Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

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supertramp
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Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

Beitragvon supertramp » 15. Dezember 2013 12:05

Hej,

ich habe schon viele Beiträge von Euch begeistert gelesen und nun habe ich mal Fragen! :pfeif:

Ich Spiele schon Lange mit dem Gedanken mir einen Rückzugsort in Lappland zu erschaffen um im Sommer mal dem Stress zu entfliehen und in der Wildniss abschalten zu können.
Leider habe ich keine riesen Budget auf der Kante und mein Wunsch ist es soweiso ein kleines Erdhaus oder Erdhütte mit möglichst viel Mitteln aus der Natur selbst zu bauen step by step.

kleinere Grundstücke in der Wildniss sollten ja nicht so sehr teuer sein wie ich schon gesehen habe mir stellt sich jetzt nur die Frage darf ich einfach in Eigenregie ein kleines Häuschen bauen und welche Auflagen müssen erfüllt werden? bzw. Wie groß darf das Haus maximal sein ohne das ich großes Behördentheater wie in Deutschland habe?

Was gibt es denn bei so einem Projekt zu beachten?

Vielen Dank für eure Antworten.

Gruss Chris

PS. Hier noch ein paar Beispiele:

http://www.yogafarm.de/das_erdhaus.html

https://picasaweb.google.com/lh/photo/G ... mpTlBqvJQQ

https://picasaweb.google.com/lh/photo/h ... v7xwdpdKDw

http://fraumitbart.wordpress.com/2012/0 ... imon-dale/

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Re: Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

Beitragvon vibackup » 15. Dezember 2013 14:28

supertramp hat geschrieben:Hej,

ich habe schon viele Beiträge von Euch begeistert gelesen und nun habe ich mal Fragen! :pfeif:

Ich Spiele schon Lange mit dem Gedanken mir einen Rückzugsort in Lappland zu erschaffen um im Sommer mal dem Stress zu entfliehen und in der Wildniss abschalten zu können.
Leider habe ich keine riesen Budget auf der Kante und mein Wunsch ist es soweiso ein kleines Erdhaus
...
http://fraumitbart.wordpress.com/2012/0 ... imon-dale/

Vor allem das letztere ist ja extrem hübsch... erinnert tatsächlich ein bisschen an Hobbingen.
So etwas kann man sich schon vorstellen... ob man auf dem Dach gehen kann, ohne einzubrechen (Hat hier jemand die Szene in Erinnerung, in der Ronja Rövardotter in die Höhle der Rumpnissarna einbricht?)?
Aber das war nicht deine Frage.
Ich würde mit der Kommune, in deren Bereich du das bauen willst, Kontakt aufnehmen.
Nach meinem Verständnis erfordert so ein Bau bygglov, auch wenn er unter (demnächst ja wohl) 25 m2 liegt, wenn auf dem Grundstück sich kein weiteres Wohnhaus befindet.
Ansonsten (wenn es ein anderes Wohnhaus gibt) wäre das unter der Grenze von (derzeit) 15 m2 ein sog Friggebod, und damit frei von bygglov, wenn die übrigen Regeln eingehalten werden.
Aber: IANAL, daher sprich mit der resp Kommune.

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Re: Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

Beitragvon HeikeBlekinge » 15. Dezember 2013 14:42

Hast du ausreichend Grundstuecksfläche die da dann als landwirtschaftlichen Betrieb angibst (ueber 2 hektar), hast du ausreichend Wildnis drumherum, dann darfst du bauen was du willst.
www.lilla-koksgarden.se


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Re: Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

Beitragvon vibackup » 15. Dezember 2013 14:58

HeikeBlekinge hat geschrieben:Hast du ausreichend Grundstuecksfläche die da dann als landwirtschaftlichen Betrieb angibst (ueber 2 hektar), hast du ausreichend Wildnis drumherum, dann darfst du bauen was du willst.

Ach so?
Mit stöd in welchem Gesetz?
Bei uns müssen auch die Bauern bygglov haben... man bekommt als Nachbar da immer so eine Benachrichtigung mit der Möglichkeit, Einwendungen vorzubringen...

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Re: Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

Beitragvon HeikeBlekinge » 15. Dezember 2013 16:45

Michael, das liegt das Bauergrundstueck bei dir eindeutig im Detailplan.
Dort gelten alle ueblichen Bauvorschriften.

Ich schrieb ausdruecklich "ausreichend Wildnis drumherum".
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Re: Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

Beitragvon EuraGerhard » 15. Dezember 2013 17:37

Hallo!

HeikeBlekinge hat geschrieben:Michael, das liegt das Bauergrundstueck bei dir eindeutig im Detailplan.

Spezielle Vorschriften, z.B. zur maximalen Traufhöhe, der maximal zu überbauenden Fläche oder der Fassadengestaltung, ergeben sich aus einem evtl. für das jeweilige Gebiet erstellten Detailplan. Detailpläne dürfte es in der Wildnis eher selten geben.

Aber die allgemeinen Bauvorschriften (z.B. bzgl. Wärmedämmung, Belüftung, Brandschutz, behindertengerechter Ausbau etc.) gelten immer und überall, wenn ein permanent zu bewohnendes Haus neu gebaut werden soll. Egal wieviel Wildnis drum herum ist.

Hier mal ein Link auf die derzeit gültigen Byggregler.

