Euro in Schweden

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Gottfried
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Re: Euro in Schweden

Beitragvon Gottfried » 3. Dezember 2008 14:39

Hej Aelve!

Du Bild ja auf ganz schön hohem Niveau!
:smt064 Ich empfehle einen Blick auf die wirklich gute Homepage: http://www.traumhausschweden.de.

Noch Fragen? Also mach dich nicht zum Ritter der armen Harz IV-Leute. Die würden Dich eh nicht verstehen....

:smt006


gottfried

hansbaer

Re: Euro in Schweden

Beitragvon hansbaer » 3. Dezember 2008 14:46

@Aelve: Die Überbreite liegt an dem langen Link. Der zieht das so stark auseinander. Vielleicht hätte ich es anders eingeben müssen, um das zu vermeiden.

Mir ist schon bewusst, dass Du viele Teuerungen siehst. Jeder hat manchmal einen Aha-Effekt. Ich habe lange DVD-Rohlinge bei LIDL gekauft, weil ich gedacht habe, hier in Schweden kann es nirgendwo billiger sein als dort. Nachher musste ich feststellen, dass die Rohlingspreise bei Lidl außerordentlich hoch sind.

Wir müssen uns aber klar darüber sein, dass einzelne Preissteigerungen, die wir wahrnehmen, in der Regel nur kleinste Puzzlestücke eines sehr großen Bildes sind. Wer schaut schon auf den Preis von Mehl? Wer freut sich darüber, wenn der Joghurt 5 Cent billiger als vor einer Woche ist? Die Antwort ist: niemand. Die Wahrnehmung von Preisen ist enorm subjektiv.

Ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Du ein etwas seltsames Verständnis von Marktwirtschaft hast. Mir kommt es so vor, als siehst Du das nur als eine Einbahnstraße: Anbieter A entscheidet sich für einen Preis, Käufer B muss ihn bezahlen. Das ist nicht so. Jeder Anbieter muss auch einen Käufer finden, der bereit ist, den Preis zu bezahlen. Das schreibst Du sogar selbst.
Der Kapitalismus lebt auch von der Erkennung von Chancen. Wenn der Wirt vorher knapp dran war und dachte, er kann sich mit einem ihm passender erscheinenden Weinpreis besser über Wasser halten, dann ist das sein gutes Recht - man kann einem Kaufmann nicht verdenken, eine Änderung im Markt zu seinem Vorteil auszunutzen. Allerdings gehört dazu auch ein Weintrinker, der das zahlen möchte.
Wenn nun Tchibo seinen Kaffee deutlich teurer als früher verkauft, dann macht die Kette das wohl kaum, weil sie die einzigen auf dem Markt sind. Kaffee kann man überall und von den unterschiedlichsten Anbieter haben, und letztendlich kann nur der wirtschaftlich arbeiten, bei dem das Verhältnis zwischen Preis und Warenqualität stimmt. Im Übrigen darf man nicht vergessen, dass Tchibo nicht aus Spaß die Preise festsetzt, sondern damit auch reale Kosten decken muss, die beispielsweise wegen des Ölpreises zeitweise enorm hoch waren.

Daher nochmal: man kann es nicht auf den Euro schieben, wenn sich die Marktgegebenheiten ändern und die Reallöhne stagnieren. Die einzigen echten Effekte des Euro gab es in den ersten Monaten nach der Umstellung, aber kein Marktteilnehme agiert im luftleeren Raum.

Und wenn ich mal ein Beispiel aus meiner Heimat geben darf: kürzlich stand in der Zeitung, dass sich die Preise im Elsass und in Baden annähernd ausgeglichen haben. Eine Untersuchung mit einem umfassenden Warenkorb gab auf beiden Seiten des Rheins fast gleiche Preise. Die Unterschiede fanden sich nur in bestimmten Produktgruppen.
Meines Erachtens ein schönes Beispiel dafür, dass der grenzüberschreitende Handel funktioniert und der Euro genau das erreicht, für das er geschaffen wurde.

