Erziehung, Schule in Deutschland und Schweden

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Re: Rückwanderung?

Beitragvon blueII » 15. Oktober 2008 10:21

Gottfried hat geschrieben:Hej!
Danke für Deine klugen Worte. Diese Erfahrungen mussten wir auch machen......
Wenn man dann doch mal über die Stränge schlägt und (laue) Kritik anbringt, kommt:
"Warum gehst Du nicht zu Deinem Deutschland, wenn da alles soviel besser ist?"
Das wars dann.......


LG


Gottfried


ja Gottfried, aber ich kann es den Schweden an sich gar nicht verübeln, denn sie haben die Umstände, die uns vielleicht unerträglich erscheinen, schon seit längerem und haben sich damit arrangiert.
Wenn ein Schwede bei uns in D zum Orthopäden geht und dort trotz Termin 4-5 Stunden im Wartezimmer hockt, wird er sich auch sehr wundern. Werden doch Termine in der Vardcentral pünktlich eingehalten. Wir Deutschen nehmen uns einen Roman mit, ärgern uns über die verlorene Zeit aber das wars. Wir kennen es ja und haben uns daran gewöhnt. Für den Schweden wäre es neu.

LG
Heike

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Re: Rückwanderung?

Beitragvon janaquinn » 15. Oktober 2008 10:23

Hej Heike,
dass was du erlebst, erlebe ich beinahe täglich in unserer Nachbarschaft auch. Und dabei denke ich schon, Taima´s Erziehung ist "lasch". Aber wenn ich unsere Nachbarskinder sehe wird mir beinahe übel: Godis zum Abendessen, Streitigkeiten, die bis zur Prügelei unter Geschwistern ausarten ect....
Es war teilweise soo schlimm, dass wir Taima verboten haben mit diesen Kindern zu spielen, weil auch sie getreten und gehauen wurde. Ein klärendes Gespräch mit den Eltern war kaum möglich, nicht wegen Sprachproblemen, mein Mann spricht beinahe perfekt schwedisch, sondern weil die Eltern einfach weder die Zeit noch die Einsicht hatten, dass bei ihren Kindern etwas grundlegend falsch läuft. Ich habe oft mitbekommen, dass schwedische Eltern ihren Kindern kaum bis garkeine Grenzen aufzeigen, die Kinder haben Freiheiten....davon würden meine Kinder nur träumen.
Ich mag eine sehr "deutsche" Erziehung haben, es gibt bei uns Zimmerzeiten und es wird auch mal geschimpft, es gibt festgesetzte Grenzen, die nur mein Mann und ich bestimmen, und die akzeptiert werden müssen...von BEIDEN Kindern, es wird keinerlei Unterschied zwischen Yannic und Taima gemacht.
Und dies fehlt mir oft bei schwedischen Kindern...sie kennen diese Grenzen nicht.
Und was mir teilweise aufgefallen ist, die Erziehung wird dem Kindergarten und der Schule überlassen, wenn man abends nachhause kommt, ist es einfach zu anstrengend sich noch darum zu kümmern.
Bei uns gab und gibt es das nicht, unsere Erziehung läuft zuhause und nicht in Daggis oder Schule...ich brauche keine "fremden" Leute um meinen Kindern eine Erziehung zu geben. Und oft genug bekommen wir gesagt, dass unsere Kinder sehr gut erzogen sind. Sie sind nicht übermässig brav und sitzen nur in der Ecke still da, aber sie hören, naja zumindest Yannic..bei Taima sind die Ohren sehr oft "zu", und man kann sie auch mal mit in ein Lokal nehmen. Taima hat gerade ihre Zickenzeit, Silke hat es bei unserem Treffen gemerkt :cry: , sie langweilt sich sehr schnell und wird ungeduldig, daher versuchen wir solche Dinge kurz zu halten oder gehen ohne sie weg.


