Eine Frage an die Ausgewanderten zum Gesundheitssystem

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Lussekatt
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Re: Eine Frage an die Ausgewanderten zum Gesundheitssystem

Beitragvon Lussekatt » 2. Januar 2012 14:36

Auswanderer hat geschrieben:"Apotheken keine Ahnung von Naturheilmitteln, Hausmitteln oder Homöopathie haben, dass man dort aber Binden und Tampons kaufen kann."

Ist gut so! Wenn sonst jemand reines Wasser als Heilmittel verkauft, ist das Betrug, aber die Homöopathen dürfen das. Dieselben Leute, die sich darüber aufregen, dass Firmen, die Medikamente herstellen, auch damit Geld verdienen, haben kein Problem damit, mehrere Euro für Wasser oder Zuckkugeln auszugeben.


Das mag stimmen. Es gibt aber Naturheilmittel, die nicht nur Wasser enthalten und die bekomme ich hier nicht, sondern muss sie mir aus Deutschland schicken lassen.
Myrrhentinktur oder Heilerde sind gute Beispiele. (Lindenblüten pflücke ich im Sommer selbst, da ich sie hier sonst auch nicht bekomme.)
Viele Kräuter und Tees, die in Deutschland ganz traditionell als Hausmittel angewandt werden, sind hierzulande gänzlich unbekannt.

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Re: Eine Frage an die Ausgewanderten zum Gesundheitssystem

Beitragvon Imrhien » 2. Januar 2012 16:52

Hej,
ich habe eine gute Apotheke in Deutschland gefunden, die mir die Sachen schickt. Und zwar ohne Aufpreis. Die packen es einfach in einen Umschlag und ich zahle das wirkliche Porto und nicht noch einen Extrapreis für die Arbeit. Bisher hab ich alles bekommen, wobei ich auch nie nach exotischen Sachen gefragt habe und nur nach Rezeptfrei. Aber gerade die pflanzlichen Sachen bekommt man ja rezeptfrei und die gibt es oft hier nicht.
Und ich habe Pflaster bestellt. Ich weiss, das gibt es hier auch. Aber anscheinend haben meine Kinder doch recht empfindliche Haut und sogar das sensible Pflaster hier in Schweden verklebt die Haut und lässt sich bei uns kaum schmerzfrei entfernen. Das gute alte Hansaplast tuts dagegen ohne Rötungen und Schmerzen. Hätt ich nie gedacht, dass ich mal sowas importieren muss. Naja, so gibt es überall Unterschiede.

Grüsse
Wiebke

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Re: Eine Frage an die Ausgewanderten zum Gesundheitssystem

Beitragvon Sandra M. » 6. Januar 2012 20:19

Hallo!

Ich spiele mit dem Gedanken nach meinem Studium auszuwandern. Ich benötige allerdings regelmäßige Medikamente. Wie sieht es damit aus? Kann man sich dann ein Rezept bei einem Arzt in Schweden holen oder kann man sich die importieren lassen von dem Arzt in Deutschland?
Wäre toll, wenn man da jemand aufklären könnte.
Und ich finds super, dass das Thema erklärt wird, auch wenn es so scheint, als sei es tot diskutiert ;)

LG, Sandra

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Re: Eine Frage an die Ausgewanderten zum Gesundheitssystem

Beitragvon Realist » 7. Januar 2012 08:38

Hallo,

meine Erfahrungen zum Gesundheitswesen in Schweden:

Vårdcentral und läkarhus: Gibt es überall in Schweden, auch wenn das Netz naturgemäss unterschiedlich dicht gestrickt ist, gemessen an der Einwohnerdichte.
Man muss sich da telefonisch (oder per Internet, weiss ich aber nicht genau) anmelden, es kann auch schon mal paar Tage dauern, bis man nen Termin kriegt. Wohne bei Stockholm.
Dort bezahlt man dann ca 150 Kronen und kommt zu nem Allgemeinarzt.

Zahnarzt bezahlt man selber, kostet per Besuch (1/2 Stunde) 500 Kronen (Stockholm). Was Preise für spezielle Behandlungen angeht, hab ich keine Ahnung. War nur einmal in der Akutaufnahme der Zahnklinik in Stockholm wegen Wurzelentzündung, da haben sie kräftig abkassiert (1500 Kronen).

Ein Besuch bei einem privaten Spezialarzt plus Blutuntersuchung in Stockholm: 5000 Kronen.

Ernsteres hatte ich noch nicht, würde aber zB eine OP lieber in D machen lassen. Irgendwie kein richtiges Vertrauen zu dem Gesundheitssystem hier...

Jörg in Järna

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Re: Eine Frage an die Ausgewanderten zum Gesundheitssystem

Beitragvon Sumac » 7. Januar 2012 10:10

Sandra M. hat geschrieben:Ich spiele mit dem Gedanken nach meinem Studium auszuwandern. Ich benötige allerdings regelmäßige Medikamente.


auswandern um zu arbeiten? dann bist du hier krankenversichert und bekommst die verschreibungspflichtigen medikamente hier verschrieben.