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Aelve
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Re: Euro in Schweden

Beitragvon Aelve » 3. Dezember 2008 14:59

Ihr Lieben,

warum stöhnt Ihr denn, nur weil der Wechselkurs in Schweden minimal rauf oder runter geht? Da wundere ich mich auch drüber, dass dann sogar die Urlaubsreisen auf der Kippe stehen? Wenn der Kurs in Schweden gut steht, dann wird er hier nicht erwähnt, aber jetzt, wo er ein paar Tage schlecht stand, wird gleich nach dem Euro gerufen.
Wat dem enen sin Uhl - ist dem anderen seine Nachtigal.

Komisch, wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch immer nicht das Selbe. Und nun vom verteuerten Euro auf mein Haus zu schließen, wofür wir uns jahrelang eingeschränkt und krumm gelegt haben und es auch noch vermieten, damit es sich trägt, das ist ja nun wirklich keine Diskussionsgrundlage mehr. Jedem steht das Recht zu, Mut zum Risiko zu haben, es hindert niemanden daran, sich durch Kauf eines Hauses einen realen Wert zu schaffen.

Und Thommy2, es stimmt, dass es Leute gibt, die sich für viele Dinge interessieren. Nicht jeder hat Scheuklappen auf und ist nur auf eine Sache fixiert.
Heute muß man schon vielseitig interessiert sein, ich denke nicht, dass das zum Nachteil ist.

Grüße Euch Aelve
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hansbaer

Re: Euro in Schweden

Beitragvon hansbaer » 3. Dezember 2008 15:03

"minimal rauf oder runter" ???

Siehe:
http://www.ratesfx.com/cgi-bin/dataview.pl?bc=EUR&cc=SEK&t=52&l=en

Da geht es nur rauf. Der Kurs liegt heute bei 1 € = 10,47 SEK. In den letzten 3 Jahren schwankte er immer zwischen 9,20 SEK und 9,50 SEK. Das sind selbst bei vorteilhafter Rechnung gut 10% - und da kann man nicht mehr von minimal sprechen.

PS: Beim Dollar ist es noch extremer: http://www.ratesfx.com/cgi-bin/dataview.pl?bc=USD&cc=SEK&t=52&l=en . Da handelt es sich um 30% Schwankung.

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Re: Euro in Schweden

Beitragvon Aelve » 3. Dezember 2008 15:19

Lieber Gottfried,

ich denke gesamtwirtschaftlich und bin auch so eingestellt, dass ich jedem Bürger es wünsche und gönne, dass er ein Einkommen hat, welches ihm erlaubt, einigermaßen zufrieden durchs Leben zu kommen. Hier sehe ich die Gefahr, dass die Leute, die hart arbeiten müssen, die weit zu ihrer Arbeit fahren (was ja auch sehr teuer ist) einfach zu kurz kommen. Das führt zu einer Spaltung der Gesellschaft, das kann mir nicht egal sein und eigentlich keinem Bürger, der vernünftig darüber nachdenkt.

Ihr sagt selber, dass die Schere zwischen arm und reich immer größer wird, das gefällt mir nicht. Und mir gefällt es nicht, dass soviele Leute durchs Raster fallen durch Hartz IV, die jahrelang eingezahlt haben in die Arbeitslosenkasse.

Mir gefällt gerade Schweden aus genannten Gründen so sehr, da es dort realisiert wurde, dass fast alle durchweg ein gutes Einkommen durch ihre Arbeit haben, egal ob Handwerker, ob Studierter oder im Büro tätig.

Und dadurch ist auch eine Zufriedenheit gegeben, wenn eine soziale Ausgeglichenheit herrscht.

