Ein Mal Ausland und zurück...

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Storstadstjej

Ein Mal Ausland und zurück...

Beitragvon Storstadstjej » 25. September 2007 16:20

Diesen interessanten Artikel aus der Welt kann ich Euch nicht vorenthalten. Mal sehen, wieviele böse Kommentare ich wieder wegen dieser Realitätskeule bekommen werde, aber so ist es nunmal mit dem Auswandern...

Viele Exildeutsche wollen zurück in die Heimat
71 Prozent der Deutschen im Ausland bekommen Heimweh. Oft starten sie mit großen Zielen ins Unbekannte und scheitern. Auch unser Autor lebte einige Jahre im Ausland. Und eines steht für ihn nun fest: Er will weg aus Portugal und zurück ins verregnete Deutschland.


ch will hier weg. Ganz schnell. Zurück. In den Regen, in die Kälte, in den Lärm, in den grauen Alltag von Berlin. Das muss das Paradies sein. Hier, im Süden Portugals, ist es auf jeden Fall die Hölle. Nicht nur, weil es so heiß ist. Nein, 3000 Kilometer weg von der Heimat war es für mich einfach nicht möglich zu leben, geschweige denn zu überleben.
Das hatte ich mir vor dreieinhalb Jahren natürlich anders vorgestellt. Da geht es mir wie der großen Mehrheit der deutschen Auswanderer: 68 Prozent finden ihr neues Leben im Ausland „schwieriger als erwartet“, 71 Prozent wollen irgendwann zurück.
Ich kannte Portugal aus vielen Urlauben. Aber Urlaub ist nichts anderes als gefälschter Alltag. Und der Alltag im Urlaubsland bleibt letztendlich doch nur Alltag, trotz traumhafter Landschaft. Das wusste ich zwar, aber mit einer Sonnenbrille sah damals doch alles viel schöner aus.

Weiterlesen kann man hier: http://www.welt.de/vermischtes/article1 ... eimat.html

Alexander Groß

Re: Ein Mal Ausland und zurück...

Beitragvon Alexander Groß » 25. September 2007 19:22

Naja, Portugal kann man auch schlecht mit Schweden vergleichen ;)

Auch ich weiß nicht was die Zukunft bringt. Ich hätte vor 2 Jahren auch nicht daran gedacht Deutschland je verlassen zu können. Und wenn ich dann endlich in Schweden bin kann man nie wissen was die Zukunft bringt. Aber für meine Kleine mache ich alles.

Sie soll es besser haben als ich <--- Ja ich weiß ;) ist aber wirklich wahr.


Alex

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Re: Ein Mal Ausland und zurück...

Beitragvon Imrhien » 25. September 2007 19:24

Hej,
wieso sollte man Dich deshalb schelten? Es ist doch nunmal so, dass wirklich viele gerne wieder zurück wollen. Das ist aber doch in vielen Fällen kein Scheitern. Manche haben es sich anders vorgestellt oder haben nach ein paar Jahren einfach so die Nase voll. Wir sehen es auch als Experiment und sind gespannt wie lange es gut geht.
Manche wollen von vornherein nur für ein paar Jahre weg. Nicht alle planen das gleich für immer. Aber selbst dann kann es ja sein, dass man sich das irgendwann wieder anders überlegt. Das ist übrigens nicht nur im Ausland so. Meine Großeltern sind vor 15 jahren nach Bayern, mit den Kindern und Enkeln. Sie haben sich soweit wohlgefühlt und hatten sogar ein paar Freunde, zumindest Sozialkontakte. Die Sprache war natürlich ein Problem :) nee im Ernst. Aber selbst das ging irgendwann.
Aber sie, vor allem mein Opa, wollten dann vor 2 Jahren wieder zurück in ihre alte Heimat. Das Bundesland, nein sogar die Stadt in der sie geboren wurden, geheiratet haben... sie haben in der gleichen Strasse in der sie früher gewohnt haben, eine Wohnung gemietet und ihre Kontakte zu den alten Freunden wieder aufgefrischt. Das war nötig. Sie wollten zu ihren Wurzeln zurück und im Falle meines Opas, da auch sterben. Und dazu mussten sie nicht mal ins Ausland, zumindest nicht so echt :)

Liebe Grüße
Wiebke

Manty

Re: Ein Mal Ausland und zurück...

Beitragvon Manty » 25. September 2007 19:42

"wegen dieser Realitätskeule bekommen werde, aber so ist es nunmal mit dem Auswandern... "

so ist es nunmal, wenn man sich nicht vorbereitet und richtig mit dem Thema auseinandersetzt ... das hier ist mein Lieblingssatz:

"Das nächste Mal, wenn ich auswandere, lerne ich vorher die Sprache,"

Der sagt für mich genug aus!