Sicherlich sehen viele Dinge in Schweden besser aus, wenn man in Deutschland ist. ABER ist es wirklich so? Ich denke nicht. Wir haben hier ebenso mit Bürokratie zu kämpfen, wie in Deutschland, viele Dinge gehen gerade im Sommer nur sehr schleppend voran, kritikfähiger sind schwedische Lehrer auch nicht, erleben wir gerade in Yannic´s Schule...auch da werden wir, als Eltern, als "Spielverderber" hingestellt, weil wir nicht alles gleichmütig akzeptieren und Yannic einfach an der Schule belassen, obwohl es ihm schlecht geht. Ich denke sogar, als Einwanderer eckt man mehr an und zieht sich eher den Zorn der Lehrer zu als Schweden.
Und ich sage es gerne wieder: Im normalen Alltag zeigt sich Schweden von einer anderen Seite als nur im Urlaub oder vom Hörensagen anderer Leute, nicht böse sein, Christa.
Nach 18 Monaten Schweden hat man keine rosarote Brille mehr auf der Nase, auch wenn sicherlich für unsere Familie hier besser ist als in Deutschland, aber es gibt auch sehr viele Schattenseiten in diesem Land. Und das Schulsystem gehört dazu, ich bin sogar so ehrlich und sage, das deutsche und schwedische Schulsystem ähneln sich, was die Schattenseiten betrifft, nur sitzen hier vielleicht weniger Schüler in einer Klasse als in Deutschland.

LG JANA
@Gottfried: Ich hasse diesen Spruch!! Mittlerweile sage ich, es gibt bestimmt viele Dinge, die in Deutschland besser geregelt sind als in Schweden. Und für mich, mit 2 unterschiedlichen Kindern, gehört eindeutig das Gesundheitssystem für meine gesunde Tochter dazu. Was Yannic betrifft, ist das schwedische System besser....aber er ist nunmal nicht das einzige Kind unserer Familie und Taima sollte die selben Privilegien geniessen dürfen, wie Yannic. Wir bräuchten z.B. dringend einen Logopäden für Taima, aber bekommen keinen, weil sie eben nicht behindert ist, sondern eben "nur" mit knapp 3 Jahren kaum ein Wort spricht. In Deutschland hätte ich den gewünschten Logopäden wahrscheinlich schon längst. Hier in Schweden werde ich mit einem Besuch beim zuständigen Vårdcentral abgespeist....in 2(!!!) Monaten. WO ist das das Gleichheitsprinzip.
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Re: Rückwanderung?

Beitragvon sinlalu » 15. Oktober 2008 10:24

Hej zusammen,

Heike und Aelve, ich muß euch beiden Recht geben, Dir auch Jana.

Und egal wo es ist, Schweden, Deutschland oder anderswo auf der Welt: Eine Schule steht und fällt mit dem Lehrer, den ICH bekomme. Da kann die Schule noch so gut sein und ihr Ruf tadellos, wenn der Lehrer nicht will, keine Lust hat oder nur noch auf die Rente wartet, dann hab ich das Pech! Andersrum auch! Und leider kann man sich seinen Lehrer ja nicht aussuchen. Und jeder Lehrer hat seinen Liebling und auch Kinder, die er nicht mag. Eine ungerechte Behandlung wird es immer geben.

Wenn ich nach Schweden ziehe, dann muß ich mich vorher mit dem (Schul-)System auseinandersetzen, auf das ich mich einlassen will und entscheiden, ob ich das kann. Ich kann absolut nachvollziehen, was Heike schreibt, keine Regeln mehr, kein Benehmen, Agressivität... Das gibt es hier auch. Im Land der Horte und sonstigen Kinderparkmöglichkeiten (Ostdeutschland). Aber wenn wir anfangen darüber zu diskutieren, welche Aufgaben Mutter/Vater/Familie in der Gesellschaft wahrnehmen (sollten), dann sprengt das hier den Rahmen.

Aber zurück zum Ursprung , zu Snickare: Ich stimme Heike zu, vieles ist für Euch einfach ungewohnt. Ihr hattet keine Zeit Euch daran zu gewöhnen. Nun wird nichts besser, weil man sich daran gewöhnt. Man sieht es nur nicht mehr so deutlich. Das kann(!) hilfreich sein. Entscheidet nmicht nur aus dem Bauch heraus wie es weitergehen soll. Überlegt Euch genau, was ihr mit dem Umzug wolltet, wo ihr jetzt steht, und wie die Perspektiven sind. Und wenn ihr dann entscheidet, dass ihr zurück wollt, dann ist das auch nicht schlimm. Ihr habt es versucht und es hat dann eben nicht geklappt. Kopf hoch! Schlechte Gedanken nach hinten werfen und nach vorne schauen...

Liebe Grüße Silke
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Re: Rückwanderung?

Beitragvon Aelve » 15. Oktober 2008 10:24

Hallo Heike, hallo Gottfried, Jana, Silke und Snickera, S-Nina und alle, die ich hier nicht namentlich augezählt habe,

ich glaube, da spielt eine ganz große Rolle die Bequemlichkeit und Gleichgültigkeit der Menschen mit hinein. Nur nichts ändern, es ist so und muß immer so bleiben, ist die Devise von einigen, die sich nicht umstellen wollen oder nicht können.