Grüße Aelve
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Re: Euro in Schweden

Beitragvon Gottfried » 3. Dezember 2008 15:51

Aelve hat geschrieben:....und bin auch so eingestellt, dass ich jedem Bürger es wünsche und gönne, dass er ein Einkommen hat, welches ihm erlaubt, einigermaßen zufrieden durchs Leben zu kommen. .....
Mir gefällt gerade Schweden aus genannten Gründen so sehr, da es dort realisiert wurde, dass fast alle durchweg ein gutes Einkommen durch ihre Arbeit haben, egal ob Handwerker, ob Studierter oder im Büro tätig.
Und dadurch ist auch eine Zufriedenheit gegeben, wenn eine soziale Ausgeglichenheit herrscht.
Grüße Aelve


1. Satz :Ganz meine Meinung!
Gutes gleich gerechtes Einkommen? Da solltest Du mal mit schwedischen Arbeitnehmern und Unternehmern diskutieren...
Aber der letzte Satz : Zufriedenheit ? In dem Schweden in dem ich jahrelang wohnte, naja? Für das Nichtvorhandensein von Zufriedenheit, dem ausgeprägten Neid, gibt es mehrere schwedische Worte. Und die nicht umsonst!
Wenn Du glaubst, dass deine schwedischen Nachbar nicht auf Dein schönes Haus neidisch sind, also unzufrieden mit der Situation, irrst du dich gewaltig! Auch wenn sie Dir das nicht in`s Gesicht sagen.....


:smt006


Gottfried

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Re: Euro in Schweden

Beitragvon BettinaZ » 3. Dezember 2008 16:28

"Mir gefällt gerade Schweden aus genannten Gründen so sehr, da es dort realisiert wurde, dass fast alle durchweg ein gutes Einkommen durch ihre Arbeit haben, egal ob Handwerker, ob Studierter oder im Büro tätig."

Liebe Aelve,

da muss ich mal nachfragen, woher diese Information stammt?! Im internationalen Vergleich ist das Durchsnittseinkommen in Schweden - zumindest fuer alle kaufmännischen Berufe - weit niedriger! Und genau das gefällt mir in Schweden nicht... Ich kenne mein Gehalt und das meiner (schwedischen) Kollegen und es ist alles andere als "gut". (Im handwerklichen kenne ich mich nicht aus). Fakt ist, dass ich hier mit weitaus weniger Gehalt auskommen muss, als ich in Deutschland hatte, was ich aber akzeptiere, da ich ja wegen der Liebe und nicht wegen des Geldes hergekommen bin - - haach... wenn das mein Mann jetzt lesen könnte :-)

Und was die Preissteigerungen in Deutschland betrifft: das können wir auch! Passend zum Thema habe ich habe gestern unsere neue Stromrechnung aus dem Kasten gezogen und es sind glatt 100% mehr als letztes Jahr. Ob das nun an der bösen Krone liegt?

Ich bin ja nun noch nicht so lange aus Deutschland weg und, wie schon öfter ewähnt, kommt es mir auch so vor, dass der Euro zu gerne als Suendenbock fuer die gesamtwirtschaftliche Situation genommen wird. Ich hatte in D übrigens Glück - mein Vermieter hat damals die 1000DM Miete in 511.29 umgerechnet und mir nicht einen Cent mehr abgenommen :-) Wie ich neulich schonmal geschrieben hatte - wir wissen doch alle nicht, was in Deutschland wäre, wenn dort noch die DM wäre. Ich glaube, besser wäre es nicht.

