Die Typische Starterbiographie mit Frage

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Serena
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Die Typische Starterbiographie mit Frage

Beitragvon Serena » 22. März 2009 23:22

So, nun bin ich das x-te Mal bei Euch für Stunden versackt und melde mich, in dem guten Glauben das in nächster Zeit öfter zu tun, sorry für den langen Text!!! :wink:

Mein Partner und ich wollen, na was wohl, auswandern. Nach Schweden ist klar. Wir fahren dieses Jahr zum ersten Mal dorthin in Urlaub. Das ganze im Sommer, aber im nächsten Urlaub wollen wir uns auch mal nen Winter antun. Ich hab mittlerweile so viele Infos zusammen, dass ich die mal schriftlich ordnen muss, dabei ist das Forum hier ebenfalls echt top!! Danke dafür an alle!!!! Hier giebt's so viel zu lesen, ist wie bei Wikipedia. Man kommt vom 100sten ins 1000ste, tolle Sache!!

Mal zu mir bzw. uns:
Ich bin 27, mein Männe 25. Mittlerweile ist mein BWL Diplom ein halbes Jahr her, ich bin im Kaufmännischen tätig. Marcel hat nach seinem Hauptschulabschluss einiges gemacht. So manches an Schulungen und Kursen. Tischlerkurs, Landschaftsgestaltung, ne Art Kurs in Glasbe- und Verarbeitung, Innenausbau und diverses. Nebenher natürlich das "normale" Arbeiten gehen wie z.B. als Produktionshelfer, Kurierfahrer. Wir fangen jetzt beide an Schwedisch zu lernen, denn wir finden auch das Prinzip der Auswanderer ohne Plan nicht nachahmenswert...!

Frage:
Ist es möglich für meinen Herren in Schweden auch ohne Ausbildung Fuß zu fassen? Die Vorstellung wäre (nach dem Schwedisch eintrichtern natürlich), dass er vorgeht und sich erstmal nen Job sucht. Vielleicht erstmal nen Sommerjob annimmt um Praxis in Schweden zu ergattern. Das muss auch nicht gleich der Traumjob sein mit Kohle genug für 18 Kinder und 3 Häuser. Hauptsache Fuß fassen. Er ist handwerklich wirklich begabt und wird nicht müde sich für seinen Arbeitsplatz zu engagieren. In Deutschland zählt das ja gar nix, so lange er nicht 80 Zertifikate anschleppt. Ich hab jetzt die Hoffnung, dass es in Schweden funktionieren könnte, wenn er sich in der Praxis beweist und dann quasi in seinem Aufgabengebiet wachsen kann?

Da ich hier den geregelten Job mit (ganz gutem) Verdienst habe würde ich mich erst nach ihm mit nach oben trollen, wenn das soweit funktioniert. Wenns nicht bei ihm funzt, kann er wenigstens weich fallen und wir holen anders Schwung. Ist das deutsches Sicherheitsdenken? Ich glaube schon :lol:

Wir suchen momentan hier auch einen Ausbildungsplatz für ihn um parallel tätig zu sein. Das hat aber letztes Jahr schon mau ausgesehen und wie es dieses Jahr wird - mal sehen. Die Frage ist halt ob es ihm nicht genauso helfen kann zu sagen "ich hab 1 Jahr in Schweden in der Holzverarbeitung gearbeitet" als mit nem deutschen Ausbildungszeugnis in 3-4 Jahren hinzugehen und das dort großartig zu verteilen. (Handwerker, nicht böse sein, ich weiß unsere Ausbildungen sind sehr gut!)

Was sagen die Fach-Schweden? Gibt es ne Chance für uns und besonderst meinen Partner in grob 2010 oder 11, mit Sprach- und ersten Landeskenntnissen, aber ohne Ausbildung?
Vielleicht noch als Nachtrag: Wir denken so an Mittelschweden, etwas weiter nördlich ist auch ok, aber nicht so weit, dass schon die Elche mit Taschenlampe, Schal und Kompass rumlaufen :D . Das kommt aber klar auch drauf an ob man in kleinen Gemeinden überhaupt Arbeitsplätze findet.

