichbaren Dorf in Baden-Württemberg oder Bayern. Der Unterschied ist wohl eher die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen.

Es muss auch mal klar gesagt werden - dort, wo es die meisten Inga Lindström-Anhänger in Schweden hinzieht, da will nicht unbedingt auch jeder Schwede hin - und daher ist es dort möglicherweise sogar günstiger.

Die meisten Schweden wohnen tatsächlich in und um die drei Großstadtregionen - der Rest ist mehr oder weniger "Provinz".

S-nina


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