@ Supertramp:

Wenn es nur ein - nicht permanent bewohntes! - Ferienhaus (Fritidshus) sein soll, dann sind die Vorschriften etwas lockerer. Man muss dann nicht alle Vorgaben zur Energieeffizienz erfüllen und auch kein behindertengerechtes Badezimmer vorsehen. Alle anderen Bauvorschriften gelten jedoch weiterhin.

Eine Baugenehmigung brauchst Du auf jeden Fall. Wie groß das Theater mit der Behörde dabei wird, hängt zum einen stark vom individuellen Sachbearbeiter ab, zum anderen aber auch davon, wie stark das Haus von dem in Schweden üblichen Standard abweicht. (Aber je nach Starrsinn des Sachbearbeiters kann selbst ein von einer alteingesessenen schwedischen Fertighausfirma erstelltes, klassisch-schwedisches Holzhaus zu einer geradezu absurden Inszenierung mit monatelangen, nervenaufreibenden Auseinandersetzungen werden, wie ich selbst erleben durfte.)

Hast Du aber erst mal die Baugenehmigung in der Tasche, so darfst Du so gut wie alles selber machen. Du brauchst aber auch beim Selbstbau einen - selbstverständlich von Dir selbst zu beauftragenden und zu bezahlenden - Kontrollbeauftragten, den "Kontrollansvarig", der die Einhaltung der Bauvorschriften im Namen der Gemeinde überwacht. Und sämtliche Klempner- und Elektroarbeiten müssen von einem staatlich anerkannten Fachman abgenommen werden, wenn Du sie selber machst.

Will man das Ferienhaus später doch permanent bewohnen, so muss man dies bei der Gemeinde anmelden, und das Haus muss entsprechend nachgerüstet werden. Da diese Nachrüstung später oft schwierig und teuer ist, ist es durchaus überlegenswert, den Neubau gleich dem Standard für permanent bewohnte Häuser entsprechend zu bauen.

Alles in allem, was Bauverfahren betrifft, geht es in Schweden inzwischen mindestens genauso bürokratisch zu wie in Deutschland.

MfG
Gerhard

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Re: Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

Beitragvon vibackup » 15. Dezember 2013 19:20

HeikeBlekinge hat geschrieben:Michael, das liegt das Bauergrundstueck bei dir eindeutig im Detailplan.
Dort gelten alle ueblichen Bauvorschriften.

Ich schrieb ausdruecklich "ausreichend Wildnis drumherum".

Heike, Gerhard hat recht.
Und nein, auch meine Nachbarn (und ich) wohnen ein gutes Stück außerhalb des Detailplans.
Im 9 kap PBL (Plan- och bygglag (2010:900),http://www.notisum.se/rnp/sls/lag/20100900.HTM#K9) ist das geregelt.
Im 11 kap 19 § ff sind die ev Konsequenzen geregelt.
Man kann aber im Nachhinein bygglov suchen.
Falls das Gesetz zu trocken ist: hier
http://www.byggahus.se/forum/juridik/19 ... -vitt.html
wird das laienkompatibel diskutiert.

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Re: Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

Beitragvon meckpommbi » 15. Dezember 2013 19:40

wenn ich mich nicht sehr irre giebts doch auch so eine regelung wo noch ein restfundament steht darf wieder aufgebaut werden ohne grosse genehmigungen ?
also wäre es doch eine moeglichkeit irgendein total verfallenes hasu mit grundstueck zu kaufen und dann darauf dieses erdhaus zu realisieren
gruss birgit

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Re: Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

Beitragvon vibackup » 15. Dezember 2013 19:45

meckpommbi hat geschrieben:wenn ich mich nicht sehr irre giebts doch auch so eine regelung wo noch ein restfundament steht darf wieder aufgebaut werden ohne grosse genehmigungen ?
also wäre es doch eine moeglichkeit irgendein total verfallenes hasu mit grundstueck zu kaufen und dann darauf dieses erdhaus zu realisieren
gruss birgit

Das würde ich vorher definitivt mit der Kommune klären, abgesehen davon, dass ein bestehendes Fundament einem die Möglichkeiten ganz gut beschränkt...

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Re: Eigenbau Erdhaus/Hütte in Lappland

Beitragvon HeikeBlekinge » 15. Dezember 2013 20:44

Detailpläne dürfte es in der Wildnis eher selten geben.


Eben drum.
Eben drum fragt niemand jemanden der ausserhalb des Detailplans wohnt was er wo wie wann baut. Besonders, wenn ausreichend (landwirtschaftliches) Grundstueck vorhanden ist. Besonders ein Bauer darf wann immer er will neue Gebäude errichten. Muss es höchstens (!) anmelden.

Kommt man selbst hier im Sueden (dichter Detailplan!) zum Bauamt und fragt unter den genannten Umständen nach Vorgaben, grinsen die Beamten einen nur komisch an, schauen ueber evtl. teure Archtigktenzeichnungen und meinen lapidar: "Du kannst eh machen was du willst. Grundstueck liegt nicht im Detailplan."

Also regt euch nicht so auf.


Auch gute Idee, Birgit! Aber man muss schaun das die auch noch eingezeichnet sind.
Manchmal nehmen ein paar ganz Fleissige in der Kommune tatsächlich das Radiergummi zur Hand ;-)
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