Leider ist es wirklich so, dass man im Leben immer nur kämpfen muß:
gegen Vorurteile, gegen Rassismus, gegen Bequemlichkeit, gegen Schikanen.
Es hört leider nicht auf und was für den einen ideal ist ist für den anderen Gift.
Deshalb kann man ja auch so schlecht jemanden raten, was er nun tun muß, um zu einem glücklichen Leben zu kommen. Es ist schlicht unmöglich, es so hinzubekommen, dass man rundherum zufrieden ist. Mir hilft, wenn ich auch nur alles noch schwarz sehe, nur, dass ich mir sage, es geht jedem so. Der eine hat die Sorgen, der andere hat die Probleme, also sind meine Dinge, die mir nicht gefallen, gar nicht so schlimm. Es hilft auch mal, wenn mal alle positiven Dinge, die man hat, sich mal aufschreibt, um dann wieder Mut zu fassen und Dinge, die nicht so gut laufen, dann besser ertragen zu können.
Ich stelle mir es auch sehr schwer vor, wenn nach einer ersehnten Auswanderung dann doch so vieles nicht mehr so rosig ist, wie vorher angedacht und wie hier von Dir, liebe Heike, sehr treffend aufgezählt. Man muß sich dann doch sehr diziplinieren und sich selber sagen, es gibt kein ideales Leben, Probleme müssen angepackt werden und das Beste draus gemacht werden. Eine große Hilfe ist auch, wenn man sich bei Klarwerden, dass nicht alles ideal sein kann, dann etwas Nettes vornimmt oder sich auf etwas Schönes freut. Und mir hilft es, wenn ich mir dann sage, es hätte auch noch schlimmer kommen können, nur so ist das Leben - egal ob in Deutschland oder Schweden oder anderswo - ertragbar.

Liebe Grüße Aelve
Zuletzt geändert von Aelve am 15. Oktober 2008 10:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Rückwanderung?

Beitragvon sinlalu » 15. Oktober 2008 10:29

@blue: Ganz egal, wo Du bist, keine Schule läßt sich gern kritisieren und für viele Eltern ist es tatsächlich nur wichtig, dass alles für sie möglichst bequem zu arrangieren ist! Ich finde Eltern, die ihr Kind nicht abholen, obwohl sie Zeit haben (Schule/Kindergarten) absolut grauenhaft. Und nichts tut mir mehr leid, als das Kind, das immer als letztes abgeholt wird! Man sollte nicht immer auf die Schulen schimpfen. Für die Erziehung, die Liebe und Geborgenheit sind in erster Linie die Eltern zuständig. Wenn die nicht wollen/können oder was auch immer, dann kann man diesen Job nicht einfach den Erziehungseinrichtungen zuschanzen.

Das noch als Nachtrag, weil ich den Rest grad erst gelesen hatte

LG Silke
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Re: Rückwanderung?

Beitragvon sinlalu » 15. Oktober 2008 10:34

Aelve hat geschrieben:(...) es gibt kein ideales Leben, Probleme müssen angepackt werden und das Beste draus gemacht werden.



Liebe Aelve, das trifft es genau. Und es hätte schlimmer kommen können ebenfalls! Es hat mir sehr gefallen, wie Du das geschieben hat. Manchmal fällt es nur so entsetzlich schwer daran festzuhalten. Für manche ist das Glas halb voll, für andere halb leer. Da hilft letztlich nur, an sich selbst zu arbeiten.

Liebe Grüße Silke
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Re: Rückwanderung?

Beitragvon blueII » 15. Oktober 2008 10:42

ohmann Jana

DANKE FÜR DEINE WORTE....schön (natürlcih nicht schön) aber schön dass Du das Verhalten der Kinder hier auch so siehst und es offen ansprichst
Mich k.. es so an immer der Buh.Mann hier zu sein, immer dagegen zu halten. Ich hatte früher in D sogerne das Haus voll Kinder und die Kinder kamen gerne zu uns, weil ich für deutsche Verhältnisse auch eine liberale Mama war. :lol:
Aber hier zweifele ich schon an mir selbst und manchmal übersteigt es auch meine Kräfte.

