Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

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Re: Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

Beitragvon blueII » 11. November 2008 12:04

Aelve hat geschrieben:
Ich persönlich finde es überhaupt nicht gut, viele Kinder von Bildung fernzuhalten, nur um angeblich eine Elite zu fördern.


Das war auch nicht der kritische Inhalt von Tommy´s Aussage.

Hier werden die Kinder nicht vor elitärem Denken beschützt,
hier werden intelligente Kinder von Bildung ferngehalten!!

..

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Re: Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

Beitragvon Aelve » 11. November 2008 12:20

Hallo,

na, wenn das so ist, dann war es wohl automatisch richtig, dass wir in Deutschland blieben, auch wenn wir für eine gute Bildung 7 Jahre lang die Schulkosten tragen durften. :lol: Das hat sich dann ja bezahlt gemacht.

Vielleicht hat diese Diskussion für mich auch etwas Gutes bewirkt, dass ich es nicht immer wieder bedaure, schon nach Schweden gegangen zu sein, als die Kinder klein waren.
Auf jeden Fall weiß ich, dass Gesamtschulen in Deutschland auch nicht mein Fall sind, denn auch da hört man sehr viel negative Dinge, obwohl einem weiß gemacht wird, dass dort die Kinder gute Chancen hätten.
Defacto muß ich sagen, dass wir, die wir hier diskutiert haben, für unsere Kinder ein gute Bildung haben möchten, was scheinbar in Deutschland sowie in Schweden nicht realisierbar ist. Müssen wir uns nun damit abfinden?

Grüße Aelve
Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun.
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Hans

Re: Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

Beitragvon Hans » 11. November 2008 12:22

Das miese Schulsystem

S.Nina schrieb.
Darum geht es gar nicht - in Schweden werden ja zurzeit quasi de facto: ALLE von Bildung fern gehalten!
Und das ist um keinen Deut besser - im Gegenteil!


Ich kann dieses Schlechtmachen nicht bestätigen.
Probleme gibts- leider, aber wie man hier sagt
"Ausnahmen bestätigen die Regel nicht"

Meine Kinder in der Schule und ihre Freunde haben diese Probleme nicht auf diese Weise.
Auch die ganze Klasse nicht in der beschriebenen Form.

So, ich wende mich gegen diese Beschreibung welche unserer Wirklichkeit nicht enspricht.
Sicher mit dem Rechnen hapert es ein wenig aber, wir die Eltern und die Schule sind gemeinsam dran das abzuhelfen.
Diese Bilder, die hier an die Wand gemalt werden, sind nicht unsere und die Wirklichkeit i unserer Umgebung hier.

Und dann solche Schlussfolgerungen zu machen und ganz Schweden über einen Kamm zu ziehen,
tja, was soll man dazu sagen.

Wir schütteln den Kopf und seufzen.


Grüsst
H :smt006 ans

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Re: Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

Beitragvon Aelve » 11. November 2008 12:32

Hallo Hans,

schön, dass Du jetzt auch Deine Meinung als Schwede kund tust. Schildere Du doch bitte einmal den Schulalltag Deiner Kinder, wie Du ihn erlebst.
Vielleicht sind wirklich große örtliche Unterschiede vorhanden. So hörte ich von einem schwedischen Jungen, der in Göteborg an der Schule nicht klar kam, die Eltern sind dann nach Älvsered gezogen, um den Jungen aus dem Miljö rauszunehmen, welchem er ausgesetzt war. In Älvsered soll sich alles für ihn zum besseren gewendet haben, haben mir meine deutschen Ausgewanderten berichtet.

Gibt es in Schweden so etwa wie ein Profil der Schulen? Und dass sich Eltern dann die Schule aussuchen können für die Kinder?

Bin auf Deine Erfahrungen sehr gespannt.

Liebe Grüße Aelve
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Re: Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

Beitragvon HeikeBlekinge » 11. November 2008 18:40

Hejsan,

lese mit etwas Schrecken die Ausfuehrungen zum schwedischen Schulsystem.
Möchte nur bemerken, dass es bei uns (3 Kinder im Alter von 8, 14, 15 an einer schwedischen Grundschule) ABSOLUT NICHT so zugeht!
Ich schliesse mich da Hans Bemerkungen komplett an.

Hmm, haben wir Glueck gehabt? Oder ist unsere Einstellung einfach anders?
Darueber werde ich bestimmt nicht diskutieren.
Denn Menschen(kinder) sind nun mal unterschiedlich.
Ich wollte nur nicht die relative Einseitigkeit so hier stehen lassen.

Seit August gehe ich auf eine folkhögskola - um innerhalb eines Jahres sozusagen einen schwedischen Grundschulabschluss zu machen, mich danach mit dem entsprechenden betyg fortzubilden um eine neue Berufsrichtung einzuschlagen. Das so etwas ueberhaupt möglich ist, dass es diese "Freiheit" gibt und man nicht lebenslang auf eine Berufsrichtung, einen Beruf festgeschweisst ist!! Fantastisch! ... und mit deutscher Denkweise schwer zu verstehen, denke ich da.
Naja, jedenfalls stelle ich jetzt immer wieder ueberrascht fest:
Mit meinen mittlerweile 40 Jahren gehe ich zum ALLERERSTEN Mal im Leben so gerne zur Schule, das ich mich neulich sogar auf das Ferienende freute! Und ich fuehle mich ABSOLUT nicht unterfordert, was keinesfalls etwas mit mangelhafter Allgemeinbildung oder Beschränktheit meinerseits zu tun hat ;-)

Nur mal so nebenbei bemerkt.