Herzliche Gruesse von einer Euro-Verfechtenden Betriebswirtin :-)
Bettina

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Re: Euro in Schweden

Beitragvon Aelve » 3. Dezember 2008 17:09

Liebe Bettina,

es mag sein, dass Büroangestellte in Schweden weniger verdienen als in Deutschland. Ich bin ja auch Betriebswirtin, es kann sehr gut sein, dass ich damit in Schweden schlechter stehen würde als in D. Ich denke aber auch, dass es als Deutsche in Schweden schwerer ist, einer Bürotätigkeit nachzugehen, schon alleine wegen der Sprachschwierigkeit. Deshalb kann es auch daran liegen, dass Du evtl. nicht das Gleiche verdienst wie die Schweden, denn man muß sicherlich lange dort leben, um sich dort genügend eingearbeitet zu haben. Die Gehälter, die mir so zu Ohren kommen, sind in Schweden nicht gerade niedrig, wenn man von Monatsgehältern von 35.000 SEK spricht, selbst wenn dann noch die Abgaben abgehen. Mein Mann aber ist Handwerker und da weiß ich nun ziemlich genau, dass Leute in handwerklichen Berufen in Schweden mehr verdienen als in Deutschland. Auch Berufe wie Friseurin, Verkäuferin oder Krankenschwester werden gut honoriert und ich finde es persönlich gerechter, denn Handwerksberufe sind nun ja nicht leichter als Büroberufe. Mein Mann muß in seinem Beruf viel leisten, da empfinde ich meine Arbeit als Betriebswirtin sehr viel einfacher als die Tätigkeit meines Mannes.

Und es stimmt, dass auch in Schweden nach und nach alles teurer wird, besonders Energie, aber das trifft mich persönlich ebenso wie Dich. Tatsache aber ist, dass seit es den Euro gibt, für uns hier in D viele Dinge teurer als in Schweden sind. Das war zu DM Zeiten noch nicht so.

Und nur um Spekulationen warum ich gegen den Euro bin vorzubeugen, wenn wirklich der Euro in Schweden eingeführt wird, dann können wir nur daran gewinnen, denn ich bin davon überzeugt, dass die Haus- sowie Grundstückspreise dann sofort in die Höhe schnellen.

Sende Dir liebe Grüße aus dem verschneiten Reinfeld Aelve
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Tommy2

Re: Euro in Schweden

Beitragvon Tommy2 » 3. Dezember 2008 17:42

35.000 kr? Wer hat das denn erzählt? Kopfschüttel!!

Und Handwerekr verdienen mehr? Bitte da dochmal nachprüfbare Zahlen auf den Tisch, ansonsten können wir das als Weihnachtsmärchen abtun.

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Re: Euro in Schweden

Beitragvon Aelve » 3. Dezember 2008 17:54

Hej Tommy2,

ich habe von Bürogehältern gesprochen, Handwerkergehälter wurden mir von 20.000 SEK pro Monat genannt und höher.
Ein bekannter Elektriker hat 16.000 SEK netto im Monat, darüber hinaus Firmenwagen, sehr gute teure Arbeitskleidung gestellt bekommen. Ich habe gesagt, Handwerker in Schweden verdienen üblicherweise mehr als in D, aber nicht, dass sie mehr als 35.000 SEK verdienen, wo liest Du Dir immer diese Klopper aus meinen postings raus?

Bitte akzeptiere doch, dass ich, weil ich oft in Schweden bin, mich auch viel rumhöre. Eine bekannte Deutsche, die wir öfter treffen im Raum Malmö, wohnt seit 50 Jahren in Schweden, ist dort mit einem Schweden verheiratet. Der Sohn hat mindestens das genannte Einkommen pro Monat. Er muß aber auch einiges leisten, Vorträge halten, ist oft unterwegs auch im Ausland, um über seinen Bereich zu referieren.

Und ein Orthopädieschumacher, der in D arbeitslos war, wurde mit Kusshand in Schweden angestellt mit einem überdurchschnittlich hohen Gehalt, das hätte er in D niemals in seinem Alter verdient. Aushilfskräfte beim Burger King verdienen 11-12 Euro pro Stunde für Küchenarbeiten, ohne dass sie schwedisch können. Das habe ich mir nicht aus den Fingern gesogen, sondern, dass sind mehrere Personen, die beim Burger King in der Nähe unseres Ferienhauses gearbeitet haben.

Grüße Aelve
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