Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

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janaquinn
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Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

Beitragvon janaquinn » 14. Januar 2009 09:03

Hej Hej,
ich habe mal eine Frage, die Sufu habe ich ohne wirkliches Ergebniss bereits befragt :oops: .
Unser neuer Vermieter möchte das Haus im Sommer an die Erdwärme anschliessen, i.A. gibt es Strom-und Ölheizung, was nach seiner Aussage wesentlich teurer ist als die Erdwärme.
Im aktuellen Haus haben wir eine Deckenheizung, der letzte Schrott, funktioniert nicht und sobald es kälter wird als 5 Grad Minus, fliegt ständig die Sicherung bzw. bleibt das Haus einfach kalt. Außerdem verdient sich unser Stromversorger gerade eine goldene Nase an uns... :evil: :evil:

Daher ist uns die Aussage des neuen Vermieters recht sympatisch, das Erdwärme billiger ist. Aber wie sind eure Erfahrungen, sofern vorhanden, mit der Erdwärme. Läuft die Warmwasser-Versorgung auch darüber und wie ist die Haltbarkeit des warmen Wassers, d.h. wie lange dauert es bis es verbraucht ist und der Boiler nachproduzieren muss. Hier bekommen wir max. 11/2 Wannen voll, was doof ist, da Yannic jeden Tag badet und meist einige Zeit vor uns und wir dann meist nur noch lauwarmes Wasser haben.

Und wie ist es im WInter? Müsst ihr noch nachheizen, z.B. mit einem Kamin, der ebenfalls im Haus vorhanden ist, uns aber eigentlich mehr zur Gemütlichkeit dienen soll, als zum direkten heizen.

Am Haus ist ebenfalls ein riesiger Wintergarten vorhanden, den wir natürlich auch gern im Winter nutzen wollen. Allerdings ist der wohl nicht beheizt und da bräuchte ich ebenfalls einen Rat. Wie kann ich ihn, möglichst günstig, beheizen, damit ich auch im Winter meine Pflanzen dort stehen haben kann und wir auch dort mal sitzen können. Der Boden ist aus Beton. Sollte man vielleicht eine "Dämmung" verlegen, z.B. Laminat o.ä. damit sich die Wärme besser hält??

Ich würde mich wirklich freuen, wenn ihr mir ein paar Tips geben könntet, weil wir keine Lust mehr haben jeden Monat eine riesige Stromrechnung zu zahlen, wie im aktuellen Haus.

Danke und LG
JANA :danke:
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Värmland

Re: Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

Beitragvon Värmland » 14. Januar 2009 10:06

i.A. gibt es Strom-und Ölheizung, was nach seiner Aussage wesentlich teurer ist als die Erdwärme.

Berg- oder jordvärme funktioniert mit Strom! Wenn die jetzige Heizungsleistung über Heizkörper (elementer) an das Haus abgegeben wird, sollte die Wärmepumpe eine Vorlauftemperatur von 60 Grad produzieren.

Da geht die Leistungszahl auf 2-3 zurück. Leistungszahl = Wärme (kw) / Strom (kw). Aus 1 kw Strom werden 2-3 kw Wärme. Günstiger ist eine Fußbodenheizung mit 30 Grad Vorlauf! (Leistungszahl 5-6).

Brauchwasser wird auch erzeugt. Dazu ist ein Speicher mit etwa 200 Litern erforderlich. Informiere Dich doch bei z.B. http://www.Nibe.se

Gruß Gernot

blueII
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Re: Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

Beitragvon blueII » 14. Januar 2009 11:01

Hej Jana

Värmland scheint vom Fach zu sein und hat dass schon toll erklärt, ich versuche es mal in Laiensprache.

Also wir haben Erdwärme. Das beheizen unseres Hauses wirkt sich natürlich auf unsere Stromrechnung aus, weil die Punpe Elekrizität braucht. Man kann den Stromverbrauch an der Anlage ablesen, wir kommen auf ca 30-40 euro im Monat für ein knapp 200 qm Haus, ich glaube Warmwasser ist aber noch nicht darin, bin mir aber nicht sicher.
Die Bereitstellung des Warmwassers ist kein Problem. Ob du mehrere Badewannen füllst oder wie wir viel Besuch haben, die alle morgens duschen. Wr hatten nie Probleme. Funktioniert ja wie z.b. eine Zentralheizung mit Gas in D. Alle paar Tage saugt sich die Anlage Strom um das Wasser im Speicher stark zu erhitzen, um Bakterien zu bekämpfen und manchmal schaltet die ANlage zusätzlich Strom hinzu um das Haus zu beheizen, wenn es durch die Erdwärme nicht geschafft werden kann. Das kann man aber auch ablesen. Bei uns war es seit in betriebnahme im Mai ganze 25 Stunden, also nicht sonderlich viel.

Das besondere an Erdwärme, die Vorlauftemperatur, wirkt sich auf die Nutzung aus und das betrifft deine Frage des Wintergartens. Diese Anlage laufen am optimalsten mit Fußbodenheizung, weil da die Vorlauftemperatur nicht hoch sein muß.
Man kan aber auch normale Heizkörper (wassergeführte) hinzuschalten.
Wir haben im Erdgeschoß Fußbodenheizung und oben Heizkörper. Funktioniert prima.
Man ist mit Erdwärme nicht vollkommen frei von herkömmlichen Energiequellen aber ich finde es ist das beste was es zur Zeit gibt. Die Schweden arbeiten ja noch gerne mit Luft/Luftpumpen - heißt doch so oder? - die noch sparsamer sein sollen, aber ich kenne die aus den Neubauten hier und empfinde die unglaublich laut.