Hejdå
Heike

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Re: Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

Beitragvon blueII » 11. November 2008 19:20

HEj Heike

nun darf man sich aber auch mal in Erinnerung rufen, dass es für Dich und Deine Kinder nur eine Steígerung geben konnte, egal wo. Du hast doch mal in vergangenen Diskussionen angedeutet, dass Du es besonders schlecht in eurer damaligen Schule angetroffen hattest, oder?

Zur Erwachsenenbildung, ja das ist wirklich ein Unikum in S und ich finde es auch gar nicht so schlecht.
Habe auch ich mir trotz guter Karriere geschworen, nach der Geburt meiner Tochter, nicht mehr in meinen alten Beruf bzw. Branche einzusteigen, auch wenn ich dadurch riesen finanzielle Rückschritte machen würde.
Eine Chance dazu habe ich in D nicht. Umschulung respektive Neuorientierung bedeutet meistens Arbeitslosigkeit ab einem gewissen Alter. So ist Schweden nicht strukturiert.

Aber man muß auch zugeben dass sich diese Berufswechsel nur in einem gewissen Rahmen gestalten lassen und manchmal auch sehr die Qualität mangels Erfahrung darunter leidet.
Hervorgegangen ist diese Umschulung jedoch nicht aus Toleranz, sondern aus der bitteren Notwendigkeit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Und die Art der Umschulung hat selten was mít Verbesserung zu tun.

LG
Heike

DieliebeSchule

Re: Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

Beitragvon DieliebeSchule » 11. November 2008 20:06

Phantastischer Thread! Hochinteressant! Kann die Ausführungen von S-Nina, Tommy2 und bluell nur vorbehaltlos und absolut bestätigen, all das auch erlebt. Gottlob ist es vorbei und die Kinder mit der "Schule" in Schweden fertig.

Ich glaube, bei der Beurteilung des schwedischen Schulsystems ist vor allem auch der eigene, kulturell bedingte Referenzrahmen wichtig. Der sieht von innen (also in diesem Fall von Schweden aus) ganz anders aus als einer von aussen (z.B. von Deutschland). Der Referenzrahmen bestimmt jeweils ja auch, was wir gut finden und was für uns normal ist. Und welchen Stellenwert z.B. Bildung hat.

Wenn man nichts anderes kennt als das schwedische Schulwesen, kommt es einem ja völlig normal vor, man vermisst ja nichts, denn man hat nichts, womit man es vergleichen könnte und kommt vielleicht nicht einmal auf die Idee des Vergleichs, denn man steckt ja mittendrin. Alles ist gut, sogar dass Mittagessen für die Schüler ( das, wie jetzt in den Medien berichtet wurde, weniger Nährstoffe als Katzenfutter hat..)

Dazu ein Zitat: "Wir sehen nicht, dass wir nicht sehen..." H.v. Foerster

Dann die Blicke auf das gleiche System von aussen: Wenn man weiss, was schulisch alles möglich ist, z.B. an Auswahl, Anforderungen, Förderung (nicht nur der Schwächsten) , unterschiedlichen pädagogischen Richtungen und Umgang mit Begabung - und dazu auch noch Wert auf möglichst umfassende Bildung legt - dann können sich einem in Schweden ganz schnell die Haare sträuben.

Hans

Re: Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

Beitragvon Hans » 11. November 2008 21:19

Was soll man sagen?

Dann die Blicke auf das gleiche System von aussen: Wenn man weiss, was schulisch alles möglich ist, z.B. an Auswahl, Anforderungen, Förderung (nicht nur der Schwächsten) , unterschiedlichen pädagogischen Richtungen und Umgang mit Begabung - und dazu auch noch Wert auf möglichst umfassende Bildung legt - dann können sich einem in Schweden ganz schnell die Haare sträuben.



På svenska kallas det " Intellektuella kalhyggen"

Grüsst H :smt006 ans

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Re: Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

Beitragvon blueII » 11. November 2008 21:26

Hans hat geschrieben:
På svenska kallas det " Intellektuella kalhyggen"

Grüsst H :smt006 ans



Bedienst und bestätigst Du mit diesem Spruch nicht selbst unerwünschte pauschalisiernde Vorurteile???!!!

:roll:

Hans

Re: Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

Beitragvon Hans » 11. November 2008 21:38

Die Alleswisser?

Leider-leider.

Voruteile hin und her.
Ich lese was man schreibt.
Antworte darauf.

Mir fällt das Besserwissen schwer.

Es ist so.
Und so.
Und so
Und so.
Und so.

Grüsst
H :smt006 ans


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