Im übrigen fand ich die Kommentare lesenswerter. Mein Favorit:

"Gott schütze uns vor Sturm und Wind
- und Deutschen, die im Ausland sind."

Und dem letzten habe ich nichts hinzuzufügen :!:

"Oh Gott, wenn alle deutschen Auswanderer so schlecht vorbereitet in die weite Welt ziehen, wundert es mich, dass nicht komplette 100 Prozent zurückwollen. Ohne Idee oder Job sollte man nicht mal innerhalb Deutschlands umziehen."

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Re: Ein Mal Ausland und zurück...

Beitragvon Krümel7 » 25. September 2007 21:24

Hej,
ich habe den Artikel zwar noch nicht gelesen, habe jedoch einen guten Freund, der für 1 1/4 Jahr ein Sabbatical in Spanien ( zunächst Andalusien und später Teneriffa) verbrachte. Er ist ja nicht ausgewandert, sondern wußte, dass er nach D zurück in seinen Job kann, wenn sich ihm dort keine Alternative bieten sollte. Prima Voraussetzungen.
Er meinte zunächst auch, dass ihm der Wechsel der Jahreszeiten garantiert nicht fehlen würde ( Ich brauche sie!). Ein Jahr später änderte sich seine Meinung. Es stellte sich heraus, dass ihm dort zwar Einiges, aber nicht alles gefallen hat. Somit ist er nach D zurückgekommen, ist aber um die Erfahrung reicher und plant nach 4 Jahren Abstinenz das nächste Sabbatical.
Übrigens hat er in Spanien in 4 Monaten Intensivkurs die Sprache vor Ort gelernt.
Gibt es so was in Schweden auch :?:
Selbst wenn es nicht so gelaufen ist, wie man es sich vorgestellt hat, ist man doch stets um eine Erfahrung reicher und plagt sich nicht die ganzen
Jahre mit Frage, wie es hätte anders sein können.
Krümel

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Re: Ein Mal Ausland und zurück...

Beitragvon janaquinn » 25. September 2007 21:25

Hejsan,
irgendwie eine fazinierende Sache: Wandert man von Deutschland aus, wird man bewundert, weil man den Mut und die Entschlossenheit zeigt.
Kehrt man nach einigen Jahren oder vielleicht auch nur Monaten zurück, weil es einfach nicht gepasst hat, es nicht so war, wie man vielleicht dachte, wird man ausgelacht, es wird gelästert ect. WARUM? Wenn es nicht passt, wenn man sich einfach nicht wohlfühlt, warum soll man dann nicht zurückgehen können. Ich finde es bewunderswert, das dieser Mann es öffentlich macht, er geht mit erhobenen Kopf zurück und er steht zu seinen Fehlern!
Man kann Jahre in einem Land gelebt haben, sich scheinbar wohlfühlen, bis die Erkenntniss kommt, das man sich selbst belügt, obwohl man einen guten Job hat und die Sprache spricht! Und trotzdem verlässt einen nie das Gefühl, nicht dazu zugehören!
Die Realität ist hart, aber lieber man erkennt seinen Fehler rechtzeitig, bevor man daran zerbricht und versucht ein Scheinleben aufrecht zuerhalten, was nicht existent ist.
Meine Meinung dazu!
So habe ich mich übrigens in Deutschland gefühlt. Nun bin ich in Schweden, lebe hier, arbeite hier und zahle Rechnungen, aber richtig angekommen bin ich noch nicht!. Dazu gehören nicht Monate sondern manchmal eben Jahre.

Grüsse JANA
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Storstadstjej

Re: Ein Mal Ausland und zurück...

Beitragvon Storstadstjej » 25. September 2007 21:27

Puh! Bin erleichtert. ;-) Ich bin also nicht gesteinigt worden.

Ja, so ist es mit dem Auswandern. Ich kann es nicht oft genug wiederholen - informiert Euch ehe ihr umzieht, lernt die Sprache, so gut es geht und wenn ihr einmal hier seid, versucht Euch zu integrieren.
Was die im Artikel angesprochenen Eifersucht, Neid und Missgunst angeht, auch das ist leider wahr, Rückschluss: Kontakte und Erfahrungsaustausch in eigener Sprache ist schön und entspannend, dennoch: legt den Fokus auf schwedische Kontakte! Nicht jeder deutscher der hier lebt ist neidisch und gönnt Euch nichts, und er wird Euch mit Erfahrungen viel weiterhelfen können, er/sie darf aber nicht Euer einziger fester Sozialkontakt sein. Vor allem in der ersten Zeit sollte man versuchen so gut wie mögilch in die neue Gesellschaft einzutauchen, seine Wurzeln und sein Heimweh kann man auch etwas später pflegen. Wenn der erste "Schock" überwunden ist, könnt ihr Euer Heimweh immer noch stillen - nach zwei Jahren schwedischen Sinnlos-TVs könnt ihr Euch immer noch den einen oder anderen deutschen TV-Sender dazuwählen. Aber sofort?
Eine Auswanderung ist gefühlstechnisch auch eine Abnabelung. Genau wie man sich von der Sicherheit der Familie abnabelt, in dem Fall ist es Abnabelung von einem Ort, wo man sich mehr oder minder sicher fühlt, von etwas, was einem die Geborgenheit des Kennens gibt. Dieses gilt es zu überwinden. Ansonsten ist das Abenteuer vielleicht nicht zu Scheitern, aber in vielen Fällen eben zur Rückkehr verda...... Und so ein internationaler Umzug kostet eben Geld und Nerven.