Sprich mit deinem Vermieter, dass dieser mit dem heizungsbauer abklärt ob der ein Heizelemt in den Wintergarten legen könnt

LG
heike

Tommy2

Re: Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

Beitragvon Tommy2 » 14. Januar 2009 11:55

Hej,

wenn du alles über Heizungen erfahren willst, geh in das Forum swedengate.de, da gibt es die Spezialisten.

Ob die WP für euch funktioneirt, hängt ganz von der Dimensionierung ab. Leider sind nicht alle schwedischen Heizungsbauer da richtig fit. Die WP benutzt eure existierenden Wasserheizkörper, um die Wärme abzugeben. Wie schion vorher gesagt wurde, kann dazu eine recht hohe (60 Grad) Vorlauftemperatur erforderlich sein, um ausreichend Wärme abzugeben. Wenn die Heizkörper aber ausreichend gross dimensioniert sind, dann reicht auch eine Vorlauftemperatur von 50 Grad, und dann arbeitet die WP günstiger. Das kann aber nur ein Fachmann vor Ort beurteilen.

Natürlich braucht eine WP auch Strom, hauptsächlich für den Kompressor. Viele WP saugen noch zusätzlichen Heizstrom, wenn sie glauben, dass die Wärme aus der Erde nicht ausreicht. Das ist eine Einstellungssache.

Der Heizungsbauer sollte wirklich was davon verstehen, dann kann eine WP sehr viel Geld sparen. Ich habe eine, und bereue nur, dass ich die nicht schon viel früher gekauft habe.

Värmland

Re: Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

Beitragvon Värmland » 14. Januar 2009 12:16

Noch eine Ergänzung:

Ölheizungen sind normalerweise auf eine Vorlauftemperatur von 70 Grad ausgelegt.
Das ist eine wesentlich bessere Ausnutzung der Kesseltemperatur. Die Heizkörperhersteller gehen von dieser Normalgröße aus.

Die Vorlauftemperatur 50 Grad verdoppelt das Heizkörpervolumen und damit auch deren Preise!

Meine 60 Grad sind deshalb als Mittelwert zu sehen.

Gruß Gernot

Tommy2

Re: Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

Beitragvon Tommy2 » 14. Januar 2009 12:31

Hej,

den riesigen Wintergarten wirst du nicht mit der WP heizen können. Vermutlich ist der schlecht isoliert und hat dünne Fenster, d.h. der würde enorm viel Energie verbrauchen.

Die Energie, die für das Erwärmen des ganzen Badewassers verbraucht wird, kann man ausnutzen, wenn man das Badewasser erst ablässt, wenn es abgekühlt ist. Dann hat man die Wärme ausgenutzt und sie läuft nicht einfach durch den Abfluss weg.

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Re: Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

Beitragvon janaquinn » 14. Januar 2009 14:16

Hej Hej,
vielen vielen Dank für die Tips und die Erfahrungswerte. Erdwärme scheint wirklich eine bessere Alternative zu unserer jetzigen Heizung zu sein, die scheinbar nur auf Temperaturen über 0 Grad ausgelegt ist :evil: und einen Haufen Geld kostet, dazu extrem laut ist.

Was die Beheizung des Wintergartens betrifft, da werden wir mit unserem Vermieter sprechen, wie wir es am kostengünstigsten machen können und ob es sich überhaupt lohnen würde, da dieser Wintergarten sich über die komplette hintere Hausfront zieht..also nochmal ein riesiger Raum für sich ist...aber echt klasse :D .
Und wenn wir ihn eben nur im Sommer nutzen, wenn Freunde zu Besuch sind.

LG JANA :danke:
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Re: Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

Beitragvon Gottfried » 14. Januar 2009 14:33

Hej Jana!

Na Ihr habt ja mal wieder mächtig Glück :D .
Versuchs doch mal mit einem "pensionärsgrill" :wink:
Vermutlich ist es doch wohl ein inglasad altan, oder? Und dann reicht so ein
pensionärsgrill.........

VG


Gottfried

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Re: Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

Beitragvon janaquinn » 14. Januar 2009 14:51

Hej Gottfried,
ich hoffe doch, dass wir bei unserem 3. Umzug nun endlich DAS Haus gefunden haben. Es ist ein Haus mit Leben in sich, Baujahr 1946, hat wirklich viel Charme, ein richtiges Hexenhäuschen....weiss nicht, wie ich es beschreiben soll.

Und dann musste ich erstmal googlen, was ein "Pensionärsgrill" überhaupt ist...gds. kein Rentner am Spiess :shock: , aber es hört sich recht vernünftig an.
Und ja es ist ein eingeglaster Altan von gigantischer Grösse und mit einem, extra für Rey, wunderbaren Barbeque-Grill, da lacht das Herz und die Freunde freuen sich:))


LG an die Familie
JANA
p.s. verschlägt es euch dieses Jahr mal wieder nach Schweden??
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Re: Erfahrung mit Erdwärme und Beheizung eines Wintergartens

Beitragvon Gottfried » 14. Januar 2009 14:58

Hej Jana!

Brauchst nicht googeln: das sind die Infrarotstrahler an der Decke in (fast) jedem Altan mit Pensionären, hihi!
Daher der Name: pensionärsgrill..… :D

LG


Gottfried

Ich komm dann auch mal euern altan besichtigen........


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