Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

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unbekannt

Re: Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

Beitragvon unbekannt » 16. Februar 2012 09:05

Hallo Peter,

ich weiß jetzt nicht, wie du das genau gemeint hast. Ich glaube, du meinst es so, wie ich es jetzt darlege. Auf jeden Fall sollte man es genauer ausführen, da viele tödliche Unfälle passieren. Also bei der Kohlenmonoxidvergiftung treten anfangs Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen ein. Dann Bewusstlosigkeit und darauf der Tod. Ausgesprochene Erstickungsgefühle verbunden mit Todesangst gibt es meines Wissens nicht. Deshalb wird die Gefahr oft zu spät oder überhaupt nicht erkannt.

Hier ein tragischer Fall aus meiner ehemaligen Heimatgegend: http://www.express.de/promi-show/gift-t ... 79380.html Das Paar hatte den noch glühenden Holzkohle-Grill in die Wohnung gestellt, hat sich darauf schlafen gelegt und ist dann erstickt. Das passiert öfters. Da die Grillsaison in Schweden und Deutschland bald anfängt, ist der Hinweis angebracht.

Das besonders Gefährliche an Kohlenmonxid ist, dass schon geringe Mengen die Sauerstoffaufnahme des Hämoglobins im Blut blockieren (Siehe Wikipedia Kohlenstoffmonoxidintoxikation ). Deshalb reichen geringe Konzentrationen aus, um einen Sauerstoffmangel im Körper zu verursachen.

Bei zu hohen Stickstoffkonzentrationen sieht es etwas anders aus: erst Konzentrationsstörungen, dann Bewusstseinstrübung, dann Bewusstlosigkeit und schließlich der Tod. Der Betroffene ist sich zu keinem Zeitpunkt einer Gefahr bewusst. Manche sind sogar leicht euphorisch. Da die Atemluft schon zu 78 % aus Stickstoff besteht, nehme ich an, dass der menschliche Körper auch bei höheren Konzentrationen nicht mit Stickstoff chemisch reagiert. Der Stickstoff verdrängt also nur den Sauerstoff.

Schweine werden in vielen Schlachthöfen in einer Stickstoffatmosphäre getötet oder zumindestes bewusstlos gemacht. Die Schweine merken nichts davon. Das hat man mit folgenden Versuch getestet. Die Schweine bekamen leckeres Futter an einem Futtertrog, das mit Stickstoff begast wurde. Darauf sind die Schweine umgekippt. Nach ein paar Sekunden haben sie sich erholt und haben sich gleich wieder auf das Futter gestürzt. Unter http://youtu.be/vlRFul216LM?t=1m56s ist der Versuch vorgeführt (aus der Sendereihe BBC Horizon) Dem Schwein geht es übrigens bestens. Von Angst und Erstickungsgefühlen also keine Spur.

Ähnliche Effekte treten auch in großen Höhen auf (ab etwa 7000 m). Untrainierte merken auch nicht, dass sie sich in Lebensgefahr befinden. Deshalb soll man bei einem Druckabfall im Flugzeug erst sich selbst mit der Sauerstoffmaske versorgen und dann die kleinen Kinder, die neben einem sitzen. Denn wenn man das Bewusstsein verloren hat, kann man den Kindern ja auch nicht mehr helfen. Der TV-Beitrag aus dem Jahre 1968 mit Heinz Haber ( http://youtu.be/Em04thZCscI?t=3m26s ) zeigt an einem Selbstversuch, wie es einem in einer Höhenkammer auf 7500 m ergeht. Damals haben die TV-Moderatoren noch vollen Einsatz gezeigt.

Bei Kohlendioxid ist es wieder etwas anders ( Siehe Wikipedia Kohlenstoffdioxid#Physiologische_Wirkungen_und_Gefahren ). Es reagiert chemisch mit dem Körper. Aber die Gefahr wird auch zu spät gemerkt. Ich hatte mal mit anderen auf einem Bauernhof in einem Futtersilo gearbeitet, in dem sich Kohlendioxid bilden kann. Oben war einer, der aufgepasst hatte, ob es uns gut ging. Im nachhinein frage ich mich aber, was er hätte machen können, wenn wir das Besusstsein verloren hätten. Meistens verlieren die Helfer auch das Bewusstsein und sterben. Ein Grund mehr für mich froh zu sein, dass man noch lebt.

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Re: Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

Beitragvon Petergillarsverige » 16. Februar 2012 10:19

Hallo Volker!
Genau so meinte ich es auch. Das mit dem du wachst auf und merkst, dass du tot bist, ist ein Witz, den meine Vater immer vom Stapel lässt.