Außerdem, hast Du mal über die Konsequenzen "unserer" anderen Erziehung nachgedacht? Ich habe ein paar schreckliche Zweifel...wie kommt das Kind mit diesen unterschiedlichen Umgang zurecht..zu Hause wird sie gemaßregelt für etwas was andere im Kiga dürfen.....wie wirkt es sich für sie aus...sie darf nicht schlagen und mit Ellenbogen arbeiten, im Umgang mit anderen wird "teilen", "abgeben" und "abwechseln" groß geschrieben und nicht das Recht der Stärkeren...wie wird sie sich durchsetzen können, kann sie dagegen standhalten oder gerät sie durch "unsere" Erziehung ins Abseits? Was tun?
Hast Du Dir darüber schon mal gedanken gemacht, Jana? Wie gehst Du damit um?

LG
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Re: Rückwanderung?

Beitragvon janaquinn » 15. Oktober 2008 10:58

Hej Heike,
Kopf hoch, du bist weder ein Buhmann noch eine zu strenge Mama...sondern eine normale und verantwortungsbewusste Mama, die nur das Beste will für ihr Kind. Nicht mehr und nicht weniger....

Ich hatte in Huddinge eine wunderbare Dagmamma, die mit den unterschiedlichen Erziehungen zurecht kam, die sich in keinster Weise eingemischt hat und sich manchmal gewünscht hat, hat sie mi gesagt, dass die anderen Eltern genauso konzequent wären, wie wir.
Wie kommt Taima damit zurecht? Sie ist ein sehr starkes Kind, sie weiss, dass falls sie gehauen wird o.ä.
wir dahinter stehen, wenn sie sich wehrt. Stellen wir unsere Kinder ins Abseits? Nein, defintiv nicht...wir mögen sie anders und vielleicht auch konzequenten erziehen, aber sie werden es leichter haben als manch schwedisches Kind.
Unsere Familie besteht aus "Querdenkern", d.h. wir haben immer genau das Gegenteil gemacht, von dem was andere erwartet haben, sind unseren eignen Weg gegangen, auch wenn es nie einfach oder leicht war, ABER genau das hat uns nach Schweden gebracht. Und wir leben unser "querdenken" hier weiter...will heissen, nur weil alle anderen ihre Kinder schwedisch "erziehen" muss ich es noch lange nicht auch tun....denn ich tue meinem Kind und auch mir keinen Gefallen damit.

Was ich, gerade was die Nachbarskinder und Taima, immer wieder bemerke ist, dass der grosse Bruder fehlt, der zwar da ist, aber sie nicht unterstützen kann. Wir haben in unserer Familie situationsbedingt einen Rollentausch, Taima verteidigt und beschützt Yannic, sie ist die "grosse" Schwester, ist vielleicht in vieler Hinsicht weiter und "erwachsener" als andere 3jährige, sie ist selbstständiger und hat ein anderes Denken als 3Jährige Kinder.
Mir macht diese Situation in vieler Hinsicht mehr zu schaffen, als die Erziehungsunterschiede, denn ich würde Taima gerne eine "normale" Kindheit ermöglichen, auch wenn es für sie jetzt noch ein riesiger Spass ist, wenn sie uns bei Yannic´s Pflege hilft.

So, nun sind wir total Offtopic, und ich als Mod. habe auch noch mitgemacht!! Vielleicht wäre eine Teilung und Verschiebung ins Cafe´besser....werde mal mit Dietmar sprechen...

LG JANA
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Re: Rückwanderung?

Beitragvon Aelve » 15. Oktober 2008 11:19

Liebe Jana,

ja, wer zweifelt nicht, ob er alles richtig macht? Das ist doch gut so und besser als umgekehrt. Bei uns war es so, dass unser Sohn von klein an sehr brav war, sehr pflegeleicht war, aber auch still und zurückhaltend. Ich bekam dann oft zu hören, dass er sich ja nicht durchsetzen könne. Das hat mir auch weh getan, denn sollte ich ihn denn schlagen, nur damit er etwas robuster wäre?
Also, wie man es macht, ist es falsch - so hat man oft das Gefühl oder es wird einem so von anderen vermittelt. Letzt endlich muß man nachher darüber stehen.
Unser Sohn ist ja älter als unsere Tochter, sie war auch eher ruhig, spielte sehr schön alleine, war aber nicht ganz so pflegeleicht wie unser Sohn. Beide vertrugen sich ausgezeichnet, ist sogar heute noch so, wo beide schon Mitte Zwanzig sind.

