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Über dass Thema ist schon sehr viel geschrieben, gelobt und geschimpft worden. Grundsätzlich kann mann aber sagen, dass Gesundheitssystem in Schweden ist generell gesehen nicht schlechter aber anders als dass deutsche. Wie ein Vorschreiber schon richtig erkannt hat, gewöhnungsbeduerftig fuer einen Deutschen. Man kann es so ausdruecken, dass System basiert nicht auf dem Hausarztprinzip wie in DE sondern ist ähnlich des zentralisierten Systems wie in der ehem. DDR. Und dann kommt hier in Schweden noch etwas sehr wichtiges dazu, nämlich wo man wohnt. Je weiter man in den Norden kommt, desto länger werden die Entfernungen zu den Einrichtungen, desto "ärmer" werden die Landstings. Dann kommt noch ein Ärztemangel hinzu, der je weiter man nach Norden kommt , auffällt. Dass sind teilweise die "Tücken des Systems", durch die "Gleichstellung" (Bezahlung) der Ärzte wollen viele Ärzte nicht die Nachteile des Nordens fuer die gleiche Bezahlung auf sich nehmen und bleiben lieber im suedlicheren Teil Schwedens. Ein anderer Aspekt ist auch, dass die Unterschiede (arm/reich) der verschiedenen Landstings sich auf die Qualität der Versorgung durchschlägt. Hier in Västergötaland kann ich nach weit mehr als 30 Jahren nur konstatieren, die Qualität hat sich im Laufe der Jahre merkbar verbessert, einen direkten Vergleich zu DE kann ich zwar nicht fuehren, sondern nur durch Gespräche mit Verwandten und Bekannten in etwa sagen, dass es in DE (regional verschieden) eher schlechter geworden ist.
Ein paar kurze Beispiele zu den Wartezeiten, eine Enkeltochter hat sich am Weihnachtstag die Hand gestaucht, am Donnerstag wollte sie dann doch zum Arzt, weil es nicht besser wurde. Morgens um 8Uhr angerufen, 20min später Rueckruf und Termin zum Arzt am gleichen Vormittag um 10:15. Begutachtung durch den Arzt, Ueberweisung zum Krankenhaus zum Röntgen, (10min Fussweg zum KH) 11:30 Röntgen, zurueck zum Arzt in die VC und 12:30 fertigbehandelt. Es handelt sich dabei NICHT um einen Akutfall! Eigene Erfahrung, bisher immer am gleichen Tag immer zu einem Arzt in der VC gekommen, wenn man morgens angerufen hat. Die Terminvergabe hier funktioniert sehr gut, wenn ich einen Arzttermin um z.B. 11:00 habe und selbst puenktlich da bin bin ich zu 98% auch um 11:00 beim Arzt im Behandlungszimmer. Ueberweisungen zu Fach/Spezialärzten können auch hier etwas Zeit in Anspruch nehmen, bei Akutfällen allerdings sofort, bei "normalen" Erkrankungen auch schon mal 4 Wochen, z.B. zum Ortopeden. Wartezeiten von einem halben Jahr sind eigentlich Nonsens, da durch die in ganz Schweden geltende "Vårdgaranti" die Wartezeit auf 3Monate limitiert ist. Habe ich innerhalb von 3Monaten keinen Termin bei einem Fach/Spezialarzt bekommen, kann ich mich selbst einen Termin bemuehen, muss allerdings dabei in Kauf nehmen, eine gewisse Reisezeit zu bekommen. Aber die Kosten des "fremden" Arztes und der Reise werden anstandslos von der FK bezahlt. Ich schrieb "eigentlich Nonsens", weil sehr viele, die in den Foren klagen sich nie mal selbst bemueht haben sich zu informieren, sei es aus Bequemlichkeit oder aus sprachlichen Gruenden. Dadurch dass unser System hier so grosse Unterschiede zum deutschen System aufweist, kann es fuer viele deutsche Einwanderer als "schlechter als das deutsche System" aufgefasst werden, ist in Wahrheit aber sehr oft ein Komunikationsproblem. Wenn man sich mal die Muehe macht und angeprangerte Misstände hier genauer betrachtet, stellt man fest, dass es sehr oft ein Fehler des Patienten war, der zu diesem "Misstand" gefuehrt hat. Meine durch sehr lange Erfahrung begruendete Meinung ist, dass schwedische System ist im Vergleich nicht schlechter, nur anders, dass es nicht perfekt ist und dass man vieles noch verbessern könnte ist auch mir klar und wird immer wieder auch von mir so gesagt.
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