Viele denken sich, dass man Ersticken merkt, so wie wenn einem die Nase und Mund zugehalten wird. Man stellt sich vor in Panik zu geraten, wenn man an Gasen erstickt. Tatsache ist aber, dass große Gasmengen, z.B. Stickstoff die zum Befüllen von Gasbehältern verwendet werden, wenn da später Wasserstoff rein soll, erstickend wirken ohne dass der Betreffende das merkt. In Gasschulungen (die ich mache) erkläre ich das groß und breit.
Getreidesilos sind da eine echte Gefahr. Man sieht keine Gefahr. Die Katze ging rein und liegt drin, der Bauer wollte sie holen, legt sich daneben, dann kommt die Bäuerin....
Gase können einen Menschen ohne jede Vorwarnung töten.
Kohlenmonoxid ist besonders heimtückisch, weil die Sauerstoffaufnahme unterbunden wird. Es reicht nicht mehr den Verunfallten an die frische Luft zu bringen. Es muss sofort Sauerstoff zugeführt werden. Ein klassischer Fall für den Notarzt. Bei Kohlenmonoxid tritt zwar eine Bewußtseinsstörung auf, zum Retten ist es meist zu spät.
Es hat auch schon große Unfälle mit Kohlendioxid gegeben. siehe Nyos - See http://de.wikipedia.org/wiki/Nyos-See
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Re: Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

Beitragvon Pink_Panther » 17. Februar 2012 18:59

Petergillarsverige hat geschrieben:
Nunja - du wachst auf und stellst fest, dass du tot bist.

Das Problem von CO ist nicht die Geruchlosigkeit, sondern, dass das Erstickungsgefühl durch zu viel CO2 im Blut hervorgerufen wird. Da aber das CO2 nict angereichert wird, bemerkt der Betreffende das Ersticken nicht. Das gilt für viele Gase.


CO2 anreichern?????????????????? Womit denn????? :smt064

Das Problem von CO ist - wie Volker bereits treffend feststellte - die Geruchlosigkeit. Man bekommt keine Warnung, das macht es so hinterhältig.
Auch CO wird keinesfalls "angereichert" sondern weiter zu CO2 oxidiert. Falls du dies meinen solltest?

/Paul

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Re: Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

Beitragvon Pink_Panther » 17. Februar 2012 18:59

Petergillarsverige hat geschrieben:
Nunja - du wachst auf und stellst fest, dass du tot bist.

Das Problem von CO ist nicht die Geruchlosigkeit, sondern, dass das Erstickungsgefühl durch zu viel CO2 im Blut hervorgerufen wird. Da aber das CO2 nict angereichert wird, bemerkt der Betreffende das Ersticken nicht. Das gilt für viele Gase.


CO2 anreichern?????????????????? Womit denn????? :smt064

Das Problem von CO ist - wie Volker bereits treffend feststellte - die Geruchlosigkeit. Man bekommt keine Warnung, das macht es so hinterhältig.
Auch CO wird keinesfalls "angereichert" sondern weiter zu CO2 oxidiert. Falls du dies meinen solltest?

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Re: Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

Beitragvon ArcticWolf » 17. Februar 2012 20:38

Hallo,
es mag den Anschein haben das der Schwedische Tuev sehr oberflächlich arbeitet, aber es kommt darauf an welche Prioritäten gesetzt werden. Und bei den ueberlebenswichtigen Elementen an einem Kfz ist der schwedische Tuev sehr sehr genau.

Und das finde ich gut, den Lack, Look, oder sonstiges irrelevantes Zeugs was zum Teil bei anderen Pruefstellen in Europa schon zum "Nein" einer Plakette fuehrt, sagt nix ueber den tatsächlichen guten sicherheitstechnischen Zustand eines alten Autos aus..... Smile!

Liebe Gruesse!

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Re: Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

Beitragvon Petergillarsverige » 18. Februar 2012 21:08

Wenn du nicht atmen kannst, z.B. weil dir der Hals abgedrückt wird, reichert sich sehr schnell das CO2 im Blut an und erzeugt das Erstickungsgefühl. Auch ohne CO
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Re: Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

Beitragvon derkleinebarsch » 18. Februar 2012 23:18

Kurt hat geschrieben:Hej

"Ein Riss in einer Verbundglasscheibe, hat wirklich keinen Einfluss auf die Stabilität des Fahrzeugs.."


Da irrt dein Sachverständiger sich aber gewaltig. In der heutigen Zeit dient sie sehr wohl der Stabilität und trägt damit zum Fahrverhalten bei.