Danke für Eure Tips bzw. Erfahrungen!!!
Wir sehen uns in dem einen oder anderen Thread :smt006

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Re: Die Typische Starterbiographie mit Frage

Beitragvon vinbär » 23. März 2009 09:47

Wuensche Euch natuerlich ganz viel Glueck bei Eurem Unterfangen, solltest Du, wie Du schreibst im Moment eine Festanstellung in D mit ganz gutem Verdienst haben, so zählst Du in meinen Augen zu den sehr Risikoliebenden, wenn Du in der jetzigen Situation daran denkst nach Schweden auszuwandern. Hier rollt eine Entlassungswelle ueber dieses Land, das kann man sich z.Zt in D noch gar nicht vorstellen.
Es wird vielleicht auch nicht so leicht sein, dann in einem schwedischen Paar-Seelen-Dorf eine Anstellung als BWL-erin zu finden.
Bis 2010/11 sind es noch 1-2Jahre, hoffe das Blatt wendet sich wieder zum Besseren und ihr könnt dann in Schweden euren Traum verwirklichen. :smt006

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Re: Die Typische Starterbiographie mit Frage

Beitragvon Imrhien » 23. März 2009 13:27

Hej,
gerade jetzt sind Eure Chancen ganz schlecht. In einem oder zwei Jahren, sieht es vielleicht besser aus. Da Du mit sicherem Job in Deutschland bleiben willst, sehe ich keine Gefahr. Im Schlimmstan Fall kommt Dein Freund frustriert zurück und ihr seid ein paar Euro ärmer, der Umzug kostet ja auch. Aber trotzdem ist es so gut zu machen. Ich wäre nur besonders vorsichtig damit den Job zu kündigen. In Schweden ist es so, dass der der zuletzt in die Firma kommt, auch zuerst geht. Da ist es egal wie es Euch daheim geht und wieviele Kinder man hat oder so. Bessere Chancen hat man nur, wenn man innerhalb der Firma eine wichitge Positiion hat und daher nicht entlassen werden kann. Das sieht jetzt bei Deinem Freund nicht so aus, als hätte er nach drei Monaten so eine Stelle. Aber er könnte durchaus eine Stelle als Handwerker finden, vielleicht in einem Jahr oder so. Reich wird er davon nicht werden, da er vermutlich am Anfang erst mal zur Pobe und als Aushilfe eingestellt wird. Einen sichere Festanstellung wird er ebenfalls nicht bekommen. Eher durch Glück, oder wenn der Chef nach einer Weile echt überzeugt ist.
Ihr solltet tatsächlich eher in der Nähe der Städte und nicht zu weit im Norden bleiben, damit Du dann auch was findest. Ihc kann Dir aber schon mal sagen, dass es für Dich fast schwerer wird als für ihn. BWL muss nicht zwangsläufig so anerkannt werden. Offiziell schon. In der Praxis gibt es genug Firmen die lieber einen Schweden mit der schwedischen Ausbildung anstellen. Die trauen nicht ganz der anderen Ausbildung, da sie nicht wissen oob man tatsächlich das gleiche gelernt hat. Versichern, dass es so ist, hilft da nicht viel. Du wärst nicht die Erste, die die gleiche Ausbidlung in Schweden noch einmal macht, oder wenigstens eine Art Aufbausstudium dafür, damit sie endlich ein schwedisches Zertifikat hat auf dem auch nichts anderes steht als auf dem Deutschen, das man schon lange hat. So ist es leider in der Praxis oft genug.
Nicht unmöglich oder so. Aber eben nicht so einfach wie man erst mal denkt. Man muss Durchhaltevermögen haben und oft auch ein Quentchen Glück.

Grüsse
Wiebke

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Re: Die Typische Starterbiographie mit Frage

Beitragvon Serena » 23. März 2009 18:23

Danke für die lieben Antworten. Jep, das hab ich mir auch gedacht, dass ich da mit 50 Diplomen weniger Glück hab als ein Handwerker ^^ Is ja auch nicht verwunderlich, schreiben, rechnen und telefonieren kann ja jeder Schwede, in seiner Sprache auch bei weitem besser. Ich bin auch nicht versessen auf Karriere oder Aufstieg (ich bin in D. noch auf der gleichen Stelle, die ich vor meinem Diplom hatte, aber sie gefällt mir). Ich seh es auch so wir ihr, sicher ist erstmal sicher. Mein Männe hat da halt weniger zu verlieren, wie schon richtig gesagt. Ob er nun hier auf die Nase fällt oder dort und sich wieder herbemüht...So lange wie jetzt klar ist, dass das keinen schlechten Nachgeschmack an Schweden allgemein hinterlässt, dann ises auch egal.
Ich denk mal wie suchen bei Gelegenheit nen Sommerjob oder Aushilsplatz für ihn, wo er sich beweisen kann. Wenns nicht klappt, dann suchen mer halt weiter und lernen fleißig bei der Gelegenheit. Is ja noch kein Meister über den Polarkreis gefallen :lol:


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