Um noch etwas positives zu sagen, ich schätze die Menschen, die hier im Forum viel lesen, Fragen stellen, sich realistische Antworten geben lassen und sich mit dem Land und dem Alltag hier auseinandersetzen habe eigentlich sehr sehr gute Chancen nicht enttäuscht wieder zurückzukehren. :-)

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Re: Ein Mal Ausland und zurück...

Beitragvon janaquinn » 25. September 2007 21:32

Hej,
ich hätte dich nicht gesteinigt :wink: ! Fand den Artikel sehr interessant, mal die Sichtweise von jemanden zu lesen, der mit erhobenen Kopf zurückgeht!

Danke
JANA :wink:
gute nacht in den Schlosspark
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Re: Ein Mal Ausland und zurück...

Beitragvon Krümel7 » 25. September 2007 21:40

NUN :!: habe ich den Artikel gelesen. Ob der echt ist oder nur Leserschaft bringen soll ?
Es ist kaum zu glauben, dass man so naiv sein kann.
Alles andere erübrigt sich meiner Meinung nach.
Ich glaube jedoch auch, dass man nach einer Auswanderung immer wieder Momente des Heimwehs haben wird.
Da ich das als Kind bereits einmal durchgemacht habe, weiß ich wovon ich rede. Dabei spielten Sprachprobleme keine Rolle, da ich beide Sprachen perfekt beherrschte. Das Heimweh ließ erst nach, als ich vor ca. 9 Jahren dort und mir alles noch einmal anschauen konnte.
Krümel

Storstadstjej

Re: Ein Mal Ausland und zurück...

Beitragvon Storstadstjej » 25. September 2007 23:25

Krümel7 hat geschrieben:Ob der echt ist oder nur Leserschaft bringen soll ?
Es ist kaum zu glauben, dass man so naiv sein kann.

Schau Sich hier im Forum um, teilweise lese ich hier Anfragen, die genau in die Richtung gehen. Ich habe auch hier vor Ort schon Leute getroffen, die entweder bereits wieder zurück in D sind, gerade ihre Sachen packen oder versuchen herauszufinden ob sie es sich LEISTEN können zurückzuziehen. Ob der Artikel nun Fake ist oder nicht, so beschreibt er ganz gut die Umstände. An einigen Stellen ein wenig platt - nicht jeder, der zurückgeht ist gescheitert, aber dennoch trifft er sehr sehr gut auf viele Leute zu, wie ich finde.

Da ich das als Kind bereits einmal durchgemacht habe, weiß ich wovon ich rede. Dabei spielten Sprachprobleme keine Rolle, da ich beide Sprachen perfekt beherrschte. Das Heimweh ließ erst nach, als ich vor ca. 9 Jahren dort und mir alles noch einmal anschauen konnte.


Tja, da bist Du nicht die Einzige und ich weiss sehr wohl auch wie es ist, als Kind in ein anderes Land zu gehen. Ich habe mich in dem neuen Land auch vollkommen 100%ig eingegliedert und doch ist man immer ein wenig "mehr anders" als die Anderen. Es ist einfach so! Punkt! Man ist nun einmal mit anderen Sachen aufgewachsen und das hinterlässt Spuren. Und daher kommt auch ein grosser Teil dessen, das man für Heimweh hält. Die Sehnsucht danach, in einer Situation zu sein, in der alle anderen genau die gleiche Umwelt erlebt haben wie Du selbst. Und in Deinem Fall bestätigt sich die Theorie - du bist in deine alte Heimat gefahren und hast festgestellt, dass auch da alles unbekannt ist. Es hat sich vieles Verändert, was nicht einmal schlimm wäre - wenn Du damit aufgewachsen wärest. Bist Du aber letztendlich nicht und so sind die Menschen in der alten Heimat noch mehr fremd als in Deiner neuen...
Und genau deswegen kann ich allen auswandernden Eltern raten, ihren Kindern möglichst die Lieder und Kindergeschichten des neues Landes nahezubringen - das füllt wenigstens einen Teil dessen, was die Anderen eben als (Klein-)Kinder erlebt haben.


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