"Laute Auspüffe werden in Deutschland vor.." :lol: :lol: :lol:

Man kann diese Dinge sehen, wie man es will. Richtig ist es aber, das eine Windschutzscheibe nicht durch einen Steinschlag so ohne weiteres
kapput gehen kann. Tests durch die ARD oder ZDF haben gezeigt, das man selbst mit einen Hammer die Windschutzscheibe nicht so ohne weiteres zerschlagen kann. Das hat etwas damit zu tun, das es zwei Scheiben sind, die mit einem Kleber verklebt sind und bei einem Schaden, also Steinschlag, sie nicht so ohne weiteres kaputt gehen. Was man in der Werbung erzählt, in Deutschland, das durch ein kleines Loch durch einen Steinschlag die Windschutzscheibe kaputt gehen kann, ist an den Haaren herbei gezogen. Es ist nur eine Abzocke und die Versicherungen spielen dabei mit. Also meiner Meinung nach wird wieder einmal der Autofahrer durch die Lobby negativ beeinflußt und somit irritiert und dann abgezockt. Was in Deutschland ein Mangel ist, wird hier in Schweden nicht nur akzeptiert sondern auch ignoriert. Ich war selbst beim TÜV hier, also Bilprovning, wo selbst Risse in der Windschutzscheibe kein Mangel waren. Der Tüv hier in Schweden ist sehr kritisch und nimmt sich nichts gegenüber dem Tüv in Deutschland. Jedoch viele Dinge, die in Deutschland als Mangel dargestellt werden, sind hier kein Mangel. So, wenn das Auto von Rost befallen ist. Solange tragende Teile nicht befallen sind, hat man beim TÜV keine Probleme. In Deutschland ist es aber ganz anders. Komme ich mit einer Rostlaube zum TÜV, so habe ich schlechte Karten? Selbst durchrostete Kotflügel sind schon ein Mangel gewesen.
Ich will auf keinen Fall die beiden TÜVs vergleichen. Ich will hier nur aufzeigen, das man zu gewissen Dingen eine andere Auffassung hat.
LG derkleinebarsch
ein Riss in der Windschutzscheibe kein Mangel war.

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Re: Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

Beitragvon unbekannt » 4. April 2012 20:07

Auch in Schweden sollte man nicht alles glauben, was einem die Werkstatt erzählt. Meine sagte mir, dass sämtliche vier Bremsscheiben ausgewechselt werden müssen, weil sie am Außenrand verrostet sind. So kämen sie nicht durch die bilprovning.

Rost am Außenrand der Bremsscheiben ist aber normal, weil dort die Bremsbeläge nicht hinkommen. Deshalb entsteht dort auch ein Wulst, wenn die Scheibe durch den Verschleiß immer dünner wird. Die Scheibendicke ist entscheidend. Dafür gibt es für jeden Typ zugelassene Mindestdicken. Zu viel Schlag (Bremse pulsiert, vibriert) oder zu große Riefen sollte die Bremsscheibe auch nicht haben. Aber die oft verwendetet Argumentation mit dem Wulst ist Quatsch. So ist es auch mit dem Rostbelag.

Mein Auto ist dann auch ohne Anmerkungen durch die bilprovningen gekommen. Über die Bremsscheiben hat der Prüfer kein Wort fallen lassen.

Bei den anderen Auto ist inzwischen der Auspuff abgefallen. Er hing nur noch an dem Draht. Jetzt hat das Auto einen neuen Auspuff bekommen und ich hoffe er kommt gut durch die bilprovning

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Re: Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

Beitragvon Petergillarsverige » 4. April 2012 21:57

Erst zum TÜV, dann zur Werkstatt. Ist meist billiger!
Vor Jahren musste ich mal noch eine Kleinigkeit schweißen. Fuhr zur Nachkontrolle. Der Prüfer fand es ok. Wir beide standen unter dem Auto, welches auf der Hebebühne war. Dann ging ich vorraus, er hinterher. Er stand exakt unter der Hinterachse und sagte mir was. ich blickte mich um und sag einen 40 cm langen Riss, bis 5 cm breit in dem Rohr der Hinterachse. Er hat das übersehen. Hab dann ein original deutsches Heizungsrohr eingeschweisst. Das hat gehalten.
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Re: Erlebnisse mit einem alten Auto beim schwedischen "TÜV"

Beitragvon unbekannt » 9. Mai 2012 11:02

Hallo zusammen,

mein altes Auto (Opel Astra Kombi, Baujahr 93, 290.000 km) war heute beim schwedischen TÜV. Es gab keine Probleme und keine Anmerkungen. Der Prüfer meinte, das Auto würde es rostmäßig noch ein paar Jahre machen.

Den durchgerosteten, hinteren Auspuff hatte ich aber schon vorher austauschen lassen, denn er fiel mir eines Tages völlig ab, als ich eine Unterbodenwäsche mit dem Hochdruckreiniger vornahm und der Auspufftopf wurde nur noch von dem provisorischen Draht gehalten. Ich bin dann zwei Wochen ohne hinteren Auspufftopf herumgefahren. Gemeckert hat niemand.


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