Sandra M. hat geschrieben:Wie sieht es damit aus? Kann man sich dann ein Rezept bei einem Arzt in Schweden holen oder kann man sich die importieren lassen von dem Arzt in Deutschland?

denkst du, in Schweden gibt es keine medis? wie soll das gehen, sie aus DE holen? du bist nicht mehr in DE krankenversichert oder willst du nur mal so für ne kurze(absehbare zeit) nach schweden _ das nennt sich aber nicht auswandern)?

manchmal hab ich das gefühl, das menschen denken, das es nur in DE alles gibt und alle anderen länder unterentwickelt sind. mag ja sein, das der schein mich trügt, aber bei solchen fragen kommt das eben auf.

sollte man sich nicht erstmal damit auseinander setzen, wie eine auswanderung abgeht, also sprich aufgabe von wohnsitz in DE, kündigung aller verträge, die nicht mitnehbar sind usw. denn dann würde man auch zu der frage kommen, wie bin ich in schweden krankenversichert und gibt es auch ärzte hier usw.
übrings es kann sein, das du von deiner krankenkasse eine bestätigung brauchst, das du dort versichert bist (irgendein Euro-formular), falls du privatversichert bist, sieht es etwas anders aus, aber dazu wurde hier auch schon geschrieben.

übrings ich finde das gesundheitssystem hier gut.

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Re: Eine Frage an die Ausgewanderten zum Gesundheitssystem

Beitragvon Imrhien » 7. Januar 2012 14:04

Hej Sumac,
ta det lugnt. Immer schön lagom :)
Ich kann die Frage durchaus verstehen, auch wenn ich Deine Antwort ebenfalls verstehe. Aber wenn man auf Medikamente angewiesen ist, dann wundert man sich schon darüber wie das in adneren Ländern wohl ist. Man kann es ja nicht wissen. Und auch wenn man davon ausgeht, dass es das überall geben wird, weiss man ja nicht ob man das so einfach bekommen kann oder ob das schwerer ist als in Deutschland. Manch einer glaubt auch, dass es genau wie in Deutschland ist, und wundert sich dann hier warum es anders läuft.

Zur Frage: Wenn Du hier arbeitest und krankenversichert bist, dann bekommst Du alle Medikamente die Du brauchst. Bring Unterlagen von Deutschen Ärzten mit, auf englisch notfalls. Aber ich gehe davon aus, dass man hier erneut eine Diagnose machen wird. Ist ja auch verständlich und ok. Aber wenn man zur gleichen Diagnose kommt, kannst Du von ausgehen, dass Dir auch geholfen wird. Und die Rezepte bekommst Du dann in dem Fall sehr bequem in dem Du bei der zuständigen Schwester anrufst und die das veranlasst. Die Medikamente kannst Du dann in jeder Apotheke abholen, ohne Rezeptschein, nur mit Deiner Personennummer.

Grüsse
Wiebke

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Re: Eine Frage an die Ausgewanderten zum Gesundheitssystem

Beitragvon stavre » 7. Januar 2012 14:20

genau so ein problem hatte mein sambo.er ist asthma-krank von geburt an.
wir sind mit seinen deutschen medikamenten zu unserem hiesigen arzt in der vårdcentrale gefahren.

der erste hatte ihm EIN asthmamedikament aufgeschrieben. da wir ihm voll vertrauten,dachten wir wirklich es ist alles ok. nur nach 1 1/2 jahren ging es ihm schlechter und schlechter. wir wieder zur vårdcentralen.....ein anderer arzt....... wir erklärten ihm die situation,zeigten ihm die medikamente.........
dann fragte er sehr erstaunt:und wo ist das ZWEITE asthmamittel?
wir waren genauso erstaunt über seine frage....wieso 2. asthmamittel???

jaaa...das was du aus D hast, gibt es so nicht in S,es sind 2 mittel,die aufeinander abgestimmt sind.
so was soll man auch wissen.
mein sambo bekam also jetzt noch das 2. asthmamittel dazu......und nach einer woche merkte man ,dass es ihm langsam wieder besser ging

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Re: Eine Frage an die Ausgewanderten zum Gesundheitssystem

Beitragvon DomDom » 7. Januar 2012 18:01

Stimme da stavre zu,

hier gibt es viele rezeptfreie medis die in D pflichtig sind und
Umgekehrt. Wollte auch ein akutasthmaspray haben was ich
aus D kenne, darf hier nicht vertrieben werden wegen des treibgases
hier gibt es kapseln in einem inhalator die man zerbricht und
dann inhaliert.
Mein tipp, wenns " harte medis " sind, vorher nachfragen.

Ajö
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Re: Eine Frage an die Ausgewanderten zum Gesundheitssystem

Beitragvon Sumac » 8. Januar 2012 08:29

jeder soll so glücklich werden, wie er meint, es machen zu müssen.


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