Unser Sohn kommt mit seiner ruhigen, netten, verbindlichen Art heute überall sehr gut an, so dass ich Euch wegen Eurem Erziehungsstil sagen kann, dass Ihr es schon richtig macht, laßt Euch nicht verunsichern. Wir haben nie viel mit unseren Kindern schimpfen müssen, aber es gab trotzdem Dinge, die eingehalten werden mußten.
Die Kinder lernen am besten durch gute Vorbildfunktion, das habe ich schon sehr oft gelesen und auch selbst erlebt. Wenn man selber chaotisch ist, wenn man viel schimpft, ja, was will man dann von den Kindern anderes erwarten, sie machen es nach. Man muß Regeln haben, dafür bin ich auch sehr, aber von Hausarrest oder sonstiges hielt ich nicht viel, es genügte, wenn ich mal strenger war als gewohnt.
Auch wir haben es erlebt, dass Spielkameraden sich manches rausnahmen, was unsere Kinder nie getan hätten, z.B. einfach an unsere Schränke zu gehen, um Süßigkeiten rauszuholen. Da habe ich ganz strikt diese Kinder zur Räson gerufen, dass sie zwar Süßigkeiten bekommen könnten, aber dass es sich nicht gehört, an fremde Sachen von alleine zu gehen. Im Grunde muß ich sagen, dass sich unsere Kinder von selbst aus nicht mit Banausen befreundet haben, vielleicht weil sie selber nicht mit diesen Kindern ausgekommen sind.

Ich habe immer ein Auge drauf geworfen auf den Umgang, mußte aber nie eingreifen, es hat sich alles von alleine geregelt was gute Freunde und Spielkameraden betraf.

Auch denke ich, dass es Eurer Tochter nichts schadet, wenn sie auf Euren größeren Sohn etwas mit aufpassen muß. Sie wird dadurch ein sehr soziales Verhalten lernen und viel besser mit Behinderungen umgehen können, als es manche erwachsenen Leute praktizieren.

Es grüßt Aelve
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Re: Rückwanderung?

Beitragvon blueII » 15. Oktober 2008 11:27

Nun Jana,

wir werden uns nicht ändern können, aber ändern will ich auch nichts. Also wird es wohl in letzter Konsequenz eine endlose Auseinandersetzung sein für mich und natürlich auch für unsere Tochter. Mal sehen wie es weiter geht. Den Diskussionen mit Eltern und Érziehern werden wir zukünftig auch nicht ais dem Weg gehen, aber es ist schon sehr anstrengend.
So offtopic empfinde ich es gar nicht :lol: :wink: .
Es ist ein wenig detailliert geworden aber die arme Snicki wird beim nächsten Einloggen wieder viel zu lesen haben :wink: und sich hoffentlich in der ein oder anderen Darstellung wiederfinden. Und das kann auch schon sehr hilfreich sein, um eine Entscheidung für sich zu finden. :goodman:

Zu Deinem speziellen Problem, Sprache deiner Tochter will ich noch kurz anmerken. Ich empfinde es nicht allzu beunruhigend bzw. versuche mich nicht zusehr zu beunruhigen. Auch ich habe eine ziemliche Spätzünderin was die Sprache betrifft, als Tochter. Aber die Entwicklung des Kindes läuft sehr vielschichtig,so dass sich nicht immer alles gleich im gleichen Niveau entwickelt. Meine Tochter ist sehr körperlich, sie fuhr viel zufrüh Rad, macht Handstand, und übt jetzt einarmiges Radschlagen....alles viel zu früh und ihrem Alter nicht entsprechend. Dafür ist ihre Satz- und Wortbildung noch ein Graus.
In Eurem Fall kam der Landeswechsel in des sensibelsten Phase des Lebens hinzu und vielleicht verhält sich Deine Kleine wie meine, sie wartet lieber bis sie ein Wort korrekt aussprechen kann, bevor sie es falsch versucht.
Sie hat jetzt mit zwei Sprachen zu "kämpfen" und da sind alles Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt. Laß ihr Zeit und tue was Du bisher bestimmt getan hast, viel Vorlesen, singen, sprachaktiv den Tag gestalten und Du wirst sehen, irgendwann macht es auch bei ihr KLICK.

@Aelve, Du machst Dir da leider keine Vorstellung was hier manchmal los ist und aus dem Wege gehen ist sehr schwer...so groß ist die Auswahl der Kinder nicht, die abends zum Spielen zur Verfügung stehen und der Anteil der Rabauken ist dagegen sehr groß.
LG
Heike


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